Wiedergeburt = Widerspruch?

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45 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Annakonda, ich werde diese tolle Frage von den zwei mir innewohnenden Personen beantworten lassen, als erstes kommt der naturwissenschaftliche Valentin zu Wort:

Ich bin der Meinung, eine Wiedergeburt ist unmöglich und der Gedanke daran kann deshalb auch keinen Trost spenden. Schließlich ist jeder Mensch ein individuelles, unverwechselbares Individuum, das aus dem Erbgut, das in den Keimzellen seiner Eltern ruhte, entstanden ist und sich in seinem Umfeld, von dem es geprägt wurde, entwickelt hat. Jeder Mensch ist also einmalig und eine Wiedergeburt, also eine Übertragbarkeit dieses typischen „Wesens“ eines Menschen würde zu einer meiner Meinung nach unerträglichen Austauschbarkeit und „Beliebigkeit“ führen. Es gibt ja so lustige Filme, in denen Menschen ihre Seele durch einen Blitzschlag ausgelöst getauscht haben. Das spiegelt natürlich die Sehnsucht des Menschen wieder, auf ähnliche Weise den unwiderruflichen Tod austricksen zu können. Dies ist für Menschen, die daran glauben, natürlich ein Trost, da eben das Endgültige des Todes seinen Schrecken genommen bekommt, das ist der Grund für diesen Glauben an eine Wiedergeburt. Vollends unlogisch wäre natürlich die Geschichte mit den Tieren, die Du da ins Spiel bringst, darauf möchte ich gar nicht weiter eingehen….unmöglich.

...

So, nun kommt der andere Valentin zu Wort, der ja vielleicht ein wiedergeborener Philosoph ist (also eher einer der, sagen wir mal, mittelmäßigen und daher völlig unbekannten, so vermessen bin ich nicht…):

Nun, uns ist ja bekannt, dass die Denk- und Erkenntnisfähigkeit des Menschen sich entwickelt hat aus dem Unbewussten eines tierähnlichen Vorfahren. Nach Kant ist apriori ein Denkapparat vorhanden, der nur in bestimmten Kategorien, z.B. Raum und Zeit und Ursache und Wirkung „denken“ kann. Damit ist er natürlich nicht in der Lage, das Wesen der Welt und seiner selbst objektiv wahrzunehmen. Deswegen sind Fragen wie die von Dir gestellte einfach nicht wissenschaftlich zu beantworten. Nach Ken Wilber – „Halbzeit der Evolution“ befindet sich das ichhafte Selbstbewusstsein, das mentale Ego, aus der Sicht der Ewigen Philosophie jedoch erst auf dem halben Wege zwischen dem Unbewussten der Natur und dem Überbewussten des Geistes. Diese Weiterentwicklung hat den Sinn, dass jede einzelne Seele sich irgendwann der Transzendenz zum überbewussten All öffnet, das ist dann das Ende der optischen Täuschung des Getrenntseins, die Rückkehr zur Ganzheit. Dies wäre dann die entscheidende Erweiterung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Nach Wilber ist die Zahl der Individuen, die diesen Weg bisher fanden, sehr klein, und es dauert nach ihm noch Tausende von Jahren, bis die Menschheit als Ganzes sich in diesen Bereich des Überbewusstseins hinein entwickelt hat. Aber einigen wenigen mag dies bereits gelungen sein, vielleicht sind unter ihnen diejenigen, die den Eindruck haben, schon einmal gelebt zu haben und sogar genaueres über Ort und Geschehen aussagen können…ein faszinierender Gedanke, der natürlich auch sehr trostreich sein kann. Für die anderen gilt: sie sind leider zu früh geboren….

Ulala. Vielen Dank!=)

Mit der ersten Sichtweise komm ich gut klar. Hört sich nach valentin an.=)

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Die zweite allerdings...da hab ich ein paar Fragen. Der Anfang ist noch gut verständlich, aber sobald der Herr Wilber ins Spiel kommt (ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch wirklich lesen soll ;) ), wirds für meinen naturwissenschaftlichen Kopp etwas schwerer nachvollziehbar.

Was ist das "Überbewusste des Geistes"? Kann man das irgendwie fassbarer machen? Bedeutet das, dass jeder Mensch sich darüber bewusst ist, dass er ist und wie es anschließend mit ihm weitergeht?

Der Satz danach bringt mich gänzlich ins Stolpern.=)

"Transzendenz zum überbewussten All"? Ich kann mir mal wieder nichts darunter vorstellen. Vielleicht bin ich auch einfach noch nicht besonders nah an diese Ganzheit herangetreten und erkenne es deshalb einfach nicht..?

Mit "Getrenntheit" meinst du Körper und Geist?

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So, das war erst mal ein großer Haufen voller Fragen. Ich hoffe, nicht zu viele, lieber valentin.=) Schöne Grüße...

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@nitnelav

Hallo Annakonda, es ist mir klar, dass hier Gedankengänge nur sehr verkürzt und dabei oft sinnentstellt wiedergegeben werden können. Ich versuche mal den Weg des Bewusstseins nach Wilber in aller Kürze nachzuvollziehen.

Der Urmensch begann seinen Weg eingehüllt in die unbewussten Bereiche von Natur und Körper, er erfuhr sich anfänglich als ununterscheidbar von der Welt…als Körper-Ich, es war ein träumerisches „Eingebettet sein“ in die materielle Welt der Natur. Zuerst lebte der Mensch als Jäger und Sammler, er macht Höhlenmalereien, um seine Beute zu „beschwören“, eine Art Magie.

Dann wurde der Mensch Ackerbauer und sesshaft, er lebte in größeren Gemeinschaften, es erweiterte sich das Bewusstsein dergestalt, dass es auch die Zukunft (ganz neu!) und die Gruppenzugehörigkeit mit einschloss, durch Nahrungsüberschuss und Arbeitsteilung wurde der Übergang von körperlichen zu immer mehr mentalen Zielsetzungen möglich.

Damit begannen die Menschen sich ihrer eigenen von der Natur getrennten Existenz bewusst zu werden und damit ihrer Vergänglichkeit. Das mentale Ich löste sich nach und nach vom Körper, das Ich wurde also im Geist angesiedelt und es versuchte die Sterblichkeit zu verdrängen, es entstanden mystische Vorstellungen.

Mit der Sprache entwickelte sich eine Art verbales Ich, das Erkenntnisvermögen führte über ein mythisches Bewusstsein (Zeitalter der klassischen Mythologien und Kulturen - Pharaonen, Azteken, Babylon etc.) zur rationalen Mentalität. Nun ging es nicht mehr um Harmonie mit dem Himmel, sondern um die Eroberung des Weltraums. Das Ich spaltete sich endgültig vom Körper ab und entfremdete sich zugleich von der Natur (das ist der Zustand des Getrenntseins, nach dem Du fragst).

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@valentin301

Es gibt aber nach Wilber nur zwei Zustände, in denen der Mensch völlig zufrieden ist. Der eine ist der Schlummer im Unbewussten, der ist vergangen. Der andere das „Erwacht sein“ zum Überbewussten, das wäre das Ziel. Darunter versteht Wilber die Erreichung höherer Bewusstseinszustände, sich über das mental - ichhafte Stadium hinaus zu entwickeln zu einer Art Überbewusstsein, das allen Menschen gemeinsam ist und das ein Verständnis des Ganzen ermöglicht. Manchen Menschen gelingt durch Meditation (oder auch ohne!) ein Vorstoß in diese Bereiche und manche unerklärliche Phänomene können in diese Richtung Deutung finden. Es geht darum, das gemeinsame Menschsein besser zu verstehen und transpersonal zu denken und zu handeln, im ganzen Universum dasselbe gemeinsame Bewusstsein zu sehen. Diese Gedanken führen nun vielleicht nicht zu einer echten Seelenwanderung, aber zu einem „Wissen“ über bisherige Grenzen hinweg … und damit zu der Möglichkeit einer Art „Wiedergeburt“. Soviel also zu meinem Versuch, das Ganze und den Bezug zu Deiner Frage etwas deutlicher zu machen.

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@valentin301

Danke valentin.=)

Das ist wirklich 1A erklärt. Dennoch ist mir dieses transpersonale Bewusstsein irgendwie ein bisschen unheimlich und es sprengt meine Vorstellungskraft.

Obwohl ne, das ist vielleicht falsch ausgedrückt. Vorstellen kann ich mir das irgendwie schon, aber vielleich is es mir einfach nicht rational genug.

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@nitnelav

Weißt Du was? Da stimme ich Dir zu, das ist irgendwie natürlich auch so etwas wie eine spekulative Gedankenspielerei. Aber Du liebst ja auch Spekulationen.....

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@nitnelav

Unsere Ratio ist begrenzt. Ich fasse es als etwas Über-Rationales auf. Die Möglichkeit, dass sich unser Bewusstsein in eine Richtung weiterentwickelt, die wir heute noch schwer erfassen können, ist ja nicht im Bereich des Unmöglichen angesiedelt. LG

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Ich denke, es gibt kaum einen Menschen, der ernsthaft behauptet, er könnte sich an ein vorheriges Leben erinnern.

Es gibt sehr viele wissenschaftlich durchgeführte Studien bezüglich Reinkarnationen. Die bekanntesten sind zu lesen bei Dr. Ian Stevenson und dessem Nachfolger Dr. Jim B. Tucker...

Zu 1.

Selbst wenn man wiedergeboren wird, kann man sich nicht an das vorherige Leben erinnern.

Korrekt. Und das ist auch gut so. Stell Dir vor, Du müsstest all die getätigten Schandtaten, Brutalitäten und Verbrechen durchleben, die man anderen und auch von anderen angetan bekommen hat: Man könnte sich nie auf die eigentlichen Aufgaben in diesem Leben konzentrieren, des Weiteren würde man gaga werden...

Damit ist man auch nicht mehr derselbe Mensch wie zuvor, damit meine ich natürlich nicht den Körper, sondern das Bewusstsein. Dies ist nicht mehr das gleiche.

Auch das ist korrekt, denn nach jedem Vorleben hat man sein Bewusstsein aufgrund bestimmter Lebenserfahrungen, Lernprozesse, Erkenntnisse etc. erweitert. Dieses ist natürlich nicht mehr dasselbe, wie zuvor. Es wird sich auch in einem jetzigen Leben erweitern, wenn wir daran und damit arbeiten, was wiederum bedeutet, dass die Seele sich 'verändert'....

Wieso soll es also einen Trost darstellen?

Weil das Wissen darüber uns ein erweitertes Bewusstsein verschafft und auch die Gewissheit, dass es mit diesem Leben nicht endet...

Für mich macht das keinen Unterschied zum “Im Nichts Verschwinden“.

Es gibt kein Nichts, sonst würde alles Sein aus einem Nichts enstanden sein, und dies ist ja nicht möglich und nicht machbar...

Wie wir auch aus der Physik wissen, gab es schon immer Energie, also ein 'Etwas'...

Zu 2.

Jeder Mensch ist sozusagen die Erstausführung der Wiedergeburtsreihe.

Der Mensch ja, die Seele und das Bewusstsein nicht...

Er müsste also anschließend immer wieder als Tier wiedergeboren werden,

Diese Ansicht rührt aus der Unkenntis über die Seele her. Eine 'menschliche' Seele kann nur in einen menschlichen Körper inkarnieren. Das war nie anders. Tiere 'höherer' Kategorien haben zwar auch Seelen (und manche ein Bewusstsein), aber diese gehen nach dem Ableben zu einer Sammelseele. Niederer Kategorien ('Kreuch- und Fleuchtiere') besitzen keine Seelen...

Ende

Nun eine Frage an Dich:

Was hat mehr Sinn: Ein einziges Leben und dieses dann als hungerndes mit Fliegen in den Augen dahindarbendes Kind zu beenden, oder mehrere Leben und eines dieser als hungerndes mit Fliegen in den Augen dahindarbendes Kind zu beenden? Denke darüber nach...

Gruß Fantho

Es ist ein Trost insofern, weil Reinkarnation bedeuted, dass die Seele nicht einfach ausgelöscht wird nach dem Tod. Man verschwindet nicht einfach, man fängt ein neues Leben an und man bekommt also eine neue Chance und kann weitermachen. Viele denken aber, dass die Wiedergeburt NUR ein Trost ist, den sich die Menschen einbilden. Die, die das denken, verstehen nicht, woher der Glaube an Reinkarnation kommt und sie verstehen nicht, das Reinkarnation nichts übernatürliches ist. Als übernatürlich bezeichnet man das, das man sich wissenschaftlich nicht erklären kann. Das heißt für Menschen im Mittelalter war Strom auch etwas übernatürliches, obwohl es in Wirklichkeit ein natürlicher Teil unseres Universum ist.

Man denkt, dass die Wissenschaft sich von der Spiritualität abgrenzt und das Universum und Leben viel logischer erklärt. Sie verstehen nicht, dass Wissenschaft nur eine andere Sprache ist, eine Sprache in der sich die Menschen schlauer und besser vorkommen. In Wirklichkeit hat die Wissenschaft aber nicht einmal 1% des Wissens entdeckt, was es zu entdecken gibt. Allein deswegen, weil der Mensch nur 3 Dimensionen sehen und man weiß inzwischen, dass es viel mehr Dimensionen gibt und es gibt unendlich mehr zu erforschen. Was die Menschen bisher wissen ist nichts und teilweise sogar noch weniger als in früheren Zeiten, als die Menschen mehr mit dem Universum verbunden waren und sich nicht von der eigenen Spiritualität abgrenzen wollten. Die Seele ist nichts anderes als Energie. Energie kann unmöglich einfach verschwinden. Man hat schon längst festgestellt, dass der Körper meht Energie benötigt, als er eigentlich durch Nahrung aufnimmt. Das Gebiet der "Freien Energie" ist noch viel zu wenig erforscht und deswegen kann man das nicht verstehen. Nicola Tesla beschäftigte sich mit freier Energie und konnte zum Beispiel ein Licht ohne Stromkabel/quelle erzeugen. In Pyramidenformen entsteht freie Energie, das erklärt auch Effekte wie dass eine Rasierklinge, die man in eine Pyramide legt, sich von alleine schärft. In den pyramidenförmigen Bergen in Bosnien haben Forscher festgestellt, dass aus diesen ein gewaltiges Bündel Energie freigelassen wird. Aber eben auch der Mensch besitzt Energie und ein elektromagnetisches Feld.

Das traurige ist, dass man viel mehr über das Gebiet wissen könnte, aber die Wirtschaft heute basiert nunmal auf anderen Energieformen und man beschäftigt und interessiert sich nicht dafür. Das ist unglaublich Schade, denn eigentlich hat die Erde nicht nur kostenlos Wasser und Nahrung zu bieten, sondern auch Energie, deren Verbrauch in Harmonie mit ihr stünde und sie nicht verstümmelt, verschmutzt und ausrottet wie man es mit den gebräuchlichen Energie Erzeugungsmaßnahmen tut.

Es gibt die Wiedergeburt. Man muss aber nicht zwingend auf der Erde wiedergeboren werden, das Leben der Seele ist eine unendliche Reiße und sie möchte sich entwickeln näher heranzukommen an das große und ganze, aus dem sie ursprünglich stammt. Wir alle, jedes Lebewesen im Universum ist ein Teil eines großen und Ganzen, der Harmonie, des Kosmos. Die Erde ist eigentlich ein Planet, auf dem die Seele sich wunderbar bereichern kann, seien es freudige Erfahrungen, oder auch Schmerz. Der eigentliche Zweck ist es, das spirituelle mit dem physikalischen in Einklang zu bringen. Die meisten Leute verstehen nicht, dass sie nicht hier sind um ihrem eigenen Profit nachzugehen oder um sich hier ihre physikalischen Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen. Man soll hier lernen in Harmonie zu leben, mit der Erde und mit den Mitmenschen. Zu lernen jedes Lebewesen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Irgendwann wird man den Glauben, dass es keine Wiedergeburt und keine Seele gibt genause belächeln wie wir heute die Menschen belächeln, die dachten die Erde sei eine Scheibe. :) Lasst euch nicht zu sehr einschüchtern von der Wissenschaft. Sie ist nicht weniger einseitig und bevormundend wie früher die katholische Kirche.

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