Referat "Evolution vs. Schöpfung" in welche Teilthemen könnte man das aufteilen?

16 Antworten

Hallo Marshmallo16,

nehmen wir einmal an, dass die Frage echt ist und hier nicht nur ein bissi kreationistische Thesen verbreiten soll...

...DANN muss ich Dich darauf hinweisen, dass in Deiner Frage praktisch alle Informationen fehlen, die nötog wären, sie sinnvoll zu beantworten.

Es fehlen zum Beispiel die Angaben:

  • In welchem Fach sollt Ihr denn das Referat halten. In Biologie wird man andere Schwerpunkte setzen als im Fach Religion
  • Wie lange soll denn der Vortrag überhaupt dauern? Habt Ihr zu dritt nur 10 Minuten, wird alles oberflächlich bleiben müssen, hat jeder von Euch 15 Minuten, kann man deutlich mehr ins Detail gehen
  • In welcher Klasse und auf welcher Schulart seid Ihr denn überhaupt? Wissenschaftstheoretische Hinweise werden erst ab der Oberstufe Sinn machen, weil das sonst wohl kaum jemand versteht.
  • Welche Vorkenntnisse habt Ihr bzw. die Klasse denn? Wurde die Evolution im Unterricht bereits ausführlich behandelt, d. h. kennt Ihr und die Zuhörer bereits die Evolutionsmechanismen und die wichtigsten Belege für die Evolution?

Wie gesagt: Ohne dass Du uns diese Punkte nennst, sehe ich nicht, wie man Dir sinnvoll weiterhelfen könnte. Man kann eigentlich nur raten...

Aber grundsätzlich wären zwei wichtige Aspekte des Themas:

1) Im Kreationismus wird gegen ein Zerrbild der Evolutionstheorie argumentiert, nicht gegen die ET selbst.

In diesem Teil stellt Ihr an ein paar Beispielen dar, wie Kreationisten argumentieren und dass diese angeblichen Einwände gegen die ET biologisch entweder längst durchgekaut sind oder ganz grundsätzlich an den Aussagen der ET vorbei gehen.

2) Schöpfungsmythen sind ohnehin KEINE wissenschaftlichen Aussagen.

Herausarbeiten, dass der Kreationismus einen ganz wesentlichen Grundsatzfehler begeht, indem er 2 Dinge zu Gegensätzen erklärt, die gar keine Gegensätze sind: Die Frage "glaubst Du an Gott oder an die Evolution?" ist grundsätzlich unsinnig.

Naturwissenschaftliche Aussagen sind eine Beschreibung von in der Natur ablaufenden gesetzmäßigen Prozessen. "Gott" ist kein in der Natur gesetzmäßig ablaufender Prozess. Er ist deshalb kein wissenschaftliches "Alternativmodell".

Ob die ET richtig oder falsch ist, das sagt über Gott oder über das Zutreffen einer bestimmten Religion GAR NICHTS aus...

Religiöse Aussagen deuten die Welt aus dem Blickwinkel einer bestimmten religiösen Grundannahme heraus.

So. Und was der Dritte im Bunde übernimmt, das hängt eben ein bissi von den oben gestellten Fragen ab:

Falls Ihr das in Bio macht, die ET aber noch gar nicht ausführlich besprochen habt, dann muss der erste Vortragende die ET vorstellen. Dasselbe auch, wenn Ihr das in Reli macht.

Falls Ihr die ET schon besprochen habt, dann könnte man die Vorstellung der ET durch einen kurzen geschichtlichen Überblick ersetzen, in dem dargestellt wird, dass die ET von Anfang an auf ideologisch motivierte Ablehnung gestoßen ist. Hier könnte man auch die eigentliche Absicht der kreationistischen Bewegung unterbringen (politische und gesellschaftliche Machtfestigung durch Aufrechterhaltung der "biblischen Strafandrohungen"; hier erklärt im ersten Kapitel: https://books.google.de/books?id=mRRcAQAAQBAJ&pg=PA15&lpg=PA15&dq=die+geschichte+des+neuzeitlichen+kreationismus&source=bl&ots=WBnqNlW7fn&sig=8Gwc7AMLBpF4zZyxnse8aUbotBY&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwia98GnlsvXAhXSa1AKHeC5Bo0Q6AEISDAF#v=onepage&q=die%20geschichte%20des%20neuzeitlichen%20kreationismus&f=false) An dieser Stelle gehört natürlich dann auch etwas über die gesellschaftlichen Gefahren der Desinformation durch fundamentalistsiche Vorstellungen gesagt.

Falls Ihr das Referat in Reli haltet, könnte man als dritte Person auch herausarbeiten, dass Kreationismus schlechte Theologie ist, weil er die Bibel nicht als Glaubenszeugnis, sondern als Naturkundebuch missbraucht und unweigerlich in einen Lückenbüßer-Gott hineinläuft.

Wie gesagt: Wirklich weiterhelfen könnte man Dir nur, wenn Du die Frage konkreter formuliert hättest. Sorry.

Grüße

P.S.:

Hier gäbe es zitierfähige Literatur von Fachleuten - also NICHT von religiösen Fundamentalisten - dazu:

https://ncse.com/library-resource/god-evolution

http://www.martin-neukamm.de/kreation.pdf

https://www.youtube.com/user/evolutionsbiologenDE

http://www.ag-evolutionsbiologie.de/

https://www.ekd.de/ekdtext_94_02.htm

Lass Dich nicht auf die Falschdarstellungen der reichlich dargebotenen kreationistischen Webseiten ein. Das gilt besonders dann, wenn Ihr das Referat in Bio haltet. Es wird einem vernünftigen Reli-Lehrer aber genauso auffallen, dass Ihr bei der Recherche nicht gemerkt habt, dass Ihr auf fundamentalistische Propaganda-Webseiten reingefallen seid....

Wir sind in der 10 Klasse einer Realschule und die Präsentation zählt auch in die Abschlussnote. Danke für die Antwort :)

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Und die Präsentation besteht aus Religion und Biologie. Beides

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Hei, Marshmallo16, an eurer Stelle dächte ich vielleicht darüber nach, dass Gott = der Schöpfer kein statistisches Wesen ist, das sich vor Urzeiten einmal sechs Tage bewegt hat, Himmel und Erde und Mensch und Tier erschuf und seither die Hände in den Schoß gelegt hat und sich nicht mehrrührt. Will sagen: Die Evolution ist Ausdruck für den Fortbestand und die Fortdauer der Schöpfung, und zwar in "Gottestagen", die in Menschenzeiten Ewigkeiten sind. Und wir - wir kleinen Menschen in der unendlichen Weite des Universums - wissen längst noch nicht, wohin die Reise geht.

Der französische katholische Religionsphilosoph Teilhard de Chardin hat dass sich die Menschheit auf Gott hin entwickle und erst dann - an diesem Ziel - die Schöpfung vollendet sei.

Euer Thema hieße: Gott hat die Hände noch nicht in den Schoß gelegt, sondern die Schöpfung dauert an; Schöpfung = Evolution. Oder so. Viel Erfolg! Grüße!

Das ist ein deutlich besserer Ansatz als Fakten zu leugnen die einem nicht in die Religion passen. Aber ein Gott der diese Welt so gemacht hat wäre mit suspekt. Ich denke ich könnte ein Wesen, daß so eine grausame, gleichgültige Welt geschaffen hat nicht Gott nennen.

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