Warum gibts in Ostdeutschland so wenig Religion?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin in der ÐDR bis zu meinem 14. Lebensjahr (1990) aufgewachsen und kann von meiner Perspektive aus nicht bestätigen, in einem atheistischen Umfeld aufgewachsen zu sein, aber ich wurde von meiner Familie auch dahingehend nie beeinflusst und ich finde, dass es so auch sein sollte, denn nur so kann man frei sein, zum eigenen Glauben zu finden, egal ob dieser auch religiös ist oder nicht.

Sowohl in meinem Verwandten- als auch Freundeskreis gibt es viele Christen, die ihren Glauben auch aktiv leben, und würde ich da eine statistische Angabe machen müssen, dann um die 80 oder mehr % meiner Freunde und bei der Familie sind es sicher um die 60 oder mehr %, und fast all jene leben in den neuen Bundesländern und haben in der damaligen DDR gelebt.

Vielen lieben Dank für das Sternchen. :)

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Putin wird von der russisch-orthodoxen Kirche auch als Heilsbringer und Retter des christlichen Abendlandes verkauft. Trotzdem ist Putin ein Kriegsverbrecher, der Hunderttausende von Toten zu verantworten hat. Die Nähe zur Kirche ist also nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal.

In Polen hat es die antidemokratische PIS hervorgebracht. In der DDR war das Verhältnis von Staat und Kirche eher angespannt und nicht immer frei von Repression.

https://de.wikipedia.org/wiki/Christen_und_Kirchen_in_der_DDR

O, als wir gerade neulich mit einem netten Türken sprachen - der mit anderen einen Imbiß am Bahnhof betreibt - war er doch der Meinung: Deutsche (egal, ob Ost oder West!) sind wohl alles Christen, die daher auch Weihnachten feiern? Hab ihn mal bissel aufgeklärt - nur so über meine Person und die meines Freundes - (alles andere interessiert mich nicht: auch so ein Ding, was ab WENDE so angesagt ist: man kümmere sich in 1.Linie um SICH, mit wenigen Ausnahmen, aber sehr wenigen, höchstens noch Bekannte, Freunde und Familie: diese Leute gehen mich noch was an! Und aus dieser Sicht schreibe ich!): wir sind zwar Deutsche (Ost), sind aber eben keine Christen, hatte mit der Schulbildung zu tun, wir erlebten also keinen Religionsunterricht, wie ihn mein Sohn erlebte (da war der ostdeutsche Vater zu sehr dafür, weil er sich für Philosophie für Kinder nie interessierte! Er lebte nach dem Motto: "Als Mann und Vater bestimme ich!" Hab ich mir leider zu lange bieten lassen..Dorfmensch, wo wsl.noch zuviel uraltes Denken vorherrschte oder leider noch immer vorherrscht..) Hat auch mit der Einstellung der Familien zu tun, so kam es sogar durchaus vor: ein Junge bekam als Einziger eben keine Jugendweihe, weil die Eltern da schon anders drauf waren: Zeugen Jehovas sind. Ob er je was vermisste wegen der Einstellung im Elternhaus: keine Ahnung!

Er machte dennoch seine positiven , aber auch negativen Erfahrungen, hat also auch nix mit Glauben zu tun, wie die Eltern, so das Kind: stimmt da also nicht, und das dürfte ebenso für viele Erwachsene gelten, die entweder kurz oder kurz nach der Wende geboren wurden?!

Ich benötige den Christusglauben nicht und fühle mich da sehr bestätigte, wenn ich auch HIER lese, wie man mit Bibelzitaten erklärt, wie sich das in der Welt verhält. Ich habe meine Überzeugung und die genügt MIR! Wie es im Rest von der ehemaligen DDR verhält: Sorry, damit kann ich nicht dienen! Mein Onkel (auch damals DDR-Mensch) wurde sehr von der christlichen Gemeinde unterstützt, war aber wsl.kein Christ, nur körperlich behindert und da war Nächstenliebe echt, was eben die christliche Gemeinde betraf...Und so wird es wsl.in Ostdeutschland so manche Familien geben, wo der Glaube ganz unterschiedlich gehandhabt wurde: wenn man Weihnachten feiert, in die Kirche geht, muss man nicht zwangsläufig Christ sein, also: auch ostdeutsch nicht automatisch Atheist!

Also bitte nie verallgemeinern: früher war es eben in der DDR nicht "angesagt", dass man viel auf die Kirche gab, die Oberen belauerten sogar misstrauisch das, was dort geschah (Stasi usw.), siehe auch Geschehen kurz vor der Wende: da strömte das sogenannte einfache Volk in die Kirche, so ich mich erinnern kann, ist ja schon etwas her...

Religion ist eine Ideologie, mit der die Machthaber versuchen, ihre Anhänger und Gegner zu beherrschen.

In der Zeit des Sozialismus stand diese religiöse Ideologie den Kommunisten im Weg. Die hatten nämlich ihre eigene Ideologie, mit der sie ihre Anhänger und Gegner beherrschen wollten. Die haben gut von den Christen gelernt und sich den Satz zu Eigen gemacht: "Du du sollst keine anderen Götter neben mir haben!"

Sie haben den Einfluss der Kirchen unterdrückt und den Gläubigen Steine in den Weg gelegt. So wurde es sehr schwer in der DDR, wenn man studieren wollte, sich aber nicht zur "richtigen" Ideologie bekannte. Auch im Beruf hatte man Schwierigkeiten.

Weil die Religion die Leute im Leben nicht voran gebracht hat, haben sich immer mehr dagegen entschieden. Sie haben auch andere, die nicht mehr in die Kirche gegangen sind, nicht länger gemobbt. Es war normal, wenn man nicht mehr in die Kirche ging und man hat auch seinen Kindern nicht länger mit dem Virus des Glaubens infiziert und ihnen den Schwachsinn von einem Gott im Himmel erspart.

Ganz im Gegensatz dazu hat der Gruppenzwang im Westen weiter funktioniert. Dort wurde man noch immer schief von der Seite angesehen, wenn man am Sonntag nicht in die Kirche ging. Dieses leichte, unterschwellige Mobbing hat die Leute veranlasst, sich der religiösen Ideologie zu beugen, denn alle anderen haben das ja genauso gemacht.

Im Osten bekam man den Druck der Kommunisten zu spüren, im Westen den der Kirche. Auch wenn der Druck im Westen bei weitem nicht so stark war, wie im Osten, hat dieser Druck ausgereicht, die Leute in der geistigen Knechtschaft der Kirche zu halten.

Erst heute bröckelt auch im Westen die Macht der Kirche. Auch dort treten immer mehr Menschen aus.

Im Osten haben die Kommunisten ihre Macht verloren. Der Druck ist weg und Freiheit des Glaubens ist geblieben. Die Leute sind nicht zurück in die Arme der Kirche geflüchtet. Ganz im Gegenteil! Auch dort treten immer mehr aus der Kirche aus.

Von Experte zetra bestätigt

Religionen und so auch der Glaube an etwas, was keiner wissenschaftlichen Analyse stand hält, sind Auslaufmodelle der menschlichen Gesellschaft.

Schon die Vielzahl der Religionen (jede stellt einen anderen Gott in ihren Mittelpunkt, jede hat andere Verhaltensregeln, muss doch Zweifel an Glauben aufkommen lassen. In frühen Zeiten wurden für jedes, bis dahin unerklärte Phänomen ein eigener Gott verantwortlich gemacht ( oder eben auch nur Geister).

Viele Dinge eines Glaubens wurden von Generation zu Generation, von Eltern auf ihre Kinder weitergegeben. Die Neuen auf der Welt hatten keine Chance dem zu entkommen.

In der DDR wurde einfach die Tradition gebrochen, mit den Kindern zu den Mahlzeiten zu beten ( die Speisen kamen ja, wie erkennbar war vom Bauern, nicht aus dem Himmel).

Religionsunterricht fand nicht mehr in den Schulen als Lehrfach statt, dafür war nur noch die Kirche zuständig. Die Kinder sind also freiwillig zu Religionsstunden gegangen, oder eben auch nicht. In den Schulen wurde alles versucht wissenschaftlich zu erklären, wofür dann ein Gott? So machte für viele Kinder der Religionsunterricht keinen Sinn. Diese Erkenntnis wurde dann auch nicht auf der Kinder weitergegeben, Religion wird entbehrlich.

Ich bin überzeugt, hier werden viele Beiträge erscheinen, die das "nicht glauben" mit Terror des Staates, mit Willkür des Kommunismus erklären. Diese User bestätigen nur, was in der Schule oder im Elternhaus weitergeben wird, wird nachgeplappert.

Besser kann mans nicht schreiben.

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In der DDR wurde die Politik und die Religion strikt getrennt, in Bayern hängen die Kreuze Heute noch in jeder Amtsstube, in den Schulen weiß ich es nicht.

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