Verändert die Sprache auch die Stimme eines Menschen?

Das Ergebnis basiert auf 11 Abstimmungen

Ja 82%
Nein 18%

6 Antworten

Nein

Die Stimme (Stimmfarbe/Klang) verändert sich nicht. Sonst könnte men einen Sänger ja nicht wiedererkennen, wenn er in einer anderen Sprache singt.

Allerdings ändert sich der Akzent, Satzmelodie, evtl. Laute, und wer mit ganz vielen Sprachen aufgewachsen ist, wird keine wirklich rein sprechen, sondern von Tonfall und Akzent her eher ein Mischmasch. Wobei dann das überwiegt, was man als Kind meistens gesprochen hat.

Ich finde das z. B. bei der Kelly Family faszinierend. Die ältesten, die in USA aufgewachsen sind, haben einen ganz anderen Akzent, als die, die in Spanien aufgewachsen sind, oder die jüngsten in Deutschland. Obwohl fast alle bei denselben Personen sprechen gelernt haben und es ist auch egal, ob die deutsch oder englisch reden, man hört es raus.

Aber egal, in welcher Sprache die singen, die Stimmfarbe ist die gleiche, man kann jeden eindeutig erkennen.

Wenn ich, sagen wir an, in USA aufgewachsen wäre und nur die Sprache des Landes gesprochen hätte; damit aufgewachsen wäre, dann müsste ich mich vom Klag anders hören? Ich glaube es da ein Wechselspiel? Als Erwachsener ändert sich der Klang auch nicht mehr

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@Patrikreiser

Der Klang Deiner Stimme wird von den Stimmbändern bestimmt, nicht durch die Laute, die Du machst (mit Zunge, Lippen...). Ja nach Muttersprache formt ein Mensch viele Laute verschieden und tut sich später schwer, die für eine Fremdsprache typischen hinzukriegen. Das hört man dann. Aber deshalb ändert sich der Klang nicht (ob man eine hohe Stimme hat oder eine tiefe, oder rauchig, heiser, sanft....).

Z. B. können viele Asiaten kein r,  wenige Deutsche das th oder das spanische rollende r - das kann man zwar üben, aber ganz original kriegt man es nicht hin.

Und wenn jemand in USA aufgewachsen ist, und später nur noch deutsch spricht, hört man es an einigen Lauten und am Tonfall trotzdem noch.

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@Blindi56

„Am Tonfall? Tonfall ist doch die Melodie also Sprechklang?

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@Patrikreiser

Für mich bedeutet Klang, wie eine Stimme sich anhört. Nicht, wie Sprache sich anhört. Davon abgesehen hört man seine eigene Stimme völlig anders als andere.

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@Blindi56

stimmt aber der Sprachstil lässt die Stimme nach außen hin anders anhören

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Eine Muttersprache hat im Grunde jeder Mensch, dies ist die erste Sprache, die er von seiner ersten Bezugsperson (meist von der Mutter, das kann aber auch jemand anderes sein) lernt und in der er/sie seine ersten Worte spricht.

Auch ein Mensch, der mehrere Sprachen kann, hat eine Muttersprache.

Ich denke schon, dass sich die Stimme etwas verändern kann (je nach Sprache), aber eine Schädigung der Stimmbänder erschließt sich mir daraus nicht. An der grundlegenden Stimmfarbe wird sich aber nicht viel ändern.

Manchmal sind auch Dialekte dergestalt, dass sie die Stimme beeinflussen. Sprecher des Kölschen Dialekts (Stadt Köln) sprechen meiner Erfahrung nach in einer eher hohen Tonlage (auch die Männer). Sprecher mancher nordenglischer Dialekte sprechen in einem besonderen Tonfall, der sich deutlich z.B. vom Klang US-amerikanischer Dialekte (oder vom Südenglischen) abhebt.

Die englische Wikipedia beschriebt dies so: "Some northern English speakers have noticeable rises in their intonation, even to the extent that, to other speakers of English, they may sound "perpetually surprised or sarcastic""

https://en.wikipedia.org/wiki/English_language_in_Northern_England

Als ich meinen Kollegen zum ersten Mal hörte, dachte ich, "ist der nun irgendwie ironisch?" - aber mit der Zeit merkte ich, dass diese Intonation bei ihm völlig normal war, und nichts mit seiner Laune zu tun hatte. Offenbar spricht man in Nordengland so.

Nein

Die Stimmfarbe wird negativ beeinflusst, wenn man die Stimme überstrapaziert, z.B. wenn man viel herumschreit oder singt, ohne eine gute Technik zu haben, insbesondere auch wenn man bei Erkältung oder Heiserkeit zu viel singt oder redet. Dann können sich Stimmbandknötchen bilden, die verursachen dann einen rauen Klang und eine eher leise Stimme.

Das betraf z.B. einige Teilnehmer von "Deutschland sucht den superstar" und ähnlichen Sendungen, die von heute auf morgen begannen, mehrere Stunden täglich zu singen, oft ohne einsingen und ohne solide Technik.

Das hat aber nichts mit Mehrsprachigkeit zu tun.

Die stimmbänder können sehr gut mit den Lauten aus verschiedenen Sprachen zurecht kommen. Das ist überhaupt kein Problem

Ändert sich aber die Stimme trotzdem nicht, auch dann nicht wenn die Stimmbänder mit den Lauten zurechtkommen, trotzdem jeden Tag z.b. 4 verschiedene Sprachen am Stück sprechen muss?

4-5 Stunden jeweils eine Sprache? Biologisch gesehen wird doch die Stimme bearbeitet und geformt, die man nicht mehr ändern könnte, obwohl das Potenzial zu einer Akzentfreier und angenehmer Stimme für alle Menschen gegeben wäre, wenn die ganzen Sprachen und unterschiedlichen Laute nicht gäbe?

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@Patrikreiser

!

Mir scheint, du hast da sehr falsche Vorstellungen.

Es kann schon sein, dass 4-5 Stunden sprechen am Stück die Stimme überstrapaziert, denn das ist sehr viel.

Doch ist es egal, ob man 4-5 Stunden dieselbe Sprache spricht oder 4 verschiedene Sprachen...

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Es ist tatsächlich oft so das Menschen in einer anderen Sprache anders sprechen. Ich nehme Mal mein Beispiel. Im deutschen hab ich eine relativ hohe stimme, im Englischen eine noch höhere die sich wie die eines Kindes anhört und wenn ich norwegisch spreche habe ich eine tiefe Stimme. Auch bei Freunden fällt mir auf das ihre stimmlage sich bei anderen Sprachen ändert. so redet eine Freundin von mir in deutsch tief und fest und im französischen sehr seicht und hoch.

Das kommt mir aber sehr merkwürdig vor. Dann imitiert Ihr unbewusst jemanden.

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@SayuriR136a1

oder so, wenn man z. B. chinesisch "singt", macht man das mit hoher Stimme.

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@Blindi56

Ich finde das nicht merkwürdig und kann SayuriR136a1 da folgen. Es kommt darauf an von wem oder wo man eine Sprache erlernt.

Mein "Lehrer", von dem ich Spanisch gelernt habe, war aus Südspanien. Als ich in Nordspanien Urlaub machte, war für die Leute dort klar, dass ich aus Südspanien kommen musste - aufgrund des Dialektes eben.

Dass ich Deutscher war, wollten die mir kaum glauben.

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Ja

Ich spreche nur sehr, sehr wenig Französisch. Aber wenn ich Französisch spreche, dann klingt meine Stimme deutlich dunkler, als wenn ich Deutsch spreche. Das liegt daran dass die Franzosen nicht die gleichen Silben betonen wie wir.

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