In Frankreich wurden die Generalstände vor der Versammlung der Generalstände 1789, nach deren Beginn bald die Französische Revolution (1789 – 1799) ausbrach, zuletzt 1614 einberufen, also rund 175 Jahre vorher.

Danach waren bis 1789 keine Generalstände mehr einberufen worden. Nur Provinzstände hatte es in manchen Gebieten Frankreichs gegeben.

Generalstände (französisch: États généraux) waren eine allgemeine (auf ganz Frankreich bezogene) Versammlung von Vertretern der Stände. Provinzstände (französisch: États provinciaux) waren Versammlung von Vertretern der Stände in einer einzelnen Provinz.

Die Stände waren:

Erster Stand (Klerus)

Zweiter Stand: (Adel)

Dritter Stand (wohlhabende Bürger, Handwerker, Bauern und Tagelöhner)

1614 war die Einberufung der Generalstände eine Forderung hoher Adliger gewesen. Diese waren unzufrieden und rebellisch, weil sie bei der Beratung und der Beteiligung an der Regierungspolitik zurückgedrängt wurden. Sie warfen der Regierung eine hohe Steuerbelastung der Bevölkerung vor und forderten die Entlassung der amtierenden Minister und eine schnelle Einberufung von Generalständen. Maria von Medici, Regentin für ihren damals noch minderjährigen Sohn, König Ludwig XIII., machte im Vertrag von Sainte-Menehould (15. Mai 1614) einige Zugeständnisse, um den inneren Frieden nicht zu sehr gefährden. Die Einberufung der Generalstände war für den 25. August 1614 vorgesehen und als Versammlungsort hatten die hohen Adligen an die Stadt Sens gedacht. Die Regierung bewirkte eine Verzögerung und Ortsänderung. Die Generalstände begannen am 27. Oktober in Paris. Ludwig XIII. war mit der Vollendung seines 13. Lebensjahres am 27. September 1914 volljährig geworden und hatte seine Mutter Maria von Medici zur Vorsitzenden des Königlichen Rates ernannt. Maria von Medici und die Regierung förderten die Wahl von ihnen wohlwollend eingestellter Vertreter und konnten Meinungsverschiedenheiten der Stände, die in vielen Fragen uneinig waren, nutzen. Die Mehrzahl neigte zu einem starken Königtum. Es gab Zustimmung zu Heiratsplänen mit Mitgliedern der spanischen Königsfamilie. Die Generalstände endeten am 23. Februar 1615.

Es war keine regelmäßige Einberufung der Generalstände festgelegt. Die Könige und ihre Regierung wollten keine solche institutionelle Mitbestimmung der Stände. König Ludwig XVI. und seine Regierung haben am 8. August 1788 eine Einberufung der Generalstände (für die sich die öffentliche Meinung und oberste Gerichtshöfe, in denen vor allem Adlige vertreten waren, ausgesprochen hatten) für das Jahr 1789 beschlossen, weil sie sonst keinen gangbaren Weg mehr fanden, das Problem der hohen Staatsverschuldung mit drohendem Staatsbankrott zu lösen. 

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Die Übersetzung und die grammatische Analyse enthalten Fehler.

Beim lateinischen Text steckt das Subjekt im Prädikat arbitrantur, als personale Endung. Davon ist ein dreifacher Aci abhängig. Die Akkusativformen sind dabei innerhalb des AcI nicht Objekt, sondern Subjekt. In der deutschen Übersetzung wären sie als Subjekt zu kennzeichnen. Die Infinitivformen (gebildet aus einem Partizip Perfekt und esse) wären in der deutschen Übersetzung als Prädikat zu kennzeichnen. Außerdem gibt es mehrmals die Konjunktion et und adverbiale Bestimmungen (des Ortes: in his locis; in ea terra; der Zeit: primum).

in ea terra ist also hier eine Präposition mit Ablativ, kein Nominativ und daher kein Subjekt. natas ist ein Form des Partizips Perfekt von nasci.

Übersetzung:

„Denn sie [die Sizilianer] glauben, dass diese Göttinnen an diesem Ort geboren worden sind und dass die Feldfrüchte auf diesem Land zuerst gefunden worden sind und dass Libera geraubt worden ist, […].“

oder

„Denn sie [die Sizilianer] glauben, diese Göttinnen seien an diesem Ort geboren worden und die Feldfrüchte seien auf diesem Land zuerst gefunden worden und Libera sei geraubt worden, […].“

Aus einem AcI (natas esse deas; fruges repertas esse; raptam esse liberam) wird hier in der deutschen Sprache ein Nebensatz, aber kein Relativsatz (ein Relativpronomen wäre „das“, nicht „dass“), sondern ein Objektsatz.

Eine grammatische Besonderheit ist außer AcI hier vielleicht das Vorkommen von Deponentien (ein Deponens hat passive Form, aber aktive Bedeutung): natas von nasci und arbitrantur von arbitrari.

Stilistisch könnte das dreifache et als Einleitung zum AcI als Polysyndeton bezeichnet werden. Ein weiteres Stilmittel ist ein Hyperbaton (Sperrung): Das zusammengehörige has deas (diese Göttinnen; darauf natas mit Akkusativ Plural Femininum bezogen) ist durch einen Einschub getrennt.

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Polybios (ungefähr 200 v. Chr. geboren) ist kein Zeitgenosse zur Schlacht von Cannae (216 v. Chr.). Er hat allerdings Berichte von Zeitgenossen und darauf fußende Darstellungen gehört und gelesen und ist die älteste erhaltene antike Darstellung.

Deutsche Übersetzungen der Quellen gibt es in Bibliotheken.

Polybios 3, 107 – 118

Polybios, Geschichte. Gesamtausgabe in 2 Bänden. Eingeleitet und übertragen von Hans Drexler. Band 1. Zürich ; Stuttgart : Artemis-Verlag, 1961 (Die Bibliothek der Alten Welt : Griechische Reihe)

griechischer Originaltext (in altgriechischer Sprache) im Internet:

http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0233%3Abook%3D3%3Achapter%3D107%3Asection%3D

englische Übersetzung:

http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Polybius/3*.html

https://sourcebooks.fordham.edu/ancient/polybius-cannae.asp

Es gibt weitere antike Darstellungen, die erhaltenen zeitlich zuerst auf Polybios folgenden sind:

Livius 22, 43 – 50

T. Livius, Römische Geschichte : lateinisch und deutsch. Buch XXI – XXIII. Herausgegeben von Josef Feix. 4. Auflage. Zürich ; Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2000 (Sammlung Tusculum). ISBN 3-7608-1554-1Titus Livius, Ab urbe condita = Römische Geschichte : Lateinisch/Deutsch, Liber 22., Der Zweite Punische Krieg. - 2. Übersetzt und herausgegeben von Ursula Blank-Sangmeister. Stuttgart : Reclam, 2000 (Reclams Universal-Bibliothek ; Nr. 180129). ISBN 3-15-018012-9

Appian(os), Rhomaike (Ῥωμαϊκά; Römische Geschichte; lateinischer Titel: Historia romana) 7, 17 – 26

Appian von Alexandria. Römische Geschichte. Übersetzt von Otto Veh. Durchgesehen, eingeleitet und erläutert von Kai Brodersen. Erster Teil: Die römische Reichsbildung. Stuttgart : Hiersemann, 1987 (Bibliothek der griechischen Literatur ; Band 23). ISBN 3-7772-8723-2

einige Quellenauszüge mit deutscher Übersetzung:

http://palamedes.eu/Handout_Liebrandt.pdf

 

 

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Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919 (Verfassung der Weimarer Republik) hat eine Neuwahl des Reichstags spätestens 60 Tage nach Ablauf der Zeit von 4 Jahren, für die der Reichstag gewählt war, vorgeschrieben.

Artikel 23 Absatz 1:

„Der Reichstag wird auf vier Jahre gewählt. Spätestens am sechzigsten Tage nach ihrem Ablauf muß die Neuwahl stattfinden.“

Auch bei einer Auflösung des Reichstags durch den Reichspräsidenten war eine Neuwahl des Reichstags spätestens 60 Tage danach vorgeschrieben.

Artikel 25

„Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen, jedoch nur einmal aus dem gleichen Anlaß.

Die Neuwahl findet spätestens am sechzigsten Tage nach der Auflösung statt.“

Es ist zu den Neuwahlen innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums von 60 Tagen gekommen.

Reichspräsident Paul von Hindenburg hat den Reichstag mehrmals vorzeitig aufgelöst, aber es ist dann zu Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen gekommen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 18. Juli 1930 waren am 14. September 1930 Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 4. Juni 1932 waren am 31. Juli 1932 Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 12. September 1932 waren am 6. November 1932  Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 1. Februar 1933 waren am 5. März 1933 Neuwahlen.

Während der Zeit der Auflösung gab es zwar einen ständigen Ausschuß des Reichstags zur Wahrung seiner Rechte (Artikel 35), aber die Befugnisse des ständigen Ausschusses gaben ihm nicht genug Macht, die Reichsregierung und den Reichspräsidenten davon abzuhalten, gestützt auf Notverordnungen nach Artikel 48 in dieser Zeit vom Reichstag ungehindert ganz nach eigenen Wünschen zu regieren.

Wenn eine Aussage über innerhalb von spätesten 60 Tagen tatsächlich nicht stattfindende Neuwahlen gelesen worden ist, stimmt diese nicht.

Wahrscheinlich bezieht sich die Aussage aber auf bloße Überlegungen, den Reichstag aufzulösen und nicht innerhalb von 60 Tagen Neuwahlen stattfinden zu lassen. Solche Überlegungen hat es in sogenannten Präsidialkabinetten gegeben, bei der Reichsregierung mit dem Reichskanzler Franz von Papen im August 1932, bei der Reichsregierung mit dem Reichskanzler Kurt von Schleicher im Januar 1933.

Ein Verfassungsbruch durch Unterlassen von Neuwahlen hat dann aber nicht stattgefunden. Stattdessen wurde eine andere Taktik versucht, der Regierung mehr Unterstützung zu verschaffen (wobei die Nationalsozialisten in den Überlegungen eine Rolle spielten). Reichspräsident Paul von Hindenburg war im Januar 1933 außerdem nicht dazu bereit, den Reichskanzler Kurt von Schleicher weiterhin mit Notverordnungen zu stützen und ihm eine  Vollmacht zur Auflösung des Reichstages ohne Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen zu geben.

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einige Vorschläge:

1) Aufgrund welcher Eigenschaften ist die Idee des Guten Ursache von Erkenntnis und Wahrheit (Platon, Politeia 508 e) und wie geschieht dies?

2) Wie ist die Aussage zu verstehen, das Gute sei nicht Sein/Wesenheit (οὐσία), sondern jenseits des Sein/der Wesenheit (οὐσία)/über dem Sein/der Wesenheit und überrage an Alter/Würde und Macht (Platon, Politeia 509 b)? Entsteht durch diese Aussage ein Widerspruch? Denn mit dem Guten ist die Idee des Guten gemeint und es ist eine Eigenschaft aller Ideen, seiend zu sein. Könnte es nötig sein, die Aussage einzuschränken, indem das Gute doch in gewisser Hinsicht Sein/Wesenheit (οὐσία) ist, aber dies zugleich übersteigt?

3) Ist die Idee des Guten eine überzeugende Erklärung der ganzen Wirklichkeit?

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Jostein Gaarder, Sofies Welt : Roman über die Geschichte der Philosophie. Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. 1. Auflage. München ; Wien : Hanser, 1993, S. 21:

„Einer der alten griechischen Philosophen, die vor über zweitausend Jahren gelebt haben, glaubte, daß die Philosophie durch die Verwunderung der Menschen entstanden sei. Der Mensch findet es so seltsam zu leben, daß die philosophischen Fragen ganz von selber entstehen, meinte er.

Das ist so, als wenn wir bei einem Zaubertrick zusehen: Wir können nicht begreifen, wie das, was wir sehen, möglich ist. Und dann fragen wir danach: Wie konnte der Zauberkünstler zwei weiße Seidenschals in ein lebendiges Kaninchen verwandeln?

Vielen Menschen kommt die Welt genauso unfaßbar vor wie das Kaninchen, das ein Zauberkünstler plötzlich aus einem eben noch leeren Zylinderhut zieht.

Was das Kaninchen betrifft, so ist uns klar, daß der Zauberkünstler uns an der Nase herumgeführt hat. Wenn wir über die Welt reden, liegen die Dinge etwas anders. Wir wissen, daß die Welt nicht Lug und Trug ist, denn wir laufen auf der Erde herum und sind ein Teil der Welt. Im Grunde sind wir das weiße Kaninchen, das aus dem Zylinder gezogen wird. Der Unterschied zwischen uns und dem weißen Kaninchen ist nur, daß das Kaninchen nicht weiß, daß es an einem Zaubertrick mitwirkt. Mit uns ist das anders. Wir glauben, an etwas Rätselhaftem beteiligt zu sein, und würden gerne klarstellen, wie alles zusammenhängt.

PS. Was das weiße Kaninchen betrifft, so ist es vielleicht besser, es mit dem gesamten Universum zu vergleichen. Wir, die wir hier wohnen, sind das wimmelnde Gewürm tief unten im Kaninchenfell. Aber die Philosophen versuchen, an den dünnen Haaren nach oben zu klettern, um dem großen Zauberkünstler voll in die Augen blicken zu können.“

Eine starke Ähnlichkeit des Höhlengleichnisses bei Platon, Politeia, und des Zaubertricks mit dem Kaninchen besteht nicht, weil nicht die gleiche Erkenntnistheorie vertreten wird.

Gemeinsamkeiten

  • Gleichnis: Ein Gleichnis ist eine der Veranschaulichung dienende (oft bildhafte) Gegenüberstellung von Dingen, die unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt miteinander verknüpft werden und mindestens teilweise verhältnismäßig ausführlich beschrieben werden. Das Höhlengleichnis steht für den Glauben an den (täuschenden) Anschein bei einem Verhaftetsein an bloße Sinneswahrnehmung, den daraus befreienden Aufstieg zu wahrer Erkenntnis durch Erkenntnis der Ideen mit der Idee des Guten an der Spitze und der Aufgabe, zu den noch in Unkenntnis befindlichen Menschen zurückzukehren und sie durch Vermittlung der Erkenntnis zu befreien, da die meisten Menschen eines Anstoßes und einer Unterstützung von außen bedürfen. Der Zaubertrick mit dem Kaninchen steht für den Eindruck einer Unbegreifbarkeit/Unfaßbarkeit der Welt und den Wunsch, den Zusammenhang von etwas, das rätselhaft vorkommt, zu klären.
  • Menschen, die mit Gegenständen hantieren und damit etwas zum Ansehen bewirken: Im Höhlengleichnis tragen Menschen Gegenstände entlang einer Mauer (wie sie Gaukler verwenden, die Erstaunliches zeigen), von denen Gefangenen durch das Licht eines Feuers Schatten an einer gegenüberliegenden Wand sehen. Zauberkünstler ziehen beim Zaubertrick aus einem Zylinderhut, der kurz vorher leer zu sein schien, ein weißes Kaninchen.
  • trügerische Sinneswahrnehmung: Im Höhlengleichnis sehen die Gefangenen nicht die Dinge, wie sie wirklich sind, sondern einen täuschenden Anschein der Schatten. Beim Zaubertrick wird vorgetäuscht, das Kaninchen herbeizuzaubern, wobei durch Tricks der Anschein erweckt wird, sie aus einem leeren Zylinderhut hervorzuziehen.
  • Bezug auf eine Wahrheit: Im Höhlengleichnis geht es um einen Weg zu wahrer Erkenntnis. Beim Zaubertrick besteht im Publikum Wissen, irgendwie getäuscht worden zu sein (in Wahrheit ist das Kaninchen nicht aus der Leere herbeigezaubert), wie auch „die Welt nicht Lug und Trug ist“.
  • ein Aufstieg nach oben: Der philosophische Weg im Höhlengleichnis ist ein Aufstieg aus der Höhle nach draußen und in das Licht der Sonne (Erkenntnis der Ideen und an ihrer Spitze die Idee des Guten). Bei der Aussage zum Kaninchen  versuchen Philosophen, im Universum nach oben zu klettern, „um dem großen Zauberkünstler voll in die Augen blicken zu können“ (später wird eine Anlehnung an die Philosophie von George Berkeley, nach dessen Auffassung zu sein bedeutet, wahrgenommen zu werden, wobei das Wahrgenommene Vorstellungen eines Bewußtseins sind, letztlich des Geistes Gottes). 

Unterschiede

  • Thema Staunen/Verwunderung als Anfang des Philosophierens: Beim Höhlengleichnis wird nicht das Staunen/die Verwunderung als Anfang des Philosophierens thematisiert. So eine Aussage steht bei Platon, Theaitetos 155 und Aristoteles, Metaphysik A 2, 982 und 983 a.
  • Kritik an bloßer Sinneswahrnehmung als erkenntnistheoretische Grundlage: Platon wendet sich im Höhlengleichnis gegen einen sehr weitgehenden Empirismus (Erfahrung durch Sinneseindrücke als alleinige Quelle eines Wissens über die Wirklichkeit), dem Verhaftetsein an bloße Sinneswahrnehmung und vertritt eine Ideenlehre. Dahinter steht eine Kritik mit mehreren Gesichtspunkten. a) Bei der Sinneswahrnehmung können Sinnestäuschungen vorkommen. b) Bei einer einzelnen Sinneswahrnehmung kann eine Blickverengung/eine Fixierung auf eine einzige Perspektive zu einer falschen Gesamtbeurteilung führen. c) Die Sinneswahrnehmung kann etwas an Einzeldingen erfassen, aber sie neigt zu unmittelbarer Verallgemeinerung, ohne einen Sachgehalt (etwas Bestimmtes in seiner Sacheinheit) richtig zu erfassen. Dies leistet erst begriffliches Denken. Die Sinneswahrnehmung gewährleistet keine angemessene Unterscheidung zwischen Idee und Nicht-Idee.

Bei den Aussagen zum Zaubertrick ist keine grundsätzliche und tiefgehende erkenntnistheoretische Kritik an der bloßen Sinneswahrnehmung enthalten und in „Sofies Welt“ wird keine platonische Ideenlehre vertreten.

  • Wissen um Täuschung: Im Höhlengleichnis halten die Gefangenen (die gewöhnlichen Menschen) die Schatten für das wahrhaft Seiende. Sie bemerken keine Täuschung und wehren sich zuerst gegen eine Änderung ihrer Überzeugung, als andere sie befreien wollen. Es gibt für sie zunächst keinen Klärungsbedarf gegenüber einer Täuschung. Beim Zaubertrick weiß das Publikum, einen täuschenden Anschein geboten zu bekommen („Was das Kaninchen betrifft, so ist uns klar, daß der Zauberkünstler uns an der Nase herumgeführt hat.“), es mangelt nur an Wissen, wie dies genau geschieht. Allgemein meinen Menschen, an etwas Rätselhaften beteiligt zu sein und möchten eine Klarstellung der Zusammenhänge erreichen.
  • erzieherische und ethische Aufgabe einer Befreiung durch Vermittlung von Erkenntnis an andere Menschen: Bei Platon gibt es die Aufgabe, andere Menschen zu befreien, indem sie zu Erkenntnis der Ideen gebracht werden (hin und her gehendes analysierendes und verknüpfendes Denken des Verstandes und unterscheidendes und erfassendes Denken der Vernunft). Bei den Aussagen zum Zaubertrick mit dem Kaninchen kommt so etwas nicht vor. 
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Die Schritte der Schritte der Mäeutik sind auf dem rechten Bild dargestellt.

Das linke Bild ist eine Gliederung eines Textabschnittes aus Platon, Menon. In diesem Dialog kommen zwar Schritte der Mäeutik vor und einzelne Begriffe der Gliederung sind Bestandteile der Mäeutik (Frage, Widerlegung [der Definition, die nur Scheinwissen ist] und Aporie [Verlegenheit]), aber die abgebildete Gliederung bietet keine genaue und vollständige Darstellung der Mäeutik allgemein.

Das rechte Bild enthält:

  • Frage
  • Antwort des Befragten, die Scheinwissen enthält und auf falschem Selbstbewußtsein beruht
  • Überprüfung und Widerlegung der Beantwortung der Frage
  • Erkenntnis des Nichtwissens beim Befragten in einem Zustand der Verlegenheit (Aporie)
  • Neuaufnahme der Frage
  • Suche nach Wissen beim Befragten, der Bereitschaft zu lernen hat
  • Erkenntnis, verbunden mit Selbsterkenntnis

Mäeutik bzw. Maieutik (griechisch: μαιευτικὴ τέχνη), eine Hebammenkunst als geistige Geburtshilfe, ist eine Bezeichnung für eine kunstvolle Gesprächsführung, die anderen hilft, in ihnen schlummernde Gedanken (mit denn sie gleichsam schwanger sind) hervorzubringen und zu Erkenntnissen zu gelangen.

Die Verlegenheit/Verwirrung/Ratlosigkeit (Aporie; griechisch: ἀπορία) die nach der Prüfung und Widerlegung auftreten kann, ist ein Zustand, der zwischen Scheinwissen (Nichtwissen, aber Meinung, etwas zu einem Thema zu wissen) und Wissen steht. Eine falsche Einbildung, in Bezug auf eine Fragestellung wissend zu sein, wird beseitigt und jemand wird sich zumindest seines Wissensmangels bewußt. Dies ist eine günstige Voraussetzung, um ein Bedürfnis nach eingehenderem Durchdenken zu spüren.

Maieutik hilft dabei, Wissen, das jemand in sich trägt (verborgen, weil erst einmal nur der Möglichkeit nach), zum Vorschein zu bringen (emporzufördern) Es werden keine fertigen Kenntnisse übermittelt, sondern jemand durch geeignete Fragen auf den Weg eigener Erkenntnis gebracht. Es geht um eine Anregung zum Selbstdenken.

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Griechische Mythologie ist ein sehr großes Gebiet. Für eine Facharbeit ist daraus ein Thema nötig, das deutlich eingegrenzt ist und so eine ausreichend gründliche Untersuchung ermöglicht.

Zu einem Schöpfungsmythos (Weltschöpfung) in einem engen Sinn gehört eine vorher nicht vorhandene Welt und eine Person oder eine Mehrzahl von Personen, die sie erschafft. In der griechischen Mythologie sind sogenannte Schöpfungsmythen Erzählungen über eine Weltentstehung (nicht völlig aus dem Nichts, sondern von nicht gesondertem und geordnetem Raum und Stoff ausgehend) bzw. - mit einem Fremdwort ausgedrückt - über eine Kosmogonie. Die Kosmogonie ist dabei in großem Ausmaß eine Theogonie (Werden/Entstehung der Gottheiten).

Eine allgemeine Fragestellung zu einer Weltentstehung/Kosmogonie kann sich darauf richten, was die Erzählung an Erklärung über die Beschaffenheit der Welt und die Zusammenhänge in ihr anbietet.

Es gibt in der griechischen Mythologie mehrere Kosmogonien.

Eine Kosmogonie setzt an den Anfang Gottheiten, die eine Verbindung mit Wasser haben. Nach Homer, Ilias Ξ - 14. Gesang, Vers 201, Vers 246 und Vers 302 ist Okeanos (zusammen mit Tethys, die als Mutter der Gottheiten bezeichnet wird) Ursprung der Gottheiten und Ursprung von allem.

Hesiod, Theogonia (Θεογονία; Thegonie; lateinischer Titel: Theogonia) erzählt eine Kosmogonie, die mit Chaos (personifiziert den gähnenden leeren Raum, den Urgrund) beginnt. Dann entstehen zugleich Gaia (personifiziert die Erde) und Eros (personifiziert das Liebesbegehren), danach Erebos (Dunkelheit) und Nyx (Nacht). Es wird die Entstehung und Abstammung weiterer Gottheiten angegeben. Dabei gebiert Gaia Kinder teils ohne zeugenden Vater, teils aus der Verbindung mit ihrem Sohn Uranos/Ouranos.

Es gibt verschiedenen Fassungen einer orphischen Kosmogonie, die mit Nyx (Nacht), Chronos (Zeit) oder Wasser (Prinzip der Zerstreuung) und Erde (Prinzip der Zusammenfügung) beginnen und in denen ein Weltei entsteht, das sich in einen oberen (Teil (Himmel) und einen unteren Teil (Erde) aufspaltet bzw. aus dem eine geflügelte Gottheit hervorgeht.

Für eine Facharbeit bietet sich besonders Hesiod an, weil er eine inhaltsreiche Darstellung einer Urzeit bietet und Texte und Übersetzungen seines Werkes verhältnismäßig gut greifbar sind.

einige denkbare Fragestellungen zu Hesiod, Theogonie:

Welche Rolle spielen Personifikationen von Naturphänomenen (z. B. Erde, Himmel) und abstrakten Begriffen (z. B. Tod, Schlaf, Recht, Frieden)? Enthalten sie einen möglichen Übergang zu philosophischen Welterklärungen?

Wie gestaltet Hesiod einen Sukzessionsmythos und was bewirkt dies? (Es gibt eine Abfolge über drei Generationen [Uranos/Ouranos Kronos – Zeus], in der ein Gott seinen Vater stürzt/entmachtet und in seiner Nachfolge [Sukzession] die Herrschaft übernimmt. Wenn Zeus Verbindung mit Klugheit und Recht herstellt, scheint seine Herrschaftsordnung eine dauerhafte zu sein.)

Welche Kräfte führen zur Entstehung der Welt? Gibt es dabei eine Bewertung nach einem Maßstab von gut und schlecht?

 

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Eine empirische Aussage ist eine Aussage, die die auf Erfahrung beruht /aus Erfahrung gewonnen ist.

Die Fremdwörter »Empirie« und »empirisch« gehen auf die altgriechischen Wörter ἐμπειρία (empeiria; „Erfahrung“) und ἐμπειρικός (empeirikos; „erfahren“) zurück, vermittelt über die danach gebildeten lateinischen Wörter empiria („Erfahrung“) und empricus („Erfahrener“, der Erfahrung folgend“).

Bei einer empirischen Aussage stammt die Kenntnis aus der Erfahrung, nämlich der Beobachtung mittels der Sinneswahrnehmung bzw. Versuchen wissenschaftlicher Experimente (die nachvollziehbar beschrieben und grundsätzlich wiederholbar sein sollten).

Wie eine offenbar vorgekommene Bemerkung über eine „empirische Aussage“ genau auf die von David Hume vertretene Ethik bezogen ist, kann erst durch einen Textzusammenhang, in dem die Bemerkung stattfand, geklärt werden.

David Hume hatte allgemein die Auffassung, eine inhaltliche Erkenntnis über die Welt könne nur auf Erfahrung beruhen.

Er hat auch in der Ethik den Standpunkt vertreten, Begriffe seien nur brauchbar, wenn sie auf Erfahrung zurückgeführt werden können, entweder direkt auf Eindrücke der Sinneswahrnehmung oder indirekt als Vorstellungen (schwächerer/blassere und weniger lebhafte Abbilder der Eindrücke/Empfindungen der Sinneswahrnehmung).

Humes Ethik ist in der Hauptsache eine Beschreibung und Erklärung, wie moralische Urteile entstehen. Er will die Tatsache positiver oder negativer Bewertungen von Handlungen und deren Motive bzw. die Bewertungen der zugrundeliegenden Charaktereigenschaften begreiflich/nachvollziehbar zu machen.

In einer Bemerkung kritisiert David Hume, wie manche Leute in der Ethik ohne ausreichende Begründung einfach von beschreibenden Aussagen (einem „ist“, das als empirische Aussage auftritt) zu wertenden/normativen Aussagen (einem „soll“) übergehen.

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Das ottonisch/salische Kirchensystem (sogenanntes Reichskirchensystem) ist eine wesentliche Grundlage des Investiturstreits gewesen, weil durch dieses Kirchensystem verstärkt eine Doppelrolle der Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte des Heiligen Römischen Reiches herbeigeführt wurde, bei der sie sowohl geistliche als auch weltliche Aufgaben und Rechte übernahmen. Es gab an Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte Anforderungen und Interessen sowohl von geistlicher Seite (römisch-katholische Kirche mit dem Papst an der Spitze) als auch von weltlicher Seite (an der Spitze der König/Kaiser des Heiligen Römischen Reiches). Darin, wer die Erzbischöfe, Bischöfe und Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte, die diese Doppelrolle hatten, einsetzte, lag ein möglicher Konflikt und dieser ist mit dem Investiturstreit offen ausgebrochen.

Seit Kaiser Otto I. haben die Könige und Kaiser verstärkt Geistlichen (Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte) weltliche Aufgaben übergeben. Weltliche Herrscher (selbst Laien, keine Geistliche) haben eine Investitur (Einsetzung in das Amt; wörtlich: Einkleidung; so genannt, weil die eingesetzten Geistlichen ihre Amtskleidung und Amtszeichen bekamen) von Geistlichen im Reich durchgeführt. Diese Geistlichen (kirchliche Würdenträger) hatten hatten sowohl geistliche/kirchliche Aufgaben und Rechte als auch weltliche Aufgaben (z. B. Verpflichtung zu finanziellen und militärischen Leistungen) und Rechte (z. B. Gerichtsbarkeit, Münzprägung, Zoll). Reichsland wurde an die Kirche vergeben. Als Reichsbischöfe und Reichsäbte waren sie an der Reichsverwaltung beteiligt. Geistliche und weltliche Herrschaft war unter Führung des Königs/Kaisers eng verbunden.

Der König/Kaiser hatte ein Interesse, Männer in die Ämter der Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte zu bekommen, die sich ihm gegenüber treu verhielten und ihn unterstützen. Daher wollte er bei der Einsetzung eine wichtige Rolle spielen.

zu der Doppelrolle hinzukommende Ursachen:

  • ein aus einer Kirchenreformbewegung hervorgehendes Verständnis von richtiger Ordnung der Kirche und des Verhältnisses von geistlicher und weltlicher Herrschaft, das eine Unabhängigkeit der Kirche von weltlichen Herrschern forderte und weltliche Herrschaft als vom sakralen/kirchlichen Bereich getrennt betrachtete (eine Folge war die Ablehnung einer Laieninvestitur): Eine Kirchenreformbewegung strebte eine Rückbesinnung auf den christlichen Glauben und eine Beseitigung von weltlicher Einmischung an (als Freiheit der Kirche verstanden). Die Amtseinsetzung von Geistlichen (besonders die Überreichung von Ring und Stab, den Symbolen ihrer geistlichen Autorität) durch weltliche Herrscher, ist als Laieninvestitur angegriffen worden.
  • aufeinanderprallende Machtansprüche und Interessen von Papst und Kaiser/König, die energisch ihre Ziele verfolgten (persönliche Eigenschaften und Entscheidungen verschärften den in der Sache liegenden grundsätzlichen Streit)

Der Investiturstreit entstand zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. über die Einsetzung von Bischöfen. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung im Verhältnis von geistlicher Gewalt (lateinisch: sacerdotium) und weltlicher Gewalt (lateinisch: regnum) steigerte sich zu einem heftigen Konflikt und einem Machtkampf zwischen Papst und König/Kaiser.

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Pythagoras hat, so wird berichtet, nicht nur Menschenopfer abgelehnt, sondern allgemein Tieropfer (blutige Altäre von Gottheiten durch Schlachten).

Diogenes Laertios 8, 22:

σφάγιά τε θεοῖς προσφέρειν κωλύειν, μόνον δὲ τὸν ἀναίμακτον βωμὸν προσκυνεῖν.

Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen. In der Übersetzung von Otto Apelt. Unter Mitarbeit von Hans Günter Zekl neu herausgegeben sowie mit Vorwort, Einleitung und Anmerkungen versehen von Klaus Reich. Hamburg : Meiner, 2015 (Philosophische Bibliothek ; Band 674), S. 449:

„Blutige Opfer sollten den Göttern nicht gebracht werden, nur am unblutigen Altar sollte man seine Andacht verrichten.“

Diogenes Laertios, Leben und Lehre der Philosophen. Aus dem Griechischen
übersetzt und herausgegeben von Fritz Jürß. 2., durchgesehene und
bibliographisch ergänzte Auflage. Stuttgart : Reclam, 2010 (Reclams
Universal-Bibliothek ; Nr. 9669), S. 378:

„Er verbot Opfertiere zu schlachten für die Götter, die nur am unblutigen
Altar zu verehren seien.“

Es ist nicht völlig sicher, inwieweit pythagoreische Verbote und Gebote auf
Pythagoras selbst zurückgehen.

Es gibt eine Überlieferung über eine vegetarische Lebensweise der
Pythagoreer. Diese kann aufgrund der pythagoreischen Lehre von der
Seelenwanderung als folgerichtig erscheinen, nach der sich die Seele von
Menschen auch in Tieren verkörpert.

Xenophanes FVS DK 21 B 7 erzählt belustigt, Pythagoras habe, als er im
Vorübergehen hörte, wie ein Hündchen geschlagen wurde, um Aufhören gebeten, weil er in den Lauten des Hündchens die Seele eines Freundes erkannt habe.

FVS DK = Die Fragmente der Vorsokratiker. Griechisch und Deutsch von Hermann Diels. Herausgegeben von Walther Kranz

Tiere galten bei Pythagoreern als von gleicher Art wie Menschen und mit ihnen verwandt.

Auf einen Mathematiker namens Apollodoros geht die Behauptung zurück, Pythagoras habe, als er den „Satz des Pythagoras“ (im rechtwinkligen Dreieck ist nach dem Flächeninhalt das Quadrat der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate der beiden Seiten [Katheten]) entdeckt und bewiesen habe, eine Hekatombe (eine große Anzahl, ursprünglich 100 Stück) an Stieren als Opfer an die Gottheit dargebracht (Diogenes Laertios 8, 12; Athenaios, Deipnosophistai [Δειπνοσοφισταί; Das Gastmahl der Gelehrten; lateinscher Titel:  Deipnosophistae 10, 418 f). Marcus Tullius Cicero, De natura deorum 3, 36 [88] bezweifelt ein erzähltes Rinderopfer an die Musen, weil Pythagoras nicht einmal dem Apollon von Delos ein Opfertier darbringen wollte, um nicht den Altar mit Blut zu bespritzen.

Einige haben behauptet, Pythagoras habe Fleischernährung für Athleten
eingeführt, andere haben widersprochen, es sei ein anderer Mann mit dem Namen Pythagoras gewesen, denn  der Philosoph Pythagoras habe des Töten von Tieren verboten und den Verzehr ihres Fleisches abgelehnt (Diogenes Laertios 8, 12 – 13). Die Fleischernährung für den Athleten Eurymenes erzählt auch Porphyrios, Pythagorou bios (Πυθαγόρου βίος; Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: Vita Pythagorae) 15.

Die Überlieferung ist nicht einheitlich darin, wie Pythagoras und die
Pythagoreer es bei der Ernährung mit der Enthaltsamkeit von Fleisch hielten.

a) völlige Enthaltsamkeit 

Nach Porphyrios, Pythagorou bios (Πυθαγόρου βίος; Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: Vita Pythagorae) 7 (= VFS DK 14, 9) hat Eudoxos von Knidos in seiner Erdbeschreibung über Pythagoras geschrieben, er habe solche Reinheit in Bezug auf Scheu vor Tötungen und Tötenden ausgeübt, sich nicht nur der Beseelten [der beseelten Lebewesen] zu enthalten, sondern sich sogar niemals Köchen und Jägern zu nähern.

Uneingeschränkte Enthaltsamkeit von Fleisch (nichts essen, das beseelt ist) wird auch angegeben von Onesikritos bei Strabon 15, 716, Kallimachos, Fragment 191; 61 – 62 (Pfeiffer); Sextus Empiricus, Pros mathematikous (Πρὸς µαθηµατικούς ; Gegen die Mathematiker; lateinischer Titel: Adversus mathematicos) 9, 127; Lucius Annaeus Seneca, Epistulae morales ad
Lucilium 108, 18 – 22; Juvenal 15, 173.

Witzige Anspielungen auf ein Gebot, nichts Beseeltes zu essen und mögliche Argumentationen zur Umgehung machten die Komödiendichter Antiphanes, Alexis und Aristophon (Athenaios, Deipnosophistai [Δειπνοσοφισταί; Das Gastmahl der Gelehrten; lateinscher Titel:  Deipnosophistae]
 4, 161 und 9, 386 c.

Iamblichos, Peri tou Pythagorou biou (Περὶ τοῦ Πυθαγόρου βίου; Über das
Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: De vita Pythagorica)
68 - 69; 168 – 169; 225 ( nach Timaios: keine Tiere töten und verzehren=; 107 – 108 (nach
Androkydes: niemals Beseeltes essen, keine Tiere den Göttern opfern, Aufforderung an gesetzgebende Politiker, sich des Beseelten zu enthalten).

b) keine strenge Fleischabstinenz, sondern nur Verbot gewisser Arten von Tieren oder gewisserTeile von Tieren

Gellius, Noctes Atticae 4, 11, 11 – 13 (gemäß Plutarch, zum Teil nach Aristoteles)

Diogenes Laertios 8, 33 (= VFS DK 58 B 1 a; nach Alexander Polyhistor) und 8, 34 (nach Aristoteles)

Porphyrios, Pythagorou bios (Πυθαγόρου βίος; Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: Vita Pythagorae) 43 und 45

Iamblichos, Peri tou Pythagorou biou (Περὶ τοῦ Πυθαγόρου βίου; Über das
Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: De vita Pythagorica) 85 (nach
Aristoteles nur Fleisch von opferbaren Tieren)

c) kein Fleischverbot

Gellius, Noctes Atticae 4, 11, 1  und 4, 11, 4 – 6 (falsche alte Meinung, Pythagoras habe kein Fleisch gegessen und sich der Bohne enthalten; nach Aristoxenos hat Pythagoras kleine Ferkel und zarte Ziegenböckchen gegessen)

Athenaios, Deipnosophistai [Δειπνοσοφισταί; Das Gastmahl der Gelehrten;
lateinscher Titel:
 Deipnosophistae 10, 418 f (Aristoxenos behauptet, Pythagoras habe sich nicht der Beseelten enthalten)

Es scheint mehrere Gruppe von Pythagoreern gegeben zu haben, die unterschiedlich strenge Vorschriften hatten.

Aristoxenos hat sich vermutlich auf Gruppe von Pythagoreern mit lockeren Vorschriften bezogen oder selbst Regeln abgeschwächt wiedergegeben.

φαρμακός ist wohl insofern Bezeichnung für ein Menschenopfer,
als es als ein Zaubermittel vorgestellt wird.

Andere altgriechische Wörter für (rituelle) Opfer:

σφάγιον (Schlachtopfer)

προσφορά (Opfergabe)

θυσία (Opfer), in einer Zusammensetzung mit άνθρωπός wird
daraus ά
νθρωποθυσία (Menschenopfer)

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Das Wahlplakat zur Reichstagswahl am 7. Dezember 1924 ruft dazu auf, die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) zu wählen.

Die DNVP war eine die Demokratie ablehnende konservativ-autoritäre, sehr nationalistische Partei.

Schwarz-Weiß-Rot waren die Farben der Nationalflagge des Deutschen Kaiserreiches (1871 – 1918). In der Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 (Verfassung der Weimarer Republik) waren Schwarz-Rot-Gold (an die nationalen und liberalen Bewegungen im 19. Jahrhundert und die Revolution 1848/1849 anknüpfend) die Farben der Nationalflagge Deutschlands.

Beim Symbol der Nationalfarben zeigten sich unterschiedliche politische Einstellungen. Rechtsstehende Parteien hielten an Schwarz-Weiß-Rot fest.

Auf dem Plakat fährt aus einem Himmel mit dunklen Wolken ein großer Blitz in schwarz-weiß-roten Farben herab und ist kurz davor, in eine Menschengruppe auf der Erde einzuschlagen, die für Schwarz-Rot-Gold eintritt.

Radikale rechte Gegner der Weimarer Republik, die den Verhältnissen im Deutschen Kaiserreich den Vorzug geben, werden angetrieben, mit großer Energie einen entscheidenden Sieg der rechten Kräfte zu bewirken, dafür die DNVP zu wählen und so die Vertreter von Schwarz-Rot-Gold zu entmachten. Es wird mit einem Feindbild und mit einer Siegesverheißung mobilisiert.

Bei der Reichstagswahl vom 4. Mai 1924 hatte die DNVP mit 19, 45 % der Stimmen deutlich hinzugewonnen. Nun setzt sie auf eine weitere Zunahme (es wird von einem „Sieg“ geschrieben, als sei dies schon sicher und nur das Ausmaß noch nicht klar). Die Botschaft der DNVP ist, eine große Anzahl von Stimmen für sie sei nötig, um endlich die Anhängerschaft von Schwarz-Weiß-Rot an die Regierung zu bringen und ihre Gegner zu entmachten. Ziel ist, die Anhängerschaft von Schwarz-Weiß-Rot möglichst stark zu einer Abstimmung für die DNVP und nicht für andere rechte Parteien zu bringen. Aufschrift unten: „Wie ein Blitz muss der schwarz-weiss-rote Sieg am 7. Dezember wirken, wählt deutschnational“

Der Einschlag des Blitzes zielt auf einen Mann, der in einem großen und erhöhten Sessel mit schwarz-rot-goldener Lehne wie auf einem Thron sitzt. Er ist in einem Größenverhältnis dargestellt, bei dem er zu klein für den Sessel aussieht. Gedacht werden kann so, er halte einem Vergleich mit einem Kaiser nicht stand. Gemeint ist Friedrich Ebert (SPD) im Amt des Reichspräsidenten. Er befindet sich im Zentrum einer Gruppe, die von dem Blitz in zwei Richtungen auseinandergetrieben wird. Manche von ihnen tragen schwarz-rot-goldene Fahnen. Einige sehen aus wie Arbeiter und tragen rote Kopfbedeckungen (in der politischen Symbolik Farbe der Arbeiterbewegung und von sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Parteien). Einige sehen mit Anzug und Zylinderhut aus wie wohlhabende Bürger. Gedacht werden kann an einerseits Sozialdemokraten, andererseits die Deutsche Demokratische Partei (DDP; liberal ausgerichtet) und die Deutsche Zentrumspartei (kurz: Zentrum; Vertretung des politischen Katholizismus).

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Das gesuchte Buch ist nach der Beschreibung:

Ödön von Horváth, Jugend ohne Gott (1937)

https://de.wikipedia.org/wiki/Jugend_ohne_Gott

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Zünfte waren Handwerkervereinigungen.

Die Zusammenschlüsse hatten den Zweck, gemeinsame Interessen zu vertreten und zu wahren (z. B. gegenüber den Kaufleuten und dem Rat der Stadt). Zünfte hatten vor allem wirtschaftliche Aufgaben, übernahmen aber auch soziale, kulturelle, religiöse und militärische Funktionen. Die Aufgaben der Zünfte sind je nach Ort und Zeit teilweise etwas unterschiedlich gewesen.

Zünfte stellten eine Zunftordnung mit Vorschriften und Regeln auf und überwachten ihre Einhaltung. Sie organisierten eine Selbstverwaltung in Zunftangelegenheiten. Durch wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen (Zunftzwang, Begrenzung der Anzahl der Handwerker, Festlegung von Ladenöffnungszeiten und Arbeitszeiten, ungefähre Festlegung von Preisen und Löhnen) versuchten sie, ein Gleichgewicht zu bewahren und ein gutes Einkommen der Handwerker zu sichern. Konkurrenz sollte begrenzt werden, damit nicht einige übermächtig wurde und andere pleite gingen, was weniger Handwerkern eine dauerhaft gesicherte eigenständige wirtschaftliche Existenz geboten hätte.

Daraus ergaben sich viele einzelne Aufgaben.

  • Festlegung und Kontrolle von Qualitätsstandards für Handwerksarbeiten und -produkte (ein guter Ruf der Handwerksarbeit war für die Gesamtheit der Handwerker nützlich; ein Geselle hatte ein Meisterstück als Probe vorzulegen, um Meister werden zu können)
  • Festlegung von Mindestpreisen für Handwerksarbeiten und -produkte
  • Regelung der Ladenöffnungszeiten und Arbeitszeiten
  • Festlegung von Löhnen, die gezahlt wurden
  • Kontrolle der Anzahl der Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge in einer Stadt (eine Begrenzung der Anzahl verhinderte ein Überangebot und damit einen Preisverfall)
  • Regelung der Handwerkerausbildung (und ihre Überwachung) und der Erlangung der Würde eines Handwerksmeisters
  • soziale Sicherung für Handwerker (vor allem bei Unfall und Krankheit sowie Not im Alter) und ihrer Angehörigen (bei Tod von Handwerkern Versorgung hinterbliebener Witwen und Kinder) Ausübung von Zunftgerichtsbarkeit mit Auferlegung von Bußen und Strafen bei Übertretungen
  • Erziehung zu guten Bügern und Sorge für Einhaltung von Moral
  • gemeinsames religiöses Leben (z. B. Gebete, Gottesdienstbesuche, Wallfahrten, Opfergaben, Organisation der Beerdigungen der Zunftmitglieder)
  • Bau von Gemeinschafsthäusern für Zunftmitglieder
  • Pflege von Bräuchen und Feiern von Festen
  • Bewachung und Verteidigung der Stadt (die Handwerker einer Zunft lebten oft in bestimmten Stadtteilen und verteidigten bei Bedrohung bestimmte Mauern)

Eine Internetseite mit einigen Informationen:

http://deutschland-im-mittelalter.de/Wirtschaft/Zuenfte#aufgaben

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Eine Erklärung sollte nicht einseitig oder verzerrt sein, nicht wichtige Dinge außer Acht lassen und keine Fehler enthalten.

Im antiken Griechenland hat es viele Staaten gewesen und sie hatten unterschiedliche Verfassungen. Nicht alle Staaten wurden im 5. Jahrhundert v. Chr. eine Demokratie. Die Entwicklung in Athen ist am besten bekannt.

Die Demokratie ist nicht nur ein Mittel zum Ruhigstellen gewesen.

Mitbestimmungsmöglichkeiten in einer Demokratie konnten zu einer Stabilität der politischen und gesellschaftlichen Ordnung beitragen und Zufriedenheit und Zustimmung innerhalb der freien Bürger auch beim einfachen Volk (zu dem nicht nur Bauern gehörten, sondern auch weitere Bürger, z. B. Handwerker und Lohnarbeiter) bewirken. Aber Mitbestimmen bedeutet nicht, ruhiggestellt zu sein, sondern tätig zu sein.

Bei den Bauern ist offenbar ein Dienst im Heer als schwerbewaffnete Fußsoldaten (Hopliten) gemeint. Militärdienst als Hopliten leisteten anfangs Bürger, die nicht sehr reich waren (die sehr Reichen stellten die Reiter), aber ausreichend Einkommen/Besitz hatten, um die Ausrüstung zu erwerben. In Athen war dies die Vermögensklasse der Zeugiten. Ein Gedanke ist, Gruppen von Bürgern, die als wehrfähig galten und Militärdienst leisteten, ein Anrecht auf eine (mehr oder weniger große) politische Mitbestimmung zuzusprechen. In den Perserkriegen und in außenpolitischen Unternehmungen, die auch in Verbindung mit dem Attischen Seebund standen, wurde in Athen die Rolle der armen Bürger (der sogenannten Theten) bedeutender, die als Ruderer in den Schiffen der Flotte dienten (vorher waren sie eher nur als Leichtbewaffnete und in militärischen Hilfsfunktionen wie z. B. Waffenträger tätig).

Athen war eine Polis (griechisch: πόλις [polis]; Plural: πόλεις [poleis]; eine politische Gemeinschaft, das Wort wird in der deutschen Sprache oft mit „Staat“, „Stadt“ oder Stadtstaat“ wiedergeben). Die Griechen einer Polis hatten politische Ideale, die auf Autarkie (Selbstgenügsamkeit, Selbständigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit) und Autonomie (Selbstbestimmung, nach eigenen Gesetzen leben) zielten. Die freien Bürger waren der Polis unmittelbar und nicht durch Abhängigkeitsverhältnisse vermittelt verbunden.

Die Poleis waren Bürgergemeinschaften und schon in Bezug auf ein gemeinsames politisches Zentrum durchorganisiert. Dies bot einige günstige Voraussetzungen für eine Entwicklung hin zur Demokratie.

In die Vorgeschichte der athenischen Demokratie gehört Solon, der Schuldsklaverei abschaffte und politische Rechte (darunter Wählbarkeit zu Ämtern) und Pflichten (z. B. Militärdienst) nach Vermögensklassen abgestuft hat, also nach der Menge des Besitzes/des Einkommens festgelegt. Diese politische Ordnung ist später als Timokratie bezeichnet worden.

Ohne Abschaffung der politischen Ordnung und der Gesetze kam es einige Jahrzehnte in Athen zu einer Tyrannenherrschaft durch Peisistratos und seine Söhne. Die Tyrannis entstand aus Machtkämpfen unter Adligen, bei denen sich einer durchsetzte. Nach dem Sturz der Tyrannenherrschaft war der Kleisthenes zunächst bei der Wahl zum höchsten Amt nicht erfolgreich, betrieb aber dann eine Politik, das Volk auf seine Seite zu bringen. Nach Auseinandersetzungen gewann er den Machtkampf gegen seinen Konkurrenten Isagoras. Die von Kleisthenes ungefähr 508/7 v. Chr. herbeigeführte politische Ordnung ist später als Isonomie bezeichnet worden. Sie kann als eine Frühform der Demokratie verstanden werden (manche setzen allerdings den Beginn der Demokratie in Athen erst einige Jahrzehnte später an). Kleisthenes hat eine politische Neuorganisation der athenischen Bürgerschaft durchgeführt (Einteilung in 10 Phylen). Es gab als Institutionen die Volksversammlung, den Rat der 500, Volksgerichte, eine große Anzahl höherer oder niedriger politischer Ämter und den Areopag (Rat aus ehemaligen Archonten [Oberbeamten]).

Schritte zu einer zunehmenden Demokratisierung sind in Athen von Adligen im politischen Wettbewerb mit Konkurrenten eingeleitet worden, aber es gab auch ein Interesse der Bürger an mehr politischer Teilhabe (Partizipation).

Um 461/460 v. Chr. wurden dem Areopag (ein Rat ehemaliger Archonten) einige von ihm ausgeübte Aufsichts- und Eingriffsrechte entzogen, und teils auf die Volksversammlung, teils auf den Rat der 500, vor allem aber auf die Volksgerichte übertragen worden.

Einige spätere Entwicklungen haben die Demokratie ausgebaut.

  • Herabsetzung der Anforderungen an Besitz/Einkommen für die Wählbarkeit zu einem Amt
  • Ausweitung des Losverfahrens, auf viele (nicht alle) Ämter
  • Einführung von Zahlungen, die auch Ärmeren besser eine Beteiligung ermöglichten, nämlich eine griechisch μισθός (misthos [Lohn, Besoldung]) genannte finanzielle Aufwandsentschädigung: Lohn/Besoldung für als Soldaten dienende Bürger und möglicherweise auch für manche Amtsinhaber (die politischen Ämter hatten gewöhnlich eine Amtsdauer von 1 Jahr), Tagegelder für Geschworene in Volksgerichten, Tagegelder für Mitglieder des Rates der 500, Tagegelder an die Teilnehmer an einer Volksversammlung, Einrichtung einer Schaugelderkasse (griechisch: θεωρικόν [theorikon]) zur Teilnahme an den Theateraufführungen während des dreitägigen Staatsfestes der Großen Dionysien

Der 478/477 v Chr. gegründete Attische Seebund (offenbar mit dem „Pakt von Delos“ in der Fragebeschreibung gemeint; bis 454 v. Chr. war die Insel Delos Ort der Bundesversammlung und de Bundeskasse) konnte für die Finanzierung der Zahlungen nützlich sein. Allerdings wurden die Zahlungen auch beibehalten, als der Seebund nicht mehr bestand bzw. in einem neuen Seebund keine Abgaben wie vorher eingingen. Und die meisten Änderungen, die zu einer Demokratie führten, bedeuteten keine finanziellen Kosten.

Internetseiten und Bücher in Bibliotheken enthalten Informationen zum Thema z. B.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Demokratie

http://www.bpb.de/175892/grundzuege-der-athenischen-demokratie

Jochen Bleicken, Die athenische Demokratie. 2., völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 1994. ISBN 978-3-506-71901-0

Peter Funke, Athen in klassischer Zeit. . Originalausgabe. 3., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe ; 2074 : C. H. Beck Wissen). ISBN 978-3-406-44574-3

Christian Meier, Athen : ein Neubeginn der Weltgeschichte. Vom Autor durchgesehene und erweiterte Taschenbuchausgabe. München : Goldmann, 1995 (Goldmann ; 12852 : Ein Siedler-Buch bei Goldmann). ISBN 978-3-442-12852-5

Angela Pabst, Die athenische Demokratie. Originalausgabe. 2., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2010 (Beck'sche Reihe ; 2308 : C. H. Beck Wissen). ISBN 978-3-406-48008-9

Michael Stahl, Gesellschaft und Staat bei den Griechen: Klassische Zeit. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 2003 (UTB : Geschichte ; 2431). ISBN 978-3-8252-2431-8 (UTB). ISBN 978-3-506-99001-3 (Schöningh)

Karl-Wilhelm Welwei, Athen : Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus. Einbändige Sonderausane, 2., bibliographisch aktualisierte und mit einem neuen Vorwort versehene Auflage der Bände "Athen", 1992, und "Das klassische Athen", 1999. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011, ISBN 978-3-534-24082-1 

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Unterschied

Eine Einteilung in Klassen legt gemeinsame wirtschaftliche und gesellschaftliche Merkmale von Gruppen zugrunde, die Einteilung in Phylen in der athenischen Demokratie bezog sich auf das Gebiet, in dem die Athener wohnten, wobei eine Phyle jeweils zusammengenommen aus einem Gebiet in der Stadt Athen, einem Gebiet an der Küste und einem Gebiet im Binnenland von Attika bestand. Bei einer Klasse geht es also eher um eine soziale Zugehörigkeit, bei einer Phyle ging es um eine örtliche/regionale Zugehörigkeit.

Klasseneinteilungen können auf verschiedenen Theorien beruhen, z. B. in der marxistischen Theorie mit einer Unterscheidung von Sklavenhaltern und Sklaven als Hauptklassen. Es kann auch der Status als Freie und Unfreie als eine Unterteilung genommen werden und innerhalb der freien Bevölkerung nach Schichten unterschieden werden, z. B. Großgrundbesitzer, reiche Geschäftsleute, Handwerker, Bauern, Lohnarbeiter).

In der Vorgeschichte der athenischen Demokratie hat Solon eine Einteilung nach Vermögensklassen vorgenommen (frühes 6. Jahrhundert v. Chr.).

Ungefähr 508/507 hat Kleisthenes eine Einteilung in 4 Phylen („Stämme“) in eine andere Einteilung in 10 Phylen (griechisch: φυλαί [phylai], Singular: φυλή) geändert.

Vermögensklassen

Solon hat politische Rechte (darunter Wählbarkeit zu Ämtern) und Pflichten (z. B. Militärdienst als Reiter, schwerbewaffneter Fußsoldat oder Ruderer) nach Vermögensklassen abgestuft, also nach der Menge des Besitzes/des Einkommens festgelegt.

Die nach Besitz/Einkommen unterschiedenen Gruppen waren:

1) Fünfhundertscheffler (πεντακοσιομέδιμνοι [Pentakosiomedimnoi]: Ernteertrag über 500 Scheffel pro Jahr

2) Reiter (ἱππείς [Hippeis]): Ernteertrag über 300 Scheffel pro Jahr

3) Zeugiten (ζευγίτες): Ernteertrag über 200 Scheffel pro Jahr

4) Theten (θήτες): Ernteertrag unter 200 Scheffel pro Jahr

In der athenischen Demokratie ist es zu Herabsetzung der Besitzanforderungen/Einkommensanforderungen bei der Zulassung zu Ämtern gekommen. So konnten seit 457 konnten auch Angehörige der dritten Vermögensklasse, die Zeugiten zu Archonten (griechisch: ἄρχοντες; Singular: ἄρχων [archon]) gewählt werden. Im 4. Jahrhundert konnten auch Theten in hohe Ämter kommen, indem sie ihre eigene Vermögensklasse nicht angaben und dies geduldet wurde.

Phylen

Die Einrichtung neu geschaffener, Phylen genannter Einheiten durch Kleistenes (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kleisthenische_Reformen#Demen-_und_Phylenreform ) unterteilte Attika in 3 Teile (Ausnahmen: Gebiet von Eleutherai im Westen, Oropos im Norden an der Grenze zu Böotien, Insel Salamis):

1) Stadt (ἄστυ) = Athen

2) Küstengebiet (παραλία)

3) Binnenland (μεσόγαια)

Es wurden 10 Phylen geschaffen, die in Drittel (Trittyen; griechisch: τριττύες) unterteilt waren, jeweils ein Drittel (Trittys; griechisch: τρίττυς) aus jedem Teil (Stadt, Küstengebiet, Binnenland). Die Phylen, deren Bevölkerung so aus allen Teilen des Landes kam, hatten eigene Phylenkulte und –heroen. Die Grenzen zwischen den neuen Einheiten verliefen oft durch bisher bestehende. Die Phylen waren keine zusammenhängenden geographischen Gebilde. Eine Auswirkung war eine Mischung verschiedener landschaftlicher Gebiete innerhalb jeder Phyle.

Mitglieder politischer Einrichtungen wurden nach Phylen gewählt bzw. gelost. Die Neuorganisation wurde also zur Grundlage des öffentlichen Lebens. Jede Einheit hatte eigene Versammlungen und Amtsträger. Jede Phyle stellte einen Truppenverband mit einem Strategen an der Spitze.

Die unterste Ebene war der Demos (griechisch. δῆμος), eine lokale Selbstverwaltungseinheit (Gemeinde). Insgesamt gab es 139 solcher Demen (griechisch: δήμοι [demoi).

ein Buch in Bibliotheken mit Informationen:

Jochen Bleicken, Die athenische Demokratie. 2., völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 1994. ISBN 978-3-506-71901-0

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Nach Auffassung von Thomas Hobbes (1588 – 1679) sind die Menschen wesentlich Egoisten, die möglichst viel eigenen Nutzen erreichen wollen.

Eine grundlegende Annahme ist: Die Individuen sind vom Streben nach einer Maximierung ihres eigenen Nutzens bestimmt.

Das Handeln der Menschen beruht auf einem bindungslosen (keiner normativer Einschränkung unterliegenden) Eigeninteresse (es kann soziale Regungen einschließen, muß es aber nicht). Als hauptsächliches Motiv menschlichen Handelns ist der Gedanke an Selbsterhaltung zugrundegelegt. Hobbes behauptet, Selbsterhaltung sei für jeden das erste Gut. Denn die Natur habe es so eingerichtet, daß alle ihr eigenes Wohlergehen wünschen. Die Menschen wünschen für sich Leben und Gesundheit und deren Gewährleistung für die Zukunft, soweit dies möglich ist.

Das Streben nach Selbsterhaltung schließt die Bereitschaft ein, alle zur Verwirklichung dieses Ziels erforderlichen oder förderlichen Mittel zu erhalten und anzuwenden.

Menschen hätten die Erwartung, andere seien von Natur aus schlecht. Ohne staatliche Ordnung befinden sich Menschen in einem Naturzustand. Konkurrenz, Mißtrauen und Ruhmsucht prägen das Verhalten. Diese Konfliktursachen veranlassen Menschen zu Übergriffen.

Leidenschaften, Gier und überlegte Vorsorge lassen dabei aggressives Verhalten nach der Überzeugung von Thomas Hobbes erforderlich werden. Die Menschen müssen um ihr Leben fürchten, wünschen aber persönliche Sicherheit.

Im Naturzustand herrscht Krieg aller gegen alle. Der Möglichkeit nach ist der Mensch wie ein Raubtier („Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“ [lateinisch: homo homini lupus est]), greift zu Gewalt und List. Er kann gierig nach Beute sein und für eigene Vorteile andere vernichten. Menschen belauern sich im Naturzustand, als ob sie sie einander jederzeit zerfleischen würden.

Weil jeder den anderen umbringen kann, besteht unter Menschen eine grundsätzliche Gleichheit.

Die Menschen können in rationaler Berechnung des Nutzens einen Gesellschaftsvertrag abschließen und einen Staat errichten, wobei sie die Macht einem Souverän übertragen. Dieser hält durch Furcht die Menschen in Schranken.

Das Verhalten der Menschen läuft nach einem Reiz-Reaktions-Schema ab (Einwirkung von Sinnesempfindungen als Druck und Gegendruck). Es ist stark von Trieben bestimmt.

Menschen haben keine Willensfreiheit, nur Handlungsfreiheit (Freiheit als Abwesenheit äußerer Hindernisse, also als Fehlen von äußerem Zwang).

Menschen streben nach Glück, das aber nicht in einer zufriedenen Seelenruhe als höchstes Gut und Endpunkt besteht. Glückseligkeit versteht Hobbes als ständiges Fortschreiten des Verlangens von einem Gegenstand zu einem anderen.

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Belastung

Der Versailler Vertrag enthielt für Deutschland Gebietsverluste, zeitweise Kontrolle anderer Staaten in einigen Gebieten, Einschränkungen und eine Verpflichtung zu großen Entschädigungsleistungen (Reparationen) in Form von Geldzahlungen und Sachlieferungen, deren endgültige Höhe und Dauer von einer Reparationskommission festgelegt werden sollte.

Die unangenehmen Bestimmungen waren eine Folge des verlorenen Ersten Weltkrieges und damit eine Erbschaft des Kaiserreiches, aber politische Gegner einer Demokratie nutzten das Thema, um Stimmung für sich zu machen und die parlamentarische Demokratie und die sie tragenden Parteien und Politiker anzugreifen. Begünstigt wurde dies durch eine Reaktion großer Teile der deutschen Bevölkerung, die Realitäten verkannten oder verdrängten und sich einer übertriebenen Erwartung eines ziemlich milden Friedens durch Woodrow Wilson, Präsident der USA, hingegeben hatten.

Der Versailler Vertrag hatte ungünstige psychologische Folgen und führte zum langandauernden Problem der Reparationszahlungen, was radikalen Kräften Agitationsmöglichkeiten mit Angriffen auf Demokraten bot, die auf Kompromisse, internationale Verständigung und Einsicht in reale Bedingungen ausgerichtet waren. Die Dolchstoßlegende (eine unzutreffende Darstellung, das deutsche Heer sei im Weltkrieg „im Felde unbesiegt“ geblieben und habe erst durch oppositionelle „vaterlandslose“ Zivilisten aus der Heimat einen „Dolchstoß von hinten“ erhalten) und eine Kriegsunschuldlegende waren schädlich. Revolutionäre im November 1918 („als Novemberverbrecher“ verleumdet) und Demokraten wurden in einer Geschichtsfälschung als Schuldige abgestempelt und die Führungsschichten des Deutschen Kaiserreiches, vor allem die militärische Führung, von ihrer Verantwortung entlastet und gerechtfertigt. Rechtsextreme Propaganda griff oft auf diese falschen Behauptungen zurück. Die Demokratie wurde mit der Niederlage verbunden. So wurde der Versailler Vertrag zu einer Belastung der Weimarer Republik.

Überlegt werden kann auch, ob die Bestimmung des Versailler Vertrages, eine Berufsarmee (mit einer vorgeschriebenen Höchstzahl an Soldaten) einzurichten, Schattenseiten hatte (Staat im Staate mit wenig demokratischer Einstellung).

Scheitern der Demokratie

Schuld kann es genaugenommen nur bei Personen und Personengruppen geben.

Nicht der Versailler Vertrag für sich genommen, sondern die Reaktion vieler Deutscher auf ihn hat zum Scheitern der Demokratie beigetragen. Der Versailler Vertrag gehörte zu mehreren ungünstigen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik. Er hat eine Rolle in einem Ursachengeflecht gespielt, in dem viele Faktoren vorhanden waren und beim Untergang der Demokratie zusammenwirkten.

Fast alle Parteien in Deutschland traten dafür ein, den Versailler Vertrag zu revidieren (durchsehen, überprüfen und verändern/korrigieren). Ein Wunsch nach Veränderung der Bedingungen des Friedensvertrages war alleingenommen kein Grund für eine Abschaffung der Demokratie. Erst in Verbindung mit einem starken (teilweise extremen) Nationalismus und einer antidemokratischen Einstellung ergab sich bei einer erheblichen Anzahl der Bevölkerung diese Tendenz.

Der Versailler Vertrag ist nicht die einzige Ursache für den Untergang der Demokratie gewesen und es sollte nicht das starke Gewicht anderer Ursachen übersehen werden.

Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik werden in wissenschaftlichen Darstellungen über die Weimarer Republik erörtert (z. B.: Ursula Büttner, Weimar : die überforderte Republik 1918 - 1933 ; Leistung und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Stuttgart : Klett-Cotta, 2008, S. 498 – 509).

Eberhard Kolb/Dirk Schumann, Die Weimarer Republik. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg : München, 2013 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 16), S. 250 – 251 enthält eine Skizzierung eines verwickelten Ursachengeflechts:

  • institutionelle Rahmenbedingungen
  •  ökonomische Entwicklungen mit ihren Auswirkungen auf politische und gesellschaftliche Machtverhältnisse
  •  Besonderheiten der politischen Kultur in Deutschland (mitverantwortlich für weitgehende Republikferne der Eliten)
  • Veränderungen im sozialen Gefüge (Umschichtungen)
  •  ideologische Faktoren (autoritäre Tradition, extremer Nationalismus, Führererwartung und Hoffnung auf einen charismatischen „starken Mann“)
  • massenpsychologische Momente (Erfolgschancen einer massensuggestiven Propaganda infolge kollektiver Entwurzelung und politischer Labilität breiter Bevölkerungskreise)
  • Rolle einzelner Personen (vor allem Hindenburg, Schleicher, Papen)

Die Ursachen (außer dem Versailler Vertrag) des Untergang der Demokratie in Deutschland können unterschiedlich unterteilt und ausgedrückt werden. Es gibt Faktoren, die dabei berücksichtigt werden sollten.

  • Weltwirtschaftskrise: Der Börseneinbruch 1929 führte zu einer schweren Weltwirtschaftskrise, die in Deutschland eine hohe Arbeitslosigkeit (auf etwa 6 Millionen ansteigend) verursachte und eine schwere Belastung war. Die bestehenden sozialen Sicherungssysteme hatten Mängel und waren mit einem ausreichenden Abfangen überfordert. Die schlimme wirtschaftliche Lage und die Angst vor sozialem Abstieg (auch die Inflation 1923 mit einem weitgehenden Verlust von Sparguthaben war noch stark in Erinnerung) untergruben das Vertrauen in das politische System. Die Wirtschaftspolitik der Regierung (zunächst wurde eine Deflationspolitik mit Einsparungen im Staatshaushalt und der Senkung von Löhnen und Preisen verfolgt) hat über eine längere Zeit die Schwierigkeiten eher verschärft.
  • starke Stellung von Führungskräften des Kaiserreiches in Verwaltung, Justiz, Militär (Reichswehr) und Wirtschaft
  • antidemokratisches Denken: Beträchtliche Teile der Bevölkerung, auch gerade der Eliten, hatten eine antidemokratische Einstellung. Sie lag sowohl an nachwirkenden Traditionen, Strukturen und Mentalitäten aus dem monarchistischen Obrigkeitsstaat als auch in neuen Weltanschauungen. Antidemokratisches Denken und autoritäre Neigungen bestimmten erheblich die politische Kultur. Zum Untergang der Demokratie führte das Ausmaß an rechtsextremen Kräften. Es gab eine sehr nationalistische Ideologie mit Massenmobilisierung im Zeichen einer „Volksgemeinschaft“, die stark von Erlebnissen des Ersten Weltkrieges geprägt war. Es gab eine Spaltung der Arbeiterbewegug und eine kommunistische Bewegung stand in starkem Gegensatz zu Sozialdemokraten und bekämpfte diese lange Zeit als Hauptfeind. Die Kommunisten und der Bolschewismus in der Sowjetunion waren für rechte Gruppierungen geeignete Schreckgespenster, um eine Kommunistenfurcht zu ihren Gunsten auszunutzen.
  • Strukturschwächen der politischen Ordnung/Verfassung: Die Verfassung war wertneutral und manche Prinzipien (parlamentarisch, präsidial und direkt) waren ungünstig vermischt. Die Demokratie war nicht so gesichert, daß eine Abschaffung einer Grundordnung nicht erlaubt war, und Grundrechte konnten außer Kraft gesetzt werden. Ein destruktives Mißtrauensvotum gegen Regierung war möglich. Ein direkt gewählter Reichspräsident hatte eine große Machtfülle (vor allem Artikel 25 Auflösung des Reichstags, Artikel 48 Notverordnungen und Artikel 53 Ernennung und Entlassung des Reichskanzlers). Wenn es im Parlament (Reichstag) keine handlungsfähige politische Mehrheit gab, konnte der Reichspräsident eine entscheidende Rolle spielen. Mit Paul vom Hindenburg kam 1925 eine Person im Amt, die eher ein Ersatzmonarch war und kein Anhänger der Demokratie, außerdem hatten Gegner der Demokratie (Franz von Papen ist nur ein Beispiel) großen Einfluß auf ihn. Das Verhältniswahlrecht und das Fehlen einer 5%-Sperrklausel werden dagegen überschätzt. Die vielen kleinen Parteien waren Zeichen der Zersplitterung und Spaltung in Interessengruppen sowie eines Mangels an klarer politischer Orientierung, hatten aber zusammengenommen kein allzu großes Gewicht. Bei einem Mehrheitswahlrecht hätten vermutlich zwar zunächst grundsätzliche Gegner der Demokratie weniger Abgeordnete durch Wahlen bekommen, aber später auch ihren Anstieg beschleunigen können.
  • Unterschätzung der NSDAP und ihrer Gefährlichkeit
  • Abbröckeln der Zusammenarbeit von Kräften der Mitte, in der Arbeiterbewegung verwurzelten Sozialdemokraten und im Bürgertum verankerten Parteien (vor allem Deutsche Zentrumspartei [kurz: Zentrum; politischer Katholizismus] und Deutsche Demokratische Partei [DDP, liberal], zeitweise auch andere wie die Deutsche Volkspartei [DVP; rechtsliberal-konservativ]). Durch zunehmenden Druck verengten sich die Handlungsspielräume, aber nur ein Zusammenwirken mit Bereitschaft zu Kompromissen konnte eine regierungsfähige Mehrheit, die für die Beibehaltung der Demokratie eintrat, gewährleisten. Der Rückhalt nahm ab. Es gab in Parteien, die vor allem auf die bürgerliche Mitte ausgerichtet waren, eine Bewegung nach rechts, die auch mit Tendenzen in der Wählerschaft in Verbindung stand. Dies begünstigte angesichts einer zunehmenden Schwierigkeit, eine regierungsfähige Mehrheit im Parlament zusammenzubringen, die Neigung zu eher autoritär regierenden Präsidialkabinetten.
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Es gibt Deutungsspielraum, was als dramatische Feindschaft verstanden wird.

Persephone, seine Ehefrau, hatte Grund, Hades ihren gewaltsame Entführung (Brautraub) und die Verwendung eines Tricks (Granatapfelkerne als Speise gegeben), um ihren mindestens zeitweisen (3, 4 oder 6 Monate pro Jahr nach unterschiedlichen Fassungen) Aufenthalt in der Unterwelt zu erzwingen, übelzunehmen. Es überwiegt aber die Darstellung, Persephone habe sich schließlich in die Lage gefügt.

Gottheiten, mit denen Hades Probleme hatte:

  • Kronos (Vater, der Hades wie andere Kinder verschlang; im Titanenkampf als Gegner bekämpft) und andere im Titanenkampf besiegte und danach bestrafte [z. B. im Tartaros eingesperrte] Titanen (z. B. Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos, Atlas und Menoitios)
  • Demeter (gewaltsame Entführung ihrer Tochter Persephone, von ihr nicht gewünschte Ehe, Verwendung eines Tricks, durch den Persephone nur einige Monate pro Jahr bei ihrer Mutter sein darf)
  • Herakles (Halbgott, nach seinem Tod zu den Göttern erhoben; Herakles hatte als eine seiner Aufgaben, Kerberos, der den Eingang zur Unterwelt bewacht, einzufangen und herauszubringen, drang in die Unterwelt ein, befreite dort Theseus [nach einigen Darstellungen auch [Peirithoos], schlachtete eines der Rinder des Hades, zerbrach dem Hirten Menoitios, im Ringkampf die Rippen; Hades hat zwar die Erlaubnis gegeben, Kerberos zeitweilig herauszubringen, allerdings gibt es auch Erzählungen über ein drohendes Verhalten von Herakles; Herakles hat die verstorbene Alkestis ihrem Ehemann Admetos lebendig zurückgebracht, nach einigen antiken Autoren nach einem Kampf gegen Hades [Apollodoros, Bibliotheke 1, 106]; Herakles hat Hades in einem Kampf bei Pylos mit einem Pfeil an der Schulter verwundet (Homer, Ilias Ε - 5. Gesang, Vers 395 – 400; vgl. Pindar, 9. Olympische Ode; Apollodoros, Bibliotheke 2, 142; Pausanias 6, 25, 2; Seneca, Hercules furens 559 - 565])
  • Asklepios (zunächst ein Heros, Sohn des Gottes Apollon, dann aufgrund kultischer Verehrung zum Gott der Heilkunst aufgestiegen; Asklepios begann sogar Tote wiederzuerwecken, worüber sich Hades bei Zeus beklagte, der Asklepios durch einen Blitz tötete)
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Anscheinend geht es um die Revolution 1848/1849 in Deutschland.

Die Revolution 1848/1849 ist vor allem gescheitert, weil eine beträchtliche Anzahl an schwierigen Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen war, kein eigener großer und fester Machtapparat im Bereich von Militär und Verwaltung geschaffen wurde, der Widerstand gegen die Revolution bei Monarchen und Adel stark war und die Möglichkeiten abweichender Interessen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Revolutionäre und der beteiligten Bevölkerungsgruppen vielfältig und groß waren. Vor allem in den in den wichtigen Staaten Preußen und Österreich wurde die Stellung der Monarchen wieder stärker und ab Herbst 1848 gab es Gegenschläge, mit denen sie sich militärisch in Berlin und Wien durchsetzten. Im April 1849 lehnte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Kaiserkrone ab, die ihm die Nationalversammlung angeboten hatte. Die Anhänger der Revolution hatten nicht ausreichend Machtmittel, um sich dauerhaft zu behaupten.

Die Angabe von Ursachen des Scheiterns ist ein Stück weit von einer Deutung abhängig. Daher gibt es in Darstellungen unterschiedliche Nennungen von Ursachen.

Ursachen des Scheiterns der Revolution 1848/1849:

  • fehlender Machtapparat der Revolutionäre: Die Monarchen behielten die Kontrolle über das Militär und weitgehend auch über die Bürokratie. Die Revolutionäre haben fast gar nicht eigene Truppen geschaffen.
  • keine starke Zentralgewalt: Die Provisorische Zentralgewalt, die als Regierung (aus Reichsverweser und Reichsministern) gebildet wurde, hatte als Exekutive kaum eine eigene Machtstellung. Ihr fehlten fast vollständig eigene feste Einnahmen (Geld), Verwaltung und Heerestruppen. Damit war sie auf Unterstützung der Einzelstaaten angewiesen. Der revolutionären Bewegung ist es aber nicht auf Dauer gelungen, die Exekutive in den Einzelstaaten mitzubestimmen (der Partikularismus war stark, Monarchen und Landesparlamente wollten nicht gerne auf Macht verzichten).
  • mangelnde revolutionäre Erfahrung und mangelnde Entschlossenheit in der Anfangsphase: Es fehlte eine revolutionäre Erfahrung. Eine zunächst verhältnismäßig günstige Lage mit einem Anfangsschwung wurde nicht entschlossen genug ausgenutzt und eine mögliche Untergrabung der Stellung unterschätzt. Das Zurückweichen der Monarchen im März und April 1848 ist von den Revolutionären zum Teil überbewertet worden.
  • weitgehende Abwendung der Landbevölkerung/Bauern: Die Probleme der Landbevölkerung/Bauern wurden rasch gelöst und damit fiel ein Teil der revolutionären Basis weg, weil diesem Teil vor allem bestimmte beschränkte Interessen wichtig waren.
  • Probleme der Schaffung eines deutschen Nationalstaates als politische Einheit: Die Gründung eines deutschen Nationalstaates war sehr schwierig. Es gab eine Fülle von Problemen, eine Einheit zu verwirklichen, so die Entscheidung über eine kleindeutsche Lösung (Deutschland ohne Österreich, mit Preußen als Vormacht) oder großdeutsche Lösung (Deutschland einschließlich Österreichs) und damit auch das Verhältnis zu Preußen und Österreich und eine Entscheidung über die Grenzen. Die europäischen Staaten waren einem einheitlichen deutschen Nationalstaat eher abgeneigt.
  • Erschwerung eines gemeinsamen Vorgehens in der Revolution durch unterschiedliche wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Interessen und unterschiedliche Meinungen der beteiligten Bevölkerungsgruppen (z. B. Zerstrittenheit zwischen Liberalen und Demokraten, Angst im Bürgertum vor einer sozialen Revolution): Eine einheitliche Frontstellung mit der Fähigkeit zu einer großen gemeinsamen Mobilisierung konnte kaum durchgehalten werden, es kam zu Spaltungen unter den Revolutionären. Viele Liberale hatten Furcht vor einem völligen Umsturz und suchten davor auch Rückhalt bei den Monarchen. Ziel der Revolution war nicht die völlige Abschaffung der Monarchie. Die Mehrheit befürwortete eine konstitutionelle Monarchie. Die Demokraten hatten weitergehende Wünsche (Volkssouveränität, Demokratie), aber eine ausgeprägte Konfrontationsstrategie bot angesichts einer mehrheitlich monarchisch eingestellten Bevölkerung und der tatsächlichen Macht der Monarchen, des Adels und des von diesen beherrschten Militärs in der eingetretenen Lage realpolitisch wenig Erfolgsaussichten. Im Bürgertum hatten viele Leute Angst vor einer sozialen Revolution und waren mit ihrer gesellschaftlichen Stellung ziemlich zufrieden. 
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