Kann man als evangelisch getaufte in einer katholische Kirche in Polen heiraten?

10 Antworten

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Hallo, erstmal herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! :)

Ja, als konfessionsverbindendes Brautpaar könnt ihr prinzipiell "katholisch heiraten", da für die Katholische Kirche die Ehe zwischen zwei Getauften immer sakramental ist.

Allerdings ist zur Erlaubtheit (nicht zur Gültigkeit!) einer kanonischen Eheschließung zwischen einem katholischen und einem nichtkatholischen Partner die Erlaubnis des zuständigen Ortsordinarius vonnöten (c. 1124). Diese Erlaubnis wird aber i.d.R. unkompliziert gewährt, sofern die notwendigen Bedingungen gemäß c. 1125 erfüllt sind. In eurem Fall wären natürlich zwei Ortsordinarien zuständig.

Andersherum ist dein Verlobter als Katholik (nicht Kathole ;)) sowieso zur Einhaltung der kanonischen Eheschließungsform in dem Sinne verpflichtet, dass sie zur Gültigkeit seiner Ehe vonnöten ist. Kanonische Eheschließungsform bedeutet das, was gemeinhin als "katholische Trauung" bezeichnet wird: Die Brautleute tauschen den Ehekonsens in der dafür vorgesehenen Form unter Assistenz eines hierfür Befähigten (meist der Pfarrer) und im Beisein zweier weiterer Zeugen aus (c. 1108 § 1). Durch den dadurch offen gelegten Konsensaustausch kommt dann die Ehe, die sich beide Partner durch ihr Ja-Wort gegenseitig spenden und schenken, rechtsverbindlich zustande.

Zuständig, was Ehesachen anbelangt, ist letztlich der Ortsordinarius, d.h. der Diözesanbischof und sein Stellvertreter. Diese und der Ortspfarrer sind qua Amt dazu befähigt, einem Brautpaar gültig bei der Eheschließung zu assistieren (c 1109). Soll jemand anderes assistieren (z.B. ein Priester oder Diakon nach Wahl des Brautpaares) benötigt dieser eine Delegation vonseiten des Ortspfarrers, um gültig zu assistieren. Der Pfarrer der polnischen Pfarrei, in dessen Gebiet ihr eure kirchliche Hochzeit feiern möchtet, ist also derjenige, bei dem es liegt, gültig zu assistieren oder zu delegieren.

Allerdings wäre das nur dann erlaubt, wenn der Ortsordinarius, in dessen Gebiet ihr wohnhaft seid, die Erlaubnis erteilt, dass ihr außerhalb eurer Heimatpfarrei und gar außerhalb eures Heimatbistums kirchlich heiratet. Auch diese Erlaubnis wird i.d.R. problemlos gewährt.

Also: Ihr solltet zeitgleich den katholischen Pfarrer eurer Heimatpfarrei, der zunächst für euch zuständig ist, und den entsprechenden polnischen Pfarrer konsultieren, damit alles kirchenrechtliche seine Wege gehen kann. Ggf. lässt sich dann auch regeln, dass die notwendige Ehevorbereitung, die Voraussetzung für all die erwähnten Erlaubnisse ist, an eurem Wohnort verbleibt, während die Eheschließung in Polen stattfindet. Die theologischen Grundlagen der (sakramentalen) Ehe, die das ganze Prozedere und die ganzen Vorschriften überhaupt plausibel machen, werden dann hoffentlich vernünftig thematisiert.

Ich hoffe, ich konnte helfen. Ich wünsche euch eine schöne Hochzeit und Gottes reichen Segen für die bevorstehende Ehe. :)  

Dafür müsst ihr in Polen zu der katholischen Gemeinde gehen, zu der die Kirche gehört, wo ihr heiraten wollt und den Pfarrer fragen.

Wenn es die Heimatgemeinde deines Verlobten ist und ihr katholisch heiraten wollt, dürfte das wohl kein Problem sein.


In Deutschland braucht man Taufzeugnisse, die nicht älter als 6 Monate sind und dann bekommt man als evangelisch getaufter Mensch eine Sondererlaubnis, dass man katholisch heiraten kann. Ob das in Polen genauso ist, weiss der dortige Pfarrer.

Aber ist dir eigentlich klar, das "Kathole" eine respektlose Bezeichung für einen Katholiken ist? Und du deinen Verlobten dadurch eigentlich beleidigst?

was ist respektlos an "Kathole"? hab das schon öfter gehört

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@revo1988

die Bezeichnungen "Kathole" und "Evangele" sind negativ , so wie Neger zBsp.

allerdings wird das nicht immer so gesehen.

In meiner Jugend war es immer ein Schimpfwort und wurde auch kaum verwendert, heut zu Tage scheint es sich einzubürgern, das es "political correct" ist,

ist wohl Ansichtssache ...

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@PaulPeter44

Siehe Wilhelm Busch:

"Drum, o Jüngling, überlege

ehe du ein Mädchen küsst,

frag sie, ob sie evigelisch

oder katalaunisch ist."

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Huch echt? Da bin ich aber in ein Fettnäpfchen getreten.

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@Sunny0402

ist aber nicht sehr schlimm, weil viele das ja auch nicht mehr so sehen

alles gut!

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@PaulPeter44

Nee ist seine persönliche Ansicht, nicht die der Allgemeinheit, so reagiert halt ein Kathole. Zu Pfarrern sagt man ja auch Pfaffen, obs die stört oder nicht.

Heirate halt so, und vergess das Gedöns bald ..so werdet ihr glücklich

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@kyseli

nein, eine persönliche Ansicht ist es nicht, diese Begriffe sind ganz offiziell abwertend

Und sie zeigen eine grundsätzliche innerer Einstellung

und das bei dieser Einstellung etwas fehlt, sieht man in unserer Welt an den ganzen Anschlägen, die gemacht werden

wenn man solche Bezeichnungen benutzt, verliert man den Respekt vor anderen Menschen, dadurch ist die Hemmschwelle für Gewalt und Terrorismus deutlich niedriger, als bei Menschen, die anderen mesnchen mit Respekt behandelt.

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Mit dem zuständigen Priester sprechen und genügend Geld mitnehmen. Ist kein Scherz. FürKohle lässt sich bei den Heuchlern einiges machen. Meine Cousine hat einen Atheisten in Pl g heiratet. 

Es ist auch nicht so, dass es unüblich wäre, eine gewisse Summe zu “spenden“. Es wird erwartet vom Pfarrer. Die bekommen keine Kirchensteuer... 


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