Waren die damaligen Thraker, Griechen Serben und mazedonen?

2 Antworten

Nein, die antiken Thraker waren weder Griechen noch Serben noch Mazedonen/Mazedonier, sondern ein eigenes Volk.

In Südosteuropa gibt es vermutlich eine nicht ganz kleine Anzahl an Menschen, die thrakische Vorfahren haben.

Antike literarische Quellen über die Thraker sind in griechischer und lateinischer Sprache geschrieben.

Thraker (griechisch: Θρᾷκες bzw. Θρῇκες; lateinisch: Thraci) ist in der Antike ein zuerst von Griechen verwendeter Sammelbegriff für eine Bevölkerung in Südosteuropa in einem Gebiet von der Nordküste der Ägäis (griechisch: Αἰγαῖον πέλαγος [Aigaion Pelagos]) bis zur Donau (in der Antike griechisch: Ἴστρος [Istros]) - häufig haben antike Autoren auch noch das Gebiet bis zu den nördlichen Karpaten dazugerechnet - und von der westlichen Küste des Schwarzen Meeres (griechisch: (Πόντος Εὔξεινος [Pontos Euxeinos]) bis etwa zum Lauf des Flusses Vardar (in der Antike griechisch: Ἄξιος [Axios]).

Der antike Sammelbegriff »Thraker« beruhte auf einer gewissen sprachlichen und kulturellen Gleichartigkeit der einbezogenen Stämme.

Im Norden des antiken Thrakien lebten Skythen, im Westen Illyrer und andere, in ihrer ethnischen Zugehörigkeit ungeklärte Stämme (z. B. die Dardaner [griechisch: Δάρδανοι [Dardanoi); lateinisch: Dardani) und die Paionen [griechisch: Παίονεs (Paiones); lateinisch: Paeones]), im Süden Makedonen (griechisch: Μακεδόνες [Makedones; lateinisch. Macedones).

Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. (Herodot 3, 90) sind auch in Kleinasien Thraker belegt.

In archaischer Zeit lebten auch auf einigen Inseln der nördlichen Ägäis Thraker (z. B. Edoner [griechisch: Ἠδωνοί (Edonoi) bzw. Ἠδῶνες (Edones)] auf Thasos, Saioi [griechisch: Σάϊοι] auf Samothrake).

Thrakisch war eine indogermanische Sprache und ist mit dem Illyrischen und (weniger stark) mit dem Phrygischen verwandt. Bemerkenswert sind Parallelen mit Wortstämmen der baltischen Sprachen. Nördlich des Haimos (ein Gebirge in Thrakien) hat es in der Sprache iranische Elemente gegeben, im Südosten kleinasatische Elemente.

Antike Autoren haben für Thraker bzw. einzelne thrakische Stämme auch traditionelle Namen (z. B. Kikonen [griechisch: Κίκονες (Kikones)], als Bundesgenossen der Troianer erwähnter an der nördlichen Küste der Ägäis lebender Stamm bei Homer, Ilias B – 2. Gesang Vers 846 – 847; Ρ – 17. Gesang, Vers 72 – 73, als reich beschrieben wird eine Stadt Ismaros von Homer, Odyssee ι – 9. Gesang, Vers 39 – 59; eine thrakische Zugehörigkeit der Kikonen ist zweifelhaft) oder selbst erfundene Namen (z. B. Melinophagoi [griechisch: Μελινοφάγοι (»Hirseesser«) verwendet.

Die Makedonen (sie werden in antiken Quellen nicht selten von den Griechen unterschieden und gelten teilweise als Barbaren, aber die makedonische Sprache gehörte vermutlich zur dorisch-nordwestgriechischen Dialektgruppe) haben im 4. Jahrhundert v. Chr. eine Oberherrschaft und eine gewisse Kontrolle über Thraker gewonnen, auch wenn es noch einige selbständige thrakische Kleinkönigreiche gab. Später hat das römische Reich die Gebiete erobert. Es gab dort die Provinzen Thracia, Moesia und Dacia. Das Gebiet gehörte später zum oströmischen Reich/byzantinischen Reich (in ihm sind die Thraker vollständig assimiliert worden), danach zum Osmanischen Reich. In der Gegenwart gehört die ehemalige antike Landschaft Thrakien zu den Staaten Bulgarien, Griechenland und Türkei. In der Antike siedelten Thraker auch in Gebieten, die in der Gegenwart zu den Staaten Rumänien, Moldau (Moldawien), Serbien, Kosovo und Nordmazedonien gehören.

Die antiken Griechen haben die Thraker von sich unterschieden. Es hat Kontakte und eine vor allem kulturelle Beeinflussung von Thrakern durch Griechen gegeben.

Serben und Mazedonier (sie sollten nicht mit den antiken Makedonen verwechselt werden) sind Slawen. Slawen sind erst seit dem 6. und 7. Jahrhundert nach Südosteuropa gekommen.

eine Anzahl an Informationen enthält:

Iris von Bredow/Johannes Niehoff/Nikolaus Boroffka/Zofia Halina Archibald, Thrakes, Thrake, Thraci. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 12/1: Tam – Vel. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2001, Spalte 477 - 491

mein freund thraker und slawen sind das selbe es gab nie eine slawische migration. allein ein bischen nachdenken und man merkt das diese geschichte von slawischer migration kein sinn hat

0
@OnlyFactsBrate

Meine Informationen beruhen vor allem auf wissenschaftlichen Nachschlagewerken.

Es ist falsch, die antiken Thraker und die Slawen gleichzusetzen.

Die (ausgestorbene) thrakische Sprache ist ein eigenständiger Zweig der indogermanischen Sprachfamilie.

Thraker werden schon früh von Autoren des griechischen und römischen Kulturkreises erwähnt.

Slawen sind erst ab dem 6. Jahrhundert n Chr. (Spätantike/Frühmittelalter) in schriftlichen Quellen erwähnt, zuerst in Geschichtswerken in lateinischer oder griechischer Sprache von Jordanes, Propopios und Theophylaktos Simokates, als in das Gebiet des oströmischen Reiches eindringende Gruppen.

Johannes Niehoff, Slaven , Slavisierun. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 12/1: Tam – Vel. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 657 – 659

Joachim Matzinger, Albanisch und die altbalkanischen Sprachen – Ein Überblick

https://www.albanologie.uni-muenchen.de/downloads/meldungen/gastvortrag_matzinger_nov_2016/matzinger-mu_nchen30112016.pdf

S. 4:

„ab dem 5. und dann 6. Jh. nach Chr. nehmen slawische Verbände große Teile Südosteuropas in Besitz und errichten eine in der Folge dauerhafte Siedlungstätigkeit (die sog. slawische Landnahme), die die sprachliche Landkarte dieses Raums entscheidend und bis heute nachwirkend verändert hat.“

S. 9:

„In der Spätantike, mit dem Erscheinen von slawischsprachigen Verbänden ab etwa dem 6. Jh. und ihrer dauerhaften Siedlungstätigkeit, änderten sich die sprachl. Verhältnisse in Südosteuropa nachhaltig.“

0
@Albrecht

Du weißt selber wie viele slawisch sprechen komm erzählt mir nix vom 6 jahrhundert. Albaner haben nix mit dem Balkan zu tun genauso wenig wie die Sprache.

0
@OnlyFactsBrate

Geschichte beruht auf Quellen. Wenn in Geschichtswerken ab etwa dem 6. Jahrhundert n. Chr. ein Auftauchen von Slawen in einer Gegend erwähnt, ist diese Zeit für eine Erörterung relevant.

Aus dem Sprechen von Sprachen in der Gegenwart in einem Gebiet kann nicht einfach abgeleitet werden, die Menschen in diesem Gebiet hätten auf jeden Fall auch schon vor sehr langer Zeit diese Sprachen gesprochen und es habe keine Einwanderung gegeben. In Mittel und Südamerika der Gegenwart sprechen viele Menschen Spanisch, in Nordamerika der Gegenwart sprechen viele Menschen Spanisch. Daraus kann nicht abgeleitet werden, die Spanier bzw. Engländer seien in diesen Gebieten Ureinwohner und es habe spanische bzw. englische Einwanderung ab dem Ende des 15. Jahrhunderts bzw. ab dem 16. Jahrhundert gegeben.

Albaner werden weder in der Frage noch in meiner Antwort erwähnt.

0

Wahrscheinlich nicht. Wohl aber gibt es unter Griechen, Serben, Mazedoniern und anderen Völkern der Gegend viele Menschen mit thrakischen Vorfahren.

Was möchtest Du wissen?