Wie war es in der DDR?

5 Antworten

Ich bin bis zum 10ten Lebensjahr in der DDR aufgewachsen und hatte eigentlich eine schöne Kindheit. Bis zu dem Tag als mein Vater in den Westen geflüchtet ist. Meine Mutter wurde danach permanent verhört und eingeschüchtert. Ein guter Bekannter hat ihr geraten zu versuchen so schnell wie möglich die DDR zu verlassen. Irgendwann würden die Staatssicherheit sie verhaften und ins Zuchthaus stecken und uns Kinder zur Adoption freigeben.

Da ist für mich die heile Welt zusammen gebrochen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Von Experte Udavu bestätigt

Ich habe in der DDR gelebt, war 22 Jahre, als die Mauer gefallen ist.

Vieles war ganz anders als heute. Es gab ein miserables Warenangebot, auch bei Lebensmitteln. Oft gab es die einfachsten Sachen nicht. Grundnahrungsmittel gab es fast immer, alles andere war Glückssache. Orangensaft, Apfelmus oder Kirschen gab es nur selten, Ketchup war schon sowas wie Luxus. Wenn es den mal gab, dann stand da ein Schild : Bitte nur eine Flasche nehmen.

Auf ein Auto musste man über 10 Jahre warten, einen Telefonanschluss hatten nur ganz wenige Leute.

Als DDR-Bürger musste man auf alle demokratischen Freiheitsrechte verzichten. Es gab keine freien Wahlen, keine freien Medien, keine Meinungsfreiheit, keine Reisefreiheit . Allgemein musste man aufpassen, was man sagt und zu wem man das sagt, wenn es um politische Themen ging.

Ausserdem gab es in der DDR eine kaputte Umwelt sowie marode Strassen, Häuser und Fabriken.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Habe in der DDR gelebt, weiss eine ganze Menge darüber.

Da gebe ich Dir Recht. Der damalige Bürgermeister von Bautzen hatte den Spitznamen "Zaunkönig", denn um jedes Haus das baufällig war wurde ein Zaun angebracht.

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War so gesehen OK gewesen.

Mein Umfeld war nur weniger gut.

Meine Eltern konnten von ihrer Arbeit leben, auch wenn sie nicht so linientreu waren. Das Geld reichte sogar, um manchmal im Delikatladen einzukaufen. Irgendwann war sogar ein kleiner Fernseher im Budget.

Die wenigen (2) Fernsehprogramme und noch weniger Kindersendungen, waren zwar d00f, aber dafür war man eben öfters und länger draußen unterwegs.

Schule war supermist. Das lag aber nicht am Lehrplan, sondern an meinen Mitschülern und den meisten Lehrern.

Natürlich musste man aufpassen, was man sagt, aber das ist heutzutage auch nicht wirklich anders. Dafür war es aber auch früher möglich, seine Wohnungstür zu schließen und all die Dinge zu sagen, die einem auf der Seele brannten. Man hatte ja trotzdem schnell raus, wer von den Freunden und Verwandten der gefährlichen Organisation angehörte.

Auf die Propaganda hat man immer stolz gehört, wenn man in Schule oder Arbeit war. (Stur lächeln und winken.) Zuhause haben wir uns dann unsere eigenen Gedanken gemacht.

Und ja, damals wie heute finden wir immer irgendwas zum meckern. Scheint normal zu sein.

Man muss heute nur mit der offenen Gegenmeinung umgehen, aber man kann sagen, was man will. Und verschwindet dafür nicht. Ich verstehe diese verquere Darstellung nicht.

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@darkhouse

Liegt vielleicht daran, dass ich das Ganze anders erlebt habe, als Andere es taten.

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Meine Verwandten hatten in den 70 iger Jahren dort eine schöne Kindheit und Jugend. Sie haben auf einen kleinen Dorf gewohnt und hatten keinen Bezug zu politischen Sachen. Sie hatten genug Essen, hatten Fahrräder, konnten im Winter dort Ski fahren auf einen kleinen Hang, waren viel im Kino und haben gute Freunde gehabt. Nur Urlaub war eben nicht so möglich, wie manche es gewollt hätten.

Hallöchen gesagt.

Wie sollte ich keinen Bezug zur DDR haben? Habe von 1958 bis zur Wende mein Leben dort verbracht.

Sorry, wenn ich aber doch lieber kein Thema anpacken will, das mehr schlechte, als gute Erinnerungen hervorruft.

Lieben Gruß aus Berlin