Wenn man mit Gottes Liebe oder mit Jesus' Ansatz der NÀchstenliebe argumentiert, bekommt man Bibelstellen vorgelegt, die die Grausamkeit, Unversöhnlichkeit, die Wut und die Feindseligkeit von Gott und Jesus belegen sollen.
Es erscheint mir alles sehr widersprĂŒchlich und nicht Halt gebend. Ich habe den Eindruck, dass jeder das Christentum subjektiv und nach Belieben interpretiert.
Mal steht das Christentum fĂŒr Liebe, Hoffnung, Lebensfreude, Sinn, Halt und Vergebung, mal fĂŒr UnterdrĂŒckung, HĂ€rte, Grausamkeit, Drohung und Strafe, oder fĂŒr Belohnung nach dem Tod durch Befolgung strenger religiöser Regeln.
Andere faseln was von der Vergebung aller SĂŒnden aller Menschen durch Jesus' Tod am Kreuz und trĂ€umen selbst von Auferstehung nach dem Tod. Jesus sei der "Erlöser". Sorry, echt jetzt...?! Was ist das fĂŒr ein schrĂ€ges Narrativ? Wer glaubt denn sowas ernsthaft?!
Wer kann sich bei all der WidersprĂŒchlichkeit, den biblischen MĂ€rchen und uralten, verzerrten Ăberlieferungen, den vielen verschiedenen Interpretationen denn ernsthaft zum Christentum bekennen? Wie hĂ€lt man den stĂ€ndigen Konflikt in der christlichen Glaubensgemeinschaft aus als bekennender Christ? Wer hat unter diesen UmstĂ€nden ĂŒberhaupt noch Lust dazu Christ zu werden und vor anderen zuzugeben, dass man Christ ist?
Wenn jemand zu mir sagt, er sei Christ, ohne weitere ErlĂ€uterung dazu, dann habe ich keine Ahnung, was das konkret bedeuten soll im Einzelfall. Alles ist möglich. Die "Marke" Christentum ist fĂŒr mich komplett undurchschaubar und uneindeutig. Wie soll dieses ganze Wischiwaschi denn irgendwem Halt im Leben geben?!