Sind evangelische Taufen auch innerhalb der katholischen Kirche gültig?

17 Antworten

Da hier so oft von der richtigen "Amtsnachfolge" und der Sukzession der Priester die Rede ist, ein paar Bemerkungen. Eine Taufe sei nur gültig, wenn sie von einem Priester vollzogen werde, der in der ununterbrochenen Amtsnachfolge stehe, und das sei nun mal römisch-katholisch. Deshalb sei eine "evangelsiche" Taufe eigentlich nichts wert.

Dies alles ist irrig. Würden die Protestanten auf der Sukzession bestehen, könnten sie sagen, dass sie über die schwedische lutherische Kirche ebenfalls mit der Gesamtsukzession verbunden sind. Nur bringt niemand zu Recht dieses überflüssige Argument.

Das Neue Testament belehrt uns aber darüber, dass die zwölf Apostel in Jerusalem keine Apostel als Nachfolger hatten. Die episkopoi (Bischöfe) wurden von der Gemeinde gewählt, sie waren "Männer voll des heiligen Geistes". Die Sukzession wird durch den Geist Gottes gewährleistet, nicht durch eine mechanistische Weitergabe eines Amtes durch eine Beamtenkirche. Die Kirche erkennt dieses Amt allerdings durch die "Vocatio externa" an, die Ordination. Sie "verwaltet" aber nicht den Geist Gottes. Der weht bekanntlich, wo er will.

Übrigens hat auch die R.-K. Kirche anerkannt, dass es außerhalb ihrer selbst das Wirken des Geistes Gottes gibt. Das Vatikanum II hat im Dekret über die Ökumene (Unitatis redintegratio) festgestellt, dass die nichtrömische Bewegung des "Weltrats der Kirchen" auf das Wirken des Geistes Gottes zurückgehe. Leider werden solche Dokumente unter dem Teppich gelassen und die Erzkonservativen bestimmen die Tagesordnung.

Wie schon von anderen gesagt, das mit der Sukzession war nie katholische Lehre, also nicht in der Weise, daß die Taufen durch Nichtpriester ungültig wären. (für Priesterweihen ist die Sukzession schon erforderlich).

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Denen bleibt gar nichts anderes uebrig, denn wenn man die Taufe wiederholen wuerde waere man ein Wiedertaeufer also in der Sicht beider Kirchen so etwas wie ein Ketzer (heute wuerde man das Abweichler nennen). Dafuer erfolgt in beiden Kirchen der Ausschluss, ein Grund warum einige christliche Sekten auf eine weitere Taufe bestehen, um ebend die Tuer zu zumachen...:-)

Das Problem mit den Wiedertäufern haben nur die aus der Reformation hervorgehenden, also protestantischen Kirchen, nicht die römisch-katholische. Der Grund für die Anerkennung der Taufe ist das nicht bei den Katholiken.

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@MonAlfredo

Gut bei den lutherischen Kirchen ist das gleichbedeutend mit einem Kirchenaustritt, nur wirst Du auch bei den Katholiken ausgeschlossen, wegen Can. Paragraph Haraesie...:-)...Ich bin mir natuerlich nicht sicher ob immernoch so verfahren wird, ich jedenfalls sehe in der Wiedertaufe einen schweren Verstoss, das mag sicher auch an der Abneigung gegenueber den noergelnden Extremchristen liegen...:-))

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Die evangelische Taufe (Kindertaufe) ist selbstverständlich in der röm.-katholischen und meines wissens auch in den orthodoxen Kirchen (russ-orth., griech.-orthodoxe)vollgültig. Probleme gibt es nur bei Kirchen und Sekten, die die Erwachsenentaufe predigen. (Was ich nebenbei für unsinnig halte, da Taufe für mich Aufnahme in die Gemeinde heißt und nicht irgendwelche Bußübungen voraussetzt, schließlich gilt Gottes Liebe auch (und gerade) den Sündern. Ich kann mit der Firmung bzw. Konfirmation meine Taufe und mein "Ja" zu Gott bekräftigen oder darauf verzichten und somit bestätige ich meine Taufe und bekenne meinen Glauben an Gott oder ich verzichte darauf und entscheide mich dagegen.

Woher ich das weiß:Hobby – Betreibe als Hobby Theologie, bin in meiner Kirchengemeinde(

Jawohl, das sind sie. Die Taufe wird anerkannt, jedoch ist im Fall einer Konversion (evang. --> kath.) noch die Firmung fällig.

a) Diese Taufe besitzt keine Gültigkeit, weil sie von keiner Person durchgeführt wurde, die sich in der Amtsnachfolge befindet. Damit ist gemeint, dass kein Amtsträger in der evangelischen Kirche sich nicht in der direkten und lückenlosen Beziehung zu Petrus befindet.

Beginnend mit Petrus hat er die Amtsgewalt auf den Nächsten übertragen und dieser gab sie wieder weiter. Man nennt das "Sukzession".

b) Weil sich aber die Amtsträger in der evangelischen Kirche nicht in dieser Amtsnachfolge befinden besitzen ihre Handlungen auch keine Gültigkeit und werden deshalb von der katholischen Kirche nicht anerkannt.

Ob dieses katholische Amtsverständnis richtig ist ist aber eine andere Frage.

Auch wenn es inzwischen zu einer gewissen gegenseitigen Anerkennung gekommen ist, so besteht weiterhin die Auffassung, dass es sich bei der evangelischen Kirche um keine Vollkirche handelt(der Begriff Kirche wird ihr nicht zuerkannt), weil sich nach katholischen Auffassung die evangelische Kirche nicht im Vollbesitz der Wahrheit befindet.

Bis heute wird z. B. von offizieller Seite das gemeinsame Abendmahl nicht gestattet. Wenn es dennoch geschieht, dann nicht in Übereinstimmung mit dem Papst.

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Evangelista redet / schreibt wieder einmal Quatsch. Die anderen Antwortenden haben Recht, die darauf verweisen, dass jede Taufe, die im Namen des dreieinigen Gottes vollzogen wurde, von den Kirchen die selbst "Säuglingstaufen" durchführen anerkannt wird. Die apostolische Sukkzession wird in diesem Zusammenhang nicht beansprucht.

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Kannst Du dann mal erklaeren welche Kirche dann das recht hat zu taufen, auch wenn das sicher nicht stimmt waere es ja mal interessant zu wissen...:-)

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@riara

Ich habe darauf hingewiesen, dass es in gewissen Bereichen zu einer Anerkennung gekommen ist.

Nur wird bis heute die evangelische Kirche nicht als Kirche bezeichnet, weil ihr bestimmte Eigenschaften fehlen. Dazu gehört eben unter andrem die Sukzession und andere Wahrheiten, die die Kirche mit der mündlichen Überlieferung begründet.

Aus diesem Grund könne sich die evangelische Kirche auch nicht im Vollbesitz der Wahrheit befinden, weil sie die mündliche Tradition ablehne.

Das ist die katholische Erklärung, die ich aber nicht teile!!!

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@evangelista

Na ich denke mal, das hat sich doch etwas geaendert, warum erkennt die katholische Kirche z.B. die evangelische Taufe an? Das gleiche gilt uebrigens fuer die Ehe und die Eheschliessung mit protestantischen Ehepartnern. Die Oekomene funktioniert auch praechtig, obwohl ich hier als Lutheraner spreche, wir sind eh am naechsten an den Katholiken dran...

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Auch ein christlicher lLaie kann eine Nottaufe vornehmen. Bei Lebensgefahr des Kindes. Muß aber umgehend der Pfarrei mitgeteilt werden, und ist dann voll gültig.

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