Was sind offensichtliche Merkmale einer Hochbegabung?

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Offensichtliche Merkmale einer Hochbegabung: Schnelle Auffassungsgabe und schulisches / akademisches Gelingen ohne viel Aufwand. Insbesondere bei Kindern sollte man da aufmerksam sein. In höherem Alter führt der soziale Druck oft zu Anpassungen, die eine Hochbegabung mehr oder minder verbergen könnten. In höherem Alter verschwimmen die Phänomene mit der sozialen Prägung.

  • Wie fühlt sich Hochbegabung an? Gar nicht. Man ist ja damit auf die Welt gekommen. Frag' einen Menschen, der von Geburt an blind ist, wie es sich anfühlt, blind zu sein. Es ist die Gesellschaft, die einen außergewöhnlich macht. Man selbst muss tagein tagaus mit sich selbst leben. Die Gesellschaft fühlt sich manchmal zäh an, wenn man selbst hochbegabt ist und in Meetings beispielsweise stundenlang über Dinge diskutiert wird, deren Ergebnis man schon längst erfasst hat. Aber ich will mich nicht beklagen. Dass ich hochbegabt bin, ist ein großes Glück. Ich fühle mich wohl in Gesellschaft und genieße die Konversation mit Menschen, egal auf welchem Level (außer mit AfD-Wählern, das Geschwurbel ist ungenießbar...)
  • Ich ziehe mich gern in die Natur zurück. Allerdings als tendenziell extrovertierter Mensch immer gern mit Leuten, die das auch tun wollen. Die Natur ist ehrlich und man nimmt sie gemeinsam wahr, egal ob hochbegabt oder nicht.
  • Daher sind meine Hobbys auch sehr eng mit den Bergen verknüpft: Bergsteigen, Klettern, Trailrunning, Skifahren, Freeriden, Mountainbiken, aber auch Astronomie (d.h. mit dem Teleskop die Sterne beobachten) und Musik (Piano, manchmal auch noch Horn)
  • Der einzige Tipp fürs Leben: Selbst wenn man hochbegabt ist, ist man niemandem etwas schuldig, aber trägt für vieles Verantwortung.
  • Meine Talente? Frag' mich was Leichteres. Schau her, ich komme aus der Schule und aus dem Studium und aus mehreren Jahren Arbeit ohne je erfahren zu haben, in was ich schlecht bin, weil ich überall nur positives Feedback bekomme. Woher soll ich dann wissen, in was ich besonders gut bin? Was glaubst du, wie oft ich an meinem Beruf - Entwicklungsingenieur, früher mal in der Automobil-, seit ein paar Jahren in der Halbleiterbranche - gezweifelt habe. Nicht, weil ich darin schlecht bin sondern weil ich ihn ganz einfach ausüben kann und nicht weiß, ob ich nicht vielleicht ein viel besserer Arzt, Polizist, Anwalt o.ä. geworden wäre. The struggle is real...

annabg777  25.06.2024, 10:32

Es muss toll sein so klug zu sein

Mufinss  25.06.2024, 19:14
@annabg777

Da wo es toll ist, kann es zugleich zuwider sein.
Sprich, viele denken es ist ein Segen, dennoch kann es auch ein Fluch sein.

annabg777  25.06.2024, 23:16
@Mufinss

Ich vermute die Schulzeit ist für Leute wie dich ein Kinderspiel, kann aber gleichzeitig auch frustrierend sein wenns langweilig wird weil man einen höheren Anspruch hat als der Rest der Klasse.

dragon2777  29.07.2024, 00:33
@annabg777

Ja, aber denk daran es gibt immer auch Nachteile. Viele Hochbegabte neigen oft zu Essstörungen, Depressionen oder Angst. Viele von ihnen wissen nicht mal das sie hochbegabt sind, und haben oft auch schlechtere Noten als der Durchschnitt. Also sind wir gesegnet als auch verflucht, ja ich denke man kann das so sagen. :)

annabg777  29.07.2024, 11:47
@dragon2777

Was kannst Du besonders gut? Also worin bist Du sehr gut? Bist ja Hochbegabt also was ist dein Talent

Avicenna89  29.07.2024, 18:33
@annabg777

Naja, gegen Langeweile gibt's ja Abhilfe. Der Vorteil, wenn man intelligenter ist als es das Schulsystem vorsieht, ist der, dass man ja dann trotzdem genug Intellekt hat, sich kreative Nebenbeschäftigungen zu suchen. Es muss schrecklich sein, wenn man in der Schule aufgrund von Überforderung Langeweile verspürt, weil man dann oft auch Probleme hat, etwas zu finden, womit man diese Langeweile füllen kann.

Avicenna89  29.07.2024, 18:39
@dragon2777

Tatsächlich sind Essstörungen, Depressionen und Angststörungen unter Hochbegabten gar nicht so verbreitet. Eher noch schützt Intelligenz zu einem gewissen Maß vor solchen Problemen, denn wenn man mal von einer Kohorte Hochbegabter ausgeht, hat die im Vergleich zu einer normalbegabten Kohorte eher weniger solcher Störungen. Die Sache ist nur die, dass Leute mit Essstörungen, Depressionen, Angststörungen und dergleichen mehr eher mal zu Psychologen gehen, wo ein Intelligenztest zur Diagnostik herangezogen wird (eher um Defizite bei der Intelligenz auszuschließen, um die entsprechenden psychischen Diagnosen überhaupt stellen zu können). Da es hierzulande ohne solche Probleme unüblich ist, eine Begabungsdiagnostik vornehmen zu lassen, sind unter allen Leuten, die ihren IQ kennen, jene mit o.g. Störungen überrepräsentiert.

Auch bei den Noten. Die allermeisten Hochbegabten liegen notentechnisch im vorderen Mittel-, bzw. im Spitzenfeld. Auch, wenn sie ihre Hochbegabung noch nicht kennen. Diejenigen, die deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben und bspw. unterdurchschnittliche Noten heimbringen, nennt man in der Begabungsforschung "Minderleister" und die machen lediglich etwa 10, 15 Prozent aller Hochbegabten aus.

dragon2777  09.08.2024, 01:51
@Avicenna89

Owe, da wurde mein Kommentar ja aber ganz schön auseinandergenommen. Das was ich da erzählt habe, habe ich zumindest so gehört. Dein Beitrag hier hört sich wesentlich besser an muss ich sagen. 🥲

Mona143427  26.10.2024, 15:30
@annabg777

Manchmal ist es das, vielleicht hilft dir ja meine Antwort um die schlechte Seite mehr zu sehen.

Begabungen gibt es viele und fast jeder hat etwas, was er besser kann, als viele andere. Ich glaube, es geht hier mehr darum, dass man für die "normalen" Sachen so unbegabt ist, dass genug Raum im Hirn für spezielle Interessen ist.
Deshalb spricht man eher von Inselbegabung.
Was bringt es, wenn man in der Schule gut wäre, aber seine Siebensachen nicht zusammen hat, nicht weiß, in welchem Klassenraum die Mitschüler gerade sind und ob man Hausaufgaben hatte, die man vorher noch abschreiben müsste.
Ich hatte in Mathe immer eine 3 oder 4, war aber Sieger der Matheolympiade von ganz Magdeburg. Unterricht war doof. Ich habe lieber die Studienbriefe von meiner Mutter in Statistik gelesen oder selber was ausgetüftelt. Schule war für mich so, wie für andere buntes Konfetti nach Farbe zu sortieren, und in jeder Klassenstufe kommt dann eine weitere Farbe hinzu.
Ich hatte durch meine erfolge in der Olympiade in Aussicht, ab Klasse 8 die Uni in Halle zu gehen, Voraussetzung war, in Gesamtverhalten von der 4 runterzukommen. War trotz aller Mühe nicht machbar.
Ich habe dann Traktorist gelernt , war Trainer für Schach in Sportgemeinschaften und Schulen (auch in der, in der ich ständig Tadel und Verweise kassierte), habe dann eine Schaltberechtigung für Hochspannung gemacht, Maschinen in einer Brauerei auf "Robotersteuerung umgerüstet, ein Büro für Kreditvermittlung eröffnet und dann als Dozent für theoretische Informatik Seminare gegeben.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Vor über 40 Jahren als Klassenkasper 10. Klasse absolviert.

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