Warum wollte Gott, dass Adam/Eva nicht von der bestimmten Frucht essen?

24 Antworten

Die Prüfung:

Als der Mensch aus seinem ersten Schlaf erwachte und die Gehilfin an seiner Seite fand,fühlte er sich von Gott vollkommen glücklich gemacht.

Schon vorher war sein Glück sehr groß.Alles in Adam und um Adam herum war gemacht worden,damit er ein vollkommenes ,gesundes und heiliges Glück empfinde; aber die Wonne, denn das heißt Eden,war nicht nur um Adam herum, sondern auch in ihm.

Der Garten voll der schönsten Gewächse, Tiere und Gewässer umgab ihn; in ihm blühte jedoch ein Garten voll geistiger Schönheiten mit Tugenden aller Art,die zu Früchten vollkommener Heiligkeit ausreifen wollten; und da war der Baum des seinem Stand angemessenen Wissens und der andere des übernatürlichen Lebens: der Gnade. 

Es fehlten nicht die köstlichen Wasser der göttlichen Quelle,die sich in vier Arme teilte und die Tugendkraft des Menschen mit immer neuer Woge benetzte,auf das sie gewaltig wachse und ihn immer mehr zum getreuen Spiegelbild Gottes mache...

Als der Mensch also erwachte und die Frau, die seinesgleichen war,erblickte, fühlte er, daß seine geschöpfliche Seligkeit vollkommen war,denn er hatte die menschliche Fülle und das übermenschliche Alles, da sich die göttliche Liebe der Liebe des Menschen hingeschenkt hatte.

Die einzige von Gott gesetzte Einschränkung der unermeßlichen Verfügungsgewalt des Menschen war das Verbot, die Früchte des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu pflücken. Dies wäre eine unnötige, ungerechtfertigte Ernte gewesen, denn der Mensch hatte bereits jene ihm notwendige Wissenschaft, und eine diese gottgesetzte Maß überschreitende hätte nur Schaden bringen können.

Betrachtet dieses: Gott verbietet nicht, die Früchte vom Baum des Lebens! zu pflücken, denn dieser Früchte hätte der Mensch ganz natürlicherweise zu einer gesunden und langlebigen Existenz bedurft, solange, bis es dem göttlichen Wunsch gefallen hätte, sich dem Adoptivsohn ganz und gar zu entschleiern und Gott sprechen zu lassen: "Kind, steige zu meiner Wohnstatt herauf und versenke dich in den Abgrund deines Gottes"; das wäre ganz ohne das Todesleiden der Abruf in das himmlische Paradies gewesen.

Der Baum des Lebens, von dem am Anfang des Buches der großen Offenbarung (Genesis2,9 und 3,22) und am Ende desselben Buches der Großen Offenbarung, der Bibel (Johannes-Apokalypse 22,2 und 22,14), wiederum die Rede ist, ist Sinnbild des Fleischgewordenen Wortes-seine Frucht, die Erlösung nämlich, hing vom Holz des Kreuzes herab-,jenes Jesus Christus, der Brot des Lebens, Quelle Lebendigen Wassers, Gnade ist, der euch mit seinem Tod das Leben wiedergegeben hat und von dem ihr euch immer speisen und tränken könnt, um das Leben der Gerechten zu leben und in das ewige Leben zu gelangen.

Gott verbietet Adam nicht, die Früchte vom Baum des Lebens, sondern jene unnötigen vom Baum der Wissenschaft zu pflücken.Ein Übermaß an Wissen würde nämlich den Hochmut des Menschen wecken, er würde sich wegen des neuerworbenen Wissens Gott gleich dünken und sich in törichter Weise für fähig halten, es gefahrlos zu handhaben; eine frevelhafte Anmaßung der Selbstgerechtigkeit der eigenen Aktionen und des Handelns würde die Folge davon sein, und fortan würde er jede Pflicht kindlichem Gehorsams Seinem Schöpfer gegenüber mit Füßen treten - da er Ihm ja nunmehr an Wissen gleichkäme-,Seinem Schöpfer,der ihn liebevoll das Erlaubte wie das Unerlaubte entweder unmittelbar oder durch Gnade und eingegossene Wissenschaft angezeigt hatte.

Das von Gott gegebene Maß ist immer gerecht.Wer mehr als das,was Gott ihm zugeteilt hat,verlangt, ist lüstern, unklug und ehrfurchtslos.Er beleidigt die Liebe. Wer freventlich die Hand ausstreckt,ist ein Dieb und Gewalttäter.Er beleidigt die Liebe.Wer unabhängig von der Beachtung des übernatürlichen und des natürlichen Gesetzes handeln will, ist ein Rebell.Er beleidigt die Liebe.

Die Stammeltern sollten dem göttlichen Gebot gehorchen, ohne sich nach dem Warum zu fragen;diese Fragen sind immer der Schiffbruch der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung. Man liebt und verehrt eine Person um so mehr, je mehr man ihr gehorcht.
Diskussionen setzen immer ein Eigenurteil und eine Kritik an der Anordnung oder der Handlung eines anderen voraus. Urteilen ist eine schwierige Sache, und selten ist das Urteil gerecht;aber niemals ist es gerecht, eine göttliche Anordnung für unnötig,irrig oder ungerecht zu erachten.

Das Mittel: 

Der Baum und der Apfel.Im Vergleich zu dem Überfluß, den Gott dem Menschen gewährt hatte,zwei kleine,unbedeutende Dinge.
Wie denn ?Gott hat sich selbst geschenkt, und nun verbot Er,eine Frucht anzuschauen?

Dem,der nicht in Weisheit zu meditieren versteht,kann diese Episode wie eine unerklärliche Spitzfindigkeit erscheinen, der Laune eines Wohltäters ähnlich,der, nachdem er einen Bettler mit Reichtümern überschüttet hat, ihm nun verbietet, ein Steinchen aus dem Staub aufzuheben.So ist es aber nicht.

Die böse Frucht war das von Eva genossene Wort Satans. Die Gefahr, sich dem Baum zu nähern lag in dem Ungehorsam.Der reinen von Gott geschenkten Wissenschaft pfropfte Satan seine unreine Bosheit ein, die unverzüglich auch im Fleisch zu gären begann. Zuerst aber verdarb Satan den Geist, indem er ihn aufbegehren ließ, und darauf den Intellekt, indem er ihn listig machte.

Ach! Hinterher hatten sie sehr wohl das Wissen des Guten und des Bösen! Denn alles, sogar der neue Blick, der ihnen zu erkennen gab, daß sie nackt waren, machte sie auf den Verlust der Gnade aufmerksam, die sie bis zu jener Stunde in ihrer erkenntnisreichen Unschuld beseligt hatte, und deswegen auf den Verlust des übernatürlichen Lebens.

Nackt!Nicht so sehr der Kleider als vielmehr ohne die Gaben Gottes.Den ersten Akt gegen die Liebe begingen sie mit dem Hochmut, dem Ungehorsam, dem Mißtrauen, dem Zweifel, dem Aufbegehren, der geistigen Begierlichkeit und schließlich der fleischlichen Begierlichkeit.

Strafe. 

Würde Gott jemand von euch in ein neues Eden versetzen und euch so, wie ihr seid, lassen,euch dieselben Gebote wie Adam auferlegen, und würdet ihr dann, genau wie Adam, in Ungehorsam verfallen, so dürft ihr nicht annehmen, Gott würde euch mit derselben Strenge wie Adam verurteilen. Nein. Gott ist gerecht. Er weiß,welch schreckliches Erbe in euch steckt.

Die Folgen der Ursünde sind von Christus, der die Gnade ist, gesühnt worden. Es bleibt jedoch die Schwäche der Verwundung der ursprünglichen Vollkommenheit.Und diese Schwäche kommt von den Anreizen,die latent im Menschen verblieben sind wie Infektionskeime, die freilich immer virulent werden und das Geschöpf übermächtigen können.

Mit Adam war er unerbittlich, denn Adam war mit all dem ausgestattet worden, was ihn die Versuchung hätte besiegen lassen können, und zwar mit Leichtigkeit. Deshalb die Strafe.

Gott vergewaltigt den freien Willen des Menschen nicht. Der Mensch aber vergewaltigt die Rechte Gottes.
Der Mensch verharrte in seiner Haltung des Aufbegehrens gegenüber seinem göttlichen Wohltäter. Hoch erhobenen Hauptes verließ er den Garten Eden.

Konsequenzen.
Außer der unmittelbaren und persönlichen Verurteilung mit ihren unmittelbaren persönlichen Folgen hatte die Sünde Adams und die durch sie hervorgerufene Verurteilung Folgen, die bis an das Ende der Zeit andauern und auf der Menschheit lasten. 

Nicht anders geschieht es, wenn ein erblich belasteter Mensch Kinder erzeugt. Die Krankheitsgifte sind in seinen Kindern und Kindeskindern mehr oder weniger virulent.

Bis zu diesem Augenblick hatte das Gottes-Verdikt die Rebellion des Menschen noch immer nicht gebrochen, denn mit der geschickten Anpassung, deren das Tier fähig ist - der der Gnade beraubte Mensch ist nämlich nichts weiter als das vollkommenste Tier -, hatte er sich rasch seinem neuen Geschick angepaßt, das nicht so leicht und freudvoll wie das erste war, jedoch auch nicht aller menschlichen Freuden bar, die ihm über die menschlichen Schmerzen hinweghalfen.

Krankheiten und Tod waren noch ferne, denn die vollkommen geschaffenen Körper waren so gesund und kraftvoll, daß sie die beiden Anmaßenden glauben ließen, das Leben wäre sehr lange, wenn nicht ewig.So rief der gärende Hochmut den spöttischen Gedanken hervor: "Worin besteht denn nun die Strafe Gottes? Wir sind auch ohne ihn glücklich."

Eines Tages rötete sich jedoch das Grün der Felder von dem ersten auf der Erde vergossenen Menschenblut, und die Mutter wehklagte über den Leib des sanften umgebrachten Abel, der Vater aber begriff, daß es keine leere Drohung gewesen war, die da angekündigt hatte: 

"Du wirst zur Erde zurückkehren, aus der du genommenen wurdest, denn Staub bist du,und zu Staub wirst du zurückkehren."
Aber in derselben Stunde, in der die Strafe Gottes aufblitzte - und sie war dennoch Barmherzigkeit - , starb der Stolz und wurde die Reue geboren, das neue Leben, durch das die beiden Schuldigen den Aufstieg auf dem Pfad der göttlichen Gerechtigkeit einschlugen und durch die Verdienste Christi nach langer Sühne und Wartezeit die göttliche Vergebung erwarben.

(der Heilige Geist an Maria Valtorta Mai1948)

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Im Bibelkommentar von Dr. John Walvoord steht dazu: "Unter den Bäumen im Garten war einer, der Leben bewirkte (der Baum des Lebens) und ein anderer, der Erkenntnis verschaffte (der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse), wenn man von ihren Früchten aß. Diese »Erkenntnis« war erfahrbar. Der Ausdruck »Gut und Böse« bringt die Dinge, die das Leben schützen und zerstören, auf eine kurze Formel. Auch sie würden durch das Essen der verbotenen Frucht erfahrbar sein (1Mo 2,17). Die Möglichkeit der Katastrophe war groß, wenn der Mensch in selbstbewußtem Stolz (Hybris) seine Grenzen überschreiten und den Versuch unternehmen würde, das Leben zu manipulieren. Der Baum des Lebens war andererseits ein Weg für Adam und Eva, ihren glückseligen Zustand zu bewahren und zu fördern. Beide Bäume befanden sich in der Mitte des Gartens, offensichtlich nahe beieinander. Sie schufen die Grundlage für die kommende Prüfung."

Die MacArthur-Studienbibel kommentiert: "Für dieses Verbot besteht kein anderer Grund als dass es eine Prüfung war. Am Baum selbst war nichts Magisches, aber wenn der Mensch davon essen würde, nachdem Gott es verboten hatte, würde er tatsächlich das Böse erkennen, denn Böses kann definiert werden als Ungehorsam gegen Gott. Diese Erkenntnis hatte der Mensch bereits."

Und das große Problem ist, daß der Mensch nun fähig ist, Gut und Böse zu unterscheiden, aber nicht fähig, das Böse zu lassen und das Gute zu tun.

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Tatsache ist, dass die "Schlange" (Satan) Eva "psychologisch" zum Genuss dieser bestimmten Frucht (vom Baum der Erkenntnis) verführte (1.Mose 3,1-6), bevor Adam und Eva sich für die Frucht des "Baum des Lebens" entscheiden konnten.

Der Grund des Verbotes vom "Baum der Erkenntnis" liegt daran, dass sich der Mensch dann von Gott entfernen würde, weil er ungehorsam gewesen wäre.

So glaubte der Mensch der "Schlange" mehr als Gott und erwies sich als unfähig, "jetzt schon" ewiges Leben zu bekommen.

Da trat Gottes "Plan B" in Wirkung, in welchem die Menschheit von da an 6000 Jahre ohne Einmischung von Gott leben sollte (1.Mose 3,14; 3,23),

dass "Sein Wort" (Joh.1,1.14) als "Sohn Gottes" nach ca. 4000 Jahren auf die Erde kommt (Mt.1,1) und die Menschheit von ihren Sünden erlösen würde (Röm.6,23).

Wer sich nach gründlicher Überlegung auf den Tod Jesu hin taufen lässt und Ihm glaubt (1.Petr.1,7; Offb.13,10), wird "dann" ewiges Leben von Gott erhalten (Offb.21,4).

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