Zum Glück herrschen in Südtirol derzeit halbwegs demokratische Zustände (was leider für sehr viele Jahrzehnte nicht der Fall war), so dass jeder selbst entscheiden kann, als was er sich fühlt. Die Zeiten, da von Faschisten oder Nazis amtlich verordnet wurde, als was man sich fühlen muss, sind vorbei, auch wenn viele Italiener diese Zeiten wieder herbeiwünschen. Auf die Frage, als was sich die Südtiroler heute fühlen, kann man entweder rein gefühlsmäßig oder mit Hinweis auf dubiose Blog-Interviews antworten, oder mit amtlichen statistischen Daten. Demnach haben sich bei der jüngsten Volkszählung  rund 70 Prozent der Südtiroler als deutschsprachig erklärt, umgangssprachlich als "Deutsche". Sehr viele davon fühlen sich als Österreicher, sehr, sehr wenige als Italiener. "Deutsch", "österreichisch" und "tirolerisch" sind in Südtirol keine Gegensätze, sondern gehören irgendwie zusammen. Das extrem ausgrenzende deutsche Grundgesetz hat in Südtirol zum Glück keine Rechtwirksamkeit.

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Man müsste natürlich wissen, wohin ihr in Südtirol wollt, denn Südtirol ist ja nicht gerade klein. Wenn ihr in den östlichen Teil von Südtirol wollt (Pustertal, Dolomiten), dann ist natürlich die Anfahrt über den Felbertauern-Tunnel und Osttirol (Lienz) zu empfehlen.  Für das mittlere Südtirol ist auf jeden Fall die Brennerautobahn die richtige Wahl (bei Staugefahr auf die Brenner-Bundesstraße in Nordtirol bzw. auf die Brenner-Staatsstraße in Südtirol ausweichen). Für einen Urlaub im westlichen Südtirol (Vinschgau) empfiehlt sich die Anreise über Fernpass, Landeck, Reschenpass. Stau kann auf allen Routen und zu jeder Zeit auftreten.  Vollkommen mautfrei ist die westliche Route Fernpaß-Reschenpass, für die mittlere und die östliche Route wird die österreichische Autobahnmaut  fällig zuzüglich der Sondermaut für Brennerautobahn und Felbertauernstraße sowie auf der mittleren Route auch Mautgebühr für die Südtiroler Brennerautobahn. 

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Bozen ist die Hauptstadt der seit 1920 zu Italien gehörenden Provinz Bozen-Südtirol und damit das Verwaltungszentrum des Landes. Innsbruck ist die Hauptstadt des aus Nord- und Osttirol gebildeten österreichischen Bundeslandes Tirol und daher das Zentrum dieser Gebiete. Allerdings ist für viele deutschsprachige Südtiroler Innsbruck ebenso wichtig wie Bozen. Die Universität Innsbruck gilt (trotz kleiner Uni in Bozen) als Landesuniversität für ganz Tirol, die Universitätsklinik Innsbruck ist das Exzellenz-Krankenhaus auch für Südtiroler, viele Südtiroler fahren zum Einkaufen lieber nach Innsbruck als nach Bozen. Dabei sind es nicht nur die günstigen Preise und das Angebot, sondern auch die gemeinsame Sprache, die Innsbruck sympathisch machen. Im mehrheitlich von Italienern bewohnten Bozen fühlen sich viele Südtiroler nicht wohl. 

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Monarchie gibt es heute noch in vielen europäischen Staaten (Großbritannien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen), wobei gerade die skandinavischen Staaten als wenig konservativ gelten. Die Leibeigenschaft ist teilweise schon im Mittelalter abgeschafft worden (z. B. im stockkonservativen Tirol schon 1420), Sklaverei war im konservativen Europa nie ein Thema, wohl aber in den fortschrittlichen USA. Man kann daher keine allgemeinen Regeln aufstellen, sondern muss jede Situation einzeln betrachten.

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Tirol ist als Staat 1282 entstanden. Seit dem Jahr 1363 gehörte es als Kronland zu Österreich. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Österreich durch den Frieden von St. Germain im September 1919 gezwungen, auf den südlichen Teil Tirols zu verzichten. Bei Österreich blieben nur Nordtirol und Osttirol, die heute das österreichische Bundesland Tirol bilden, obwohl sie von einander getrennt sind, weil Südtirol als verbindender Teil fehlt. Südtirol wurde im Oktober 1920 von Italien annektiert und ist bis heute eine Provinz in Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde allerdings Italien durch die Alliierten gezwungen, mit Österreich ein Abkommen über die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol zu schließen (Pariser Abkommen oder Gruber-Degasperi-Abkommen). Als Vertragspartner hat Österreich ein Mitspracherecht in der zu Italien gehörenden Provinz Bozen/Südtirol, wie sie offiziell heißt. Im Koalitionsabkommen der neuen österreichischen Regierung wurde außerdem beschlossen, den Südtirolern die österreichische Staatsangehörigkeit zu verleihen, um die historische Zugehörigkeit zu Österreich zu unterstreichen.

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Die Buren haben keine schwarzen Stämme ausgerottet, sondern sie haben sie unterworfen und teilweise versklavt. Als im Norden Südafrikas Gold gefunden wurde, haben die Engländer gegen die Buren Krieg geführt, um die Buren zu unterwerfen und sich das Gold anzueignen. Dabei haben die Engländer erstmals Konzentrationslager als Vernichtungswaffe gegen die Buren eingesetzt und zehntausende burische Frauen und Kinder verhungern lassen. Die Rassentrennung wurde von Italien erfunden, nachdem Italien im Vernichtungskrieg gegen Äthiopien (1935-36) das Land unterworfen hatte. Den weißen Südafrikanern gefiel dieses System, mit dem sie sich vor allem gegen die Zuwanderung aus dem Norden schützen wollten, und so übernahmen sie die italienischen Rassengesetze. In Südafrika wurde das System der Rassentrennung als Apartheid bekannt.

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Wenn die Weine nicht zu viel Wärme oder gar direkte Sonne abbekommen haben, sind sie noch gut. Wenn sie mit Korken verschlossen sind, wäre es natürlich besser, sie liegend aufzubewahren, damit der Korken nicht austrocknet. Bei Drehverschluss ist es gleich, ob man die Flaschen stehend oder liegend aufbewahrt.

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Wenn du aus Deutschland kommst, kannst du mit der Karte der Bayerischen Vereinsbank bei allen Geldautomaten der Bank Unicredit unentgeltlich Geld abheben, wenn du aus Österreich kommst, brauchst du eine Karte der Bank Austria. Die gehören alle zur Unicredit-Gruppe, daher werden keine Gebühren berechnet. Bei allen anderen Karten berechnet nicht der Automat, sondern deine Bank eine Gebühr.

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Italien ist sehr großzügig mit der Vergabe seiner Staatsbürgerschaft. Auf jeden Fall musst du dich an die italienische Botschaft oder das nächster italienische Konsulat wenden.

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Das Verb heißt wohl "gleichschalten" und nicht "gleichschalter". (Genauigkeit ist bei Fragen immer wichtig, da man auf einer fehlerhaft formulierte Frage keine einwandfreie Antwort erwarten kann). Hintergrund für diesen heute schwer verständlichen Flüsterwitz ist die Tatsache, dass im NS-Regime alle Vereine "gleichgeschaltet" wurden, d.h. wer nicht in das Konzept des Regimes passte "flog raus" bzw. konnte in den Verein gar nicht eintreten. 

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Man muss unterscheiden zwischen Alkoholkonsum und Trinkfestigkeit. Mit letzterem meint man die Fähigkeit des Körpers, den Alkohol rasch abzubauen, was durch verschiedene Enzyme geschieht. Die Produktion dieser Enzyme ist genetisch bedingt, wobei wichtig ist, wie lange eine Population schon mit Alkohol in Kontakt ist. Die meisten Indianer Nordamerikas kannten keinen Alkohol, der von den weißen Einwanderern mitgebrachte Alkohol hatte für sie verheerende Wirkung, was von den Eroberern brutal ausgenutzt wurde. In Europa gibt es zwar Unterschiede im Alkoholkonsum, die Alkoholverträglichkeit ist aber weniger vom Land als vielmehr vom einzelnen Individuum abhängig. 

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