Findet Ihr Hartz-4 gerecht?

Das Ergebnis basiert auf 27 Abstimmungen

Nein, Hartz-4-Empfänger bekommen zu wenig! 56%
Nein, Hartz-4-Empfänger bekommen zu viel! 30%
Ja! 15%

21 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist genug, um zu existieren. Aber man kann nicht am kulturellen oder gesellschaftlichem Leben teilnehmen.

Wesentlich schlimmer als die zu geringe Höhe von Hartz IV ist die gesellschaftliche Ächtung der Menschen, die es beziehen. Das wird ja allein schon durch einige Antworten hier deutlich.

Da wird von "in den Hintern schieben" oder dass sie "froh sein dürfen, überhaupt etwas zu bekommen".

Auf Dauer macht es die Menschen krank in Hartz IV. Permanente Ablehnung der Bewerbungen, Ablehnung durch die Gesellschaft, manchmal sogar Beschimpfungen und immer der Vergleich mit Familien, wo mehrere Jobs nicht reichen. Aber da darf man nicht denen, die eh nichts haben was wegnehmen wollen, da muss man denen, die Familie haben und 8 oder mehr Stunden am Tag arbeiten, mehr Geld geben.

Hartz IV ist auch der Weg in die Altersarmut. Denn man kann sich keine private Rente leisten. Man hat ja nur Geld für das Existenzminimum.

Eine Abstimmung ist für mich hier leider nicht möglich mangels Option.

Wer auf Leistungen der Grundsicherung zeitweise oder langfristig angewiesen ist, kann mit den vorgesehenen Leistungssätzen in jährlicher Anpassung zumindest überleben und muss nicht hungern bei angemessener Planung.

Für Erwachsene problemlos möglich, für Kinder unter Druck zur Anerkennung rein über Markenprodukte in ihren Schulen und Freundeskreisen teils schwierig.

Mit GruSi kann ( und MUSS ) man sich aber auch keine teuren Markenklamotten leisten können.

Zu wenig bekommen Menschen im ALG II - Bezug eigentlich nicht zum Zweck des Überlebens.

Schlimmer für diese Memschen ist der unzumutbare Druck und die Entscheidungsherrschaft , sie wie billiges Schlachtvie einfach in wiederlichste Arbeitsverhältnisse per Zwang hereindrücken zu wollen per derzeitigen Gesetzen.

Arm ist erst mal arm und bedarf halt Sparmassnahmen, aber diesen Menschen noch die Würde der Entscheidungsfreiheit zu nehmen, ist in derzeitiger Politikausübung DAS LETZTE. !!! ( Sidekick zur SPD, wenn sie ihren damaligen Leitlinien mal wieder glaubhaft TREU werden will .... 🤔 )

Ja!

Als das, was es gedacht ist, nämlich als Minimum zum Überleben, ist es so grade eben OK.

Mehr wäre besser, aber bei allen Sozialleistungen muss man sehen, dass es die gibt, die es bekommen müssen, weil sie keine Arbeit haben, aber eben auch die, die die Steuern zahlen aus denen es getragen wird.

Eine Verkäuferin bei C&A steht sich 40 Stunden pro Woche die Füße breit für Schätzungsweise evtl. 1.800,- Brutto. Das sind ca. 1.280,- netto, oder 7,40 pro Stunde für die Arbeit.

Die ernährt den ALG II Empfänger mit ihren 150,- Euro Lohnsteuer mit.

Frage die mal, ob ALG II zu niedrig ist.

Du hast etwas an dem System falsch verstanden. ALG II ist nicht nur eine Existenzsicherung, soziale Hilfe soll auch zur Teilnahme an kulturellen Ereignissen ermächtigen. Weder ALG II noch das Wohngeld nach WoGG (prinzipiell alles was im SGB steht) sichern dies.

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@NoIdeaWhy

ich habe das schon ganz richtig verstanden, nur etwas überspitzt ausgedrückt. Ich weiß dass auch die Teilhabe am kulturellen Leben gesichert sein soll und dafür ist z. B. auch ein kleiner Betrag in der Berechnung für den Regelsatz enthalten.

Übrigens im Gegensatz zum Wohngeld, denn das ist wirklich nur eine Hilfe zu den Mietkosten.

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@wfwbinder

Nun ja, vielleicht habe ich das leicht falsch ausgedrückt. Das Wohngeld war die Voraussetzung für das Teilhabepaket, so war es. Aber trotzdem, mit ALG II ist keine kulturelle Teilhabe möglich. Nicht auf lange Dauer.

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@NoIdeaWhy

Das ist richtig, aber dem Sinn nach soll ja ALG II eigentlich auch nicht auf lange Dauer bezogen werden. Wir haben gerade bei einem Mandanten binnen 3 Monaten 16 ALG II Empfänger untergebracht auf Dauerarbeitsplätze. Dabei habe ich mich echte gefragt (ich habe die Leute zu einem großen Teil kennen gelernt) warum die so lange (alle über 2 Jahre) arbeitslos waren.

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@wfwbinder

ja gut, das frage ich mich auch, aber es passiert wohl recht häufig

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Nein, Hartz-4-Empfänger bekommen zu wenig!

Also um Zugang zum kulturellen Leben zu bekommen reicht es definitiv nicht aus. Hartz IV ist eine der dümmsten Entscheidungen, die die Bundesregierung dieses Jahrtausend bisher getroffen hat ... außer das Ziel war das deutsche Sozialsystem zu verschlechtern. Und das nur um zu sparen.

Wer erstmal in dieser Hartz IV Schleife drinsteckt, kommt dort kaum wieder raus, das habe ich selbst bereits so erlebt und ich bin glücklich, dass ich aktuell meine Chance bekomme zu studieren, in Hoffnung diesem Schicksal zu entgehen. Ich will es einfach einmal klipp und klar erwähnt haben, aber dass eine sagen wir mal vierköpfige Familie hier in Deutschland qualitativ leben kann, braucht sie heutzutage bestimmt um die 1500€, schon allein wegen der Miete.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Student in den Politik- und Kommunikationswissenschaften

Ganz ehrlich? Ich finde Hartz IV gut. Es hilft den Leuten zu überleben die von selbst nicht in der Lage oder willens sind sich selbst Arbeit zu suchen. Und davon gibts genug.

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@Spot1978

Laut der Menschenwürde in unserem Land geht es aber nicht ums Überleben, sondern auch der Sicherstellung eines menschenwürdigem Daseins, die z. B. Auch eine Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht.

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@Spot1978

Aber es ist halt so... Die Menschenwürde ist der erste und somit wichtigste Artikel unseres Grundgesetzes und davon abgesehen muss die kulturelle Teilhabe gesichert sein und das ist sie nicht.

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@NoIdeaWhy

Ist doch gesichert. Ist nur die Frage wie man es definiert. Hallenbad mit Sozialtarif liegt hier bei 1,60 EUR 1,5 Stunden zum Beispiel. Dass ich mir mit H4 aber keine Konzertkarten für 80.- EUR p.P. leisten kann sollte aber auch klar sein!

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@Spot1978

Nun gut, aber wer sagt mir denn, dass Konzertkarten kein Teil von Teilhabe sind. Vielleicht möchte ich ja ein mal pro Jahr ein Konzert sehen. Auch das wäre wieder eine Art von Ausgrenzung einem Sozialempfänger zu sagen, er könne keine Konzerte besuchen. Nun klar will ich niemandem aufhalsen Konzertkarten für Arbeitslose zu bezahlen, aber ich zum Beispiel konnte jahrelang nie ein Konzert besuchen deswegen und es hat mir ein Stück meiner Kindheit (nun ja, eher Teenage-Jahre) geraubt.

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@NoIdeaWhy

Wo willst Du da die Grenze ziehen? Schau dir mal an wie H4 aufgeschlüsselt wird:

Nahrung und alkoholfreie Getränke: 145,04 Euro

Freizeit, Unterhaltung und Kultur: 39,91 Euro

Nachrichtenübermittlung: 37,20 Euro

Bekleidung und Schuhe: 36,45 Euro

Wohnen, Energie und Wohninstandhaltung: 36,89 Euro

Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände: 25,64 Euro

Andere Waren und Dienstleistungen: 32,99 Euro

Verkehr: 34,66 Euro

Gesundheitspflege: 15,80 Euro

Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen: 10,35 Euro

Bildung: 1,06 Euro

Dort steht also eindeutig dass für Freizeit, Unterhaltung und Kultur bereits ein monatlicher Beitrag von fast 40.- EUR eingerechnet ist. Spar dir das 2 Monate an dann kannnst Du dir auch die Konzertkarten leisten...

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Weder noch.

Ehrlich gesagt dürfen Hartz4-Empfänger froh sein, dass sie überhaupt etwas bekommen!

Ich finde viel mehr ungerecht, dass nicht jeder eine Ausbildung oder ein Studium bekommt und nicht die gleichen Chancen auf einen Beruf bekommt.

Ich wäre eher für eine Gleichberechtigung bei der Arbeit und beim Gehalt.

Einen staatlich zugesprochenen Arbeitsplatz (für Jeden) und den Anspruch auf eine Ausbildung nach Schulabgang mit eingehend gerechter Bezahlung würde ich viel mehr begrüßen, als eine Erhöhung von Hartz4.

Ich finde viel mehr ungerecht, dass nicht jeder eine Ausbildung oder ein Studium bekommt und nicht die gleichen Chancen auf einen Beruf bekommt.

In diesem Jahr sind wieder viele Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben udn es gab mehr angebotene Ausbildungsplätze als Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten.

Einen staatlich zugesprochenen Arbeitsplatz (für Jeden) und den Anspruch auf eine Ausbildung nach Schulabgang mit eingehend gerechter Bezahlung

Wie will man einen Arbeitsplatz garantieren? Ausbildungsplätze gibt es schon genug udn trotzdem findet nicht jeder Schulabsolvent einen.

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Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt.... Hatten wir schonmal, brauchen wir nimmer!

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Nö, ist selbstverständlich, da der Staat mittels des Grundgesetzes zu einer Sicherstellung eines menschenwürdigem Daseins verpflichtet ist.

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