Warum können meist ältere Leute nicht verstehen, wie wichtig uns die gendergerechte Sprache ist - was genau ist das Problem?

Wer ist "uns"?

Viele die unter 20 J. sind.

53 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin nicht alt und halte von dem ganzen Krams auch nichts.

Für mich sind das Wohlstandsprobleme oder einfach Langeweile. Es gibt wichtigeres. 😅🤷‍♀️

Bis du mal irgendwie hass abbekommst oder dadurch irgenwas beleidigt wirst weil es abwertend klingt. Natürlich man kann sagen es ist übertrieben aber das Stimmt nicht, vor allem weil viele die nicht Gender Sprache abwertend meinen und wen das jemand sagt der es nicht abwertend meint, weiß man aber trotzdem nicht ob es jetzt abwertend oder nicht gemeint war deswegen einfach umgewöhnen das ist nicht schwierig

0
@Klaass41

Und du meinst ein Schreibstil wird irgendjemand davon abhalten, jemand anderen zu beleidigen?😅 Ja ok 😂

Ich war oft genug Hass ausgesetzt, solche interessiert gegender überhaupt nicht.

Ich hab auch nie jemanden darum gebeten, für mich zu entscheiden was ok ist und was nicht. 🤷‍♀️😅

0

Z.B weil die ältere Generation den Kampf gegen Diskriminierung schon lange geführt hat unter ganz anderen Bedingungen ("wenn sie ihren Uterus hier auf den Tisch stellen, können sie die Stelle haben" konnten Frauen mal so zu hören bekommen - ohne Konsequenzen natürlich) und sieht, wie die Rollenverteilung jetzt noch schlechter wird als früher, während solche Phrasen gedroschen werden. Es ist nicht wichtig, die Geschlechter ständig zu trennen, sondern, dass die Angabe unwesentlich wird. Dem wird durch das ständige Gegender massiv entgegengewirkt.

Das gleiche ist der "Migrationshintergrund", wenn jemand, der in Deutschland geboren ist und die deutsche Staatsbürgerschaft hat, immer noch als halber Ausländer abqualifiziert wird.

Ist es nur ungewohnt oder warum reagieren alte Menschen so feindlich gegenüber dem Gendern?

Ich bin 34, gehöre ich jetzt zu den Älteren?

Weil ich das für sinnfrei halte. Und wem soll das wichtig sein? Mit ist das nicht wichtig.

Es geht doch in erster Linie gegen Diskriminierung und Hass vorzugehen.

Nein, eben nicht, sondern darum Rücksicht auf verletzte Gefühle zu nehmen und ich schulde keinem Rücksicht auf verletzte Gefühle, sonst kommen wir nicht weiter, sonst muss ich auch Satire und Homor verletzten Gefühlen anpassen und ich opfere für verletzte Gefühle nicht meine persönlichen Freiheiten.

Eine Beleidigung (Herabsetzung der Ehre) ist die Einschränkung der Rechte anderer, deswegen ist es völlig in Ordnung mein Recht bei der Meinungsfreiheit dort zu beschneiden um so viel Freiheit für alle wie möglich zu garantieren, nicht zu Gendern ist es aber nicht, denn ein Recht auf unverletzte Gefühle gibt es nicht. Der eine ist verletzt, weil man seinen Propheten kritisiert, der andere ist verletzt weil man nicht gendert und wieder einer ist verletzt, weil irgendwer gelbe Schuhe bei Regen trägt. Es wäre schwachsinnig und schädlich für uns auf jeden Rücksicht zu nehmen, jedenfalls wird niemand diskriminiert oder ein Objekt von Hass, weil nicht gegendert wird.

Das Problem der verletzten Gefühle ist ein persönliches Problem und nicht meins.

Geht es vielleicht um Angst, etwas Macht von der Deutungshoheit den Frauen abzugeben?

Wie bereits oben erklärt, geht es darum, dass mir völlig irrelevant Gefühle anderer aufgezwungen werden und ich in meiner persönlichen Freiheit damit beschnitten werde.

Selbst Petra Gerster von ZDF moderiert die „heute“-Nachrichten und gendert dabei seit Kurzem. Das ist meiner Meinung nach ein super Signal an die Gesellschaft sich für mehr weltoffenheit und Toleranz einzustellen und eine ewiggestrige Ideologie zu verabschieden.

Kann die gerne so sehen, ich schließe mich ihrer Meinung nicht an.

Mal an die Gender-Gegner, was ist das Problem genau?

S.o.

Falls es stimmt, dass es überwiegend ältere Leute sind, die sich gegen das Gendern sträuben, dann vielleicht deshalb, weil ältere Menschen während ihres Lebens gelernt haben, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden. Die Welt hat wahrlich andere Probleme, als sich mit Hilfe des Genderns so auszudrücken, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen! Die Höflichkeit und die Gerechtigkeit ist auch dann vollkommen erreicht, wenn man zwischen die weibliche und die männliche Bezeichnung ein und setzt. Das andere ist nur sinnloserweise dem Zeitgeist hinterher laufen. In manchen Fällen könnte sich das auch grotesk anhören. Die Polizei sucht nach Tätern und Täterinnen, die zu einer Kinderschänderbande gehören. Petra Gerster sagt: "Die Polizei fahndet nach den Täter*innen." Die Mehrheit der Zuseher versteht nur Täterinnen. Ob das weibliche Zuschauer so gerne hören würden?

Außerdem mögen es die älteren Leue vielleicht auch nicht, das Gefühl zu haben, dass mancher Journalist, manche Journalistin meint die Leser, Hörer und Zuseher erziehen zu müssen.

Hoffentlich gendert Petra Gerster jedenfalls freiwillig und wird nicht vom ZDF dazu gezwungen.

Ich wüsste zu gerne, wie es andere Völker mit diesem "Problem" halten. Ich glaube, ein Merkmal, das uns Deutsche im Vergleich zu anderen Völkern weiterhin auffallen lässt, ist der Fanatismus: die deutsche Gründlichkeit.

Die Tschechen brauchen dann wohl eine neue Endung für Nachnamen der Diversen. Dort ist es ja gesetzlich vorgeschrieben, daß alle Frauen die Silbe -ova an ihren Familiennamen klatschen müssen... Klingt bei manchen (ausländischen) Nachnamen einfach nur bescheuert. Zumindest für deutsche Ohren. Aber man gewöhnt sich dran. 😏

0

In anderen sprachen wird schon länger geändert wir haben ja nicht mal Pronomen für das dritte Geschlecht und heutzutage geht es beim gendern gar nicht mehr um Mann und Frau sondern vor allem um andere Geschlechtsidentitäten die Personen besitzen einzubinden

0

Ich halte Gendern für eine sinnvolle Maßnahme. Viele kennen leider die Hintergründe bzw. Beweggründe gendersensibler Sprache nicht, sondern nehmen an, dass diese nur zur vordergründigen Beseitigung "sprachlicher Diskriminierung" diene - darin sehe ich das Hauptproblem. Übersichtliche Artikel zu tatsächlichen Hintergründen und Beweggründen finden sich z.B. hier: Reisigl, 2013Bauer & Kolly, 2020 oder Spitzer, 2020.

Mehr Aufklärung diesbezüglich wäre sicherlich förderlich, zumal die zugrundeliegenden Probleme durchaus weitreichender sind als die bloße Nutzung des "generischen" Maskulinums.

Wer sich lieber ein Video anschaut als Texte zu lesen, kann z.B. hier reinschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=c4QSZA90Qww

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mitglied des Cologne Center for Gender Studies

Ich muss allerdings anmerken, dass der:die Fragesteller:in hier teils übers Ziel hinausschießt: die allerwenigsten Menschen nutzen generisches Maskulinum und Co. um gezielt Personen/Gruppen auszuschließen oder zu diskriminieren. Eine solche Darstellung/Behauptung geht auch an den eigentlichen Grundzügen gendersensibler Sprache vorbei, bei welcher es in erster Linie nicht um die Beseitigung "oberflächlicher Diskriminierung" geht, sondern um die (Teil-)Lösung tiefgreifenderer Probleme, die durch Sprache verstärkt werden.

1
@Adomox

Es freut mich, dass du diese Einschränkung machst, Adomox. So hatten deine Ausführungen, auch an anderer Stelle, bisher nicht geklungen.

0

Die angeblichen "Probleme" existieren meiner Ansicht nach weitestgehend nur in deiner Vorstellung und in der Vorstellung der kleinen, aber lautstarken Minderheit, die der deutschen Sprache die sprachverhunzenden Gendersternch*innen aufdrücken will.

2

Was möchtest Du wissen?