Seid ihr für oder gegen Atomkraft?

Das Ergebnis basiert auf 185 Abstimmungen

Ich bin FÜR Atomkraft! 48%
Ich bin GEGEN Atomkraft! 43%
Andere Antwort 9%

60 Antworten

Ich bin GEGEN Atomkraft!

Wenn man von der hohen Energiedichte absieht, spricht wenig für Atomkraft. Der Wirkungsgrad bei Fission ist echt mies.

Andererseits haben wir einen riesigen Fusionsreaktor in recht sicherer Entfernung, der uns mit Energie förmlich zusch...t. Also sollten wir diese definitiv auch nutzen.

Dann gibt es noch ein signifikantes Risiko für Unfälle und Havarien bei der Fission und ein bis dato ungelöstes Müllroblem.

Atomkraft versprüht nicht so wirklich viel charme.

Fusion wäre vielleicht eine Option, wenn sie dann mal irgendwann verfügbar wird und brauchbare Wirkungsgrade etc. bietet - bisher ist das aber alles nur Vaporware.

"Dann gibt es noch ein signifikantes Risiko für Unfälle und Havarien bei der Fission und ein bis dato ungelöstes Müllroblem."
Beides sind häufig geäußerte Mythen. Einfache Frage: Was ist gefährlicher? Flugzeug fliegen oder Auto fahren? Auto fahren? Aber bei einem schweren Autounfall sterben ein oder zwei Menschen. Vielleicht mal ein paar mehr bei einem sehr schweren Unfall. Bei einem Flugzeugunfall sterben hunderte!

Aber ist schon klar- es wäre falsch so zu denken, denn es geht nicht darum wie viele Menschen bei einem Unfall zu Schaden kommen sondern wie viele Menschen zu Schaden kommen pro Nutzen. Also, wie viele Menschen sterben denn pro zurückgelegtem Kilometer. Und dabei ist der Flugverkehr dem Autoverkehr weit überlegen.

Warum schreibe ich das? Weil man bei der Gefährlichkeit von Unfällen in der Energieerzeugung auch nach dem Schaden pro Nutzen gehen muss. Nutzen ist hier der erzeugte Strom. Und dabei ist Kernenergie die sicherste Stromerzeugungsart.

An der Kohleverstromung sterben weltweit 1,3 mio Menschen jedes Jahr durch Lungenkrankheiten. Nicht durch katastrophale Unfälle- durch die ganz normale Verwendung der Kohlekraft. Wir könnten uns jedes Jahr 10 Tschernobyls leisten und würden weniger Todesopfer haben als durch die unfallfreie Benutzung der Kohlekraft. Wer gegen Kernenergie ist so lange nur ein einziges Kohlekraftwerk läuft ist uninformiert oder ein Heuchler.

Kernenergie tötet 90 Menschen pro 1 Billion kWh- wenn wir Tschernobyl und Fukushima mitberechnen. In Westeuropa ist die Zahl eher bei 0,1. Zum Vergleich, für Kohlekraft ist es 100'000. Selbst Wind (150 Tote pro billion kWh) und Solar (440) töten sehr viel mehr Menschen pro kWh.

(Quelle: https://www.forbes.com/sites/jamesconca/2012/06/10/energys-deathprint-a-price-always-paid/)

Ich könnte für das Müllroblem ähnlich viel schreiben, will das aber nicht noch länger machen. Kann aber mehr schreiben wenn Interesse besteht.

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@KarlRanseierIII

Ich weiß nicht, was sie mit diesem alten Artikel, eindeutig entstanden unter dem Eindruck der Katastrophe von Fukushima, sagen wollen. (Einer Katastrophe bei der 20'000 Menschen durch ein Jahrhundert-Erdbeben und einen Jahrtausend-Tsunami starben)

Bei dem einzigen GAU der westlichen Kernkraft- Fukushima- wurde niemand durch radioaktive Strahlung getötet oder auch nur schwer verletzt.

Ich finde es eigentlich nicht so wichtig wie oft ein GAU passiert wenn das Ergebnis 0 Tote ist. Das ist das ironische an der Diskussion. Wenn wir regelmäßig einen GAU hätten, würden die Menschen die Angst davor verlieren, es ist die Seltenheit die das so gespenstisch macht. Viele Menschen haben Flugangst, fast niemand hat Autofahr-Angst. Die selben Menschen die Angst haben an einer Impfung zu sterben an der eine handvoll Menschen gestorben sind, haben keine Angst an einer schrecklichen Krankheit zu sterben an der schon Millionen starben.

Dass 1,3 mio Menschen jedes Jahr weltweit an Kohleverstromung sterben ist Ihnen offenbar gleichgültig. Die Erwartung, dass vielleicht eines sehr fernen Tages möglicherweise mal tatsächlich jemand bei einem schweren Atomunfall stirbt (von denen es in Westeuropa und den USA bisher exakt 0 gab) ist Ihnen Grund genug die gesamte Technologie zu verbieten.

Und dabei haben wir noch nicht ein Wort über den Klimawandel verloren. 1,3 mio Tote jedes Jahr an Lungenkrankheiten durch die Kohlekraft könnte in 40 Jahren angesichts des Klimawandels vernachlässigbar aussehen.

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@Oppulus

Fukushima war ein Super-GAU, GAUs gab es z.B. in Windscale, Three Mile und Lucens.

Magst Du nen Fisch haben?

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@KarlRanseierIII

GAU und Super-GAU sind keine wissenschaftlichen oder technischen Begriffe. In Windscale, TMI und Lucens starben jeweils 0 Menschen an Strahlung.

Der technische Begriff ist "Kernschmelze". Und bei der Kernschmelze in Fukushima starben 0 Menschen an Strahlung.

Du bist überhaupt nicht auf meine Argumentation eingegangen. 1,3 mio Menschen sterben jedes Jahr an der Kohlekraft und trotzdem wollt ihr die Kernenergie ausschalten.

Was ist daran so schwer zu verstehen? Willst du wirklich sagen, dass du lieber 1,3 mio Tote jedes Jahr hast als die Gefahr, dass in Folge einer Kernschmelze oder eines SUPERGAUS 0 Menschen sterben?

Dass du lieber den Klimawandel willst als ein paar Kernkraftwerke?

Dass du lieber unsere gesamte Atmosphäre als Endlager für CO2 benutzt als einen winzigen Teil der Lithosphäre für Atommüll?

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@Oppulus
Bei dem einzigen GAU der westlichen Kernkraft- Fukushima- wurde niemand durch radioaktive Strahlung getötet oder auch nur schwer verletzt.

Nein....

Es gibt derzeit die selben Beobachtungen wie nach Tschernobyl bei den betroffenen, sprich erhöhtes Leukämierisiko bei Neugeborenen und der Anstieg anderer Krankheiten die man auch in Tschernobyl beobachtet hat. Von den Kraftwerksmitarbeitern und Feuerwehrleuten sind zudem welche an der direkten Strahlenkrankheit verstorben, aber natürlich weit aus weniger als in Tschernobyl.

Die letztenendlichen Zahlen kann man jetzt noch nicht angeben, die kennt man noch nicht mal bei Tschernobyl so ganz genau, aber man kanns mehr oder weniger Abschätzen.

An Strahlung zu sterben bedeutet in diesem Sinne ja nicht durch die direkte Strahlenkrankheit zu sterben sondern an der Schädigung des Körpers durch die Strahlung. Wenn es also eine signifikant höhere Sterblichkeit bei den betroffenen Personen und dessen Kindern gibt kann man die als Strahlenopfer sehen.

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@Oppulus
Der technische Begriff ist "Kernschmelze".

Eine Kernschmelze ist nicht automatisch ein Super GAU. Der Super GAU ist üblicherweise eine Bezeichnung für die Stufen 6 bis 7 der IAEO Skala.

Es muss dafür nicht zwingend zu einer Kernschmelze kommen aber da 6 bis 7 nur bei einem außer Kontrolle geratenen Reaktor vorkommt ist die Kernschmelze quasi miteingebunden.

Es gab auch Unfälle wie zB der von Three Miles Island welcher eine Kernschmelze beinhaltete aber nicht als Super GAU eingestuft wurde. Der Unfall hatte die 5 auf der Skala und zählte damit eigentlich zu einem GAU.

Sprich die bezeichnungen GAU und Super GAU sind durchaus gängige Bezeichnungen für Unfällen in AKWs aber nicht für Störfälle.

Lucens war auf der Einstufung 4-5.

Natürlich sind die Begriffe GAU und Super GAU keines wegs definiert aber sie werden eben oft so verwendet. Die Skala der IAEO ist es hingegen und diese beinhaltet die Kernschmelze nicht als Bewertung. Sprich die Skala geht rein davon aus wie viel Strahlung freigesetzt wird, ob eine Gefahr für die Umwelt besteht und wie stark diese Gefahr ist.

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@Oppulus
Wir könnten uns jedes Jahr 10 Tschernobyls leisten und würden weniger Todesopfer haben als durch die unfallfreie Benutzung der Kohlekraft.

Richtig nur hätten wir dann bald mehr keinen Lebensraum in welchem man sicher leben kann.

In Fokushima funktionierts mehr oder weniger mit der Dekontamination aber bei 10 Tschernobyl pro Jahr würde es wohl damit Düster aussehen.

Man darf hald nicht vergessen, dass die betroffenen Landstriche lange Zeit unbewohnbar sein werden. Klar kann man jetzt eine Abwiegung machen ob Leben in einem verstrahlten Gebiet oder neben einem Kohlekraftwerk besser ist, aber ich wüsste ehrlichgesagt nicht wie es in so einem Fall mit der Bilanz aussehen würde.

Was hier auch oft vergessen wird, der Unfall ist nach dem Unfall nicht vorrüber. Die Gefahr ist erst gebannt wenn der Reaktor abgebaut wurde und das ist eine gar nicht mal so leichte Aufgabe und auch keine die binnen kurzer Zeit erledigt ist. Der Reaktor in Tschernobyl ist zB alles andere als sicher. Hier wurden Milliarden Investiert um die zweite Schutzhülle zu bauen, denn wenn der erste Sarkopharg eingestürzt wäre hätte das wieder riesige Mengen an Radioaktivem Material freigesetzt.

Das selbe gilt auch derzeit in Fokushima. Der Reaktor muss immer noch stabilisiert werden und die Gebäude dürfen nicht Einstürzen oder Radioaktiven Staub frei setzen. Zudem wird in Fokushima derzeit ein haufen Radioaktives Material ins Meer abgelassen weil die Kontainer mit Kontaminierten Wasser nicht vom Gelände transportiert werden können.

Also ein Unfall in einem AKW ist ebenfalls eine Jahrzente lange Belastung der Umwelt.

Ich stimme dir aber zu, dass Kohlekraftwerke auch bei weitem nicht das Gelbe vom Ei sind und meines erachtens ebenso ein Schadpotential für die Umwelt besitzen wie AKWs. Am Ende ists die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

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@PeterKremsner

Omg,wie du viel schreibst lass ihn doch einfach,der typ hat seine meinung so wie du.

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@ninchenmonster

Ich bin dabei lediglich auf die einzelnen Punkte eingangen zu denen ich eine andere Meinung habe. Da die Konversation hier bereits zu Ende war bevor ich es gelesen habe, habe ich später erst auf die einzelnen Beiträge reagiert.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich seine Meinung oder ihn selbst nicht respektiere sondern ich habe lediglich meine eigenen Meinung zu den zitierten Punkten genannt.

Die Texte sind natürlich lang geworden aber meine Meinung zu diesen Aussagen ist hald auch nun mal mehr als "Richtig" oder "Unsinn".

Da jeder dieser Punkte in einem eigenen Kommentar war habe ich auch auf jedes dieser Kommentare selbst eins verfasst.

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@PeterKremsner

Ich würde Tschernobyl nie verteidigen. Tschernobyl ist eine Art von Reaktor der im Westen nie gebaut wurde weil seine Probleme bekannt waren.

Es ging um eine rein hypothetische Idee: Wenn die Kernenergie katastrophal schief läuft ist es nicht annähernd so schlimm wie wenn die Kohlekraft unkatastrophal richtig läuft.

Nochmal: Ich bin bereit 1,3 mio gerettete Leben jedes Jahr gegen ein Fukushima alle 50 Jahre zu tauschen. Und ich sage nicht Mal, dass das passiert. Weißt du was die Reaktoren der drei größten Atomunglücke gemeinsam haben?

Three Mile Island (0 Tote), Tschernobyl, Fukushima (0 Tote): All diese Reaktoren wurden etwa zur selben Zeit errichtet (Inbetriebnahme TMI: 1974, Tschernobyl: 1978, Fukushima: 1971). Man könnte auch sagen, dass noch nie ein Reaktor der nach 1979 in Betrieb ging einen schweren Unfall hatte- weil wir gelernt haben. Und diese drei Unglücke passierten zu sehr unterschiedlichen Zeiten im Lebenszyklus der Kraftwerke (TMI: 1979 Tschernobyl: 1986, Fukushima: 2011)

Fukushima ist bewohnbar. Es war nie nötig zu evakuieren. Die Angst vor der Strahlung löst hier den Schaden aus. Eine Neubesiedlung von Fukushima würde nicht zu höheren Krebsraten führen- sage nicht ich, sagt die WHO. Die "Hotspots" in Fukushima haben eine Äquivalentdosis von 8mSv/Jahr. Das ist 8 Mal so viel wie vorher, aber es ist so viel wie die durchschnittliche Hintergrundstrahlung in Finnland. Die "Todeszone" von Fukushima ist so schwer "verstrahlt" wie Finnland von Natur aus.

Und noch ein letzter, wichtiger Punkt. Fukushima war ein großes Kernkraftwerk. Wenn sie die selbe Menge von Strom mit Windkraftwerken erzeugen wollten, müssten sie ein Gebiet mit Windkraftwerken vollstellen, das größer ist als das "verseuchte" Gebiet. Ja ja ja: Es ist nicht das selbe ob ein Gebiet verlassen werden muss weil es verseucht wurde (egal ob diese Verseuchung tatsächlich oder psychologisch ist) oder ob dort niemand leben kann weil sich dort Windkraftanlagen drehen. Aber die Gebietsverseuchung wäre die Folge eines katastrophalen Unfalls- nicht die Folge der normalen Verwendung. Und das soll kein Argument gegen die Windenergie sein. Erneuerbare Energien und Kernenergie ergänzen einander um den Klimawandel zu besiegen. Erneuerbare Energien können ein modernes Land niemals sicher mit Strom beliefern und außerhalb von Deutschland ist das eine Binsenweisheit, kein Konzept das man mühsam verteidigen muss.

Da ist wieder die Frage: Was ist gefährlicher? Autofahren oder Flugzeug fliegen? Bei einem Flugzeugabsturz sterben hunderte, bei einem Autounfall nur ein paar. Man muss also gegeneinander abwägen. Und die Kernenergie erzeugt so gigantisch viel Strom bei so geringen Auswirkungen auf die Natur.

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@ninchenmonster

"Der Typ" diskutiert gern. Ich möchte, dass mehr Leute die Wahrheit verstehen. Über die Kernenergie sind so viele Lügen im Umlauf. Und das wäre nicht schlimm wenn es um etwas unwichtiges ginge. Aber der Klimawandel bedroht uns alle und er wird unsere Zivilisation vernichten wenn wir nicht die Kernenergie massiv ausbauen.

Für mich ist das nicht nur intellektuelle Selbstbefriedigung, es geht darum die Bevölkerung aufzuklären um den Klimawandel zu verhindern.

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@PeterKremsner
Von den Kraftwerksmitarbeitern und Feuerwehrleuten sind zudem welche an der direkten Strahlenkrankheit verstorben, aber natürlich weit aus weniger als in Tschernobyl.

Das stimmt nicht. Wer immer dir das gesagt hat, es stimmt nicht. Behauptet auch niemand der sich mit der Materie beschäftigt. Die höchste Strahlendosis die zwei Mitarbeiter abbekamen waren etwa 180 mSv. Wir können sowas messen. Niemand in Fukushima erlitt eine Strahlenkrankheit oder starb gar daran und die höchsten Einzeldosen waren diese 180 mSv. Das ist relativ viel, erhöht die Wahrscheinlichkeit von später auftretendem Krebs aber um weniger als 1%.

Die letztenendlichen Zahlen kann man jetzt noch nicht angeben, die kennt man noch nicht mal bei Tschernobyl so ganz genau, aber man kanns mehr oder weniger Abschätzen.

Kann man. Hat man auch gemacht. Die WHO-Studie zu Fukushima sagt, dass keine erhöhte Rate an Krebs, Fehlgeburten etc. in Fukushima zu erwarten ist. Sag nicht ich, sagt die WHO. Leg dich mit denen und den hunderten von Wissenschaftlern die daran mitgearbeitet haben an wenn du das nicht glaubst.

Die WHO-Studie zu Tschernobyl sagt, etwa 50 Menschen sind durch akute Strahlenkrankheit gestorben und bis zu 6000 werden bis 2040 früher an Krebs gestorben sein werden als ohne die Katastrophe.

Die höchste Nicht-WHO-Studie über Tschernobyl (die falsch ist, aber nehmen wir mal an sie wäre wahr) geht von bis zu 60'000 früheren Todesfällen bis 2040 aus. Du kannst gern suchen, wirst aber keine wissenschaftlich fundierte höhere Zahl finden.

Welche der beiden Studien recht hat ist eigentlich egal, denn zwischen 1983 und 2040 werden in dem von den Studien untersuchten Gebiet über 45 Millionen Menschen an Krebs gestorben sein werden. Also selbst wenn die Zahl der höheren Studie wahr wäre, wäre das eine Erhöhung der Krebsrate um etwa 0,13%. Das ist weit unterhalb des statistischen Rauschens.

Ich empfehle dir dazu die Doku: "Chernobyl: A Natural History". Darin kommt ein Wissenschaftler vor, der seit Jahren in der Exclusion Zone lebt und sich vor allem von dem ernährt was er dort selbst anbaut. Und es gibt eine Gruppe von illegal zurückgekehrten Bewohnern, vor allem netten alten Frauen, die in der "Todeszone" leben. Ihre Lebenserwartung und Gesundheit (von Wissenschaftlern aufmerksam beobachtet) ist größer als die der meisten ehemaligen Bewohner der Exclusion-Zone, das liegt natürlich nicht an der Strahlung, sondern daran, dass sie nicht das Trauma haben Flüchtlinge und Vertriebene zu sein.

Überhaupt hat der Zusammenbruch der Sowjetunion die Lebenserwartung, Zufriedenheit und Gesundheit der Russen/Ukrainer so stark verringert, dass die Auswirkungen von Tschernobyl darin statistisch verschwinden.

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@Oppulus
Tschernobyl ist eine Art von Reaktor der im Westen nie gebaut wurde weil seine Probleme bekannt waren.

Ja ist mir durchaus bekannt. Positiver Dampfblasenkoeffizient gegen Negativen Dampfblasenkoeffizient.

Wenn die Kernenergie katastrophal schief läuft ist es nicht annähernd so schlimm wie wenn die Kohlekraft unkatastrophal richtig läuft.

Wie gesagt es kommt drauf an was wie oft Katastrophal schief läuft. Im Durchschnitt hast du natürlich recht. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem AKW ein schwerer Stöhrfall auftritt ist gering. Wenn auch nicht 0.

Aber wenn was Schief läuft dann ists ein großes Problem. Und da kann man auch bei Fokushima nichts beschönigen. Der Reaktor selbst ist und bleibt weiterhin ein Problem bis er abgebaut wurde. Und wie ich geschrieben habe lagern auf dem Gelände Tonnen von Radioaktiv verstrahltem Löschwasser. Die können nicht abtransportiert werden und werden jetzt ins Meer gelassen.

Klar bezogen auf den kompletten Ozean ist das wieder egal, aber auch eine Ölpest ist bezogen auf die gesamte Ozeanfläche egal und die ist auch nicht gerade schön.

Bezüglich der Toten usw habe ich mir tatsächlich die Seite der WHO durchgelesen und denen glaube ich das durchaus dass es hier keine Akkuten Strahlenopfer gegeben hat. Ich habe so etwas in der Richtung nur mal irgendwo gelesen, kann aber natürlich sein dass in den Todesopfern von Fokushima die Tsunamitoten dabei waren.

Wenn sie die selbe Menge von Strom mit Windkraftwerken erzeugen wollten, müssten sie ein Gebiet mit Windkraftwerken vollstellen, das größer ist als das "verseuchte" Gebiet.

Ja das ist schon klar die Energiedichte von Kernkraftwerken ist derzeit unübertroffen.

Und die Kernenergie erzeugt so gigantisch viel Strom bei so geringen Auswirkungen auf die Natur.

Ich würde sie dennoch nicht als das Allheilmittel verteidigen und das ist das Problem.

Die Kernenergie ist kein Allheilmittel genau so wenig die Kohlekraft, nur solange man die Kernenergie in den Himmel hebt wird man wohl nie davon weg kommen und das sollte meiner Meinung nach das Ziel sein. Sowohl von Kernenergie als auch von Kohlekraftwerken etc. weg zu kommen.

Natürlich ist das ganze noch ein langer weg bis es möglich ist, zB Kernfusion, die insgesamt Schadstoffärmer ist aber einen ähnlichen Energieoutput erzeugt wie Kernspaltung.

Auch ein wichtiges Ziel ist es den Gesamtenergieverbrauch zu senken, dazu gehört zB die Nachrüstung neuer Transformatoren im Stromnetz (Man glaubt es kaum aber mit neuen Kernmaterialien kann man hier etwa 4-5% Wirkungsgrad rausholen) und auch die Smartgridtechnologie spielt da natürlich mit.

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@Oppulus
Darin kommt ein Wissenschaftler vor, der seit Jahren in der Exclusion Zone lebt und sich vor allem von dem ernährt was er dort selbst anbaut.

Die habe ich sogar schon mal gesehen, genau so wie ich die alten Leute kenne die da drinnen wohnen.

Im Endeffekt muss man wissen wo man lebt und wo man etwas anbaut, es ist ja auch nicht mehr die Gesamte Zone stark verstrahlt und war sie auch nie. Ein Bekannter von mir war auch als Tourist dort und die Gesamtstrahlendosis war sehr gering vermutlich kleiner als bei einem Flug von Deutschland in die USA.

Nur gibts hald auch Zonen zB der Rote Wald wo man nun mal nichts anbauen sollte.

Gelegentlich findet man dort auch Mitten in einer Wiese Hotspots weil dort Partikel des Reaktors liegen und die sollte man hald auch nicht unbedingt aufnehmen.

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@PeterKremsner

Wir sind uns in vielen Dingen doch nicht so uneinig aber dieser Satz ist bizarr:

Die Kernenergie ist kein Allheilmittel genau so wenig die Kohlekraft, nur solange man die Kernenergie in den Himmel hebt wird man wohl nie davon weg kommen und das sollte meiner Meinung nach das Ziel sein. 

Die Kernenergie wird von den Grünen verteufelt und die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung fürchtet die Kernenergie weit jenseits vernünftiger Vorsicht.

Niemand hebt sie in den Himmel, selbst ihre größten Befürworter sehen sie als die beste von vielen schlechten Auswahlmöglichkeiten.

Wir haben es in Deutschland geschafft, dass unser gesamter Aufbau Erneuerbarer Energien unseren CO2-Ausstoß nicht verändert hat weil wir CO2-freie Kernenergie durch CO2-freie Erneuerbare Energien ersetzt haben. Das ist irre! Wenn unser CO2-Ausstoß bei (nahe) 0 angelangt ist, können wir darüber reden wie wir Kernkraftwerke ersetzen. So lange noch ein einziges Kohlekraftwerk läuft sollte niemand der sich Umweltschützer nennt gegen die Kernkraft kämpfen.

Die Kernenergie wird nicht nur nicht in den Himmel gehoben, unsere Gesellschaft bekämpft und verteufelt sie selbstzerstörerisch als gäbe es keinen Klimawandel.

Wenn der Klimawandel richtig durchschlägt werden hunderte Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen, dagegen nehme ich eine Fukushima-Exclusion-Zone in Kauf.

Wie gesagt es kommt drauf an was wie oft Katastrophal schief läuft. Im Durchschnitt hast du natürlich recht. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem AKW ein schwerer Stöhrfall auftritt ist gering. Wenn auch nicht 0.

Ich spüre von dir, dass du ehrlich zu dir bist. Sag mir ehrlich: Wenn ich dir einen Tag vor Fukushima gesagt hätte: "Im Falle von 3 Kernschmelzen auf einmal, die katastrophal schlecht laufen durch die Schlamperei der Betreiber und die größte Naturkatastrophe der jüngeren Geschichte, stirbt trotzdem kein einziger Mensch durch Strahlung und ein Gebiet halb so groß wie der Landkreis Ansbach wird radioaktiv "verseucht" auf das Niveau der natürlichen Hintergrundstrahlung in Finnland."

Hättest du gesagt: "Das ist ja wohl viel schlimmer als der Klimawandel! Weg mit der Kernkraft!" oder hättest du sowas gesagt wie: "Vergiss es! Dabei werden ganze Kontinente verstrahlt und des sterben zehntausende"?

Es ist erstaunlich wie die Standards der Kernkraftgegner seit Fukushima gesunken sind. Du kannst "Studien" von vor 2011 lesen, dass im Falle eines einzigen GAUs halbe Kontinente unbewohnbar werden und zehntausende in den ersten Stunden an Strahlenkrankheit sterben und jetzt hatten wir 3 auf einmal und die Anzahl der Todesopfer durch Strahlung liegt bei 0. Wer ehrlich zu sich ist würde jetzt sagen: "Das ist nicht die Katastrophe die ich erwartet hatte. Ich höre auf gegen die Kernenergie zu kämpfen."

Und es gab Leute die das getan haben! Am prominentesten der Links-Grüne Publizist George Monbiot. Zehn Tage nach dem Beginn von Fukushima, als in Deutschland ansonsten ernstzunehmende Journalisten von der Unbewohnbarkeit ganz Südostasiens fantasierten, verfasste er einen Artikel in dem er begründete, warum er wegen Fukushima jetzt für Kernenergie ist.

https://www.theguardian.com/commentisfree/2011/mar/21/pro-nuclear-japan-fukushima

Wirklich, lies den Artikel. Er ist 10 Jahre alt aber trotzdem immer noch gut.

(*Für Pedanten, ich weiß, dass es keine völlig CO2-freie Stromerzeugung gibt, aber Kernenergie, Wasserkraft und Windkraft sind am CO2-ärmsten)

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@Oppulus
Niemand hebt sie in den Himmel

Naja leider gewinne ich diesen Eindruck bei vielen die die Kernkraft befürworten. Es werden dann eben oft bestimmte Katastrophen relativiert, Gefahren herunter geredet oder dergleichen.

Klar kann man ein Befürworter sein nur muss man sich eben auch der Gefahren bewusst sein die dadurch entstehen. Herunterspielen von irgendwelchen Gefahren hat noch niemanden etwas gebracht.

Es ist zB gleich mit den Vögeln bei Windkraftanlagen. Ich bin ein Beführworter von Windkraft aber ich würde zB niemanden der zB den großen Eingriff in das Ökosystem durch diese Anlagen anspricht wiedersprechen, denn das ist eben nun mal ein Problem, welches wir entweder so akzeptieren müssen oder wir etwas dagegen unternehmen sofern möglich.

Wenn der Klimawandel richtig durchschlägt werden hunderte Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen, dagegen nehme ich eine Fukushima-Exclusion-Zone in Kauf.

Ich meine immer solche Sätze. Das klingt für mich leider so als würdest du dir Wünschen dass ganz Deutschland eine einzige solche Zone ist. Ich weiß zwar wie du es meinst, aber dieser Satz ist für mich einfach nur Empathielos.

Man nimmt nicht so eine Zone in Kauf genau so wenig wie man Klimaflüchtlinge in Kauf nimmt.

Wenn ich dir einen Tag vor Fukushima gesagt hätte

Dann hätte ich gesagt kommt drauf an wie viel Radioaktives Material frei wird und wie groß die Strahlenexposition für die Bevölkerung ist. Ein Ereignis welches noch nicht eingetreten ist kann ich nicht beurteilen, ich kann maximal von einem Worstcase mit Mehrtägigen offnen Reaktorbrand ausgehen. Und mit zusätzlichen Reaktionen die noch mehr von dem Zeug in die Atmosphäre schleudern. Der Kernbrennstoff der drinnen ist kann nun mal auch im Worst Case freigesetzt werden.

Wer ehrlich zu sich ist würde jetzt sagen: "Das ist nicht die Katastrophe die ich erwartet hatte. Ich höre auf gegen die Kernenergie zu kämpfen."

Nein ich sage zu mir dass es nich die Katastrophe wurde die ich befürchtet habe.

Fokushima hat mich auch nicht überzeugt, viel mehr hat es gezeigt, dass Reaktoren die aus heutiger Sicht von den Experten als Sicher eingestuft werden (Das wurde Fokushima von den Japanern auch) dennoch schwere Störfälle aufweisen können. Das ganze ist glimpflich verlaufen, aber es hätte meiner Meinung nach auch schlimmer ausgehn können.

Ich persönlich bin nicht explizit gegen Kernkraft aber je früher wir von der und der Kohlekraft weg kommen desto besser. In so fern kann man mich als Gegner der Kohle und Kernkraft ansehen, allerdings weiß ich als Elektrotechniker auch, dass das Netz ohne diese Kraftwerke nicht stabil gehalten werden kann, womit uns derzeit nichts anderes übrig bleibt als einen dieser Kraftwerkstypen zu verwenden.

Beide sind Gefährlich für Menschen und die Umwelt und daher habe ich auch geschrieben eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

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@PeterKremsner
Fokushima hat mich auch nicht überzeugt, viel mehr hat es gezeigt, dass Reaktoren die aus heutiger Sicht von den Experten als Sicher eingestuft werden (Das wurde Fokushima von den Japanern auch) dennoch schwere Störfälle aufweisen können. Das ganze ist glimpflich verlaufen, aber es hätte meiner Meinung nach auch schlimmer ausgehn können.

Und das stimmt nicht. Ich habe damals (das ist schon lange her) tatsächlich in der Kernindustrie gearbeitet (im Leitwartendesign, btw. Als Jungingenieur, ich will mich damit nicht als Experte aufspielen ich will nur begründen woher ich das weiß).

Und ich weiß, dass unsere Firma TEPCO wenige Jahre vorher angeboten hat bestimmte Systeme zu überholen weil sie nicht auf dem neuesten Stand waren (auch nicht nach japanischen Standards!). Wir haben denen Rekombinatoren angeboten (die verhindern, dass sich das Wasser im Reaktor in Wasserstoff und Sauerstoff dauerhaft trennen, somit hätte es keine Explosion geben können die das Containment beschädigte) und wir haben denen Filtersysteme angeboten (mit denen sie den Druck aus dem Reaktor hätten lassen können ohne Radioaktivität in die Umgebung freizugeben wodurch ebenfalls die Explosion verhindert hätte werden können).

Jedes dieser beiden Systeme hätte die Katastrophe verhindert und beide Systeme sind in Europa und den USA zwingend vorgeschrieben. Ohne diese Systeme geht kein Kernkraftwerk in (West)Europa oder den USA ans Netz.

TEPCO wollte diese Systeme nicht, weil Fukushima eh kurz vor der Stilllegung stand. Hätte der Tsunami wenige Monate später zugeschlagen wäre nichts passiert weil es da schon stillgelegt gewesen wäre.

Fukushima wurde nicht als sicher eingestuft sondern von einer skrupellosen Firma als "zu alt für Upgrades".

Man nimmt nicht so eine Zone in Kauf genau so wenig wie man Klimaflüchtlinge in Kauf nimmt.

Aber darauf läuft es hinaus! Alles hat seinen Preis!

Der Kampf gegen den Klimawandel ist ohne Kernenergie bereits verloren. Sage nicht ich, sagt das IPCC. Also was ist dir lieber? Klimaflüchtlinge oder Exclusion Zone? Ich sage es wird keine Exclusion Zone geben weil das nicht nochmal passieren wird. Die Klimaflüchtlinge dagegen werden passieren. Und das ist nicht meine Einschätzung.

Wenn ein Techniker bei der Installation einer Photovoltaikanlage vom Dach fällt, ist er für 6.250 kWh gestorben, wenn ein Bauarbeiter auf der Baustelle eines Kernkraftwerks stirbt ist er für 300'000'000'000'000 kWh gestorben. (jeweils die Erzeugung über die Lebenszeit der Anlage)

Wenn man die Gesamtzahl der Todesopfer für jede Stromerzeugungsart über den gesamten Lebenszyklus berechnet (Abbau von Brennstoff, Abbau von Baumaterialien, Unfälle jeder Art etc...) kommt man auf eindeutige Ergebnisse:

Für Kohle sterben 100'000 Menschen pro 1 Billion kWh
Für Erdgas: 4000
Photovoltaik: 440
Wind: 150
Atomkraft (einschließlich Chernobyl und Fukushima): 90
Atomkraft in den USA: 0,1 (in Deutschland wird es ähnlich sein, eher noch weniger)   

Ich möchte nicht, dass jemand (wie auch immer) durch Kernkraft stirbt und ich möchte nicht, dass jemand vom Dach fällt während er PV aufbaut. Aber beides passiert! Und dann sollten wir uns doch für die Methode entscheiden bei der es am wenigsten passiert?

Oder willst du sagen, du siehst lieber wie 4400 Leute pro 10 Billion kWh vom Dach fallen und sich das Genick brechen bevor du mit ansiehst wie 1 Mensch pro 10 Billion kWh durch Kernkraft stirbt?

Was wir tatsächlich tun durch unsere Politik ist mit anzusehen wie 1'000'000 Menschen pro 10 Billion kWh an Kohle sterben weil wir uns vor dem einen bei Kernkraft fürchten.

Quelle zum selber nachlesen: https://www.forbes.com/sites/jamesconca/2012/06/10/energys-deathprint-a-price-always-paid

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@Oppulus
Fukushima wurde nicht als sicher eingestuft sondern von einer skrupellosen Firma als "zu alt für Upgrades".

Es war dennoch im Betrieb und so etwas ist das was mich eher noch mehr gegen Kernkraft stimmt.

Wenn man ein System hat welches per se als Gefährlich anzusehen ist und dann noch so etwas Riskiert ist vielleicht die Menschheit sei es aus Gier oder aus Größenwahn einfach nicht in der Lage so eine Anlage zu betreiben.

Aber darauf läuft es hinaus! Alles hat seinen Preis!

Darum geht es nicht.

Es geht darum dass du einen Stöhrfall akzeptierst!

So etwas ist nicht akzeptable und darf es auch niemals werden. Es müssen eben vorkehrungen getroffen werden die das verhindern.

Ich weiß, dass das auch gemacht wird, hier ging es mir nur um deine Formulierung eines "akzeptablen" Unfalls.

Ich stimme dir zu was mich nur stört ist deine Art wie du damit umgehst bzw wie du darüber redest.

Aber beides passiert! Und dann sollten wir uns doch für die Methode entscheiden bei der es am wenigsten passiert?

Ist auch richtig so, nur würde ich da alles einrechnen und nicht nur die Todesopfer.

Das ist genau das was ich meine. Du sagst die Kernkraft ist das wo am wenigsten Personen sterben. Nun gut kann sein, aber das Impliziert einfach dass du sie für die beste Energie hälts die es gibt und da sind wir wieder bei dem wo wir vorher waren.

Du hälts sie in den Himmel denn es gibt für dich einfach nichts besseres. Gut diese Meinung ist vollkommen legitim aber die kann und werde ich leider nicht mit dir teilen.

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@PeterKremsner
Du hälts sie in den Himmel denn es gibt für dich einfach nichts besseres. Gut diese Meinung ist vollkommen legitim aber die kann und werde ich leider nicht mit dir teilen.

Vielleicht habe ich nicht genug klar gemacht was ich mir wünsche. Ich wünsche mir einen Energiemix in dem wir Strom aus Erneuerbaren Energien und Kernenergie erzeugen die einander perfekt ergänzen.

Es ist nicht die Wahl zwischen Pest und Cholera. Es ist die Wahl zwischen Pest (Kohle und Klimawandel), Cholera (Kohle und Erneuerbare Energien und Klimawandel) und Schnupfen (Kernenergie und Erneuerbare Energien mit weniger Klimawandel).

Niemand sagt, dass ein Schnupfen schön ist, aber ich nehme ihn jederzeit über Pest und Cholera.

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@Oppulus

Ja ok das kann ich derzeit so nachvollziehen weil sonst keine Alternative übrig bleibt.

Entweder Kernenergie oder Kohle so siehts aus. Nur für mich persönlich ist hald die Kernenergie dann doch mehr als ein Schnupfen so wie Kohle auch.

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@Oppulus

Btw danke für die unterhaltsame und informative Konversation!

Ist hier im Forum leider nicht mehr all zu selbstverständlich, dass man mit jemanden eine sachliche und teilweise auch etwas emotionale (aber niemals böse gemeinte) Diskussion führen kann schon gar nicht zu so einem polarisierendem Thema.

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@Oppulus

ich möchte mich auch bei euer diskussion bedanken. Es hat zwar lange gedauert bis ich ganz unten war, aber ich habe paar interessante sachen rausgefiltert.

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@KarlRanseierIII
<*)))o><

Oppulus gibt sich sehr viel Mühe seinen Standpunkt mit plausiblen Argumenten zu untermauern, und dann ist das deine Reaktion?

Mit Verlaub, aber du zeigst damit par excellence, dass es Gegnern der Nutzung der Kernenergie immer wieder an Sachlichkeit und Seriosität mangelt.

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Wenn man von der hohen Energiedichte absieht, spricht wenig für Atomkraft. Der Wirkungsgrad bei Fission ist echt mies.

Ich glaube du verwechselst hier was.

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@ThadMiller

1kg Uran 24 GWh, 1kg Öl 12 KWh.

Wirkungsgrad thermischer Kraftwerke ist niedrig, Kernkraftwerke erreichen c.a. 0.3 (Manche Quellen sagen 0.35) und gehören zu den schlechtesten thermischen Kraftwerken. Kohle schaffen knapp über 0.4, (bis 0.44), GUD sogar um die 0.6.

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@ThadMiller

Englisch: nuclear fission ... und ursächlich natürlich Latein, aber das bleibt dann letztlich so hängen, weil Fission in der deutschen Fachsprache auch legitim ist.

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Ich bin FÜR Atomkraft!

Ich bin für Atomkraftwerke, allerdings gegen die herkömmlichen. Ich bin dafür, dass die Flüssigsalz Reaktoren weiterentwickelt werden müssen. Diese können sich selbst regulieren, werden sie zu warm, sinkt die Leistung, daher besteht keine Gefahr für eine Kernschmelze.

werden sie zu warm, sinkt die Leistung,

Das ist allgemein bei allen Reaktoren westlicher Bauert so. Jeder hat einen negativen Dampfblasenkoeffizient.

Ein Vorteil ist aber dass er im Falle einer Überhitzung keinen Wasserstoff produziert, aber auch dieser wird in modernen Reaktoren katalytisch abgebaut.

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@PeterKremsner

Also bei den Preisen aktuell, wünschte ich mir meinen eigenen Reaktor unterm Bett, mit dem ich Strom erzeugen kann. Die Solarenergie aufm Dach reicht da nicht aus.

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Ich bin GEGEN Atomkraft!

Es fällt Atommüll ab, unabhängig von der Wiederaufbereitung. Dieser muss sicher gelagert werden, was schwierig ist. Dazu gibt es immer die Gefahr eines GAUs. Das Risiko ist zu hoch, da es ja auch andere Energiegewinnungsformen gibt

Andere Antwort

Ich bin da gespaltener Meinung. Auf der einen Seite muss man primär emissionsfreie Energie sehen die zudem noch billig ist.

Aber auf der anderen Seite kommt der Aspekt der Abfälle und ihrer Problematik. Sollte sich hier eine dauerhafte Lösung finden lassen, wäre die Atomkraft durchaus weiterhin sinnvoll

Sollte sich hier eine dauerhafte Lösung finden lassen, wäre die Atomkraft durchaus weiterhin sinnvoll

Da hast du Glück.

Damals in den 1950'er Jahren haben die USA verschiedene Testreaktoren gebaut. Einer davon (Brutreaktoren) brauchten Plutonium um Strom zu erzeugen. Jetzt war es extrem teuer Plutonium zu erbrüten. Aber eine andere Form von Reaktor, die Leichtwasserreaktor, erzeugte Plutonium als "Abfallprodukt". Also sagten sich die Ingenieure: Wir benutzen die Leichtwasserreaktoren um Plutonium zu erzeugen, packen dieses Plutonium in Zwischenlager, und dann in 50 oder 60 Jahren wenn wir genug Plutonium produziert haben, holen wir die Pläne für unsere Brutreaktoren aus der Schublade und benutzen unser Plutonium als Brennstoff. (Daher kommt der Begriff Zwischenlager ursprünglich. Nicht als Lager für die Zwischenzeit bis zur Endlagerung sondern als Lager für die Zwischenzeit bis Brutreaktoren gebaut sind)

Das hat man auch gemacht, das ist (im Ausland) weiterhin der Plan und jeder Grüne der dir jemals erzählt hat, dass Atommüll ein schwerwiegendes Problem ist, hat das nicht gewusst oder er wusste es und hat es dir nicht gesagt (ist also ein Lügner).

Warum benutzen wir diese Technologie noch nicht? Ist eigentlich noch nicht nötig. Uran ist billig und wir haben davon noch genug für Jahrzehnte. Der gesamte Atommüll auf der Welt beträgt gerade Mal 300'000 Tonnen. Nicht genug um einen Öltanker zu füllen. Darum hat es niemand eilig. Russland hat trotzdem bereits 2 Brutreaktoren im kommerziellen Betrieb. BN-800 und BN-600.

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Ich bin GEGEN Atomkraft!

Ganz egal, ob es dabei um Spaltung oder Fusion geht, um Thorium, Transmutation, Flüssigsalz oder welche Buzzwords da gerade herumgereicht werden.

Neben allen bekannten Gründen, die ich hier nicht wiederholen muß, spricht gegen die Kernenergie, daß sie eine Kapitalfalle ist: Jeder Euro, der in diese teuren Systeme versenkt wird, fehlt, um damit eine wirklich zukunftssichere Energiewirtschaft aufzubauen. (Buchempfehlung hierzu: Sanfte Energie, von Amory B. Lovins, Rowohlt Verlag, 1978.)

Wer noch an das 50er-Jahre-Märchen von der preiswerten Kernenergie glaubt, der soll doch mal schauen, wie die deutschen Steuerzahler die Kernenergiebranche subventioniert haben...

https://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atomstrom-mit-304-milliarden-euro-subventioniert

https://www.ingenieur.de/technik/wirtschaft/politik/kernkraft-erhaelt-deutlich-subventionen-erneuerbaren-energien/

...und wie es mit der Finanzierung und dem Baufortschritt der Kernkraftwerkblöcke Hinkley Point C (England) und Olkiluoto 3 (Finnland) aussieht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Hinkley_Point#Hinkley_Point_C

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20150609_greenpeaceenergy_kurzanalyse-hinkleypoint.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Olkiluoto#Block_3_%E2%80%93_Europ%C3%A4ischer_Druckwasserreaktor_(EPR)

Weißt du was ich hasse? Wenn Leute eine Weltraummission sehen (eine NASA-Landung auf dem Mars oder Bilder von einem Teleskop) und sagen: "Dafür ist Geld da! Während Kinder auf der Welt hungern!"

So als ob wir uns auf der Welt immer nur ein Problem bestünde, das wir als erstes lösen müssen.

Und wenn ich mich tatsächlich auf diese Logik einließe, würde ich sagen: "Die olypmischen Spiele kosten alle 4 Jahre mehr Geld als alle Marsmissionen der NASA. Warum machen wir das?" Oder Formel 1 oder Bundesliga. Oder die Filmbranche. Jeder der hier tatsächlich mir noch Recht geben will sollte sich überlegen ob es nicht etwas gibt das er gut findet das weniger wichtig ist als das gerade wichtigste Problem. Ich kann das Spiel auch spielen: "Warum investieren wir Milliarden in Erneuerbare Energien, während Kinder hungrig ins Bett gehen?"

Es ist eine absolute Fehleinschätzung sich vorzustellen, dass man immer nur eine Sache fördern könnte. Dass ein Ausbau (oder Beibehaltung) der Kernenergie in diesem konkreten Fall die Erneuerbaren Energien ausbremsen würde ist schlicht falsch. Tatsächlich ist in diesem speziellen Beispiel das Gegenteil der Fall.

Der Ausbau der EE ist ja kein Selbstzweck. Es geht dabei um die Verringerung des CO2-Abdrucks um den Klimawandel zu verhindern- oder seien wir realistisch, abzuschwächen. Tatsächlich haben wir in Deutschland aber CO2-freie Kernkraft durch CO2-freie EE ersetzt und dem Klima damit einen Bärendienst erwiesen.

Hätte man die Kernenergie beibehalten (was nicht teurer gewesen wäre als sie abzuschalten) und die Erneuerbaren Energien weiterhin ausgebaut hätte (was sowieso passiert wäre), wären wir jetzt bei über 80% CO2-freier Stromerzeugung und ein Klima-Musterknabe in der Welt. Hätte man parallel mit dem Ausbau der EE auch einen Ausbau der Kernkraftkapazitäten beschlossen (das ist absolute Science Fiction, das wäre niemals passiert), könnten wir heute 100% CO2-freien Strom haben und sofort aus der Kohleverstromung aussteigen.

Der Ausbau der EE ist keine reine Geldfrage und das ist im Ausland auch wohl bekannt. Weshalb Deutschland allein dasteht mit dem Weg Kernenergie auszuknipsen. Im Ausland geht man den Weg EE und Kernenergie gleichzeitig auszubauen weil die beiden sich ergänzen. Und es ist nur typisch Deutsch hier einen "Alles-oder-Nichts"-Weg zu gehen. "Entweder EE oder Kernenergie. Anders geht es nicht!" während andere Länder genau das tun.

Wenn Deutschlands Beispiel wenigstens beweisen würde, dass es klappt. Wenn die hunderte Milliarden Euro die Deutschland über das EEG in die EE versenkt hätte, wenigstens sinnvoll angelegt worden wären. Tatsächlich nimmt man Deutschland im Ausland als Negativbeispiel wahr. Als ein Beispiel wie man es nicht machen sollte.

Die von dir zitierte Greenpeace-Studie über Kernkraft-Subventionen ist übrigens absoluter Bullshit. Sprengt hier aber den Rahmen.

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@dataways

Nein das ist ein Beispiel. Wenn du das Whataboutism findest hast du nicht verstanden was ich damit aussagen wollte.

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@Oppulus

Ich habe sehr wohl verstanden, was Du aussagen willst. Du willst die gut begründete Aussage des Nutzers Franz1957 lächerlich machen und das auch noch, ohne eigene dokumentierte Fakten darzulegen. Und dazu verwendest Du Whataboutism.

Fakt ist, daß bis heute in keinem Land der Welt ein AKW stehen würde, wenn die Kosten für Bau, Betrieb inklusive Haftpflichtversicherung, Abbau und Lagerung einzig und allein ein privates Unternehmen tragen müsste.

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@dataways

Das mit er Haftpflichtversicherung ist totales Kinderdenken: Es gibt keine Haftpflichtversicherungen für industrielle Unfälle. Nicht für Atomkraft und nicht für Chemieanlagen und nicht für Windkraftanlagen. So funktioniert das nicht. Abbau und Lagerung sind rote Heringe weil man das nicht braucht. Du setzt Kriterien die nicht erfüllbar sind.

Die übrigens auch Erneuerbare Energien nicht erfüllen können. Du findest auch keine EE-Anlage bei der ein privates Unternehmen "die Kosten für Bau, Betrieb inklusive Haftpflichtversicherung, Abbau und Lagerung" getragen hat.

Heißt das, du bist auch gegen Erneuerbare Energien weil das bei denen der Fall ist?

Außerdem- was wenn ich dir ein AKW nennen könnte, das komplett von einem privaten Unternehmen gebaut wurde.

Das mit der Haftpflichtversicherung ist Quatsch, Lagerung ist Quatsch. Und der "Abbau" (ich schätze du meinst Uran) ist schon immer in privater Hand. Ich habe Aktien von Uran-Minen die komplett Privatwirtschaftliche Unternehmen sind. (+425,95% im letzten Jahr!)

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@Oppulus
Es gibt keine Haftpflichtversicherungen für industrielle Unfälle. Nicht für Atomkraft und nicht für Chemieanlagen und nicht für Windkraftanlagen.

5 Sekunden googeln genügt und schon ist Deine Aussage als Bullshit widerlegt. https://www.betriebshaftpflicht-betriebshaftpflichtversicherung.de/versicherung-windkraftanlage-windkraft-einnahmen-absichern/

Du setzt Kriterien die nicht erfüllbar sind.

Ich setze Kriterien, die für alle energieerzeugenden Anlagen erfüllbar sind.

Außerdem- was wenn ich dir ein AKW nennen könnte, das komplett von einem privaten Unternehmen gebaut wurde.

Auch betrieben und abgerissen? Bauen kann jeder. Westinghouse z.B. hat so etwas jahrzehntelang gemacht.

Und der "Abbau" (ich schätze du meinst Uran)

Abbau = Abriß.

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@dataways

Das sind Haftpflichtversicherungen für vorhersehbare und mögliche Unfälle. Natürlich hat die auch ein Kernkraftwerk. Wenn dir in einem Kernkraftwerk eine Eisenstange auf den Fuß fällt sind die natürlich versichert.

Wofür Kernkraftwerke keine Haftpflichtversicherung haben ist für den Fall eines GAU. Sie haben auch keine Versicherung gegen Flüche oder für den Fall außerirdischer Invasionen. Wieso sollten die sich gegen etwas versichern das unmöglich ist?

Ihr denkt euch einen Unfall aus der nicht passieren kann, legt dafür eine imaginäre Schadenssumme fest und verlangt dann, dass sich jemand gegen diesen Unfall versichert der genau weiß, dass dieser Unfall absolut unmöglich ist.

Findest du das fair?

Auch betrieben und abgerissen? Bauen kann jeder. Westinghouse z.B. hat so etwas jahrzehntelang gemacht.

Äh ja, Betrieben. In den meisten Ländern (einschließlich Deutschland) werden Kernkraftwerke von Privatunternehmen betrieben.

Es ist nicht so leicht viele Projekte zu finden. Die Kernenergie ist eine so junge Technologie, dass die meisten großen Kernkraftwerke noch nicht alt genug sind zur Stilllegung. Stell die Frage in 20 Jahren nochmal und ich kann dir vermutlich Dutzende nennen.

Ist ein bisschen so als ob du mich fragen würdest wie viele Teslas am Ende ihrer Lebenszeit schon erfolgreich verschrottet wurden.

Du wolltest aber eh nur ein einziges Beispiel. Ein einziges Beispiel war deine Anforderung

5 Sekunden googeln genügt und schon :

Yankee Rowe Nuclear Power Station. Eines der ersten Kernkraftwerke in den USA. Komplett von einem Konsortium privater Firmen gebaut betrieben, außer Betrieb genommen und abgebaut. Aktueller Status: "Greenfield"

https://en.wikipedia.org/wiki/Yankee_Rowe_Nuclear_Power_Station

Du sagtest es gäbe 0, ich habe dir 1 genannt (es gibt mehr). Ändert das jetzt deine Meinung?

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@Oppulus
Das sind Haftpflichtversicherungen für vorhersehbare und mögliche Unfälle. Natürlich hat die auch ein Kernkraftwerk.

Aber nicht, um den gesamten mutmaßlichen Schaden abzudecken. Zahlen muß den nämlich der Steuerzahler. Bei Windkrafträdern greift die Betriebshaftpflicht.

Der Versicherungsschutz einer Betriebshaftpflichtversicherung umfasst die Freistellung des Versicherungsnehmers von begründeten gesetzlichen Ansprüchen Dritter auf Schadensersatz.

Wenn dir in einem Kernkraftwerk eine Eisenstange auf den Fuß fällt sind die natürlich versichert.

Dafür sind die Krankenkasse und die VBG zuständig, mein Gott!

Yankee Rowe Nuclear Power Station. Eines der ersten Kernkraftwerke in den USA. Komplett von einem Konsortium privater Firmen gebaut betrieben, außer Betrieb genommen und abgebaut. Aktueller Status: "Greenfield"

Ich lese was "von der Regierung gefördert" im Artikel. Ausserdem, wer bezahlt die Lagerung des Strahlenmülls?

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@dataways
Ausserdem, wer bezahlt die Lagerung des Strahlenmülls

Herrje das sind die USA. Da bezahlt nichts der Staat! Sogar die FED- die Notenbank der USA- ist ein privates Unternehmen. Sieh es ein: In den USA sind Kernreaktoren komplett von Privatfirmen entwickelt, gebaut, betrieben, abgebaut und entsorgt worden.

Jetzt verschieb nicht den Torpfosten! Du sagtest:

Fakt ist, daß bis heute in keinem Land der Welt ein AKW stehen würde, wenn die Kosten für Bau, Betrieb inklusive Haftpflichtversicherung, Abbau und Lagerung einzig und allein ein privates Unternehmen tragen müsste.

Und du hast jetzt ein Beispiel für ein Kernkraftwerk das von einer Privatfirma gebaut, betrieben, abgebaut und gelagert wurde.

Die Sache mit der Haftpflichtversicherung ist total weird. Weiß nicht was du damit willst. Der Betreiber haftet mit 100% seines Besitzes für alle Unfälle. Das sind für diese mächtigen Betreiberunternehmen hunderte Milliarden Euro.

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@Oppulus
Herrje das sind die USA. Da bezahlt nichts der Staat!

Auf welchen Planeten lebst Du denn? Natürlich gibt es reichlich Subventionen in den USA. Sagt Dir die WTO Strafe wegen Boeing Subventionen etwas?

Sogar die FED- die Notenbank der USA- ist ein privates Unternehmen.

Irrtum. Nur weil private Banken als Teilhaber zwangsverpflichtet wurden, ist es noch lange kein Privatunternehmen. Siehe Federal Reserve Act von 1913.

Und du hast jetzt ein Beispiel für ein Kernkraftwerk das von einer Privatfirma gebaut, betrieben, abgebaut und gelagert wurde.

Ich bezweifele, daß die Kosten allein von denen getragen wurden. Subventionen werden im Wikipedia-Artikel doch erwähnt. Die Kosten für die Lagerung sind übrigens gedeckelt. Toll, was?

Die Sache mit der Haftpflichtversicherung ist total weird. Weiß nicht was du damit willst. Der Betreiber haftet mit 100% seines Besitzes für alle Unfälle.

Nicht die Betreiber von AKW's. Haftpflicht gibt es laut Atomgestz nur für den Transport von radioaktiven Materialien, ansonsten gilt die Staatshaftung nach Artikel 74 Abs. 2 GG.

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