Wie können menschen, die billig Fleisch aus Massentierhaltung kaufen, von sich behaupten, dass sie tierlieb sind?

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Kann ich ehrlich gesagt auch nicht verstehen. Ich esse sehr selten Fleisch oder Wurst, würde aber niemals auf das 2-4 Euro-Fleisch zurückgreifen. Ich kaufe grundsätzlich nur Bio auch wenn die Tiere leider bei der Schlachtung dennoch den gleichen Stress durchmachen und die gleiche Angst erleben, wie Tiere auch Massentierhaltung.

Wer nicht so viel Geld zur Verfügung hat, der sollte seinen Fleischkonsum einfach ein wenig reduzieren und dafür mehr auf Qualität plädieren. Das gesundheitliche Risiko bei Billigfleisch ist mir viel zu riskanIst um einiges gesünder. Wenn die eigene Gesundheit überhaupt ein Thema ist. Gibts kein Fleisch nach meinen Kriterien, dann wird eben auch keines gekauft und/oder das Mittagessen kurzfristig verändert.


Danke! Endlich mal eine ordentliche und richtige Antwort! Dh

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Warum kaufst du dann Bio, wenn die Tiere trotzdem die selben Leiden verspüren? Das ist sinnlose Geldverschwenderei.

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Die Frage ist sicher berechtigt. Ich denke, in vielen Fällen ist es eine Art Gedankenlosigkeit - ohne das negativ zu meinen.

Man denkt einfach nicht darüber nach, wenn man ein Stück Fleisch im Supermarkt - vielleicht sogar noch im Angebot - günstig kauft, dass Tiere dafür industriell und in Massen geschlachtet werden müssen.

Ich denke, da kann man keinem etwas "böses" unterstellen. Man kann lediglich dafür sensibilisieren, das Fleisch, das man kauft und isst mit allem Respekt für das Tier zu behandeln. Das heisst eher weniger und teureres Fleisch aus Bio-Haltung zu essen. Vielleicht kommen wir ja mal wieder vom täglichen Fleischkonsum zurück zum wertvollen Sonntagsbraten...

Hallo xd1999xd,

zunächst einmal toll, dass Du Dich bei so einem unangenehmen Thema einbringen und nicht länger zuschauen willst. Ich finde das wirklich toll, aber möchte Dich jetzt noch auf einen viel größeren, anderen Gedanken bringen, der am Ende heißt: Wer hat da Schuld? Wie kann man etwas dagegen tun?

Zum Anfang: Wie bist Du selbst auf dieses Thema gekommen? Wahrscheinlich durch die momentane, gesellschaftliche Entwicklung, wieder weniger Fleisch mit mehr Qualität zu essen. Man sieht immer mehr Bilder aus Massentierhaltung und Du bist wahrscheinlich tierlieb - Du hast die Bilder erschreckend und widerlich gefunden. Dann hast Du Dich entschlossen, nie wieder Billigfleisch zu essen, damit dieser Wahnsinn aufhört. Und weil Du das in Deinem (jungen) Alter sogar schon erkannt hast und durchziehst, sind andere Menschen, die Deinem Beispiel nicht folgen, egoistisch und tierfeindlich?

Aber jetzt pass auf: Dieses Problem wirst Du bei näherer Betrachtung bei 95% aller Produkte haben, die Du im Leben kaufst. Plastikverpackungen, extrem überfischte Meere, Entschrottung von Elektrogeräten in anderen Ländern, Kleidung aus fernöstlicher Kinderarbeit, Nüsse aus kalifornischen Riesenplantagen mit schlimmsten Arbeitsbedingungen.. es ist nahezu egal wo man hinsieht, hinter Billigpreisen versteckt sich immer jemand, der leidet und ausgenützt wird - im besten Fall ist das der Kunde selber.

Desto näher Du an den "Opfern" dran bist, desto wütender wirst Du darüber werden. An die Tiere bist Du jetzt nahe rangekommen, aber das hilft den "Sklaven-Arbeitern" in Katar, die unsere WM 2022 gerade ermöglichen, herzlich wenig.

Und an diesem Punkt will ich fragen: Wieviel Schuld an diesem ganzen Gedönst aus Tier- und Menschenfeindlichkeit zugunsten von Preisvorteilen will man den Konsumenten geben? Der Mensch ist für den Kategorischen Imperativ einfach nicht geschaffen, weil er nicht weit genug sehen kann. Wir können nicht die ganze Welt im Auge behalten und auf alles reagieren - wir Menschen sind im größten Maße mit uns selbst beschäftigt. Das ist unsere Natur!

Dagegen kann man sich wehren, das kann man egoistisch und sonstwas finden.. aber das wird auf Dauer keine Lösung bringen, oder? Dieses Verhalten kann sich vielleicht in 1000 Jahren ändern, aber nicht jetzt und nicht so.

Gesundes Essen, sauberes Wasser, ein Dach über dem Kopf mit "normalem" Tierumgang und humanen Arbeitsbedingungen.. wahrscheinlich wäre das inzwischen international möglich, wenn das Kapital gleichmäßig verteilt wäre. Ist es aber nicht.

Wenn sich eine alleinerziehende Mutter gesund und verantwortlich ernähren, kleiden und einrichten wollte, müsste sie erstmal eine Bank überfallen. Es ist nicht möglich. Wohin also mit Deiner Wut? Ich sehe viele Fehler in der Politik, in der Wirtschaft und auch, wie Du, im Menschen selbst.. aber das hier ist keine Frage darüber, ob jemand tierlieb ist oder nicht. Das ist eine allgemeine politische und existenzielle Frage des Zusammenlebens in einer kapitalistischen Gesellschaft.

Schlusswort: Ich finde nicht, dass Menschen "nicht tierlieb" sind, nur weil sie Billigfleisch essen. Ich finde auch nicht, dass Menschen Mörder sind, weil sie die WM2022 genießen und bejubeln werden. Viele Menschen können eine in Plastik verpackte Salamischeibe einfach nicht mehr mit einem lebenden Tier in Verbindung bringen und ich lasse diese Ausrede zählen. Kollektive Umdenkprozesse finden langsam statt und brauchen Zeit.. und müssen mit entsprechenden Gesetzen unterstützt werden.

Ich habe an dieser Stelle keine Lösung, wollte nur das Thema öffnen, weil ich es einfach ungerecht finde, andere Menschen für ihre "Fehler" so zu verurteilen. Man hat selber unzählige davon..

Beste Grüße, Stefan

Du hast die Realität sehr gut erklärt.

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Hast dir viel Mühe gemacht - trotzdem keine Rechtfertigung dafür, dass man nicht gegen Leid und Unrecht aufstehen kann und soll !

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@HontaYO

So habe ich das auch überhaupt nicht gemeint. Ein Umdenken entsteht immer erst, wenn sich etwas regt in der Gesellschaft. Es ist immer gut, etwas zu unternehmen und Standpunkte zu haben, selber Vorbild in seinen Bereichen zu sein.Trotzdem sind neue Moralgrenzen dabei zehnmal schneller als eine wirkliche, kollektiv neue Einstellung. Ich wollte eine gute Erklärung geben, warum man andere Menschen, die in manchen Punkten egoistisch erscheinen, nicht immer gleich an den Pranger stellen sollte. Da gehören an erster Stelle Firmen hin wie Nestle, Mitsubishi und ändere Organisationen hin..

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@BaluDerTanzbaer

Ich stelle niemanden an den Pranger, aber ich denke, dass jeder bei sich selbst im Kleinen anfangen muss, -  so unbequem das auch sein mag - denn nur dadurch erreicht man auf Dauer etwas Großes ! Das Angebot bestimmt immer auch die Nachfrage...

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@HontaYO

Letzteres gilt natürlich andersrum - Sch...s-Technik hier !

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@HontaYO

Und ich sage, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Ich gebe Dir zwar rundum darin recht, dass man als Kollektiv durch eine neue Einstellung auf lange Sicht viel erreicht, aber das ist nur eine von mehreren Stellschrauben in unserem Wirtschaftssystem. Und wie gesagt dauert das eben lange.

Bildung, Werbung, Falschinformationen, absichtliche Irreführung und Verharmlosung tun ihr übriges. Genauso wie Geldnot und das oft vorhandene (gerechtfertigte) Gefühl aus "ärmeren Schichten", schlechter wegzukommen.

Man kann sich eine weiße Weste heutzutage halt auch kaufen...

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@BaluDerTanzbaer

Ich gebe dir insofern recht, dass heutzutage sehr viel Indoktrination, Manipulation und auch Gewohnheit im Spiel ist, aber du kannst nicht ernsthaft ableugnen, dass heutzutage nahezu alle Menschen in allen Schichten Zugang zu den Medien haben, sei es durch Zeitung, TV, Internet oder Apps und keiner kann mir erzählen, dass er nicht wüsste, was hinter den Kulissen abgeht ! Fakt ist, dass Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit viele daran hindern, über ihren Tellerrand zu schauen, weil`s halt so lecker ist... Da beißt die Maus keinen Faden ab, wie man bei uns in Franken sagt ! :)

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@HontaYO

Genau um das Thema geht es mir und darüber handelt mein Text ganz oben. Ich will diese Schuld einfach nicht dem Konsumenten alleine geben, da er fast überall davon betroffen ist. Nestle lässt in Ghana und der Elfenbeinküste junge Kinder auf den Plantagen arbeiten. Isst Du Schokolade? Der Meeresfischbestand ist in den letzten 30 Jahren um ganze 80% gesunken. Isst Du gerne Fisch? Starbucks lebt auf einer Steueroase. Auch, wenn Du dort keinen Kaffee kaufst, steckt hinter dem "Fair Trade"-Sigel weiterhin Kinderarbeit.

Natürlich soll man die Augen offen halten und möglichst gewissenhaft leben/konsumieren. Leider ist das für viele Menschen sehr schwierig. Die Massentierhaltung ist in letzter Zeit sehr nahe an unser Bewusstsein herangekommen und zum Glück tut sich da nun was. Ich selbst esse eh kein billiges Fleisch, weil mir mein Körper dafür zu wertvoll ist. Aber um an diesen Punkt zu kommen, an dem wir jetzt mit der Massentierhaltung stehen, hat es viel Zeit und Mühe gekostet. Leider gibt es noch tausende andere Bereiche. Und da müssen dann eben irgendwann Gesetze her, Unterstützungen für Umstellungen und viel, viel Aufklärungsarbeit. Wenn ich nichts mehr von dem konsumieren würde, bei dem ich weiß, dass ich damit anderen schade, müsste ich mich 24/7 informieren und mein Bewusstsein komplett problemorientiert, skeptisch polen.

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@BaluDerTanzbaer

Vegan zu leben - wie immer dies der Einzelne auch für sich definieren kann und mag - ist ein erster, wichtiger Schritt. Noch wichtiger ist, niemals stehenzubleiben, denn eins bedingt das andere... Was keiner mehr verleugnen kann, ist die Tatsache, dass Vegetarier und Veganer wie Pilze aus dem Boden schießen - es werden weltweit täglich mehr und das macht Hoffnung... Unsere Welt ist im Wandel begriffen - das ist gut so, denn es ist 5 vor 12 !

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@BaluDerTanzbaer

Danke - das auch zeigt, dass man von verschiedenen Sternwarten bzw. Perspektiven aus das gleiche Ziel anvisieren kann, auch, wenn man hier zuweilen ein wenig aneinander vorbeiredet - der Weg ist das Ziel ! :)

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Ich bin sehr tierlieb und esse 3 Mal die Woche Fleisch. Ob Bio oder anders tot ist tot. Du solltest auf Mangelerscheinungen achten. Bei dir mangelt es neben Eiweiß Eisen und Kalzium zusätzlich an Toleranz.

quatsch! wenn man sich gesund ernährt dann hat ßan als vegetarier keine mangelerscheinungen!

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naja, ich kenne ein paar gestörte, also Veganer meinte ich, und diese schlucken permanent Fleischersatzpillen. Ansonsten werden diese Besserwisser nach einer gewisser Zeit unwichtig fallen und ständigen Schwingungen sind an der Tagesordnung.

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@MasterEng

Man muss einen bestimmten Lebensstil nicht nachvollziehen können. Auch in könnte nicht vegan leben. Aber man kann dennoch respektvoll mit ihnen umgehen und sie nicht als Gestörte oder Besserwisser betiteln. Was hast du bitte für eine Erziehung genossen?

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@Appelmus

Generell ist diese Diskussion hier nicht gerade Fleischessertolerant, geschweige mit "respektvollem Umgang" der Meinung der überragenden Mehrheit der Menschen. Aufgrund dessen werde ich weitere Provokationen von Minderheiten ignorieren. "Der Hund bellt und der Zug fährt einfach weiter" finde passt an dieser Stelle am besten :D :D sry, nicht böse gemeint, aber ich kann diese sinnlose Diskussionen über Hippie-Kram und eine offensichtliche Provokation nicht mehr dulden :0)

Offensichtlich verfolgt der Traidersteller keine ritterlichen Absichten und versucht die Menschenmassen mit verschiedenen Meinungen auf einander loszuhetzen... Und das macht in meinen Augen keinen Sinn. 

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@MasterEng

MasterEng: Mit Verlaub - ich bezweifle ernsthaft, dass du wirklich Veganer und deren Lebensweise "kennst" - kann ich mir angesichts deiner fragwürdigen und mit Vorurteilen behafteten Einstellung nicht vorstellen...:):)

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@MasterEng

Nochmal an Master Eng: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück - überprüfe mal die Vorbehalte, die du ganz offensichtlich gegen Veggies zu haben scheinst sowie deine Wortwahl ihnen gegenüber und dann gehe in dich und frag dein Gewissen... Vielleicht oder hoffentlich kommst du dann zu der Einsicht, dass es besser ist, dich in Zukunft aus den Veggiefragen rauszuhalten...

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@MasterEng

du redest von Respekt, na ja. deine Kommentare sind auch nicht die respektvollsten, deine abschätzende Art gegenüber Veganern zeigt dies.

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Naja: Toleranz hört immerhin da auf, wo Leid Wehrloser beginnt und Umberto Eco sagte einmal: "Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was tolerierbar ist, festlegen". Viele haben das für sich (und andere) festgelegt, die muss man grade nicht dafür verurteilen, dass sie andere mit einschließen !

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Ja, Du hast Recht, es ist ein Widerspruch. Es gibt ja diesen Spruch: "Wenn die Schlachthäuser aus Glas wären, dann würde keiner mehr Fleisch essen." Heutzutage ist es so, dass es wahrscheinlich auch ausreichen würde, wenn die Wände der Ställe, wo diese Tiere gehalten werden, aus Glas wären..... 

Wahrscheinlich ist es so, dass einem der eigene Magen dann doch näher ist. Es ist in gewisser Weise auch eine Sucht, denn ich kenne doch einige, die deswegen ein schlechtes Gewissen haben. Wir leben auf einer Farm, wo wir die Tiere selber schlachten (müssen), man isst gleich viel weniger Fleisch, denn das Schlachten gehört dazu und ist, trotzdem unsere Tiere alle artgerecht und sehr frei gehalten werden, eine besch.... Aufgabe. 

Ich finde es gut, sich damit auseinanderzusetzen, aber wie Stefan schon sagte, dieses Feld ist gross und Tiere sind "nur" ein Teil davon. 

Liebe Grüße

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