Wie hat Walt Disney das geschafft?

4 Antworten

Walt gründete seine erste Firma 1919, da war er 19 Jahre alt, zusammen mit Ub Iwerks. Die Firma hieß Iwerks-Disney Commercial Artists. Sie produzierten zuerst Werbefilme, die aber nicht genug einbrachten, so dass Walt auch noch für eine Werbeagentur arbeiten musste. Und nebenher brachten sie sich anhand von geliehenen Büchern bei, wie man Bewegungsabläufe zeichnen kann. Damals wurden Zeichnungen noch ausgeschnitten und fortografiert um Trickfilme zu machen. Aber Walt hatte von einer neuen Methode gehört - die Zeichnungen audf durchsichtige Folien zu übertragen. Damit experiemntierten Walt zuerst mal zu Hause und versuchte dann seinen Chef zu überzeugen, die neue Methode zu versuchen. Der wollte das nicht.

Daher gründete er 1920 die nächste Firma, die er "Laugh-O-Gram" nannte, und wo er mit den neuen Cels arbeitete. Er stellte einige Zeichner an und drehte zuerst einige Märchen-Kurzfilme:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLC951C3B3759616AD

Und dann probierte er etwas anderes: Er ließ ein echtes Mädchen filmen und ließ sie in einer Zeichentrickwelt erscheinen. Der Film hieß "Alice's Wonderland". Leider war die Firma schon pleite, als der Film fertig war. Das war 1923. Hier der Alice-Film:

https://www.youtube.com/watch?v=tIFEIVkYSnw

Er zog dann nach Los Angeles, wo sein Bruder Roy sich von Tuberkulose erholte - und wo die Filmindustrie war. Roy war sehr gut mit Finanzen und als Walt einen Verleger (bzw. eine Verlegerin: Margaret Winkler, die auch die felix the Cat Filme verlieh) für seine "Alice in Cartoonland" Filme (auch Alice Comedies genannt) fand gründeten sie zusammen das "Disney Brothers Studio‍" - aus dem später die Disney Company hervorging, die noch heute existiert.

Für "Alice Comedies" Filme, in denen ein Mädchen in einer Zeichentrickwelt spielte, ließ er dann Virginia Davis, das Mädchen, das in seinem ersten Film gespielt hatte, mit ihrer Familie nach LA kommen. Und auch seinen Freund Ub Iwerks holte er zu sich nach LA. Die Alice Reihe wurde einigermaßen erfolgreich, und es wurden 57 Filme davon gedreht. Hier ist einer davon:

https://www.youtube.com/watch?v=YpDS7NhGe-s

Danach schufen Walt und Ub die Figur "Oswald, the Lucky Rabbit", die auch recht erfolgreich war. Doch dann heiratete seine Verleiherin und Charles Mintz, ihr mann übernahm das Geschäft und wollte die Filme billiger produzieren. Walt bestand jedoch auf Qualität und wollte keine Billigware abliefern. Also nahm Mitz, dem per Vertrag die Rechte an Oswald gehörten, Walt die Figur weg und warb ihm auch noch die Zeichner ab, um die Filme fortan von einer anderen Firma billiger produzieren zu lassen. Zwar auch einigermaßen erfolgreich, aber ohne größeren Ruhm in der Nachwelt.

Als Walt davon erfahren hatte, fuhr er von New York, wo sein Vereiher war, nach LA zurück und auf der langen Zugfahrt überlegte er sich wie es weiter geht. Er dachte da wohl auch schon an die nächste Figur - eine maus namens Mortimer. Seine Frau Lilian meinte dann aber, der Name Mortimer wäre zu pomös für eine kleine Maus, er solle sie lieber Mickey nennen. Zusammen mit Ub Iwerks entwarf er das Aussehen und Ub zeichnete die ersten 3 Filme. Noch bevor die fertig waren kam der erste Tonfilm heraus, und Walt wollte das unbedingt auch in seinen Filmen haben. Er stellte Carl Stalling, einen Musiker, an, und zusammen mit ihm vexperiemntierten sie herum, den 3. Film "Steamboat Willie" mit Ton und Musik zu unterlegen, und zwar so dass die Musik synchron zum Bild lief. Dieser 3. Film war der erste Mickey Mouse Film, der ins Kino kam und war ein umwerfender Erfolg! Daher ließ Walt auch die anderen beiden vorher produzierten Filme vertonen, bevor sie ins Kino kamen. Mit Stalling zusammen entwickelte er noch eine weitere Reihe - die Silly Symphonies, bei denen die Musik im Vordergrund stand. Die Reihe wurde auch gern zum experimentieren verwendet, so wurde hier der erste Disney Farbfilm gedreht. Verliehen wurden die ersten Filme noch von Powers Cinephone, die Walt aber auch nicht das geld für seine Filme erhöhen wollten und zudem noch Ub Iwerks abwarben. Daraufhin verließ auch Carl Stalling die Firma und Walt bekam einen Nervenzusammenbruch und fur erst mal einige Wochen mit seiner Frau nach Kuba, um sich zu erholen.

Er fand aber bald einen neuen Verleiher: Columbia. Seine eigene erste Verleihfirma gründete Walt in 1953 - die hieß "Buena Vista Distribution" und vertreibt heutzutage auch Filme, die nicht von Disney produziert wurden.

Walt war deswegen erfolgreich, weil er 1) gute Ideen hatte, 2) sich von Unkenrufen nicht abhalten ließ weiter zu machen und 3) weil er sich neue Technologien immer zu Nutzen machte um seine Produkte zu verbessern und seinen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein. Er war der erste der Trickfilme mit synchronisiertem Ton herausbrachte. Er drehte den ersten größeren Trickfilm in Spielfilmlänge, er entwickelte ein Stereo-Soundsystem für Fantasia und eine Kamera, mit der man in 2D Zeichentrickilmen einen besseren Eindruck von Tiefe hatte, er baute Themenparks, und ganz besonders wichtig war das als das Fernsehen kam. Fast alle anderen Filmstudios hatten Angst davor und meinte, das würde die Leute davon abhalten ins Kino zu gehen. Daher boykottierten sie es. Walt dagagen war gleich mit dabei, entwickelte Fernsehserien (in denen er auch für seine Filme und Parks wab - Disneyland wäre ohne dieses Werbegeld wahrscheinlich nicht finanzierbar gewesen). Während andere Filme den Anschluss ans fernsehen verloren machte Walt es zu einem weiteren Unternehmenszweig. Würde er heute noch leben wäre er sicher auch als erster im Internet gewesen und die Disney Plus Streaming Plattform hätte es schon vor mindestens 15 Jahren gegeben. Denn beim Internet war das ja daselbe - die Film- und TV-firmen sahen das erst mal als Bedrohung und wollten nichts damit zu tun haben, so dass da zuerst mal die Piraten Überhand bekamen, die Filme illegal verbreiteten. Bei fast allem was er tat war er der erste oder zumindest der erste, der das in großem Stil betrieb. Und ich denke, das war der Grund, wieso er so erfolgreich und so einflussreich wurde.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich bin Fan seit 1972 und habe über 1000 Bücher zu dem Thema

Hi

vielen dank für deine unglaubliche Antwort! Du hast mir viele Fragen beantwortet.

Dürfte ich dich noch etwas fragen:

Wenn er seine erste Verleihfirma erst 1953 gründete - wer war dann der Verleiher der Filme/Werke zuvor. Columbia? Auch bei Schneewittchen etc?

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Er war eigentlich meines Wissens nach der erste, der Zeichentrickfiguren schuf und vermarktete. Der Sohn armer spanischer Einwanderer konnte dort in eine Nische stoßen, die damals noch ganz neu war. Das dürfte es gewesen sein: Die Pionierleistung, dass Neue. Comics kannte man auch in den 1930er Jahren schon durch zahlreiche Hefte, aber als diese Figuren das Laufen auf der Leinwand lernten, war es die Sensation schlechthin.

Seine Eltern waren keine spanischen Einwanderer, und er war auch nicht der erste, der Zeichenfiguren geschaffen hat.

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Du hast mit beidem Recht, sorry. Man kann sich ja auch mal vertun...

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schau dir das Video an was ich dir reingestellt habe

Danke dir. Das werde ich machen!

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Hallo

danke für das Video. Ich habe es mir gleich angeschaut.

Weißt du zufällig, ab wann seine Company auch Filmverleih war?

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@FCBFan1

Schau in die arte-Mediathek. Dort gibt es eine längere Dokumentation und wird jede Deiner Fragen beantworten.

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