Warum werden Autoimmunkrankheiten und Krebs so oft psychologisiert?

15 Antworten

Es ist einfach erwiesen,dass Psyche und Physis sehr eng verbunden sind.

So ist es sehr wahrscheinlich,dass die Psyche sich auch auf die Physis auswirkt,ebenso wie eine Körperliche Erkrankung auch die Psyche in Mitleidenschaft zieht.

Beobachtet man einfach nur mal die Hormonausschüttung eines gestressten Menschen,erkennt man, dass sie Auswirkungen auf den gesamten Körper hat.

Es ist falsch zu glauben,dass körperliche Erkrankungen immer nur einen einzigen Auslöser hätten-sie sind immer multifaktoriell.

Mal an einem Beispiel: Erkrankt jemand an einer körperlichen Krankheit,ist es recht wahrscheinlich,dass sein Immunsystem nicht ganz auf der Höhe war; auch das Immunsystem wird mit von der Psyche beeinflusst...und dass Menschen mit körperlichen Erkrankungen oftmals auch durch die Belastung und Veränderung in Ihrem Leben, psychische Problem bekommen können,wie etwa Depressionen,ist ja nun wirklich nicht neu.

Du siehst-hier ist ein Ausschliesslichkeitsprinzip falsch.

Wenn Ärzte Dir sagen,dass du psychisch angeschlagen bist-oder was auch immer,dann heisst das nicht,du bildest Dir Deine MS-Krankheit ein oder bist "schuld" an deiner Erkrankung.

Sie wollen Dich nur darauf hinweisen,AUCH nach deiner Psyche zu schauen,damit du körperlich grössere Chancen hast,damit du mit Deiner Erkrankung besser leben und zurechtkommen kannst,was sich dann auch körperlich positiv bei Dir bemerkbar machen kann und vermutlich auch wird.

Was Psyche alles vermag,kannst du unter Placebo und Nocebo-Effekt immer wieder sehen und auch nachlesen.

Alles Gute!

Hallo kaktusfeld.

Ich bin weder Psychologieexperte, noch ein Medizinexperte. Aber ich denke ich kann trotzdem meinen Senf dazugeben.

Als MS-Betroffene muss ich mir oft von verschiedenen Menschen anhören, Ursache meiner Erkrankung sei ein seelisches Ungleichgewicht, ich hätte innere ungelöste Konflikte und müsse mein Innenleben in Ordnung bringen.

Naja ich denke, eine medizinische erkrankung KANN eine psychische Ursache haben, aber nicht ausschließlich. Ich sag mal so, burnout zum Beispiel hat wahrscheinlich als Ursache viel Stress.

Aber bei multipler Sklerose (ich gehe davon mal aus, dass du das mit MS meinst), halte ich das eher für Blödsinn. Aber um mit der Krankheit besser UMZUGEHEN, meine ich oft gehört zu haben, es hilft sich bei MS nicht soviel Stress anzutun und viel Vitamin-D zu sich zu nehmen.

Meist sind es Krebskranke und Menschen mit Autoimmunerkrankungen, die sich sowas anhören müssen. Niemand käme auf die Idee, einem Aids-, Tuberkulose-, oder Syphillis-Kranken eine seelische Dysbalance anzudichten.

Halte ich persönlich für Blödsinn, aber ich kann mich wie jeder andere natürlich auch irren. Ich meine, stell dir vor rauchen erhöht ja auch das Krebsrisiko, und nicht irgendein "seelisches Ungleichgewicht".

Es sei denn, sie meinen damit, dass Stress das Immunsystem schwächt und somit INDIREKT den Weg zu Krankheiten ebnet, dann wäre das vielleicht was anderes. Und ja, jemand mit AIDS oder Syphilis muss sich sowas nicht anhören, weil es hier zu eindeutig ist.

Es sind bakterielle bzw. virelle Infektionen. Aber wie bereits erwähnt, bin kein Experte ich sage nur, was ich davon halte.

Liebe Grüße Dhalwim,

Hallo kaktusfeld,

ich kann dir nicht sagen wieso Menschen das machen, aber völlig falsch ist es nicht.

Im Fernsehen hat mal ein Allgemeinmediziner gesagt, das er 50 % der Patienten nicht behandeln muss, weil sie zwar Beschwerden haben, die aber keinen körperlichen Ursprung haben, sondern seelischen. Bei den meisten reicht ein ganz banales Gespräch, eine Schulter zum ausweinen.

Zudem hat man auch festgestellt das gerade bei Erkrankungen, auch Krebs, die Psyche ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Egal wie gut eine Medizin ist sie kann nur schlecht wirken wenn der Glaube an gesundung nicht da ist. Man nennt das den Nocebo Effekt.

Man sollte auch nicht vergessen das Krebs und andre welche du erwähnt hast, mitunter auch die Folge der Psychischen Erkrankung sind. Depressionen zum Beispiel können Körperlich verheerend sein, denn wenn du Körperhygiene und der gleichen nicht mehr wahrnimmst oder gefahren gleichgültig gegenüberstehst, dann ist Syphilis nicht weit. Tinnitus, Nieren Probleme, sind Dinge welche durch zu wenig Flüssigkeit kommen und selbst gesunde schaffen es oft nicht genug zu trinken. Es gab auch in den Medien ein Fall, wo Ärzte nachweisen konnten, das bei einer Frau, Liebeskummer Ursache ihrer plötzlichen Blindheit war.

Die Psyche ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, doch bei manchen Dingen sicher fehl am Platz.

MfG PlueschTiger

Viel mir auch schon auf - leider.

Ich glaube es ist eine gewisse Ohnmacht oder auch Angst des Menschen davon in Zukunft möglicherweise betroffen zu sein resp. sich nicht 100% davor schützen zu können (vor Geschlechtskrankheiten kann man sich mit Kondomen schützen, gegen Tuberkulose impfen).

Bei MS könnte ich mir vorstellen, dass mitspielt, dass sich die Krankheit beim einzelnen so unterschiedlich entwickeln kann. Menschen versuchen zu verstehen und dies ist einfacher wenn es einen Grund dafür gibt ... gibt es keinen solchen wird halt der Mensch an sich als solcher gesehen.

Ich höre jeweils zu, lasse sie in ihrem Glauben und hoffe, dass sie keinen (anderen) Betroffenen damit verunsichern ... denn ich weiss wie Krebs entsteht und dass es einen treffen kann auch wenn man keiner Risikogruppe angehört resp. dass nicht jeder, mit erhöhtem Risiko, an Krebs erkrankt.

Ich kann mir vorstellen, dass hier zwei Dinge verwechselt werden: Die Möglichkeit, dass man ggf. mit psychischer Einstellung seine Krankheit besser ertragen kann und ggf. (meines Wissens) die Psyche auch beim Verlauf eine Rolle spielen könnte und die Idee, dass die Krankheit rein durch psychische Probleme ausgelöst wurde.

Ich habe von einer Krankenpflegerin gehört, dass ein Patient bei der Chemo sofort massive Nebenwirkungen - die oft den Abbruch der Chemo für diesen Tag bedeuteten - bekam, wenn man ihm sagte, dass er jetzt ein bestimmtes Medikament bekäme. Sagte man ihm das (in Absprache mit ihm) einfach nicht, also wusste er nicht, ob er durch die Infusion gerade Salzwasser oder ein bestimmtes Medikament bekam, dann ging es ihm so gut, dass er die Therapie an dem Tag vollständig durchziehen konnte. Aber sobald er hörte, dass er das Medikament bekam, bekam er Atemnot, Herzrasen, allergische Ausschläge, Hautbrennen usw.

Dann gibt es ein unter Krebspatienten berühmtes Buch mit Beispielen, wie Hobbys, Interessen, Begeisterung, Ziele den Krankheitsverlauf und die Prognose positiv beeinflussen konnten (obwohl in dem Buch auch von Menschen berichtet wurde, die irgendwann starben, der Punkt war aber, dass alle, die solche Projekte hatten, ihre Prognose oft weiter, teils nur kurz, überlebten).

Für gefährlich halte ich dagegen die Idee, Krankheiten würden rein durch psychische Belastung ausgelöst. Dies habe ich auch schon als Vorwurf gehört "weil du/ ihr mich damals immer so gestresst/ geärgert/ belastet/ gefordert/ allein gelassen habt, wurde ich krank". Schlimm wird das, wenn die Betroffenen dies selbst glauben. Die Angesprochenen distanzieren sich wahlweise oder versuchen durch besondere Hingabe den "Fehler" wieder gut zu machen. Übersehen werden dabei natürlich alle physischen Ursachen einer Krankheit. Man darf nicht die Aussage, "psychische Komponenten können den Krankheitsausbruch und -verlauf beeinflussen" verwechseln mit der Aussagen "psychische Belastungen können einzige Ursache für den Krankheitsausbruch sein" und schon gar nicht mit "ein Mensch kann durch psyische Belastung eines anderen bei diesem eine schwere Krankheit auslösen"!

Kompliment, sehr differenzierte Antwort!

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Wusstest Du, dass selbst die Ärzteschaft ihrer eigenen Familie (besonders nicht ihren eigenen Kindern) keine Chemotherapie angedeihen lassen würde?

Jetzt kommst Du...

Gruß Fantho

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@Fantho

ich weiß, dass Chemotherapie kontrovers ist und es darüber viele, ich sage mal, "Meinungen" gibt. Ich weiß aber auch, dass einige Menschen aufgrund von Chemotherapie bzw. allgemein Behandlung (schulmedizinischer Art) länger leben als ohne. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Krankenkassen nicht die hohen Kosten für Chemo und OPs zahlen würden, wenn diese nicht effektiv und wissenschaftlich stichhaltig wären. So eine Chemo ist extrem teuer. Alternative Methoden sind meist deutlich günstiger. Es mag durchaus sein, dass sich die Chemotherapie durch spätere Forschungen als extrem überteuert und viel zu aggressiv im Vergleich zu einer wirksameren, sanfteren Therapie herausstellt. Aber da diese bisher noch nicht zur Verfügung steht und es meines Wissens keine geheime Anlaufstelle nur für Ärzte gibt bzw. Ärzte sich gegenseitig sicher nicht völlig anders behandeln werden als ihre Patieten, sehe ich bisher die Chemo als eine sinnvolle Therapie. Möglicherweise gibt es noch andere sinnvolle Therapien oder Zusatztherapien und möglicherweise könnte man ein paar davon ausbauen. Steve Jobs ist an seiner Alternativbehandlung aber leider auch gestorben und der hatte genug Geld, um Experten für die Recherche anzuheuern und sich die bestmögliche Therapie zu kaufen...

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@Fantho

@Fantho Und welche Belege hast du dafür? Gar keine.

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@Mirarmor

Fantho hat das irgendwo gelesen und kaut das jetzt nach. Ich habe sogar Ärzte kennengelernt, die selbst an einem Tumorleiden erkrankt waren und sich eine Chemo angedeihen ließen.

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