Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Flaggen oder Wappen können als nationale/staatliche Symbole verwendet werden. Es komnt darauf an, ob es zu der Zeit der Karikatur für einen Staat so etwas gab und wie die Flaggen bzw. Wappen aussahen. Von der Flagge der Sowjetunion können Hammer und Sichel als Kennzeichen genommen werden.

Ein Doppeladler kann in der Zeit der Monarchie für Österreich(-Ungarn) oder Russland stehen.

Russland wird auf Karikaturen öfters durch einen Kosaken dargestellt (vgl. z. B. https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/karikatur-auf-napoleons-niederlage-in-russland-1812.html ; https://skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/1149942 ).

Herrscher(innen) oder führende Politiker(innen) können auf einer Karikatur vorkommen.

Es gibt Nationalallegorien/Personifikationen.

Für Deutschland gibt es den deutschen Michel, aber auch Germania. Auch bei deutschen Einzelstaaten gibt es dies, z. B. Borussia für Preußen, Bavaria für Bayern.  

Österreich: Austria

Russland: russischer Bär; Mütterchen Russland

Italien: Italia turrita

Spanien: Hispania

Großbritannien: John Bull; Britannia

Frankreich: Marianne; gallischer Hahn

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalallegorie

https://de.wikipedia.org/wiki/Austria_(Personifikation)

https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_B%C3%A4r_(Nationalallegorie)

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCtterchen_Russland

https://de.wikipedia.org/wiki/John_Bull

https://de.wikipedia.org/wiki/Britannia_(Personifikation)

https://de.wikipedia.org/wiki/Italia_turrita

https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne

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Insgesamt hatten die Frauen in der Französischen Revolution (1789 – 1799) weniger politisches Gewicht als die Männer. Daher wäre es deutlich übertrieben, den Frauen im Ganzen eine größere Antriebskraft als den Männern zuzuschreiben. Bei manchen einzelnen Vorgängen haben Frauen aber eine wichtige Rolle gespielt und etwas vorangetrieben. Durchgehend nur eine Nebensache sind Frauen nicht gewesen.

Nicht alles ist leicht festzustellen. Beispielsweise ist nicht immer klar, inweit eine Beeinflussung des eher entscheidungsschwachen Königs Ludwig XVI. durch seine Frau Marie Antoinette stattgefunden hat.

In Bibliotheken gibt es Bücher zum Thema.

In allgemeinen Darstellungen der Französischen Revolution ist einiges enthalten z. B.:

Elisabeth Fehrenbach, Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress. 5. Auflage. München ; Wien: Oldenbourg, 2008 (Oldenbourg-Grundriß der Geschichte; 12). ISBN 978-3-486-58587-8 (S. 184 – 185)

Wolfgang Kruse, Die Französische Revolution. Paderborn , München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005 (UTB : Uni-Taschenbücher : Geschichte ; 2639). ISBN 3-506-71316-7 (Schöningh); ISBN 978-3-8252-2639-8 (UTB) (S. 134 – 148 Geschlechterbeziehungen)

Rolf Reichardt, Das Blut der Freiheit : Französische Revolution und demokratische Kultur. Originalausgabe. Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1998 (Fischer ; 60135 : Europäische Geschichte). ISBN 3-596-60135-5 (S. 172 – 179 Die revolutionäre Frauenbewegung)

einige Internetseiten (in einer Antwort zu einer Farge auf dieser Plattform habe ich auch auf spezielle Literatur hingewiesen):

https://www.historicum.net/themen/franzoesische-revolution/einfuehrung/wirkungsbereiche/art/III_Frauen_und/html/artikel/492/ca/18e3313077/

https://www.univie.ac.at/igl.geschichte/europa/FR/Arias/Arias_Index1.htm#

https://www.gutefrage.net/frage/franzoesische-revolution-frauen-rechte

https://www.gutefrage.net/frage/waren-frauen-in-der-franzoesischen-revolution-wichtig

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Um eine Lösung zu finden, kann helfen, im Geschichtsbuch über das Mittelalter wichtige Begriffe im Zusammenhang mit den einzelnen Fragen herauszusuchen oder die zentralen Wörter der einzelnen Fragen in eine Suchsmaschine einzugeben.

Nützlich sind auch Überlegungen, welche Begriffe passend sein könnten. Mit welchem Bauteil kann Kontrolle über den Zugang zu einer Burg ausgeübt werden? Wie ist Jesus gestorben und was ist Symbol des Christentums?

Der Hinweis ü = ue ist zu beachten.

1)     Zuenfte

2)     Turniere

3)     Bauern

4)     Zugbruecke

5)     Hanse

6)     Gotik

7)     Konkordat

8)     Kreuzzuege

9)     Knappe

10)  Luebeck

11)  Page

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Die ältesten gefundenen Überreste von Pferden in Ägypten werden in die Endphase der 13. Dynastie (diese wird in der Ägyptologie unterschiedlich noch zum Mittleren Reich oder zur Zweiten Zwischenzeit gezählt) datiert, also in das 18. oder 17. Jahrhundert v. Chr. (je nach Chronologie, die angenommen wird).

Diese ältesten Nachweise für Pferde in Ägypten stammen aus Tell el-Maschuta nahe bei Tell el-Kebir und aus Auaris/Avaris (Tell el Dab'a). Hier im östlichen Nildelta hat es Siedlungen gegeben, die vorderasiatische Zuwanderer gegründet haben bzw. in die sie gekommen sind. Bald darauf errangen sie die Herrschaft im Alten Ägypten für etwas mehr als 100 Jahre. Die für sie verwendete Bezeichnung Hyksos bedeutet „Herrscher der Fremdländer“.

Pferd und Streitwagen sind anscheinend von Vorderasien nach Ägypten gekommen.

Ingrid Bohms, Säugetiere in der altägyptischen Literatur. Berlin ; Münster : Lit, 2013 (Ägyptologie ; Band 2), S. 260:  

„Das Pferd verbreitete sich rasch im Vorderen Orient und trat wahrscheinlich schon kurz vor dem militärischen Eindringen der Hyksos in den asiatischen Kolonien des nordöstlichen Nildeltas auf. Neben einem Pferdeskelett aus der Zeit von 1750 v. Chr., gefunden in Tell el-Kebir im Ostdelta, wurden auch Pferdezähne aus der Zeit um 1640 v. Chr. in der ehemaligen Hyksoshauptstadt Avaris entdeckt. Die zeitliche Bestimmung eines Pferdeskelettes aus der Nähe der Festung Buhen ist ist ebensowenig einwandfrei gesichert wie die Tatsache, daß dieses Tier bereits domestiziert war. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, es stamme vom Ende der 13. Dynastie. Fest steht, daß das Pferd gegenüber anderen Haustieren relativ spät Eingang in die ägyptische Tierwelt fand. In der Regierungszeit von Kamose (etwa um 1570 v. Chr.) sind erste schriftliche Belege über das Pferd in Ägypten zu verzeichnen. Als ssm.t ist das Tier in die Sprache eingegangen. Das Wort ḥtr wird nicht nur für das „Gespann“, sondern auch für das „Pferd“ verwendet. Das Pferd hatte als Reit- und Lasttier nur einen geringen Stellenwert. Der Equide war dort anfänglich das Zugtier des leichten einachsigen Streitwagens. Dies geschah nicht vor dem 16. Jh. v. Chr. Pferde, die einen solchen Wagen ziehen, sind in bildlichen Darstellungen und Textquellen seit der 18. Dynastie anzutreffen.“

Heike Wilde, Technologische Innovationen im zweiten Jahrtausend vor Christus : zur Verwendung und Verbreitung neuer Werkstoffe im ostmediterranen Raum. Wiesbaden : Harrassowitz, 2003 (Göttinger Orientforschungen, Reihe 4, Ägypten ; Band 44), S. 111:  

„Die ältesten Nachweise des Pferdes in Ägypten datieren an das Ende der 13. Dynastie (Ende des Mittleren Reiches, 18. Jahrhundert v. Chr.). In Avaris (Tell el Dab'a), der Siedlung, die seit dem 17. Jahrhundert v. Chr. als „Hyksos-Residenz", also als Machtzentrale der sogenannten „Fremdherrscher" Ägyptens gilt, ist das Pferd mehrfach nachgewiesen, der älteste Fund wird in eine Siedlungsschicht der 13. Dynastie datiert. Südlich von Tell el Dab'a, in Tell el Maskhuta, kamen ebenfalls Pferdeknochen dieser Zeitstellung zutage. Auch diese Siedlung wird asiatischen Zuwanderern zugeschrieben. Der dritte Fund stammt aus der Festung Buhen. Diese Funde belegen die Pferdehaltung bei den Hyksos bereits zu Anfang ihrer Dominanz über Ägypten. Aber erst in späterer Zeit, ab dem Beginn des Neuen Reiches, nehmen die Quellen in einem Maße zu, was darauf schließen läßt, daß das Pferd den Ägyptern zwar seit dem 18. Jahrhundert schon bekannt war, aber noch keine entscheidende Rolle spielte. Zum Reiten sind Pferde nur in bestimmten Zusammenhängen belegt, wie etwa als militärische Meldereiter. Als Zugtiere wurden am ägyptischen Wagen nur Hengste eingesetzt.“

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Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am 1. Januar 2019 ist das 79. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gewesen:

 https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrskonzert_der_Wiener_Philharmoniker_2019

Das Konzert am 1. Januar 1941 wird dabei als erstes Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gezählt. Vorausgegangen war schon ein Johann-Strauß-Konzert der Wiener Philharmoniker am 31. Dezember 1939 ( vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrskonzert_der_Wiener_Philharmoniker ; http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_N/Neujahrskonzert.xml ; http://wphdata.blob.core.windows.net/documents/Documents/pdf/NS/ns_rath_njk_de_v02.pdf ).

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Die Römer der Antike sind meistens in einem Alter zwischen 17 und 20 Jahren in die römische Armee eingetreten.

Es hat keine genaue Festlegung gegeben, ab welchem Lebenalter bzw. ab welcher Dienstzeit ein römischer Soldat zum Optio als Stellvertreter des Centurio (lateinisch: optio centuriae) ernannt werden konnte. Eine Ernennung ist von einer sehr kurzen Dienstzeit bis zu einer Dienstzeit von vielen Jahren vorgekommen. Die Grundausbildung (4 Monate) und eine gewisse Bewährung in der Praxis war erst einmal zu erbringen. Dann hing auch viel von den Umständen ab (Tüchtigkeit, Beziehung zum Centurio, der ernannte, Verweildauer des gegenwärtigen Optio in seinem Rang [wird er getötet oder schwer verletzt, scheidet er durch Ende seines Militärdienstes aus, wird er in einem höheren Rang befördert?], Stärke der Konkurrrenz).

Grabstein eines Optio, der 34 Jahre alt geworden ist:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grosvenor_Museums_-_Grabstein_7_Optio.jpg

Zumindest zeitweise gab es ein Mindestalter von 17 Jahren für einen Rekruten (lateinisch: tiro). Gaius Sempronius Graccus hat als Volkstribun 123 v. Chr. ein Gesetz in die Volksversammlung eingebracht, das beschlossen wurde und die Bestimmung enthielt, niemand unter 17 Jahren dürfe in die römische Armee rekrutiert werden (Plutarch, Gaius Sempronius Graccus 5, 1).

Ein solches Gesetz für die Aushebung (lateinisch: dilectus) deutet auf eine vorherige Rekrutierung, die manchmal auch unter 17 Jahren geschehen ist.

Nach epigraphischen Zeugnissen (Inschriften) hat es anscheinend in Einzelfällen auch Rekruten im Alter von 16 Jahren gegeben.

Römer wurden bis zum Alter von 46 Jahren zu den iuniores gezählt, die als wehrfähig galten. Die älteren Jahrgänge sind dabei aber in der Zeit, als die römische Armee eine Milizarmee und keine Berufsarmee war, nur ausnahmsweise aufgeboten worden.

Manche Römer sind nach einer Laufbahn in städtischen Ämtern noch mit ungefähr 30 Jahren in die Armee für eine Offizierslaufbahn eingetreten.

Ein Alter von 35 Jahren scheint in der Zeit von Augustus eine Grenze gewesen zu sein, ab der gewöhnlich (wenn es nicht an Wehrwilligen mangelte) kein Eintritt in die römische Armee mehr erwartet wurde (Augustus gab den equites Romani über 35 Jahren die Möglichkeit, ihr Ritterpferd zurückzugeben [Sueton, Divus Augutus 38, 3]; Augustus bestrafte im Zusammenhang mit einer Aushebung nach der Varus-Niederlage 9 n. Chr. von Wehrunwilligen bis 35 Jahren jeden fünften, von Wehrunwilligen über 35 Jahre nur jeden zehnten [Cassius Dio 56, 23, 2 – 3).

Leonhard Schumacher, Tiro [2]. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 12/1: Tam – Vel. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 65 gibt an, ein Rekrut sei im Alter von ungefähr 16 – 20 zum Dienst in einer römischen Legion ausgehoben worden.

Als Beleg wird auf Inschriften hingewiesen:

CIL V 8278 = ILS 2333; CIL LXII 11853

CIL = Corpus Inscriptionum Latinarum (Textkorpus der lateinischen Inschriften)

ILS = Inscriptiones Latinae selectae (Ausgewählte lateinische Inschriften)

Gabriele Wesch-Klein, Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit. Stuttgart : Steiner, 1998 (Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien ; Bd. 28), S. 74 – 75:  

„Das Eintrittsalter der Rekruten war nicht genau fixiert. Laut der Historia Augusta soll selbst der um die res militaris stets besorgte Kaiser Hadrian die Alterskriterien nur allgemein formuliert haben: de militum etiam aetatibus iudicabat, ne aut minor quam virtus posceret, aut maior quam pateretur humanitas, in castris contra morem veterem versaretur. Immerhin scheint es aufgrund der epigraphischen Zeugnisse für die Kaiserzeit plausibel, daß etwa drei Viertel aller Soldaten im Alter von 17 bis 20 Jahren in das Heer eintraten. Bei den equites singulares ist im 3. Jahrhundert ein Trend zu einem früheren Eintrittsalter festzustellen. Dies mag damit zusammenhängen, daß einerseits ein erhöhter Bedarf an Reitern im römischen Heer im 3. Jahrhundert bestand, anderseits der Umgang mit dem Pferd in Gefechtsformation jahrelanges Training voraussetzte, wofür jüngere Männer besser als ältere geeignet waren. Die Obergrenze für den Eintritt in das Heer könnte in Zeiten, in denen es hinreichend Wehrwillige gab, bei 35 Jahren gelegen haben.“

Historia Augusta (Scriptores Historiae Augustae [SHA)], Hadrian 10, 8:  

„Über das Alter der Soldaten urteilte er auch, niemand solle jünger, als es die Mannhaftigkeit/Tüchtigkeit verlange, oder älter, als es Humanität zuließe, sich im Feldlager aufhalten.“

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In dem Text bezieht sich die „deutsche Katastrophe“ allem Anschein nach auf die nationalsozialistische Herrschaft 1933 – 1945.

Auf die Weimarer Republik (1918/1919 – 1933; eine parlamentarische Demokratie, in der Endphase schon stark geschwächt, was unter anderem mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus zusammenhing) folgte eine Diktatur mit Einparteiensystem und Gleichschaltung. Es kam zu Unterdrückung, schweren politischen Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, aggressiver Außenpolitik, die im Zweiten Weltkrieg (mit sehr viel Leid, Zerstörung und Todesopfern) mündete. 1945 endete dieser mit der Niederlage Deutschlands und seiner Besetzung durch die Siegermächte.

Diese Entwicklung kann mit dem Ausdruck „Katastrophe“ als schreckliches Unglück beurteilt werden. Es ist eine Kastrophe für die Deutschen (und viele andere Menschen) und eine von Deutschen (nicht alle als Kollektiv, aber eine große Anzahl) verursachte Katastrophe.

Bei dem Ausdruck kann auch ein Buchtitel im Hintergrund stehen. Von dem Historiker Friedrich Meinecke erschien 1946 „Die deutsche Katastrophe : Betrachtungen und Erinnerungen“. Darin geht es um die nationalsozialistische Herrschaft 1933 – 1945 (der Nationalsozialismus wird auch Hitlerismus, Hitlerscher Nationalsozialismus und Hitlermenschentum genannt), ihre geschichtlichen Wurzeln und ihre politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen. Damit wird auch die Frage untersucht, inwieweit es in der deutschen Geschichte Kontinuität (stetig fortdauernder Zusammenhang; eine sehr weitreichende Behauptung einer Kontinuität ist die These von einem deutschen Sonderweg) oder Diskontinuität (Brüche im Ablauf) gegegeben hat. Friedrich Meinecke widmet dem Verhältnis von Geist/Kultur und Macht Aufmerksamkeit. Eine der bedenklichen Erscheinungen ist seiner Auffassung nach der Militarismus. Von Preußen her (bei dem er zwischen einer kulturfähigen und einer kulturwidrigen Seite unterscheidet) sich verbreitend habe dieser im deutschen Kaiserreich das deutsche Bürgertum stark geprägt. Bismrack habe allerdings immerhin nach außen ab 1871 seiner Machtpolitik Grenzen gezogen

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Die politische Stabilität der politischen Ordnung ging in der römischen Republik im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. zunehmend verloren.

Die (wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen) Rückwirkungen der erfolgreichen Expansion (Machtausdehnung, bei der die Römer immer mehr Gebiet erobern und beeinflussen) auf Rom sind eine Erklärung für den Untergang der Republik.

Große gesellschaftliche Ungleichheiten, Ausbeutung (besonders der Bevölkerung der Provinzen) und Mißstände hat es gegeben, aber dies hat nicht direkt zum Untergang geführt, nur eine abnehmende Verbundenheit mit der Republik bei Teilen der Bevölkerung geführt.

Mächtige Politiker konnten eine sehr große Gefolgschaft (Klientel) aufbauen, wodurch eine grundsätzliche Gleichheit und ein gewisses Gleichgewicht unter den führenden Männern einer in der Hauptsache aristokratischen/oligarchischen Ordnung bedroht waren. Indem bei den Machtkämpfen ein Einzelner erfolgreich war, entstand schließlich eine Monarchie (Alleinherrschaft).

Soldaten ließen sich in innenpolitischen Auseinandersetzungen einsetzen.

Zur Krise gehörten verschärfte Rivalitäten und Gegensätze zwischen einzelnen führenden Personen und zwischen Einzelnen und der Mehrheit der Nobilität, als Gesamtgruppe. 49 – 45 v. Chr. war Bürgerkrieg zwischen Gaius Iulius Caesar auf der einen, Gnaeus Pompeius und den Optimaten (z. B. Marcus Porcius Cato) auf der anderen Seite. Nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. kam es ziemlich bald zu Kämpfen zwischen Caesaranhängern und Caesarmördern (Marcus Iunius Brutus, Gaius Cassius Longinus und andere), Rivalitäten unter den Caesarianren, Triumvirat von Marcus Antonius, Octavian und Marcus Aemilius Lepidus (43 – 33 v. Chr.) und Kämpfen, in denen schließlich Octavian die Alleinherrschaft gewann (wichtig die Seeschlacht bei Actium 31v. Chr.) und zum Princeps mit dem Ehrentitel Augustus (27 v. Chr. vom Senat) wurde (sein Prinzipat war der Sache nach eine Monarchie, aber in Formen der Republik eingekleidet).

Die Geschichte der späten römischen Republik ist gekennzeichnet durch:

  • schwindende Übereinstimmung (abnehmender Konsens) und Selbstverständlichkeit politischer Verhaltensregeln
  • zunehmende Gewalt (bis hin zu Bürgerkriegen und Tötungen aus Rache und Vermögenseinzug, z. B. bei Proskriptionen)

Die Römer haben die Krise der Republik oft als moralischen Niedergang/Sittenverfall dargestellt (so auch der Geschichtsschreiber Sallust, der Habgier [avaritia] und herrschsüchtigen Ehrgeiz [ambitio] als Hauptursachen nennt). Die traditionellen Werte und Normen, die Sitte/der Brauch der Vorfahren (mos maiorum) erschienen ihnen bedroht. Allerdings waren die Römer früherer Zeiten ihrem Wesen nach nicht allgemein moralisch hochstehender. Der Erklärungsversuch greift zu kurz.

Eine ältere Theorie, nach der die politische Ordnung Roms (vor allem die Institutionen) als die eines republikanischen Stadtstaates nicht mehr wirklich geeignet für das Beherrschen und Regieren eines Weltreiches war, trifft nicht die Ursachen in ihrer Komplexität und allen Wurzeln und Verzweigungen voll und ist nicht ausreichend, den Untergang der Republik zu erklären. Denn die außenpolitische Lage war keineswegs so schlecht, um einen Wechsel des politischen Systems einfach als einzigen Ausweg herbeizuführen.

Die Weltherrschaft brachte zwei Entwicklungen, die zusammenwirken und sich verbinden konnten:

  • Veränderungen bei der Armee, durch die ein auch in der innenpolitischen Auseinandersetzung einsetzbares Machtmittel für einzelne Politiker entstand
  • starke Zunahme der Möglichkeiten, Reichtum und Macht zu gewinnen und dabei auch einer nicht mehr gut durch Gegengewichte im Rahmen zu haltenden Machtkonzentration einzelner Führungspersonen, was in einem scharfen Konkurrenzkampf innerhalb der Führungsschicht zu wachsenden Spannungen und Schwierigkeiten führte

1) Heeresverfassung/Veränderungen bei der Armee

Für die Aufgaben des römischen Weltreichs wurden viele Soldaten benötigt. In der späten römischen Republik begann bei den Römern ein Übergang von einer Milizarmee (Bürger dienen bei Bedarf als Soldat, haben aber in der Hauptsache einen anderen Beruf) zu einer Berufsarmee. Der Grund dafür war: eine Bürgermiliz eignete sich zunehmend weniger gut für die militärischen Aufgaben eines Weltreiches und es entstand ein Mangel an Wehrfähigen infolge einer Zunahme armer, landloser Bevölkerung (aufgrund des Grundsatzes der Selbstausrüstung galt ein Mindestvermögen). Viele Soldaten entstammten der Bevölkerungsgruppe der Bauern und ihre lange Abwesenheit in fernen Ländern ließ oft keine Rückkehr für Aussaat und Ernte mehr zu.

Durch die Rekrutierung (Aushebung, Einberufung) von Besitzlosen (die Heeresreform des Gaius Marius mit der Rekrutierung Besitzloser 107 v. Chr. ist dabei ein wichtiger Schritt) entstand eine enge Verbindung zwischen Soldaten und Feldherrn, der für die Versorgung seiner Soldaten nach Ende ihres Militärdienstes sorgte. Die Soldaten erwarteten vom Feldherrn nun ihre Versorgung bei Entlassung. Wieviel Beute sie bekamen und wie sie als Veteranen am Ende der Dienstzeit versorgt wurden, hing stark von ihrem Feldherrn ab. Die Soldaten entwickelten oft eine größere Loyalität zu ihrem Feldherrn (zu dem eine Art Klientelbeziehung entstehen konnte) als zu dem Senat oder einer abstrakten Größe wie „Republik". Einzelne ehrgeizige Politiker konnten als Feldherrn mit außerordentlichen Kommandogewalten (imperia extraordinaria) große Macht bekommen, was Probleme mit der Einfügung ihrer Position als grundsätzlich Gleiche in das Gesamtsystem ergab.

2) größere Anhäufung von Machtmitteln und Machtkonzentration bei Einzelnen

Die Möglichkeiten, viel Reichtum und Macht zu gewinnen, wuchsen stark. Damit war ein Ausbalancieren der Kräfte in der Konkurrenz gefährdet und die Auswirkungen des Machtstrebens und Spannungen darüber, wer bei welcher Gelegenheit wie weitgehend sein eigenes Interesse verfolgen durfte und wer sich für welches Ziel auf Zustimmung in der Volksversammlung stützte (hier gab es einen Gegensatz zwischen sogenannten Optimaten und Popularen; Optimaten werden die Anhänger einer auf den Senat gestützten Politik mit Vorherrschaft der Nobilität, der Führungsschicht aus vornehmen Familien, genannt, die entgegengesetzte Richtung, die dem Volk etwas mehr Gewicht geben möchte, wird Popularen genannt), führten zu Desintegrationsprozessen und Verlust eines Konsenses (abnehmende Übereinstimmung) in der politischen Führungsschicht.

Ansehen war in der Führungsschicht vor allem durch eine erfolgreiche Laufbahn als Politiker zu gewinnen. Viele Angehörige der Führungsschicht betätigten sich dabei mit starkem Ehrgeiz und standen in Konkurrenz zueinander. In eine Laufbahn war gerade am Anfang vor allem viel Geld hineinzustecken und die ganz großen Gewinnmöglichkeiten gab es erst, wenn eine hohe Stufe erreicht war, mit Spitzenämtern, der Verwaltung von Provinzen als Statthalter und der Führung von Kriegen mit großen Beutemöglichkeiten. Einzelne konnten dabei herausragen und über eine grundsätzliche Gleichheit innerhalb einer Aristokratie hinausgelangen. Für wichtige und schwierige Aufgaben der Weltmacht konnten außergewöhnliche Kommandogewalten nützlich erscheinen. Damit erhielten aber Einzelne die Möglichkeit, ein Machtinstrument (Heeresklientel) aufzubauen, das am Ende den politischen Rahmen sprengte.

 

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Werke berühmter Personen aus der Antike gibt es in großer Anzahl. Oft sind Personen auch als Schriftsteller berühmt, z. B. der römische Dichter Publius Vergilius Maro (Vergil). Als Politiker berühmt ist z. B. Gaius Iulius Caesar, der Darstellungen von ihm geführter Kriege geschrieben hat, die erhalten sind (Commentarii de Bello Gallico; Commentarii de Bello Civili).

für einen schnellen ersten Eindruck:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_antiken_Schriftsteller_(griechisch)

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_antiken_Schriftsteller_(lateinisch)

Bei den Griechen hat es im 4. Jahrhundert v. Chr. Werke gegeben (erhalten), die eine Mischung aus Lobrede und Biographie sind:

Isokrates, Euagoras

Xenophon, Agesilaos

Im 3. Jahrhundert v. Chr. hat es Verfasser von Biographien gegeben, von denen aber nicht mehr als Bruchstücke erhalten sind, z. B. Aristoxenos, Hermippos, Satyros und Antigonos von Karystos.

In der Zeit des Hellenismus sind auch Autobiographien geschrieben worden (Aratos von Sikyon und von Ptolemaios VIII.).

Die ersten autobiographischen Schriften von Römern sind im 2. Jahrhundert v. Chr. geschrieben worden (erhalten sind höchstens wenige Bruchstücke).

Die ersten römischen Biographien sind im 1. Jahrhundert v. Chr. geschrieben worden.

Marcus Terentius Varro, De poetis (Über die Dichter), erhalten sind nur Zitate bei späteren Autoren

Cornelius Nepos, De viris illustribus (Von berühmten Männern; erhalten sind kurze Biographien römischer Feldherren und der römischen Geschichtsschreiber Marcus Porcius Cato und Tutus Pomponius Atticus)

Nikolaos von Damaskus, Bios Kaisaros (Βίος Καίσαρος; Leben Caesars [Leben des Kaisers Augustus]; lateinischer Titel: Vita Caesaris), bruchstückhaft überliefert

Flavius Josephus, Iosepou bios (Ἰωσήπου βίος, Leben des Josephus; lateinischer Titel: Josephi vita), autobiographischer Text eines Juden, der nach der Eroberung Jerusalems nach Rom kam und in Werke in griechischer Sprache schrieb

Tacitus, Agricola

Plutarch (griechisch: Πλούταρχος [Ploutarchos]), Verfasser einer großen Anzahl an Lebensbeschreibungen, oft Parallelbiographien eines berühmten Griechen und eines berühmten Römers mit abschließendem Vergleich, viele Biographien sind erhalten

Sueton (Gaius Suetonius Tranquillus), De vita Caesarum (Über das Leben der Kaiser) und De viris illustribus (Von berühmten Männern; ein wenig ist erhalten)

Aurelius Victor, Liber de Caesaribus (Buch über die Kaiser)

Historia Augusta (Scriptores Historiae Augustae [SHA)], Kaiserbiographien

Diogenes Laertios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen

Philostratos, Bios Apolloniou Taneos (Βίος Ἀπολλώνιου Τυανέως; Leben des Apollonios von Tyana; lateinischer Titel: Vita Apollonii Tyanae)

Philostratos, Bioi sophiston (Βίοι σοφιστῶν; Lebensbeschreibungen der Sophisten; lateinischer Titel: Vita sophistarum)

Porphyrios, Peri tou Plotinos biou kai tes taaxeos ton biblion autou (Περὶ τοῦ Πλωτίνου βίου καὶ τῆς τάξεως τῶν βιβλίων αὐτοῦ; Über das Leben des Plotin und die Ordnung seiner Bücher; lateinischer Titel: De vita Plotini et de ordine librorum eius)

Porphyrios, Pythagorou bios (Πυθαγόρου βίος ; Über das Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: Vita Pythagorae)

Iamblichos, Pythagorou bios (Πυθαγόρου βίος ; Über das Leben des Pythagoras; lateinischer Titel: De vita Pythagorica )

Es gibt antike Lebensbeschreibungen (eine Vita) zu berühmten antiken Autoren, der Verfasser nicht bekannt sind und in denen oft Material aus verschiedenen Zeiten gesammelt ist, z. B. (teilweise mehere Lebensbeschreibungen) über Homer, Aischylos, Sophokles, Thukydides).

Es gibt von christlichen Autoren Heiligen-Biographien.

eine Darstellung, die viele Informationen bietet:

Holger Sonnabend, Geschichte der antiken Biographie : von Isokrates bis zur Historia Augusta. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2002. ISBN 3-476-01914-4

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Der Satz (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Cogito_ergo_sum ) stammt von dem französischen Philosophen René Descartes (1596 – 1659).

Dabei geht es nicht darum, bloß aus einem Vordersatz „ich denke“ die logische Folgerung „ich bin/ich existiere“ zu ziehen. Das „ich bin/ich existiere“ tritt in dieser kurzen Form nur als Intuition auf.

Der Gedanke ist: Wenn und solange ich zweifle, denke ich, weil Zweifeln eine Art des Denkens ist. Es kann unmöglich Denken geschehen, ohne daß es einen Denkenden bzw. etwas Denkendes gibt. Wer versucht, die Tatsache der eigenen Existenz anzuzweifeln, gerät in einen Widerspruch. Daher ist eine sichere Wahrheit, an der auf keine sinnvolle Art ein Zweifel aufrechterhalten kann: Wenn und solange ich denke, existiere ich.

Der grundlegende Gedanke ist, wenn auch nicht in dieser Formulierung, z. B. bei Augustinus, De civitate De (Vom Gottesstaat) 11, 26 enthalten.

René Descartes ist ein Vertreter eines Rationalismus (die Vernunft/der Verstand – Ratio – ist für Erkenntnisse das Wesentliche, Vorrangige und Leitende; Descartes hält die Gesamtwirklichkeit für ein geordnetes Ganzes, dem die Ordnung der vernünftigen Gedanken entspricht). Descartes tritt, da das, was wir glauben, falsch sein kann, für einen methodischen Zweifel ein: Alles ist in Zweifel zu ziehen, da Irrtum möglich ist. Alles, was als Wissen gelten soll, ist zu prüfen. Damit nimmt er den Standpunkt eines gemäßigten Skeptizismus ein. Descartes verneint mit seinem methodischen Zweifel nicht jede Erkenntnismöglichkeit, sondern sucht nach möglichst sicherem Wissen.

Bei René Descartes, Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la verité dans les sciences (1637, Abhandlung über die Methode, den Verstand gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen), Teil 4, kommt die Formulierung in französischer Sprache vor: pense, donc je suis („Ich denke, also bin ich“).

Bei René Descartes, Meditationes de prima philosophia (1641), Meditationen über die erste Philosophie) steht in der 2. Meditation in lateinischer Sprache ego sum, ego existo, certum est („Ich bin, ich existiere; das ist sicher/gewiß“).

Bei René Descartes, Principia Philosophiae (1644; Prinzipien der Philosophie) 1, 7 steht in lateinischer Sprach ego cogito, ergo sum („Ich denke, also bin ich/existiere ich.“).

Descartes versucht in der Erkenntnistheorie als Grundlage etwas Unbezweifelbares aufzuweisen. Das Denken erfaßt unmittelbar: Denken schließt eine Existenz des in diesem Augenblick Denkenden ein und wer tatsächlich in einem Augenblick denkt, muss daher in diesem Augenblick existieren. Damit ist ein erster unbezweifelbarer Satz aufgestellt. Er ist ein beispielhafter Maßstab für richtiges Wissen.

Als wahr kann nach Auffassung von Descartes gelten, was ähnlich wie dieser Satz klar und deutlich erfaßt wird.

klar: dem aufmerksamen Geist gegenwärtig und offenkundig

deutlich: bei Voraussetzung der Stufe der Klarheit von allen übrigen Dingen so getrennt und unterschieden, daß sie gar keine andern als klare Merkmale in sich enthalten, die Vorstellung/Idee ist nicht nur in ihrem Gehalt richtig erfaßt, sondern auch unvermischt mit anderem allein in ihrer eigenen Tätigkeit gesehen

Descartes betont mit der Klarheit und Deutlichkeit die Evidenz. Logische Grundlage ist allerdings der Satz vom zu vermeidenden Widerspruch,. Réne Descartes hat das Wissen der Prüfung durch einen methodischen Zweifel unterworfen. Dieser hat mehrere Stufen:

1) Grundlage: Beruhen Meinungen auf einer zuverlässigen Grundlage oder stützen sie sie sich auf unzuverlässige Informationen der Sinneswahrnehmung?

2) Zustand: Befinden sich Menschen bei ihren Meinungen in einem Zustand des Wachseins oder des Träumens?

3) Autonomie: Sind die Meinungen die eines unabhängigen Subjekts oder eines Spielballs eines bösen Geistes?

Was für richtig gehalten wird, ist durch die Sinneswahrnehmung oder über sie vermittelt empfangen worden, die Sinneswahrnehmung kann aber täuschen, daher ist es nicht klug, ihr ganz zu vertrauen.

Die Existenz von etwas kann nur eingebildet sein und es fehlt ein zuverlässiges Mittel, Wach- und Traumzustand auseinanderzuhalten, solange nichts mit Gewissheit feststeht. Ein übermächtiges und verschlagenes Wesen könnte Menschen täuschen, auch durch Einwirkung auf den Verstand.

Die Erkenntnis der eigenen Existenz ergibt sich als einzige einfach aus einem „ich denke“ und hält auch einem radikalen Zweifel stand, weil dieser Zweifel ja selbst eine eigene Denktätigkeit ist.

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Als Vertreter eines Präferenzutilitarismus ist auch Richard Mervyn Hare bezeichnet worden.

eine Internetseite mit Kurzdarstellung seiner ethischen Theorie:

http://www.ethik-werkstatt.de/Ethische_Theorie_Hare.htm

einem Präferenzutilitarismus sind unter anderem auch zugeordnet worden:

John Harsanyi

Ulla Wessels

allgemein kurz zum Präferenzutilitarismus:

Dieter Birnbacher, Utilitarismus. In: Handbuch Ethik. 3., aktualisierte Auflage. Herausgegeben von Marcus Düwell, Christoph Hübenthal und Micha H. Werner. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2011, S. 101 - 102

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Immanuel Kant hät den Umstand, eine Rechtswidrigkeit/ein Verbrechen begangen zu haben, für den Grund, der eine Bestrafung rechtfertigt.

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Erster Theil. Metaphysiche Anfangsgründe der Rechtslehre. Der Rechtslehre Zweiter Theil. Das öffentliche Recht. Erster Abschnitt. Das Staatsrecht. Allgemeine Anmerkung von den rechtlichen Wirkungen aus der Natur des bürgerlichen Vereins. E. Vom Straf- und Begnadigungsrecht. I. AA VI, 331 – 332:

Richterliche Strafe (poena forensis), die von der natürlichen (poena naturalis), dadurch das Laster sich selbst bestraft und auf welche der Gesetzgeber gar nicht Rücksicht nimmt, verschieden, kann niemals bloß als Mittel, ein anderes Gute zu befördern, für den Verbrecher selbst, oder für die bürgerliche Gesellschaft, sondern muß jederzeit nur darum wider ihn verhängt werden, weil er verbrochen hat; denn der Mensch kann nie bloß als Mittel zu den Absichten eines anderen gehandhabt und unter die Gegenstände des Sachenrechts gemengt werden, wowider ihn seine angeborne Persönlichkeit schützt, ob er gleich die bürgerliche einzubüßen gar wohl verurteilt werden kann. Er muß vorher strafbar befunden sein, ehe noch daran gedacht wird, aus dieser Strafe einigen Nutzen für ihn selbst oder seine Mitbürger zu ziehen. Das Strafgesetz ist ein kategorischer Imperativ, und, wehe dem! welcher die Schlangenwindungen der Glückseligkeitslehre durchkriecht, um etwas aufzufinden, was durch den Vorteil, den es verspricht, ihn von der Strafe, oder auch nur einem Grade derselben entbinde, nach dem pharisäischen Wahlspruch: »es ist besser, daß ein Mensch sterbe, als daß das ganze Volk verderbe«; denn, wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat es keinen Wert mehr, daß Menschen auf Erden leben. – Was soll man also von dem Vorschlage halten: einem Verbrecher auf den Tod das Leben zu erhalten, wenn er sich dazu verstände, an sich gefährliche Experimente machen zu lassen, und so glücklich wäre, gut durchzukommen; damit die Ärzte dadurch eine neue, dem gemeinen Wesen ersprießliche, Belehrung erhielten? Ein Gerichtshof würde das medizinische Collegium, das diesen Vorschlag täte, mit Verachtung abweisen; denndie Gerechtigkeit hört auf, eine zu sein, wenn sie sich für irgend einen Preis weggibt.

Welche Art aber und welcher Grad der Bestrafung ist es, welche die öffentliche Gerechtigkeit sich zum Prinzip und Richtmaße macht? Kein anderes, als das Prinzip der Gleichheit (im Stande des Züngleins an der Wage der Gerechtigkeit), sich nicht mehr auf die eine, als auf die andere Seite hinzuneigen. Also: was für unverschuldetes Übel du einem anderen im Volk zufügst, das tust du dir selbst an. Beschimpfst du ihn, so beschimpfst du dich selbst; bestiehlst du ihn, so bestiehlst du dich selbst; schlägst du ihn, so schlägst du dich selbst; tötest du ihn, so tötest du dich selbst. Nur das Wiedervergeltungsrecht (ius talionis), aber, wohl zu verstehen, vor den Schranken des Gerichts (nicht in deinem Privaturteil), kann die Qualität und Quantität der Strafe bestimmt angeben; alle andere sind hin und her schwankend, und können, anderer sich einmischenden Rücksichten wegen, keine Angemessenheit mit dem Spruch der reinen und strengen Gerechtigkeit enthalten.“



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Gemeint ist offenbar die Schleswig-Holstein-Krise 1848. Das Parlament ist die Nationalversammlung, die 1848/1849 in Frankfurt am Main tagte.

Die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren eng verbunden. Aber nur Holstein gehörte zum Deutschen Bund. Der König von Dänemark war in Personalunion Herzog von Schleswig und Herzog von Holstein. Die dänische Regierung begann im März 1848 mit dem Entwerfen einer Verfassung für das Königreich Dänemark. Die dänischen Nationalliberalen („Eiderdänen“) wollten eine Einverleibung Schleswigs in das Königreich Dänemark Es kam zu einer Erhebung der national eingestellten Deutschen in Schleswig und Holstein, die eine Verwirklichung dieser Pläne befürchteten. Sie wünschten eine Aufnahme eines vereinten Schleswig-Holsteins in den Deutschen Bund.

Es kam zum Kampf und die Provisorische Regierung der sich erhebenden Deutschen in Schleswig und Holstein bat den Deutschen Bund und besonders Preußen um Hilfe. Es kamen Truppen zur Unterstützung.

Die Nationalversammlung stand in der Rechtsnachfolge des Deutschen Bundes mit seiner Bundesversammlung. Sie trat für eine Unterstützung der Deutschen in Schleswig und Holstein ein.

Europäische Großmächte übten beim Streit um Schleswig-Holstein Druck aus. Preußen lenkte gegenüber Russland und Großbritannien ein. Im Schleswig-Holsteinischen Krieg kam es am 26. August 1848 zum Vertrag von Malmö zwischen Dänemark und Preußen, der einen Waffenstillstand enthielt. Preußen handelte inhaltlich eigenmächtig, ohne Beratung und ihre Auffassung berücksichtigende Zusammenarbeit mit Vertretern der Nationalversammlung.

Die Nationalversammlung lehnte am 5. September 1848 eine Zustimmung zu dem Vertrag mehrheitlich ab (238 gegen 221 Stimmen). Am 16. September stimmte die Nationalversammlung dem Malmö dann aber mehrheitlich zu (257 gegen 236 Stimmen).

Art und Weise, in der die Schwäche der Nationalversammlung zeigte (Wie?):

  • Kehrtwendung bei der Abstimmung, indem der Vertrag zuerst abgelehnt wurde, dann aber doch Zustimmung gegeben wurde (Umfallen/Umkippen,was besonders auf Leute mit erregter nationaler Leidenschaft einen schlechten Eindruck machte und Empörung hervorrief)
  • von den Umständen genötigte Zustimmung zu einem Vertrag entgegen den Wünschen der Mehrheit der Nationalversammlung

Ursachen einer Schwäche der Nationalversammlung (Warum?):

  • stark begrenzter tatsächlicher außenpolitischer Spielraum gegenüber Großmächten
  • Fehlen eigener Streitkräfte der Nationalversammlung und daher weitgehende Machtlosigkeit in einem militärisch ausgetragenen Konflikt und Abhängigkeit von deutschen Einzelstaaten, die in ihrer Politik von der Nationalversammlung abweichend handeln konnten

Am 28. Juni hat die Nationalversammlung ein Gesetz über eine Provisorische Zentralgewalt beschlossen und am 29. Juni 1848 einen Reichsverweser gewählt. Er und die Regierung hatten aber kein eigenes Heer. Formal konnten sie über die Truppen in den Bundesfestungen verfügen, aber dies waren tatsächlich auch Truppen deutscher Einzelstaaten.

 Am 6. September 1848 ist die Regierung (Kabinett Leiningen) zurückgetreten, es gelang in der Nationalversammlung aber zunächst keine Bildung einer neuen Regierung. Friedrich Christoph Dahlmann konnte keine Regierung auf der Grundlage der den Vertrag ablehnenden Mehrheit zusammenstellen und gab den Auftrag nach kurzer Zeit zurück. Am 17. September 1848 ernannte der Reichsverweser, Erzherzog Johann von Österreich, eine Regierung (Kabinett Schmerling), die in der Hauptsache die alte, bisher noch geschäftsführende Regierung war. 

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Auf Grammatik und Schreibfehler überprüfen?

Ist die Einleitung und die Definition für die GFS mit dem Thema Jugendsprache so in Ordnung?

1     Einleitung

In der deutschen Gesellschafft wurden neben der deutschen Standardsprache immer schon Dialekte, Regiolekte sowie auch die Jugendsprache benutzt. Seit Generationen erweitern diese besonderen Sprachstile den deutschen Wortschatz und beeinflussen die Kommunikationsweise zwischen den Bürgern untereinander.

Speziell die Jugendsprache ist ein viel diskutiertes Thema in der Sprachforschung und somit auch in der Gesellschafft.

In der vorliegenden Ausarbeitung beschäftige ich mich mit dem Phänomen Jugendsprache und beziehe mich auf die Frage ob die Jugendsprache unsere Standardsprache ersetzen wird.

1     Definition

Laut Duden ist die Jugendsprache eine Sondersprache der Jugendlichen. Der Begriff „die Jugendsprache“, ist ein Oberbegriff für viele verschiedene Sprachstile, welche durch die Verschmelzung verschiedener Kulturen entstanden sind. Wobei Sprachen, Abkürzungen und Gewohnheiten, sowie auch Dialekte, Akzente und weitere Sprachmuster ausgetauscht wurden.

Durch die Weiterverwendung der Nachfolger bleiben diese speziellen Sprachstile  immer bestehen und entwickeln sich weiter. So haben sich mittlerweile mehrere Stadien der Jugendsprache entwickelt.

Es ist zu beachten dass die Jugendsprache keine Sprache mit eigener Grammatik, differenziertem Wortschatz und normativen Geltungen ist, sondern nur die Sprechweisen jugendlicher beschreibt. Dazu gehören sprachliche Muster und Merkmale, die unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Altersstufen und unter verschiedenen Kommunikationsbedingungen verwenden oder verwendet haben. Sie benutzen diese nicht nur um eine Abgrenzung der jugendlichen zu den erwachsenen zu schaffen, sondern auch um sich von anderen Jugendgruppen zu unterscheiden, und sich ihre eigene Identität zu bilden.

 

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ein „f“ in „Gesellschafft“ zuviel, daher streichen:

„In der deutschen Gesellschaft wurden neben der deutschen Standardsprache immer schon Dialekte, Regiolekte sowie auch die Jugendsprache benutzt.“

Nach „zwischen den Bürgern“ ist „untereinander“ überflüssig.

ein „f“ in „Gesellschafft“ zuviel, daher streichen:

„Speziell die Jugendsprache ist ein viel diskutiertes Thema in der Sprachforschung und somit auch in der Gesellschaft.“

fehlendes Komma ergänzen; mit der Konjunktion „ob“ wird ein Nebensatz (ein indirekter Fragesatz) eingeleitet:

„In der vorliegenden Ausarbeitung beschäftige ich mich mit dem Phänomen Jugendsprache und beziehe mich auf die Frage, ob die Jugendsprache unsere Standardsprache ersetzen wird.

Komma hinter „die Jugendsprache“ streichen:

Der Begriff „die Jugendsprache“ ist ein Oberbegriff für viele verschiedene Sprachstile, welche durch die Verschmelzung verschiedener Kulturen entstanden sind.

Komma vor der Konjunktion „sowie“ streichen; „sowie auch“ ist hier wie „und“ benutzt; Amtliche Regelung § 72:Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter durch und, oder, beziehungsweise/bzw., sowie (= und), wie (= und), entweder ... oder, nicht ... noch, sowohl ... als (auch), sowohl ... wie (auch) oder durch weder ... noch verbunden, so setzt man kein Komma.“ http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/Interpunktion/pgf71-79.html#pgf72

„Wobei Sprachen, Abkürzungen und Gewohnheiten sowie auch Dialekte, Akzente und weitere Sprachmuster ausgetauscht wurden.“

Komma vor „dass“ (leitet einen Nebensatz ein, nämlich einen Objektsatz) ergänzen und Großschreibung des Substantivs „Jugendlicher“:

„Es ist zu beachten, dass die Jugendsprache keine Sprache mit eigener Grammatik, differenziertem Wortschatz und normativen Geltungen ist, sondern nur die Sprechweisen Jugendlicher beschreibt.“

Großschreibung der Substantive „Jugendlichen“ und „Erwachsenen“, Komma nach „unterscheiden“ streichen, weil es ohne Subjektwechsel mit „und" weitergeht:

„Sie benutzen diese nicht nur um eine Abgrenzung der Jugendlichen zu den Erwachsenen zu schaffen, sondern auch um sich von anderen Jugendgruppen zu unterscheiden und sich ihre eigene Identität zu bilden.“ 

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Poseidon (Ποσειδῶν; homerisch: Ποσειδάων; weitere etwas abweichende Namensformen in verschiedenen altgriechischen Dialekten) ist eine Person der griechischen Religion und Mythologie. Neptun (lateinisch: Neptunus) ist eine Person der römischen Religion und Mythologie.

Poseidon bzw. Neptunus sind keine tatsächlichen Personen, zu denen ein Geburtsdatum mit Jahreszahl angegeben werden kann.

Nach antiker Vorstellung sind sie geboren worden. Die Erzählungen nennen ihre Eltern. Zeitlich ist höchstens eine Einordnung in Göttergenerationen möglich.

Untersucht werden kann außerdem, ab wann eine Vorstellung bestimmter Götter nachweisbar ist und bis wann vermutlich das Vorhandensein einer Vorstellung bestimmter Götter mindestens zurückreicht.

Poseidon

Nach Darstellungen der griechischen Mythologie kommt es nach der Entstehung einiger Gottheiten am Anfang einer Urzeit dann zu einer Abfolge von drei Göttergenerationen, wobei ein Sohn den Vater stürzt/entmachtet und selbst die Herrschaft übernimmt (Sukzessionsmythos: Thema der Nachfolge). Ouranos/Uranos (Οὐρανός) zeugt mit Gaia/Ge (Γαῖα/Γῆ) unter anderem Kronos (Κρόνος), der seinen Vater mit einem Sichelschwert entmannt und selbst Herrscher wird. Weil Kronos fürchtet, selbst von einem eigenen Kind entmachtet zu werden, verschlingt er seine mit seiner Schwester Rhea/Rhee/Rheia/Rheie (Ῥέα/Ῥέη/Ῥεία/Ῥείη) gezeugten Kinder, zuerst Hestia, dann Demeter, dann Hera, dann Hades/Pluton, danach Poseidon. Statt seines Sohnes Zeus wird ihm ein in Windeln gewicketer Stein gereicht. Als Zeus erwachsen ist, bringt er Kronos dazu, den Stein und die verschlungenen Kinder zu erbrechen und siegt zusammen mit seinen Geschwistern in einem Kampf gegen Kronos und andere Titanen (Apollodoros, Bibliotheke 1, 4 – 7). Es gibt neben der gängigen Darstellung auch Erzählungen, Poseidon sei zur Insel Rhodos in Sicherheit gebracht worden und den Telchinen zum Aufziehen übergeben worden (Diodor(os), Bibliotheke historike [Βιβλιοθήκη ἱστορική; Historische Bibliothek; lateinischer Titel: Bibliotheca historica] 5, 55 bzw. Poseidon sei in einer Herde weidender Lämmer versteckt worden und Kronos zum Verschlingen ein Fohlen gereicht worden (Pausanias 8, 8, 2).

Poseidon gehört zur dritten Generation in einem Sukzessionsmythos.

Eine Vorstellung über einen Gott Poseidon ist sehr alt. Eine Verehrung hat es schon in der Zeit der mykenischen Kultur (späte Bronzezeit; 17- 11. Jahrhundert v. Chr.) in Knosos (auf der Insel Kreta) und in Pylos (auf der Halbinsel Peloponnes) gegeben. Es gibt Tontäfelchen mit Linear-B-Schrift aus der Zeit 1400 – 1200 v. Chr. mit dem Namen Po-se-da-o bzw. Po-se-da-wo-ne.

Neptunus

Neptunus ist nach römischer Vorstellung wahrscheinlich zuerst ein Gott der Landgewässer gewesen, erst später auch Meeresgott. Neptunus ist mit dem griechischen Meeresgott Poseidon gleichgesetzt worden, wobei als seine Eltern Saturnus und Ops genannt worden sind.

Eine kultische Verehrung des Gottes Neptunus durch die Römer ist seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar. Neptunus ist offenbar ein altitalischer Gott. Für die frühe Zeit gibt es allerdings keine schriftlichen Quellen.

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In Frankreich wurden die Generalstände vor der Versammlung der Generalstände 1789, nach deren Beginn bald die Französische Revolution (1789 – 1799) ausbrach, zuletzt 1614 einberufen, also rund 175 Jahre vorher.

Danach waren bis 1789 keine Generalstände mehr einberufen worden. Nur Provinzstände hatte es in manchen Gebieten Frankreichs gegeben.

Generalstände (französisch: États généraux) waren eine allgemeine (auf ganz Frankreich bezogene) Versammlung von Vertretern der Stände. Provinzstände (französisch: États provinciaux) waren Versammlung von Vertretern der Stände in einer einzelnen Provinz.

Die Stände waren:

Erster Stand (Klerus)

Zweiter Stand: (Adel)

Dritter Stand (wohlhabende Bürger, Handwerker, Bauern und Tagelöhner)

1614 war die Einberufung der Generalstände eine Forderung hoher Adliger gewesen. Diese waren unzufrieden und rebellisch, weil sie bei der Beratung und der Beteiligung an der Regierungspolitik zurückgedrängt wurden. Sie warfen der Regierung eine hohe Steuerbelastung der Bevölkerung vor und forderten die Entlassung der amtierenden Minister und eine schnelle Einberufung von Generalständen. Maria von Medici, Regentin für ihren damals noch minderjährigen Sohn, König Ludwig XIII., machte im Vertrag von Sainte-Menehould (15. Mai 1614) einige Zugeständnisse, um den inneren Frieden nicht zu sehr gefährden. Die Einberufung der Generalstände war für den 25. August 1614 vorgesehen und als Versammlungsort hatten die hohen Adligen an die Stadt Sens gedacht. Die Regierung bewirkte eine Verzögerung und Ortsänderung. Die Generalstände begannen am 27. Oktober in Paris. Ludwig XIII. war mit der Vollendung seines 13. Lebensjahres am 27. September 1914 volljährig geworden und hatte seine Mutter Maria von Medici zur Vorsitzenden des Königlichen Rates ernannt. Maria von Medici und die Regierung förderten die Wahl von ihnen wohlwollend eingestellter Vertreter und konnten Meinungsverschiedenheiten der Stände, die in vielen Fragen uneinig waren, nutzen. Die Mehrzahl neigte zu einem starken Königtum. Es gab Zustimmung zu Heiratsplänen mit Mitgliedern der spanischen Königsfamilie. Die Generalstände endeten am 23. Februar 1615.

Es war keine regelmäßige Einberufung der Generalstände festgelegt. Die Könige und ihre Regierung wollten keine solche institutionelle Mitbestimmung der Stände. König Ludwig XVI. und seine Regierung haben am 8. August 1788 eine Einberufung der Generalstände (für die sich die öffentliche Meinung und oberste Gerichtshöfe, in denen vor allem Adlige vertreten waren, ausgesprochen hatten) für das Jahr 1789 beschlossen, weil sie sonst keinen gangbaren Weg mehr fanden, das Problem der hohen Staatsverschuldung mit drohendem Staatsbankrott zu lösen. 

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Die Übersetzung und die grammatische Analyse enthalten Fehler.

Beim lateinischen Text steckt das Subjekt im Prädikat arbitrantur, als personale Endung. Davon ist ein dreifacher Aci abhängig. Die Akkusativformen sind dabei innerhalb des AcI nicht Objekt, sondern Subjekt. In der deutschen Übersetzung wären sie als Subjekt zu kennzeichnen. Die Infinitivformen (gebildet aus einem Partizip Perfekt und esse) wären in der deutschen Übersetzung als Prädikat zu kennzeichnen. Außerdem gibt es mehrmals die Konjunktion et und adverbiale Bestimmungen (des Ortes: in his locis; in ea terra; der Zeit: primum).

in ea terra ist also hier eine Präposition mit Ablativ, kein Nominativ und daher kein Subjekt. natas ist ein Form des Partizips Perfekt von nasci.

Übersetzung:

„Denn sie [die Sizilianer] glauben, dass diese Göttinnen an diesem Ort geboren worden sind und dass die Feldfrüchte auf diesem Land zuerst gefunden worden sind und dass Libera geraubt worden ist, […].“

oder

„Denn sie [die Sizilianer] glauben, diese Göttinnen seien an diesem Ort geboren worden und die Feldfrüchte seien auf diesem Land zuerst gefunden worden und Libera sei geraubt worden, […].“

Aus einem AcI (natas esse deas; fruges repertas esse; raptam esse liberam) wird hier in der deutschen Sprache ein Nebensatz, aber kein Relativsatz (ein Relativpronomen wäre „das“, nicht „dass“), sondern ein Objektsatz.

Eine grammatische Besonderheit ist außer AcI hier vielleicht das Vorkommen von Deponentien (ein Deponens hat passive Form, aber aktive Bedeutung): natas von nasci und arbitrantur von arbitrari.

Stilistisch könnte das dreifache et als Einleitung zum AcI als Polysyndeton bezeichnet werden. Ein weiteres Stilmittel ist ein Hyperbaton (Sperrung): Das zusammengehörige has deas (diese Göttinnen; darauf natas mit Akkusativ Plural Femininum bezogen) ist durch einen Einschub getrennt.

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Polybios (ungefähr 200 v. Chr. geboren) ist kein Zeitgenosse zur Schlacht von Cannae (216 v. Chr.). Er hat allerdings Berichte von Zeitgenossen und darauf fußende Darstellungen gehört und gelesen und ist die älteste erhaltene antike Darstellung.

Deutsche Übersetzungen der Quellen gibt es in Bibliotheken.

Polybios 3, 107 – 118

Polybios, Geschichte. Gesamtausgabe in 2 Bänden. Eingeleitet und übertragen von Hans Drexler. Band 1. Zürich ; Stuttgart : Artemis-Verlag, 1961 (Die Bibliothek der Alten Welt : Griechische Reihe)

griechischer Originaltext (in altgriechischer Sprache) im Internet:

http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0233%3Abook%3D3%3Achapter%3D107%3Asection%3D

englische Übersetzung:

http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Polybius/3*.html

https://sourcebooks.fordham.edu/ancient/polybius-cannae.asp

Es gibt weitere antike Darstellungen, die erhaltenen zeitlich zuerst auf Polybios folgenden sind:

Livius 22, 43 – 50

T. Livius, Römische Geschichte : lateinisch und deutsch. Buch XXI – XXIII. Herausgegeben von Josef Feix. 4. Auflage. Zürich ; Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2000 (Sammlung Tusculum). ISBN 3-7608-1554-1Titus Livius, Ab urbe condita = Römische Geschichte : Lateinisch/Deutsch, Liber 22., Der Zweite Punische Krieg. - 2. Übersetzt und herausgegeben von Ursula Blank-Sangmeister. Stuttgart : Reclam, 2000 (Reclams Universal-Bibliothek ; Nr. 180129). ISBN 3-15-018012-9

Appian(os), Rhomaike (Ῥωμαϊκά; Römische Geschichte; lateinischer Titel: Historia romana) 7, 17 – 26

Appian von Alexandria. Römische Geschichte. Übersetzt von Otto Veh. Durchgesehen, eingeleitet und erläutert von Kai Brodersen. Erster Teil: Die römische Reichsbildung. Stuttgart : Hiersemann, 1987 (Bibliothek der griechischen Literatur ; Band 23). ISBN 3-7772-8723-2

einige Quellenauszüge mit deutscher Übersetzung:

http://palamedes.eu/Handout_Liebrandt.pdf

 

 

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Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919 (Verfassung der Weimarer Republik) hat eine Neuwahl des Reichstags spätestens 60 Tage nach Ablauf der Zeit von 4 Jahren, für die der Reichstag gewählt war, vorgeschrieben.

Artikel 23 Absatz 1:

„Der Reichstag wird auf vier Jahre gewählt. Spätestens am sechzigsten Tage nach ihrem Ablauf muß die Neuwahl stattfinden.“

Auch bei einer Auflösung des Reichstags durch den Reichspräsidenten war eine Neuwahl des Reichstags spätestens 60 Tage danach vorgeschrieben.

Artikel 25

„Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen, jedoch nur einmal aus dem gleichen Anlaß.

Die Neuwahl findet spätestens am sechzigsten Tage nach der Auflösung statt.“

Es ist zu den Neuwahlen innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums von 60 Tagen gekommen.

Reichspräsident Paul von Hindenburg hat den Reichstag mehrmals vorzeitig aufgelöst, aber es ist dann zu Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen gekommen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 18. Juli 1930 waren am 14. September 1930 Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 4. Juni 1932 waren am 31. Juli 1932 Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 12. September 1932 waren am 6. November 1932  Neuwahlen.

Nach der Auflösung des Reichstags am 1. Februar 1933 waren am 5. März 1933 Neuwahlen.

Während der Zeit der Auflösung gab es zwar einen ständigen Ausschuß des Reichstags zur Wahrung seiner Rechte (Artikel 35), aber die Befugnisse des ständigen Ausschusses gaben ihm nicht genug Macht, die Reichsregierung und den Reichspräsidenten davon abzuhalten, gestützt auf Notverordnungen nach Artikel 48 in dieser Zeit vom Reichstag ungehindert ganz nach eigenen Wünschen zu regieren.

Wenn eine Aussage über innerhalb von spätesten 60 Tagen tatsächlich nicht stattfindende Neuwahlen gelesen worden ist, stimmt diese nicht.

Wahrscheinlich bezieht sich die Aussage aber auf bloße Überlegungen, den Reichstag aufzulösen und nicht innerhalb von 60 Tagen Neuwahlen stattfinden zu lassen. Solche Überlegungen hat es in sogenannten Präsidialkabinetten gegeben, bei der Reichsregierung mit dem Reichskanzler Franz von Papen im August 1932, bei der Reichsregierung mit dem Reichskanzler Kurt von Schleicher im Januar 1933.

Ein Verfassungsbruch durch Unterlassen von Neuwahlen hat dann aber nicht stattgefunden. Stattdessen wurde eine andere Taktik versucht, der Regierung mehr Unterstützung zu verschaffen (wobei die Nationalsozialisten in den Überlegungen eine Rolle spielten). Reichspräsident Paul von Hindenburg war im Januar 1933 außerdem nicht dazu bereit, den Reichskanzler Kurt von Schleicher weiterhin mit Notverordnungen zu stützen und ihm eine  Vollmacht zur Auflösung des Reichstages ohne Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen zu geben.

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einige Vorschläge:

1) Aufgrund welcher Eigenschaften ist die Idee des Guten Ursache von Erkenntnis und Wahrheit (Platon, Politeia 508 e) und wie geschieht dies?

2) Wie ist die Aussage zu verstehen, das Gute sei nicht Sein/Wesenheit (οὐσία), sondern jenseits des Sein/der Wesenheit (οὐσία)/über dem Sein/der Wesenheit und überrage an Alter/Würde und Macht (Platon, Politeia 509 b)? Entsteht durch diese Aussage ein Widerspruch? Denn mit dem Guten ist die Idee des Guten gemeint und es ist eine Eigenschaft aller Ideen, seiend zu sein. Könnte es nötig sein, die Aussage einzuschränken, indem das Gute doch in gewisser Hinsicht Sein/Wesenheit (οὐσία) ist, aber dies zugleich übersteigt?

3) Ist die Idee des Guten eine überzeugende Erklärung der ganzen Wirklichkeit?

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