Wie ist eure Meinung zu Sinti und Roma?
Ich meine abseits der Klischees (Bettel-Mafia etc.)
Ich habe das Gefühl das gerade zu dieser Gruppe jeder eine Meinung hat, gleichzeitig aber die wenigsten welche persönlich kennen oder mit ihnen zu tun haben
9 Antworten
Das da zwei Volksgruppen oft auf einmal genannt werden, die eigentlich nur dadurch verbunden sind, dass sie in der braunen Zeit verfolgt wurden.
Die Volksgruppe der Roma legt wert auf Bildung und wenn die Möglichkeit besteht, werden sie angesehene Bürger. Siehe dazu die Liste der berühmtesten, welche in Deutschland lebten oder sogar noch leben https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bekannter_Roma
Sinti sind ein wanderndes Volk aus Überzeugung. Für sie steht die eigene Freiheit und Selbstbestimmung über allem. Durch ihren völlig eigenen Verhaltenskodex kommt es öfter zu Problemen.
Bei Roma denke ich unter anderen an Marianne Rosenberg, die sich immer dazu bekannt hat, siehe auch Link oben und an meine Rundreise durch Moldawien, wo die Reiseleiterin uns die Roma Villen zeigt https://de.euronews.com/2020/11/03/verlassene-roma-villen-in-moldawien Da waren wir als Reisegruppe auch bei einer dieser zu Wohlstand gekommenen Familien gewesen. Leider ist das heute wohl schon wieder Geschichte.
Marianne Rosenberg ist doch Teil der Sinti. Sie ist doch eine der Bekanntesten Aushängeschilder.
Ihnen geschah viel Unrecht. Nebst den Juden wurden auch Roma und Sinti systematisch eliminiert. Nur von ihnen wird kaum gesprochen, grad so wenig, wie von den Polen, die da auch einfach in die Massenvernichtung gerieten.
Dabei haben sie eine Kultur die wir gerne übernahmen. Gerade im kulinarischen Bereich, aber auch musikalisch mit der Geige.
Sie sind Nomaden, ihre Kultur sollte nie wieder so schlimm, Menschenverachtend behandelt werden. Pro Juventute nahm Fahrenden die Kinder weg...Man stelle sich das vor! Grundlos, nur so, weil die Kinder doch ein festes zu Hause haben sollten.
Schrecklich. Ich kenne keine Fahrenden. Nur mein Vater erzählte, das war in einer verschneiten Winternacht vor ca. 90 Jahren. Da kam ein Mann mit einem Pferd zur Hebamme unten im Bergdorf und bat sie, ihnen zu helfen. Das Geld legte er bar hin.
Denn seine Frau lag in den Wehen und die Geburt, war sehr problematisch. Die Hebamme durfte auf dem Pferd reiten, darum nahm er es mit....damit sie nicht durch den tiefen Schnee laufen musste.
Nach der schwierigen aber geglückten Geburt...gab es einen Hahn zum essen und sie spielten Geige und tanzten. Die Hebamme meinte, sie hätte noch nie in ihrem so köstlich gegessen wie dort.
Danach durfte sie begleitet vom frisch gebackenen Vater mit dem Pferd wieder zurück in ihr Dorf. Sie war tief beeindruckt von der Herzlichkeit.
Eben es sind Nomadenvölker in Europa, deren Kultur fast kaputt gemacht wurde.
Brückenbauer, wie die Geschichte dieser Hebamme, sind wichtig.
Ist das eine Geschichte die deinem Vater von seinen Eltern erzählt wurde, oder ist wo genau hast Du diese Geschichte her? Ich habe übrigens Pro Juvente gegoogelt, das ist ein Österreichisches Sozialverein oder sowas? Mit der Nazi Zeit sehe ich genauso. Die Vernichtung der Juden ist nie Thema wenns um den Holocaust geht, die übrigens in den schäbigsten Lager untergebracht wurden (alle waren schäbig aber die "Zigeunerlager" waren nochmal ne andere Hausnr.)
Die einzigen die ich kenne gastieren alle paar Jahre in Massen auf unserem großen Parkplatz. Da bleiben die unter sich und sind nach einigen Tagen wieder weg.
Ansonsten wüsste ich nicht ob ich schon mal was mit einem zu tun gehabt hätte. Steht ja nun bei einem auch nicht auf der Stirn.
Darüber hinaus weiß ich nur noch etwas über sie was das Dritte Reich betrifft. Das war's dann aber auch.
Sinti und Roma sind eine der am stärksten marginalisierten Gruppen in Deutschland und verdienen volle Solidarität. Und vorallem verdienen Sie gesellschaftliche Aufklärung - gerade im Bezug auf die NS-Zeit.
Sie sind seit Jahrhunderten in Europa Zuhause und wurden systemtisch als eigene/spezifische Gruppe in verschiedenen KZs und Vernichtungslager ermordet.
Ich habe einige Zeit im Roma-Viertel Shutka in Skopje gelebt und kenne die Situation daher recht gut. Roma haben ihre Kultur, wir haben eine andere. Damit ist keine Wertung verbunden, es ist eine reine Feststellung. Das Problem beim Zusammenleben ist, dass die die beiden Kulturen schwer zu vereinbaren sind. Da braucht es viel Verständnis auf beiden Seiten. In jüngster Zeit hat es bei der Integration der Romas in unsere Gesellschaft Fortschritte gegeben. Ich denke, es wird noch lange dauern, biss alle Probleme bewältigt sind, die Unterschiede sind einfach zu groß.
Ich war als Journalist dort, um eine humanitäre Mission der Caritas zu begleiten und darüber zu berichten.
Ich würde es sogar eher umgekehrt sehen. Sinti in Deutschland sind anerkannter, und bei Roma denken Leute an die Bettelmafia oder Duisburg, oder die Roma Gettos in Osteuorpas.