Sind die Anforderungen, die heutzutage an junge Männer gestellt werden, zu groß?
Ich bin ehrlich gesagt etwas irritiert über die Welle der Empörung, die mir in den Antworten entgegenkommt und auch über die Vorstellung, dass an junge Männer durch die Gesellschaft gar keine Anforderungen gestellt werden würden... Ich empfehle 3 Minuten über die Frage nachzudenken, ehe man antwortet.
43 Stimmen
Es geht aber auch nicht um "gar keine Anforderungen", sondern um das "zu groß", was definitiv nicht stimmt.
Dann antworte doch einfach mit "nein" und schreibe eine freundliche Antwort dazu...
Ich bin immer freundlich.
Das ist nett von dir!
9 Antworten
Generell find ich die Anforderungen die an junge Menschen gestellt werden sind viel zu groß. Wie soll man sich bitte mit 16 entscheiden welchen Job man für den Rest seines Lebens machen will?
Und vorallem dann an Männer, weil man vielleicht stark sein muss und nie Schwäche zeigen darf ect.
Muss man ja irgendwann mit anfangen, ich find nur es ist unsinnig sich in eine 3jährige Ausbildung zu schmeißen, wenn man am Ende dann doch was anderes macht.
Das ist sowieso kein einfaches Thema. Ein Hauptschüler ist da schon mitten dabei, eine Gymnasiast hat noch etwas Zeit. Aber in welche Richtung es gehen soll(te), das zu ergründen ist für beide wichtig. 5 vor 12 für einen Ausbildungsplatz funktioniert heute hauptsächlich in handwerklichen Berufen.
Man sieht das leider auch an der Selbstmordstatistik.....die Verteilung jedes Jahr liegt bei 75% Männer und 25% Frauen und das konstant.
An psychischen Erkrankungen leiden beide Geschlechter, nur die männlichen Personen sind "erfolgreicher" bei ihren Selbstmordversuchen, wegen der gewählten Methoden. Weibliche Personen wählen oft weichere Methoden um zu versuchen sich umzubringen, weshalb sie die Selbstmordversuche häufiger überleben, als männliche Personen.
Bei Frauen sind Suizidversuche auch öfter ein “Schrei nach Hilfe”, während sie bei Männern eher finale Entscheidungen sind
Wir Reden hier aber eben nicht über Selbstmordversuche sondern über Suizide.
Da frägt man sich halt warum "Schreien" Frauen so nach Hilfe.
Und warum? Ob der Suizid erfolgreich war oder nicht tut absolut nichts zur Sache. Nur weil es dir so besser schmeckt, wenn man nur die halbe Wahrheit betrachtet?
Nur 5 - 10 % der Suizidversuche sind auch erfolgreich. Vollendete Suizide sagen nicht aus, dass es Männer schlechter haben, sondern lediglich, dass sie brutaler vorgehen.
Weil sie depressiv sind…
Gesellschaftlich ist es viel weniger akzeptiert wenn Männer nach Hilfe suchen, weil sie ja immer stark sein müssen. Man sollte sich eher fragen, warum Männer nicht nach Hilfe schreien, sondern keinen anderen Ausweg als den Suizid mehr sehen!
Männer schreien nicht nach Hilfe weil sie depressiv sind.......Depressiv sein erklärt also absolut alles :)
Verstehe deine Argumentation, aber du hast einen Logikfehler drin.
Der Grund warum Männer trotz Depression keine Hilfe suchen ist gesellschaftlich. “Männer haben ja stark zu sein, dürfen keine Schwäche zeigen und müssen sich alleine ihren Problemen stellen und wer ein Opfer ist, von Anderen oder seiner Krankheit ist ja schonmal kein echter Mann mehr.”
Frauen unterliegen solchen gesellschaftlichen Erwartungen nicht. Frauen dürfen emotional sein, dürfen weinen und dürfen sich Hilfe suchen.
Wenn Männer sich das Leben nehmen wollen, tun sie das oft, weil sie wirklich sterben wollen und am Ende sind und eben nicht vorher diese Art “Hilfe-Schrei” passiert ist, sondern sie stattdessen alles in sich hineingefressen haben.
Ich habe keinen Logikfehler. Wenn du es als logisch siehst das Frauen mit einem Suizid auf ihre Lage hinweisen wollen anstatt einfach zu sehen das dieser Mensch krank ist und sich umbringen will dann kann ich es als genau so logisch ansehen dass Männer aufgrund ihrer Depression sich keine Hilfe suchen.
Doch, hast immernoch einen Logikfehler. Männer und Frauen sind gesellschaftlich anders konditioniert und das führt zwangsweise zum unterschiedlichen Umgang mit Problemen.
Nein denn dein Logikfehler ist es zu verallgemeinern das Männern und Frauen sich immer von der Gesellschaft konditionieren lassen. Dem ist nicht so.
Sonst bräuchten wir keine Gefängnisse wenn das so wäre
Junge Männer sind heute nur empfindlicher als früher.
Ich hatte 50h-Wochen, Samstagsarbeit erlebt, am Sonntag im Flieger um Montags einen Kundentermin in Yokohama oder Bangalore wahrzunehmen ....
Heute? Mimimi ... Work Life Balance, Viertagewoche, Sabbatical, keine Führungsverantwortung übernehmen wollen, ... aber viel Geld!
Harte Zeiten machen starke Menschen, gute Zeiten machen schwache Menschen!
Nun die jungen Menschen verdienen ja heute für wenig Arbeit mehr Geld als wir früher, sehe ich aber nicht als Mimimi sondern die wissen wie sie es besser machen.
Sorry, aber was Du beschreibst ist einfach ein gestörtes Verhältnis zur Arbeit. Da kann man leicht in einen Burnout rutschen oder andere Gesundheitsprobleme bekommen. Natürlich kann man sich individuell entscheiden, so ein Leben voller Arbeit zu leben, aber das zur Normalität zu erklären ist echt inadäquat. Ich bin froh, dass die Welt sich weiterentwickelt hat und dass in der Arbeitswelt immer mehr Gesundheit und Wohlbefinden eine Rolle spielen.
Burn Out ist eine Modekrankheit der Gen Z, so wie ADHS. Boomer scheinen da irgendwie eine natürliche Immunität zu besitzen.
Kannst Du Dir vorstellen, dass so ein Leben Freude macht, Erfolgserlebnisse beschert die psychisch aufbauen? Und nebenbei Geld für allerhand Freizeitaktivitäten. Es ist auch schön, wenn man über eine Ausgabe von ein paar tausend Euro nicht groß nachdenken muss
Burn Out ist eine Modekrankheit der Gen Z, so wie ADHS. Boomer scheinen da irgendwie eine natürliche Immunität zu besitzen.
Du bist in Sachen Gesundheitsthemen nicht richtig informiert. Weder sind das Modeerscheinungen (das sind reale Phänomene), noch sind Boomer dagegen immun.
Kannst Du Dir vorstellen, dass so ein Leben Freude macht, Erfolgserlebnisse beschert die psychisch aufbauen?
Ja, dies aber nur, wenn das zu deiner psychischen Struktur passt. Wenn Du z.B. leistungsmotiviert bist. Wir Menschen unterscheiden uns hinsichtlich der Frage, was wir als belohnend erleben und was nicht. Du magst das so empfunden haben, aber eine andere Person würde das gleiche wie Du erreichen und sich z.B. leer und unzufrieden fühlen. Und dann stellt man sich halt zurecht die Frage: Wofür die ganze Arbeit?
Jedenfalls können die Anforderungen der Gesellschaft und Schule oder Arbeit zu zusätzlich eigenen Problemen viel sein. Immer mehr Jugendliche sind immer mehr mit ihrem Leben überfordert bevor sie noch richtig erwachsen sind
Zu sagen, dass "von der Gesellschaft" Anforderungen gestellt werden ist mir zu abstrakt. Wer genau ist diese "Gesellschaft"? Du entscheidest Dich halt selbst, ob Du bestimmte Erwartungen übernimmst, also internalisierst, oder nicht. Du kannst bewusst bestimmte Erwartungen zurückweisen und Dich entscheiden, anders zu leben. Diese Freiheit hat man als Erwachsener.
Gesellschafliche Erwartungen sind z.B. ein bestimmtes Aussehen, bestimmte soziale Interaktion/Beziehungen und bestimmte Leistung in der Schule und im Beruf.
Aber wer sagt denn, dass Du ein bestimmtes Aussehen, bestimmte soziale Interaktionen, bestimmte Leistungen haben musst? Das kannst Du doch selbst entscheiden, was Du davon willst.
Du hast das Thema soziale Erwartungen nicht verstanden.
Oder Du bildest Dir was ein und so entsteht bei dir Stress und der Eidnruck, Erwartungen erfüllen zu müssen.
Nö. Mit sozialen Erwartungen kommt man permanent in Kontakt, z.B. in der Familie, in der Schule, auf der Arbeit, beim Arzt, beim Brötchenkaufen, in den sozialen Netzwerken. Spätestens sobald man auf andere Personen trifft, ist man mit sozialen Erwartungen konfrontiert, aber die meisten Menschen internalisieren diese sozialen Erwartungen. Vermutlich sind sie dir nicht bewusst, weil du sie internalisiert hast und nie darüber nachdenkst.
Mir ist bewusst, dass es soziale Erwartungen gibt. Nur wie gesagt, man muss sie nicht internalisieren und kann sich selbst entscheiden: was davon übernehme ich und was nicht? Klar, in engen Beziehungen internalisiert man leicht mal die Erwartungen seiner direkten Umwelt. Aber gerade als Erwachsener kann man ein Bewusstsein dafür entwickeln und sich anders entscheiden.
Zweitens zweifele ich an, dass es einen definierbaren Korpus an sozialen Erwartungen gibt, der von dem abstrakten Gebilde "Gesellschaft" gestellt wird.
Nur wie gesagt, man muss sie nicht internalisieren und kann sich selbst entscheiden:
Das Thema Erziehung, Sozialisation und psychische Mechanismen scheinen dir nicht vertraut zu sein.
Oder Dir ist es wichtig, einen Standpunkt zu vertreten, der von deiner Selbstverantwortung ablenkt: '"Die böööose Gesellschaft! Die sind soo gemein und stellen sooo viele Erwartungen an mich".
Ich würde Dir empfehlen, Dich mal mit der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan zu beschäftigen. Die zeigen auf, wie genau es zu mehr Autonomie und Selbstbestimmtheit kommen kann. Wie es z.B. möglich ist, dass man nicht nur aus internalisierten Normen und Erwartungen heraus handelt.
Mein Punkt ist, dass man als Erwachsener ein Bewustsein für Erwartungen entwickeln und entscheiden kann, wo man mitgehen will und wo nicht.
Sie sind eher geringer als früher.
Feste Entscheidung lässt sich in dem Alter noch nicht treffen, da stimme ich bei. Aber ein wenig Gedanken wo die Reise hingeht sollte man sich da dann schon langsam machen.