Im Prinzip stammt der Begriff von "Negro" = schwarz ab und beschreibt einfach nur schwarze Menschen.

Da er aber an Sklaverei und Kolonialismus erinnert, möchten schwarze Menschen heute nicht mehr so genannt werden.

Ich habe zwar schon als Kind gelernt, dass es nicht "Neger" heißt, sondern "Afrikaner" (was auch nicht ganz korrekt ist), doch in der DDR wurde der Begriff "Neger" ständig verwendet, aber niemals in abwertender Weise. Ich war dann allerdings irritiert, wenn Weiße als "Afrikaner" bezeichnet wurden (wie z. B. Howard Carpendale).

Das Schlimme ist, wenn jeder Begriff, den man für schwarze Menschen verwendet, irgendwann einen verächtlichen Unterton bekommt. Das war bei "Neger" der Fall, bei dem in den 60er Jahren eingeführten Begriff "Farbige" später dann ebenso, und sicher gibt es noch weitere Begriffe, denen es ebenso erging. Der heute korrekte Begriff lautet "People of Colour" (warum deutsch, wenn´s auch auf Englisch geht), abgekürzt "PoC", und ich warte schon darauf, dass manirgendwann naserümpfend über die "Poccies" spricht.

Die Lösung wäre nicht, ständig neue Begriffe zu erfinden, sondern schwarzen Menschen mit dem gleichen Respekt zu begegnen, mit dem man selbst behandelt werden möchte. Dann erledigt sich auch jeder Rassismusvorwurf.

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Das ist ein absolutes Schimpfwort, das würde ich auf keinen Fall verwenden. Dann eher schon das andere Wort mit "N", das ursprünglich kein Schimpfwort war.

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Ein anderes Land oder mehrere Länder

Ich finde Saudi-Arabien schlimm wegen der Diskriminierung der Frauen, die Türkei wegen der Kurden, China wegen der Uiguren und der Tibeter, Indien wegen des Kastensystems und der Abwertung der Frauen und Mauretanien, denn dort soll es noch Sklavenhandel geben... In vielen Ländern droht Homosexuellen die Todesstrafe. In vielen Ländern können sich Frauen keine eigene Wohnung suchen, sie werden sofort nach ihrem Ehemann gefragt. In vielen afrikanischen Ländern werden Mädchen die Genitalien verstümmelt. Dass Deutschland am schlechtesten abschneidet, ist nicht gerecht. Ich habe mit Leuten aus verschiedenen Ländern gesprochen, die sich hier am wohlsten fühlen, weil sie hier nach ihrer eigenen Fasson selig werden können.

Wer Deutschland so schlimm findet, sollte mal versuchen, in einem der genannten Länder Fuß zu fassen. Vor allem, wenn es kein Hetero-Mann ist.

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Warum werden Geringverdienende gegen Arbeitslose ausgespielt?

Arbeitslosen steht grundsätzlich ein Geldbetrag zu, der ihr soziokulturelles Existenzminumum sichert. Dieser wird statistisch ermittelt. Unter dem Motto "Arbeit soll sich lohnen" kürzt der Gesetzgeber diese Summe dann aber, um zu vermeiden, dass Arbeitslose grundsätzlich oder in bestimmten Konstellationen mehr Einkommen haben als Berufstätige.

Es wird nun sicher auch wieder viel Gegenwind für den Vorschlag der Grünen geben, den Hartz-IV-Regelsatz um 180 € zu erhöhen. Denn damit kommen sich Erwerbs- und vom Staat gegebenes Einkommen noch näher bzw. überschneiden sich eher/mehr.

Ich sehe in dieser Taktik, den Hartz-IV-Satz kleinzuhalten, aber den Versuch, Arm und Ärmer gegeneinander auszuspielen. Denn man könnte dieses Problem, dass Berufstätige mitunter weniger verdienen als Hartz-IV-Empfangende bekommen, sehr leicht umgehen, würde man zusätzlich zur Gehaltsaufstockung noch bis zu 100 € drauflegen. Und man muss bedenken, dass ein Berufstätiger, der jetzt 400 € verdient und auf 430 € aufstocken muss, ebenfalls von einer Umsetzung des Grünen-Vorschlags profitieren würde, da er dann von 400 € auf 610 € aufgestockt würde.

Klar, irgendwann beschweren sich dann auch Mittel- und Oberschicht, dass die da unten zu viel geschenkt bekommen. Aber ganz ehrlich, warum kann man im reichen Deutschland nicht einfach jedem ein kleines Stück vom Kuchen abgeben und es ihm gönnen? Wir haben hier so viel Reichtum und Wohlstand, insofern müsste es eigentlich auch im Sinne der Gutsituierten sein, dass das soziale Sicherungsnetz stabilisiert und vergrößert wird. Denn davon, weniger bzw. gar keine Abstiegsangst mehr haben zu müssen, würde ein Mittelständler in meinen Augen wesentlich mehr profitieren, als davon, drei statt zwei Mal ins Phantasialand fahren zu können.

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Wer sich abrackert und am Monatsende nicht mehr in der Tasche hat als jemand, der Hartz IV bezieht und nicht arbeitet, ist natürlich auf diesen neidisch. Zumal ersterer auch keine Vergünstigungen wie GEZ-Befreiung, billigere Monatskarte usw. bekommt.

So kann ich allen Geringverdienern nur raten, beim Amt aufzustocken, denn dann haben sie auf jeden Fall mehr in der Tasche als "reine" Hartz-IV-Empänger. Außerdem erhalten sie dann ebenfalls deren Vergünstigungen.

Politiker, die womöglich noch von der Wirtschaft gesponsert werden, möchten natürlich, dass es möglichst viele billige Arbeitskräfte gibt, die alles tun, um keine Hartz-IV-Empfänger zu werden. Also wird gegen Hartz-IV-Empfänger polemisiert.

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6 Wochen vor der Geburt (ließ sich das Kind Zeit, entsprechend länger) und 20 Wochen danach. Kam das Kind zu früh, konnte die nicht genommene Zeit der 6 Wochen danach genommen werden, es gab in jedem Fall 26 Wochen. Bei Zwillingen und komplizierten Geburten gab es 22 bzw. 28 Wochen. Dafür gab es übrigens 100% Lohnfortzahlung. Das anschließende Babyjahr ging bis zum 1. Geburtstag des Kindes und wurde wie Krankengeld ab 7. Woche bezahlt - dafür musste jedoch ein spezieller Antrag gestellt werden (das Schwangerengeld wurde automatisch gezahlt). Das Babyjahr gab es aber lange Zeit erst beim 2. Kind, erst spät wurde es auch für das erste Kind eingeführt.

Unverheiratete Mütter, denen kein Krippenplatz zur Verfügung gestellt werden konnte, erhielten die Unterstützung (Krankengeld ab 7. Woche) bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes. Danach kam es in den Kindergarten, und dort gab es offenbar genug Plätze.

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Wenn du selbst kündigst und keinen triftigen Grund hast (z. B. Krankheit), bekommst du immer eine Sperre.

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Dies lag vor allem an der atheistischen Erziehung und Beeinflussung in der DDR. Religionsausübung war zwar erlaubt, wurde jedoch nicht gern gesehen. Ich selbst musste in jungen Jahren mehrere Diskussionen über mich ergehen lassen, warum ich noch in der Kirche war. Auch an manchen Schulen wurden Kinder massiv unter Druck gesetzt, vor allem, wenn sie nicht bei den Pionieren waren.

Eine "Volkskirche" wie in früheren Zeiten gab es in der DDR nicht mehr. Die meisten Menschen waren wohl auch früher nicht sonderlich religiös, sondern gingen mehr aus Tradition zur Kirche. Da ihnen dies mehr und mehr madig gemacht wurde, ließen vor allem jüngere Leute diese Traditionen hinter sich.

Daher kam es, dass mit der Wende viele in der DDR sozialisierte Bürger mit der Kirche nicht mehr viel anfangen konnten und so entweder austraten (falls sie noch als Kirchenmitglieder geführt wurden) oder sich auch wie bisher nicht mehr dafür interessierten.

In großen Städten, wo man anonymer lebte, brach man schon früher mit Traditionen als auf dem Land. So erzählte mir eine Freundin aus Chemnitz, dass es dort schon in den 20er Jahren zahlreiche Kirchenaustritte gab und junge Leute nicht mehr zur Konfirmation, sondern zur Jugendweihe gingen (diese ist keine Erfindung der DDR).

Seit es Kirchenaustritte gibt, gibt es auch Standesämter. In der Vergangenheit wurden Ehen in der Kirche geschlossen und ins Kirchenbuch eingetragen. Das ging ja nicht mehr, wenn Leute aus der Kirche austraten und trotzdem heiraten wollten.

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Wenn du sie unterstützt, ihr viele Arbeiten und Wege abnimmst, dich an den Wohnkosten beteiligst und deine Mutter zufrieden ist, dann finde ich das nicht schlimm.

Wenn du es dir jedoch im "Hotel Mama" gemütlich eingerichtet hast, dich bedienen lässt und womöglich noch auf ihre Kosten lebst, dann finde ich das bei einem 47-jährigen Mann durchaus schlimm. In diesem Alter sollte ein Mann durchaus selbstständig sein.

In beiden Fällen wird es jedoch schwierig sein, eine Partnerin zu finden. Im ersten Fall wird deine Mutter intervenieren, weil ihr dann die Unterstützung abhanden kommt, im zweiten Fall wird eine potentielle Partnerin (hoffentlich) die Flucht ergreifen, wenn du von ihr genauso bedient werden willst wie von deiner Mutter.

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Indem man die großen Dreckschleudern einfach schloss. Sie entsprachen absolut nicht dem Standard, der inzwischen im Westen vorgeschrieben war.

Die Kehrseite war, dass viele Menschen ihre Arbeit verloren und für sie oft auch keine neue gefunden wurde.

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Liebe und Gier passen nicht zusammen. Man kann ausgehungert nach Liebe sein, aber gierig? Gierig nach Anerkennung, nach Sex, nach einer schönen Frau geht alles, aber das, wonach man gierig ist, nimmt man sich, mit List, Betrug oder Gewalt. Dabei kommt aber keine Liebe bei der Gegenseite auf.

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Die Wahl war in der DDR "Zettelfalten". Man zeigte Ausweis und Wahlbenach-richtigung, bekam einen Zettel mit den Namen der Kandidaten darauf, den hat man vor den Wahlhelfern zusammengefaltet und in die Wahlurne geworfen. Das galt dann als "Ja"-Stimme. Es gab auch eine Wahlkabine, aber wenn man die benutzte, wurde man schon schief angesehen. Man konnte darin den Wahlschein ungültig machen oder vielleicht auch "Nein" darauf schreiben.

Zur letzten Wahl vor der Wende musste ich allerdings vor der Kabine warten, da mehrere sie benutzten. Wie man später erfuhr, haben damals etwa 12 % der Bürger ihre Stimme ungültig gemacht oder als "Nein"-Stimme deklariert. Trotzdem hieß es dann, wie immer, es hätten 99,9% der Wähler mit "Ja" gestimmt. Die Ergebnisse standen schon vor der Wahl fest. Es ist unglaublich: Selbst ein Ergebnis mit 88% "Ja"-Stimmen war der DDR-Regierung noch zu schlecht, so dass sie es fälschen mussten.

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Beides. Wir erhielten eine solide Grundausbildung in Deutsch, Russisch, Englisch und Naturwissenschaften und Propaganda über Geschichte (teilweise), Staatsbürgerkunde und später (aber da war ich schon aus der Schule) Wehrkundeunterricht. Auch Texte in Russisch, Deutsch und Englisch waren teilweise propagandistisch eingefärbt, aber das hielt sich in Grenzen. Und in Musik und Russisch lernten wir natürlich u.a. auch entsprechende Lieder sowie Arbeiterkampflieder in Englisch.

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So ein Quatsch! Nur wenn ein ärztlich bescheinigter Mehraufwand für Ernährung erforderlich ist (z. B. bei einer Diät wegen Allergien) gibt es einen Zuschlag.

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Anfang Juli, und sie gingen bis zum 31.August. Sie waren immer 8 Wochen lang. Das genaue Datum musst du dir selber ausrechnen. Die Zeugnisse gab es freitags, der Sonnabend war schon frei - ob aber auch schon 1966, das weiß ich nicht mehr. Um diese Zeit hat man mit Einführung der 5-Tage-Woche auch die Feriensonnabende freigestellt. Ansonsten hatten wir bis zur Wende auch sonnabends Unterricht.

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Ja

Auf jeden Fall. Denn sie sind diejenigen, die den Betrieb am Laufen halten - nicht die Banker oder Manager und auch nicht die Fußballer, Schlagersänger oder Fernsehmoderatoren.

Natürlich sollte jemand, der mehr Verantwortung hat, auch mehr Geld bekommen - aber nicht das 200-fache eines einfachen Arbeiters.

Wer mit Hartz IV aufstocken muss, hat allerdings auch jetzt schon mehr Geld als ein Hatz-IV-Empfänger, der nur zu Hause abhängt.

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Es kommt darauf an, wo du lebst und wie man Armut definiert. Wenn du in New York auf der Straße lebst, dann denkst du bestimmt so. In Afrika, in einer intakten Dorfgemeinschaft, wo einer dem anderen hilft, denkt man vielleicht anders. Solange die Menschen dort genug zu essen und das Nötigste zum Leben haben, sind sie auch relativ zufrieden. Die Frauen müssen viel härter arbeiten als bei uns, und sind sie erst in Europa, freuen sie sich, dass sie kein Wasser mehr schleppen und keine Hirse mehr stampfen müssen. Aber sie zahlen dafür einen Preis: Isolation, wenig Platz, fremde Sprache und Kultur, Diskriminierung auf Grund der Hautfarbe. Ob das so "paradiesisch" ist? (Das habe ich aus einem Buch einer Senegalesin, die jung verheiratet wurde und deren Mann sie nach Paris mitnahm. Sie schrieb, keine Frau würde sich in Afrika in eine so winzige Wohnung sperren lassen).

Wir DDR-Leute waren nach der Wende im Vergleich zu den Wessis alle arm, aber da es die meisten betraf, war es erträglich. Auch mit Hartz IV kommt man zur Not aus (da muss man aber sehr diszipliniert sein), und dann gibt es noch die Tafeln. Schlimmer sind die gewaltigen Einkommensunterschiede, die allgemeine Unsicherheit und die Gier vieler, die eh schon zuviel haben. Zum einen versuchen letztere, lebensnotwendige Güter immer teurer zu machen, um noch reicher zu werden, zum anderen schauen sie auf jene herab, denen sie die Existenzgrundlagen geraubt haben.

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