Stimmt diese Aussage: "Jungen Männern geht es psychisch und sozial heute in Deutschland besser, als je zuvor!"?
27 Stimmen
9 Antworten
Niemandem geht es psychisch besser als früher. Der Leistungsdruck und psychisch ungesunde Lebensweisen werden immer größer.
Nein, das stimmt definitiv nicht. Gerade die mentale Gesundheit ist alles andere denn als gut einzustufen. Es werden Psycho-Pillen verschrieben, es wird Psychogelaber veranstaltet etc.
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen etc. sind einfach der Alltag mit 'ner riesen Dunkelziffer und das bezieht sich nicht nur auf junge Männer.
Meine Vermutung: Sehr viel ist auch unserem aktuellen Zeitgeist geschuldet... Da kann man(n) nur psychisch kaputt gehen.
Psychische Erkrankungen sind niemals lächerlich. Ich kenne aber die Argumentationsweise dieser Leute: ,,Hättest du nur arbeitstechnisch ausreichend zu tun, hättest du gar keine Zeit mehr dir darüber Gedanken zumachen.“
Etwas mag da sicherlich dran sein. Generell halte ich von solchen Aussagen sehr wenig. Das Thema ist so unglaublich komplex.
Danach hätte es in früheren Zeiten keine psychischen Störungen geben dürfen, wenn niemand dran gelitten hat weil man weder die Zeit noch überhaupt irgendwelche Begriffe dafür hatte.
Depression, Angststörung, Borderline, PTSD etc. sind alles sehr neuartige Begriffe, früher kannte man allenfalls Schwermut und Hysterie (die letztere im wesentlichen bei Frauen).
Existiert eine Krankheit nicht wenn man sie nicht benennen kann? Oder ist doch was dran, daß die Leute früher gar nicht so viel Zeit hatten wie heutzutage, ständig um ihren eigenen Bauchnabel herumzukreisen? Damals hieß es Vogel friß oder stirb, arbeite von früh bis spät oder lande auf der Straße, was man heute als psychische Krankheiten bezeichnet konnten sich allenfalls Reiche "leisten", denn nur die hatten genug Freizeit dafür. Jeder andere mußte trotzdem "funktionieren" oder sich in "erlaubte" Selbstmordarten wie Suff, Militär oder Schwindsucht flüchten.
Vor kurzem hat eine Studie das Gegenteil bewiesen
Wenn ich mir allein diese erschütternde "Incel-Bewegung" ansehe, dann kann es nicht so sein.
Man sollte Incel nicht so inflationär verwenden. Ich hab schon oft gesehen wie Leute für die lächerlichsten Gründe als Incel bezeichnet wurden. Es gibt lang nicht so viele wirkliche Incels wie man behauptet
Mir genügt, was ich hier und anderenorts lesen muss. Das ist kein vernachlässigbares Phänomen.
Vernachlässigbar ist es keines Wegs, aber es wird wie ein viel größeres Problem dargestellt, als es ist. Gerade Plattformen wie GuteFrage sind nicht aussagekräftig, da hier viele Trolls sind und Leute mit ihrem 10. Account die selben Fragen stellen
Es wird immer wieder behauptet, dass Gutefrage nicht aussagekräftig wäre. Aber das sehe ich anders. Hier findet sich der Querschnitt der Gesellschaft.
Selbst wenn allein hier nur jeder zweite oder dritte "Incel" (aka frustriertes und mit wenig bis gar keinem Selbstbewusstsein ausgestattetes männliches Wesen, das mit Voruteilen, negativen Emotionen und Schuldzuweisungen gegenüber Frauen behaftet ist...) ein Doppel- oder Dreifachaccount wäre, so wäre die Zahl trotzdem erheblich.
Hmm mal überlegen. Eine Light-Version des kalten Krieges ist zurück. Die Auswikrungen der Klimakatastrophe werden immer sichtbarer, Die Spaltung der Gesellschaft ist so hoch wie vermutlich seit 80 Jahren nicht mehr.
Und inzwischen sollte auch klar sein das man wieder eine Wehrpflicht machen "darf". Den niemand der sich mit dem Thema beschäftigt hat glaubt das 80.000 Soldaten mit freiwilligkeit erreichbar sind.
Dazu kommt das der Arbeitnehmermarkt wieder weitgehend weg ist.
Nö ich glaube nicht das es jungen Männern besser geht als je zuvor. Da wäre für mich eher sowas wie die Jahre von 2.000 bis 2010 verdächtig.
Manche meinen, dass man heute so viel Freizeit und Möglichkeiten hätte, dass psychische Erkrankungen lächerlich wären. Was sagst du dazu?