Sind Neonazis automatisch schlechte Menschen?

67 Antworten

Definitiv nicht, ich kenne da so ein Mädel was auch in dieser politischen Richtung unterwegs ist. Allerdings nicht so plump sondern verschleiert das eher.

Also sie ist so echt voll nett und hilfsbereit und loyal und selbstlos mir gegenüber, sie hat immer ein offenes Ohr für mich - umgekehrt auch - und wir reden über alles offen.

Also das ist rein freundschaftlich zwischen uns, aber eine gute Freundschaft.

Aber teilweise äußert sie dann wieder so bestimmte Aussagen die sie offenbar ernst meint und wo mir Übel werden könnte, zB haben wir mal über den Syrienkrieg gesprochen und da ging es um diese Geschichte wo die Krankenhäuser bombadiert wurden und sie sagte irgendwas im Sinne von "um diese Opfer da ist es eh nicht so schade", einmal haben wir auch über Auslandseinsätze geredet - sie ist ja sehr stark pro Militär und pro Wehrpflicht ebenfalls - und dass da immer mal wieder Soldaten durch Anschläge sterben und alles was sie dazu wusste war dass halt für das Gemeinwohl mal ein paar sich opfern müssen.

Das sind dann immer so diese Aussagen die hinterher natürlich eh nur ein Scherz waren (ja natürlich)

Also zB den Islam wollen wir beide nicht haben in unserem Land, soweit sind wir uns voll und ganz einig, ich mag ihn nicht weil er menschenverachtend ist und da gerne mal Tiere geschächtet werden, gegen Moslems an sich habe ich nichts solange sie die Religion nicht radikal ausleben, aber für sie sind das eh alles Ratten, und da dreht sich mein Magen um teilweise.

Ein schlechter Mensch ist sie aber sonst überhaupt nicht, außer sie verstellt sich seeeehr gut.

Manchmal hätte ich eh Lust ihr mal meine Meinung über Totalitarismus an den Kopf zu werfen und dann einen Abgang zu machen.

0

Ja, ist sie in einer rechtsextremen Partei oder Organisation ? Oder woher willst du wissen, dass sie Neonaz ist ? In solche Richtung sind viele unterwegs, dafür muss man nicht Neonazi sein.

0
@SigrunPastoers

Weder noch, aber sie hat einige Ansichten die denen des Nationalsozialismus sehr nahe kommen, falls die das alles ernst meint scheint sie diese Ideologie gut zu finden.

1

Sie stehen auf jeden Fall "automatisch" für eine schlechte Sache ein.

Ob nun lediglich die Gesinnung daneben hängt und der Mensch ansonsten doch ganz brauchbar ist - kann man nicht pauschal sagen.

Für mich sind das sehr haltlose Menschen mit fehlenden Zielen und Idealen, möglicherweise gescheitert und deswegen verbittert und in diese Interessengemeinschaft mit einheitlichem Feindbild abgerutscht.

Niemand kommt auf die Welt und ist (Neo-)Nazi. Es ist stets das soziale Umfeld, was diese Idee hervorbringt und im ungünstigen Fall forciert.

Ich bin mir sehr sicher, dass viele bei einem anderen Status ihrer sozialen Stellung keine Nazis (mehr) wären.

Und mehr Bildung wäre auch nicht schlecht....

Ich würde es mir gerne einfach machen und ja sagen, aber so einfach ist es dann doch nicht.
Ich habe ein großes Problem mit dem Begriff "schlecht", denn genau diese Sichtweise haben Nazis eben auch.
Sie sehen mich als "Gutmenschen", da bringt es wenig, dem selben Niveau zu folgen.
Die Frage, ob es überhaupt sowas wie schlechte oder böse Menschen gibt, ist sehr philosophisch.

Zunächst haben auch Neonazis eine Menschenwürde, auch wenn sie selbst anderen diese Würde absprechen.

Ich habe vor einigen Jahren einmal über eine Freundin einen Aussteiger aus der Szene kennengelernt.
Nach Jahren in Haft wegen rechtsextremer Straftaten ist er ausgestiegen und hat gegen Familienmitglieder und ehemalige Freunde ausgesagt, weswegen er umziehen und sich von seiner Familie abwenden musste, weil er danach selbst bedroht wurde.

Oft habe ich ihn nicht gesehen, und was aus ihm geworden ist, weiß ich auch nicht.
Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht.
Wie bei vielen Ideologien werden Mitglieder herangezüchtet.
Denn oft ist es der Freundeskreis oder die Familie, die einem diese Ansichten regelrecht von kleinauf "einpflanzen".
Das soll natürlich weder eine Entschuldigung, noch eine Rechtfertigung sein.

Wie in religiösen Sekten auch können Menschen durch ihr Umfeld zu Nazis werden. Wenn man schon als Kind dahingehend bearbeitet wird, kann man sich kaum davon lossagen.
Bei diesem Bekannten kam die Einsicht auch erst mit Ende 20, und er war Opfer von Gehirnwäsche.

Es fällt mir wirklich schwer, Nazis in irgendeiner Weise als Opfer zu bezeichnen, wenn man aber die Manipulationen bedenkt, denen viele ausgesetzt sind und waren, muss ich ihnen das zugestehen.
Und wenn man sich in diesem "Sud" erstmal lange genug aufgehalten hat, ist es echt schwer, dieses Mindset zu überwinden und von selbst zur Einsicht zu kommen.

Stellen wir uns mal vor, es würde heute zweifelsfrei bewiesen, dass es keinen Gott gibt.
Ich denke nicht, dass sich die überwiegende Mehrheit der Gläubigen von diesem Glauben lösen würden.
Einfach deswegen, weil für diese Leute ihr Glaube der Mittelpunkt des Lebens war, und es wahrscheinlich auch bleiben würde.

Ich würde also sagen, die Meinungen und auch die Taten sind schlecht und verabscheuungswürdig.
Ich war auch schon selbst häufig auf Demos gegen Rechts und Demos gegen Pegida, und würde auch jederzeit Menschen bitten, sich zu engagieren.

Ich finde auch nicht, dass Parteien versuchen sollten, diese Wählerschaft "zurückzuholen", wie es immer so schön gesagt wird.
Und auch der Rechtsstaat muss hart dagegen vorgehen.
Und als Prävention: Bildung!

Wenn ich aber anfange, bestimmte Menschengruppen zu hassen (und nicht nur ihre Ideologie), bin ich wieder in einem Teufelskreis.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – B.Sc- / M.Sc-Studium Psychologie

"...Es fällt mir wirklich schwer, Nazis in irgendeiner Weise als Opfer zu bezeichnen, wenn man aber die Manipulationen bedenkt, denen viele ausgesetzt sind und waren, muss ich ihnen das zugestehen...."
Ach herrje - ist irgendwie oft typisch deutsch: Mitleid mit den Tätern haben, die Opfer vergessen.

4
@HALO77HALO

Aber sonst kannste alles essen, ich hoffe ja?!

Augen auf, im zivilen Alltag: Ich beziehe mich auf EINEN Satz - und DAS ist typisch deutsch, erst mal dem Täter Mitleid entgegen bringen... isso.
Nun denne: ich wünsch dir noch nen schönen Tag...

1
@Lorimara

Nationalsozialisten sind wohl kaun nut aufgrund der Ansichten Täter, spinnst dudu?

2

Nein, sind sie nicht. Es gibt immer wieder gute Menschen, die dumme Ideen im Kopf haben. In deren eigener, kleinen Welt macht das alles Sinn und kann sogar aus deren Sicht "gut" sein. Wenn man wirklich glaubt, daß es eine "Jüdische Weltverschwörung" gibt, dann kann man seltsame Ideen haben, was "gut" wäre zu tun.

"Gut" sein schützt leider nicht vor Verschwörungstheorien, mangelnder Intelligenz oder mangelnder Bildung. (oder was auch immer sonst der Grund für diese Wirre Weltsicht ist, ich werde aus Gläubigen selten wirklich schlau)

Sehr verehrte Fragestellerin, sehr verehrte Damen und Herren,

um diese Frage zu beantworten müssen wir zuerst die zwei der Frage zugrundeliegenden Fragen klären:

  1. Was ist ein "Neonazi"?
  2. Was ist ein schlechter Mensch?

Da die Definition eines Wortes immer von der Mehrheit ausgeht, und ein Wort in erster Linie die Bedeutung hat, die man gemeinhin unter dem Wort versteht, und erst an zweiter Stelle die dem Worte ursprüngliche, müssen wir auch aus zwei verschiedenen Perspektiven an diese Fragen herangehen.

Die erste Perspektive ist die der Masse, also des "Durchschnittsbürgers", oder die des "Otto Normal":

Ein "Neonazi" aus deren Sicht ist in erster Linie ein schlechter Mensch, in zweiter Linie ein "Rassist", "Faschist", "Homophob" und so weiter, was aus der Perspektive der Masse weitere Synonyme für "schlechter Mensch" darstellt.

Ein "schlechter Mensch" ist aus der Perspektive der Masse jeder, der von den Medien (Fernsehen, Radio, Zeitung, neuerdings auch YouTube) als solcher gebrandmarkt wird, was die Effektivität medialer Propaganda hervorragend unter Beweis stellt. Wenn der sprechende Kasten sagt "Hitler gut", dann glaubt das die Masse, wie wir im dritten Reich unter Propagandaminister Joseph Goebbels feststellen konnten. Wenn der sprechende Kasten aber sagt "Hitler schlecht", und das auf einigen Sendern mehrmals täglich, dann wird auch das irgendwann kritiklos hingenommen. Wenn es plötzlich wieder hieße "Hitler gut", dann würde das erst auf (starken) Widerstand stoßen, aber allmählich nach einigen Jahren oder Jahrzehnten konstanter Beschallung ohne effektive Gegenpropaganda würde sich wieder 90% der Masse der Propaganda beugen, während die restlichen 10%, die nicht so leicht beeinflussbar sind, als "Verschwörungstheoretiker", "Antifas", oder "rote Idioten" gelten werden, ergo als schlechte oder schlichtweg dumme Menschen, mit denen man nicht diskutieren darf, da sie gefährlich sind. Sie sind es nämlich-in erster Linie für die, die am hohen Hebel sitzen und die Propaganda steuern.

Nun kommen wir zur eigentlichen Definition, der Definition frei von Masse und ihrer heißgeliebten Propaganda, zum Ursprung der Begrifflichkeiten:

"Neonazi" ist ein Schmähbegriff für "neue" Nationalsozialisten, also Menschen, die ohne das Dritte Reich je persönlich erlebt zu haben, Anhänger des ideologischen Nationalsozialismus sind.

Ein schlechter Mensch ist ein Mensch, der wider der Moral und der Sittlichkeit denkt und handelt. Psychopathen sind oft als schlechte Menschen bekannt, da sie weder Empathie noch Gewissen besitzen. Es ist zum Beispiel unmoralisch, das Leben einer anderen Person ohne Einverständniserklärung zu beenden. Viele Mörder tun aber genau das, weshalb sie (meist zurecht) als schlechte Menschen gelten. Es ist ebenfalls unmoralisch, den Besitz eines anderen zu entwenden, oder einen körperlich schwächeren zu terrorisieren, um an seinen Besitz zu gelangen und so fort. Das Gegenteil des moralischen, des Guten, ist auch kurz und knapp als das Böse bekannt. Populäre Figuren für das Gute sind Jesus und Engel, populäre Figuren für das Böse der Teufel oder Dämonen.

Erklärung zu folgender Textstelle:

Wenn es plötzlich wieder hieße "Hitler gut", dann würde das erst auf (starken) Widerstand stoßen [...]

Der Widerstand wäre nicht etwa aufgrund von eigener Meinung (die Masse ist zur eigenen Meinung nicht fähig, sondern nur dazu, Meinungen anderer zu übernehmen) sondern lediglich aufgrund des Gesetzes der kognitiven Dissonanz zu erwarten. Also aufgrund dessen, dass man so lange an etwas glaubte, was sich im Endeffekt doch als falsch herausstellte. Das reizt dann den instinktiven Widerstand gegen das "Neue". Ein Mensch gesteht sich nicht gerne ein, dass er falsch liegt, noch weniger wenn es sich um Jahrzehnte handelt, in denen er falsch lag.

4

Die Frage ist sodann: Ist es fürd dich moralisch vertretbar, ein Anhänger der NS-Ideologie zu sein ?

1
Sehr verehrte Fragestellerin, sehr verehrte Damen und Herren,

wir wollen aber nicht als aufgeklärte menschen von dir verehrt werden.

also spare dir die floskel.

1
Ein schlechter Mensch ist ein Mensch, der wider der Moral und der Sittlichkeit denkt

feuerlandindianer waren kannibalen, aber doch keine schlechten menschen!

0
@nowka20

Moral und Sitten sind subjektiv... So ist jeder und gleichzeitig keiner ein schlechter Mensch je nach Perspektive.. Er spricht von "als jenes bekannt" das grenzt es stark regional ein

0

Was möchtest Du wissen?