Warum/Wie feiern nicht religiöse Menschen Weihnachten (wenn (!) sie es feiern)?

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schöne Frage....

Bevor ich eine Familie hatte - bzw. keine Familie mehr aus Seite der Eltern / Verwandten usw. war ich alleine und habe einfach nur lecker Essen gekocht und mich mit der Katze vor den Fernseher gehockt.

Einen kleinen Tannenbaum hatte ich trotzdem. Wäre "ohne" irgendwie blöd gewesen.

Wenn man an Weihnachten alleine ist, finde ich das nicht weiter tragisch. Ist zwar nicht soo schön, aber deswegen muss man nicht anderen auf den Sack gehen und in deren Fest reinplatzen.

Seit ich Familie habe, feiern wir so, wie viele es wohl auch tun: Mit Essen, großem W-baum (überladen mit schönem Schmuck) und Geschenken.

Der "christliche Aspekt" ist bei uns nicht vordergründig. Man ist beisammen, hat mal Zeit für einander, Kinder sind glücklich - halt eine schöne Zeit.

Kinder sind noch stark Weihnachtsmann-gläubig, die Story hat also noch Wert und Bestand. Ein Kumpel spielt diesen auch sehr gut, ist also nicht nur eine fiktive Person aus dem Fernsehen / Büchern, sondern der kommt tatsächlich!

Die Kinder sind (im Rahmen der Möglichkeiten) aufgeklärt über den christlichen Hintergrund des Festes und finden diese Geschichten sehr spannend. Sind aber noch zu klein, um diese ganze Geschichte aufzunehmen. Kommt irgendwann, eilt nicht. Wir sind nicht überaus kirchlich angehaucht.

Es gibt schöne Bücher für Kinder, z.B. "Der kleine Esel" wo die Geschichte rund um Maria, Josef, Geburt Christi erzählt wird, in diesem Buch aus Sicht des kleinen Esels, der auch den Hauptcharakter darstellt.

Auch ohne die "finale Aufklärung" über den Ursprung des Festes merken die Kinder, dass Weichnachten etwas Besonderes und Magisches ist. Nicht nur wegen der Geschenke, die der W-Mann aus dem Sack zaubert. Nein, die ganze Stimmung, die vorweihnachtliche Atmosphäre das ganze Drumherum hat diesen einzigartigen Flair.

Und dabei belasse ich es, solange die Kinder damit gesättigt sind.
Irgendwann macht es *klick* und die Kinder wollen es wissen.

War schon immer so.
Vor ein paar Monaten auf dem Rückweg vom KiGa fragte die "große":

"Sag mal, was ist eigentlich Strom und wo kommt der her?"

Und wenn Du DIESE FRAGE verständlich und komplett geklärt hast - dann ist das mit dem Weihnachtsmann / Christkind irgendwie gar nicht allzu kompliziert....

Noch 3 Monate + 2 Tage!

Grüße, ----->

Hier im Osten sind fast alle Familien nicht religiös. Hier ist das Weihnachtsfest komplett „säkularisiert“.

Vor dem Heiligabend bastelt oft der Vater mit den Kindern gemeinsam ein Geschenk für die Mutter u. die Geschwister und die Mutter bastelt gemeinsam mit den Kindern ein Geschenk für den Vater u. die Geschwister. Wenn die Kinder größer sind, animieren der Vater u. die Mutter die Kinder dazu, selbst ein schönes Geschenk für das jeweils andere Elternteil u. die Geschwister zu basteln bzw. zu besorgen.

 

In der Schule lernen auch Kinder von nicht-christlichen Eltern im Ethik-Unterricht etwas über das Christentum u. über andere Religionen. Das heißt, die Kinder lernen auch etwas darüber, was Christen zu Weihnachten feiern u. wie sie es feiern. Im Musikunterricht werden sowohl säkulare Weihnachtslieder als auch christliche Weihnachtslieder gesungen.

Wenn Kinder ihre nicht-christlichen Eltern fragen, wie das mit Jesus war usw., erklären die Eltern ihnen, dass manche Menschen an den christlichen Gott u. an Jesus glauben. Manche nicht-christlichen Eltern erklären auch, wie die christliche Geschichte über die Geburt von Jesus geht.       

Bei nicht-christlichen Familien kommt zum Heiligabend die Familie u. evtl. weitere Verwandte (häufig die Großeltern) zum gemeinsamen Essen u. Reden zusammen.

Wenn (kleinere) Kinder im Haus sind, kommt zur Bescherung meist ein Weihnachtsmann u. bringt die Geschenke. Die Kinder singen dann etwas Weihnachtliches o. sagen ein Gedicht auf, manche spielen auch etwas auf einem Musikinstrument.

Wenn die Eltern keinen Weihnachtsmann organisieren konnten u. der Vater sich nicht als Weihnachtsmann verkleiden will, weil er sonst erkannt wird, geht ein Elternteil mit den Kindern draußen eine Runde. In der Zwischenzeit bringt das andere Elternteil die Geschenke ins Wohnzimmer. Wenn die Kinder wieder da sind, sagen die Eltern, dass der Weihnachtsmann da war und Geschenke gebracht hat. Evtl. müssen die Kinder dann ebenfalls etwas singen o. ein Gedicht aufsagen (bzw. musizieren), bevor sie ihre Geschenke erhalten.

Wenn keine Kinder im Haus sind, beschenkt man sich am Heiligabend nur gegenseitig.

Bei einigen wenigen Familien sind z. B. ein o. mehrere Großeltern u./o. ein Elternteil christlich. In diesen Fällen gehen einige Familien am Heiligabend in die Kirche.

Gute Frage. 

Meinem Mann und mir bedeutet Weihnachten im religiösen Sinne nichts. 

Ich fand Weihnachten immer ätzend, entweder mussten wir zur katholischen Christmette, spät abends in der kalten Kirche mit den harten Bänken, oder meine Eltern hatten Streit und bewarfen sich mit Geschirr und Besteck, oder meine Schwester meckerte, weil ich mehr Geschenke bekam als sie, obwohl sie doch gleichzeitig Geburtstag hat (7 Jahre älter als ich).

Mein Mann mochte Weihnachten immer, denn an Weihnachten wurden die Kinder nicht vom Vater verprügelt, genau wie an den jeweiligen Geburtstagen.

Bis jetzt haben wir Weihnachten einmal mit seiner Familie gefeiert und einmal mit meiner, nächstes Jahr wird es wohl wieder meine. Dort wird mittags der Geburtstag meiner Schwester gefeiert, dann ein gemeinsamer Spaziergang, danach wird zu Abend gegessen. Nach dem Abendessen werden Geschenke ausgepackt. Meine Mutter wünscht sich, dass wir gemeinsam singen, ich begleite mit der Gitarre. Das müssen nicht nur Weihnachtslieder sein. 

Unsere Kinder werden an Oma verwiesen, wenn sie essentielle Fragen zum christlichen Glauben haben. Reine Wissensfragen beantworten wir immer. Wir haben unsere eigene Meinung über Kirche, Religion und Gott, aber deshalb Weihnachten zu streichen, das machen wir nicht, denn in der Schule kommt das Kind sonst in Erklärungsnot.

Geschenke und Weihnachten haben im christlichen Glauben sowieso gar nichts miteinander zu tun, das ist ein Fehler, der sich eingeschlichen hat, weil man versucht, verschiedene Kulturen zu vereinen. Geschenke sind dem hl. Nikolaus zuzuordnen, der der amerikanische Santa Claus ist, der unser deutscher Weihnachtsmann wurde. Auch Väterchen Frost ist da irgendwie berücksichtigt, der den Bart und die Rentiere mitbringt. Also insgesamt eigentlich ziemlich kulturlos. Aber was soll's?! Solange die Kinder glücklich sind... aber wenn unsere Kinder nach dem Ursprung von Weihnachten fragen, bekommen sie die ganze Wahrheit erzählt.

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