Haben Optimisten recht?
Dass, die Zukunft der Menschheit sehr gut aussieht, dass uns Technologie eine Wudnervolle Zukunft geben wird, dass Armut niedriger den je ist, dass jeder reich werden kann der nicht allzu faul ist? Dass, es nur noch Versager gibt weil sie nicht wollen?
Dass, bald alle Krankheiten geheilt werden können, und das Kapitalismus uns alle retten wird?
Und Pessimisten sind nur faule Säcke und scheitern deswegen im Leben?
Was denkt ihr, was es nie einfacher erfolgreich zu sein und Reichtum anzuhäufen? Und wer nicht Reich ist, ist heutzutage einfach faul?
2 Antworten
Naja. Was bedeutet es, wenn jeder reich ist? Es muss doch im allgemeinen, aber nicht unumstößlichen Verständnis eine Diskrepanz zur Armut da sein.
Viele als "arm" titulierte Bürger in Deutschland sind gewisser Weise reicher, als so mancher Adlige in früheren Zeiten. Und jeder "normale" Bürger damals würde sich mit all dem Wohlstand, den es in Deutschland heute gibt, gesegnet fühlen!
Die Technologie war immer daran beteiligt, Wohlstand auf verschiedenen Eben zu generieren. Die Technik entbindet den Menschen einerseits peu à peu von viel Anstrengung und bietet dabei auch Möglichkeiten, sich von Zumutungen zu befreien. Medizin war dabei die treibende Kraft, die auf vielen Gebieten eben auch nur durch technologie erschlossen werden konnte (Mikroskope, Röntgen und sonstige Bestrahlungen, geeignete Werkzeuge, wie Skalpell, Stethoskop und Katheder etc.
Der Traum, die Vision und die Idee des technologischen Fortschrittes quasi in eine Ära der höchstmöglichen "Bequemlichkeit und Vergnügungsangebote" (denn das ist es im Grunde, was der Mensch mit Fortschritt anstrebt) ist vielleicht noch nicht ausgeträumt; der Fortschritt schreitet voran, was dieser Begriff ja aussagt.
Nachteile durch ihn sollten jedoch nicht übersehen werden!
Reichtum im gewöhnlichen Sinn bedeutet immer "reicher als ...". Also als Diskrepanz. Stell dir vor, jeder hat ein Auto und jeder zweite ein Flugzeug und jeder ist auch sonst gut versorgt. Die, die kein Flugzeug haben, fühlen sich wahrscheinlich ärmer.
Dabei ist es heute schon so, dass sich Bürgergeldempfänger, die das zehn- oder Zwanzigfache an Wohlstand haben als die wirklich Armen in abgelegenen Gegenden als die ÄRMSTEN empfinden.
Dass jeder reich werden kann, der nicht faul ist, ist nicht korrekt. Gerade weil die allermeisten Leute in unterentwickelten Ländern eben oft die doppelte Zeit schuften, um überhaupt nicht zu verhungern, beweist das ja.
Ich nehme an, du meinst in deiner Frage explizit Reichtum in Form von Habgütern, vor allem Luxus. Der sogenannte "inwendige" Reichtum, also Zufriedenheit, kommt nicht automatisch mit äußerem Reichtum. So, wie das Bestreben nach Gütern einerseits die innere Zufriedenheit bis zu einer gewissen Grenze erfüllen kann, so sicher ist auch, dass das Bestreben nach UNABHÄNGIGKEIT von übermäßigem äußerem Reichtum ebenso Glücksempfinden, Zufriedenheit auf der Basis der Genügsamkeit (hinsichtlich des äußeren Reichtums) Demut und Dankbarkeit für diese seelische Freiheit beinhaltet.
Viele Menschen in nicht hoch zivilisierten technologisch abhängigen Gebieten haben diese Zufriedenheit!
Ich denke, optimistisch kann man durchaus sein, was das Potenzial der Menschen angeht, weitere technologischen Fortschritt zu schaffen.
Faulheit ist eine Verweigerung von Anstrengung. Das gilt auch für die Anstrengung, sich von den Forderungen nach immer mehr technologischem Wohlstand, also luxuriösem Reichtum, zu distanzieren. Aber das ist ein anderes Thema.
dass jeder reich werden kann der nicht allzu faul ist
In Bezug auf das Verhältnis von Arbeit und Vermögen, sind die faulsten, parasitärsten innerhalb der Gesellschaft die Superreichen.
und das Kapitalismus uns alle retten wird?
Um die Zukunft der Menschen für alle besser zu machen und sie langfristig zu erhalten, müssen wir den Kapitalismus durch eine rationale, vernünftige und demokratische Wirtschaftsweise ersetzen.
Der Kapitalismus ist das direkte Gegenteil von ''gut für die Mehrheit''!