Gab es Drogen in der ehemaligen DDR?

8 Antworten

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Im Film "Sonnenallee" gibt es eine Szene, in der eine Protagonistin berichtet, wie man sich mit Hilfe von Rheumakraut ein berauschendes Mittel herstellen kann. Ich persönlich habe gern mal eine Schmerztablette namens Cppyrcal zusammen mit Cola genossen, was auch einen Rausch erzeugte. Copyrcal gibt es heute wohl immer noch, aber der betreffende Bestandteil ist nicht mehr dabei.


Gab es Drogen in der ehemaligen DDR?Ja, sowohl privat als auch staatlich zur Leistungssteigerung verabreicht.Sucht und Rausch in der DDRMedikamentenabhängigkeit in der DDR – besonders Frauen waren betroffenGab es Drogen in der DDR?

Helmut Bunde war Suchtberater bei der Inneren Mission in Riesa und Döbeln.

Was man im Westen hatte, Heroin, Cannabis, auch Ecstasy, das gab es hier nicht. Es waren Einzelne, die Beziehungen hatten und sich etwas beschaffen konnten. Aber hier wurden gewisse Sachen selbst zusammengemixt, auch Arzneimittel. Es gab dann so Kombinationen mit Faustan und anderen Medikamenten und auch Alkohol-Faustan und Alkohol, Faustan Cola zum Beispiel. Gelegentlich haben die Leute auch geschnüffelt. Aber es gab eben nicht diese Drogen, die es in den alten Bundesländern gab.

Faustan war ein Tranquilizer (Beruhigungsmittel), der gegen Angst- und Spannungszustände helfen sollte. Durch Alkohol wurde die Wirkung des Medikaments in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.

Das Medikament „Oral-Turinabol“ wird im DDR-Doping vor allem Mädchen und Frauen verabreicht. Es enthält ein männliches Sexualhormon, das zu schnellem Muskelwachstum und Leistungssteigerungen führt.

Deutsche Doping Republik“ – Das Dopingsystem der DDR

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Katinkacat  24.02.2026, 23:05

Faustan hatten viele Frauen im Job in der Tischschublade.

ohne206weiter  28.10.2025, 22:58
Gelegentlich haben die Leute auch geschnüffelt. Aber es gab eben nicht diese Drogen, die es in den alten Bundesländern gab.

eben auch da Mangelwirtschaft

Hier auf dem Dorf wurde viel Alkohol getrunken.

Andere Rauschmittel habe ich nicht bemerkt.

Faustan nahmen viele Frauen zur Nervenberuhigung. Das Mittel war frei verkäuflich.

Sportler wurden besonders behandelt.

Nein, als Droge konnte man lediglich Alkohol bezeichnen und der war aber nicht so billig. 😉


AlterLeipziger  27.10.2025, 23:34

Aha, ein helles Bier, 0,25l kostete in einer normalen Gaststätte 40 und ein Pils 51 Pfennige.... soviel zu teuer!

Cornelia1968  27.10.2025, 23:38
@AlterLeipziger

Ich hab hier mehr Schnaps als Droge gesehen. Aber wenn Bier schon als Droge gesehen wird. 😃

Lightness4321 
Beitragsersteller
 28.10.2025, 09:56
@AlterLeipziger
Aha, ein helles Bier, 0,25l kostete in einer normalen Gaststätte 40 und ein Pils 51 Pfennige.... soviel zu teuer!

Naja, wenn man volkswirtschaftlich guckt und bedenkt, dass das Volk ohnehin wenig Gelder zur Verfügung hatte, sind 51 Pfennige viel Geld.

AlterLeipziger  28.10.2025, 10:47
@Lightness4321

Weiniger Geld?? Falsch:
Wenn also damals der Liter 2 Mark kostete und heute 2 L 10 € müßte ich heute also mehr als das 5 fache meines damaligen Enkommens bekommen...🤔

Leider aber wesentlich weniger, bei auch sonst höheren Ausgaben (vor allem Miete!) 😢😢😢

AlterLeipziger  28.10.2025, 10:55
@Lightness4321

Noch als Ergänzung, es fehlte den wenigsten das Geld. Es war vor allem der Konsummangel. Ich habe miterlebt als nach der Grenzöffnung westdeutsche Lieferwagen in der Schillerstraße in Leipzig standen. Klappe hinten geöffnet und da einfache Waren für einen Umtauschsatz von 1:10 verkauft haben. Da waren ganz normale Sachen dabei - aber eben aus dem Westen...
Das war der Hauptgrund für die meisten Leute: Kaufen, kaufen kaufen erst danach kam das Reisen...

Lightness4321 
Beitragsersteller
 28.10.2025, 11:02
@AlterLeipziger

Hm, für mich als Wessi kann ich mir einen Konsummangel gar nicht vorstellen. OK, es gab zwar nicht die Sachen, die es in den USA gab, oder immer um Monate später, aber irgendwie und irgendwann konnte man auch deren Produkte kaufen. Und qualitativ waren die Produkte aus den USA einmalig.

AlterLeipziger  28.10.2025, 12:24
@Lightness4321

Bestimmte Dinge die importiert wurden wie Bananen, Apfelsinen - da gab es sofort lange Warteschlangen, Schinken und z.T. sogar Bratwurst gab es selten und oft nur beim bekannten Fleischer usw.
Einiges kommt ja jetzt wieder, wie z.B.:
Beim Badumbau habe ich sieben Wochen fast täglich den Klempner gefragt, wann er denn kommt (Material hatte ich schon - ging nur ums umbauen) - also wie heute wieder mit den Handwerkern.

Bricole  28.10.2025, 10:04

Das stimmt, als Lehrling konnte man sich in der DDR hochprozentigen Schnaps gar nicht leisten. Die Kaufhallen-Preise waren:
Flasche helles Bier (0,33 Liter) = 0,48 Mark
Flasche Nordhäuser Doppelkorn (0,7 Liter) = 17,60 Mark

Die Volksdroge war Alkohol.

Im Film "Sonnenallee" stellen sich die Gäste einer Party ein Rauschmittel aus Stechapfel her. Das haben einmal 2 Berliner Jungen versucht nachzumachen, sind aber fast daran gestorben. Der Rausch endete im Krankenhaus.