Armut ist meine Schuld?
Mal angenommen ich bin Erwerbsunfähig, und chronisch Krank, ist dann Armut trotzdem immer noch meine Schuld?
Denn es gibt ja Leute die sagen esgibt keine "Ausrede" für Armut, und wer arm ist, ist immer selber Schuld.
Aber kann man das wirklich so sagen? Was ist wenn du gar nicht hart arbeiten kannst wegen z.b. chronisches Erschöpfungssyndrom?
12 Antworten
Mal angenommen ich bin Erwerbsunfähig, und chronisch Krank, ist dann Armut trotzdem immer noch meine Schuld?
Nein.
Hin und wieder aber wird Krankheit vorgeschoben als Ausrede für Bequemlichkeit. Das wäre dann selbst verschuldet. Wobei man nicht selbst schuld ist, wenn man arm ist. Das kann auch die Schuld des Arbeitgebers sein, der einen beschissen bezahlt.
Alex
Natürlich ist man selbst schuld. Wenn man nicht selbst schuld wäre, müssten ja andere schuld sein, denn irgendjemand MUSS schuld sein.
Stell' dir mal vor, es wäre einfach so und niemand wäre schuld daran 🤯. Unvorstellbar.
Kleine Analogie:
An meiner Depression sowie an meinem Autismus bin ich selbst schuld. Denn ich habe mir selbst gesagt: Ich will Autismus, eine schwere Depression mit periodischer Suizidalität und einer generalisierten Angst- und Panikstörung haben, die mich komplett arbeitsunfähig macht. Und was soll ich sagen? Es hat funktioniert *Ironie off*.
Man kann selbstverständlich nichts dafür. Manchmal sind die Gegebenheiten einfach miserabel und da bringt es nichts, wenn Außenstehende sich als Wissende aufspielen und meinen, sie wüssten besser Bescheid als man selbst.
(Ich würde sogar behaupten, ihre Besserwisserei macht es noch schlimmer.)
Selbstverständlich: Wenn sich die Möglichkeit bietet, dem Einzelnen die Schuld zu geben, lässt sich die Masse nicht lumpen.
Insbesondere, wenn die Gepflogenheiten der Masse ein Problem auslösen. Dann soll der Einzelne doch bitte für sich selbst nach einer Lösung schauen.
Gibt ja diese Erfolgsgurus die sagen jeder kann erfolgreich sein.
Damit verdienen sie ihr Geld. Deswegen stimmt das aber noch lange nicht.
Es gibt einmal die, die es aus ihrem Elend geschafft haben. Die können aber nur von sich ausgehen und ihren Erfolgsweg nicht anderen überstülpen.
Dann gibt es auch die, die im Leben eher Glück hatten und von daher keinen Anlass haben davon auszugehen, "man" könne im Leben nicht alles schaffen.
Fakt ist, dass es im Leben meist auf das richtige Verhältnis von Glück, Eignung, Talent und Fleiß ankommt.
Das wollen viele Leute nicht wahrhaben. Was will z.b. jemand machen mit starken Downsyndrom? Nichts, gar nichts.
Natürlich nicht, weil die Leute Realismus von Pessimismus nicht trennen können. Für sie ist eine realistische Betrachtung sehr oft gleichbedeutend mit Pessimismus.
Und "ich kann das schaffen" klingt wesentlich schöner als "ich kann es nicht schaffen". Obwohl sich das nicht unwesentlich auf die Fallhöhe auswirkt.
jeder denkt er wird grosser erfolg erreichen. Naja fast jeder. So ein denken wird auch als normal gesehen. Aber die meisten Menschen haben schlichtweg nicht die fähigkeiten, möglichkeiten jemals richtig erfolgreich zu werden.
Z.b. wurde ich beschimpft weil ich einer Person gesagt habe, die davon träumt mal ein grosser erfolgreicher Künstler zu sein, dass ihre Fähigkeiten dazu einfach nicht ausreichen. Dass er nicht schlecht ist, aber nicht Weltklasse.
Da war er völlig beleidigt.
Deine Annahme das man dann arm wäre ist schonmal FALSCH!
Hallöchen gesagt.
Armut ist ein Resultat, das aus den verschiedensten Gründen resultiert. Die wenigsten davon sind selbstverschuldet.
es gibt keine "Ausrede" für Armut, und wer arm ist, ist immer selber Schuld.
- Krank wird man in der Regel wohl kaum freiwillig.
- Also ist der Spruch nicht nur falsch, sondern zeugt auch von einer dummen und überheblichen Denkweise.
Mit solchen Sprüchen sollte man sich eine ohnehin schon schwere Situation nicht auch noch belasten.
Mein Rat: Wenn es auch schwerfällt, ignoriere solche Menschen. Du weißt besser als sie, dass es anders ist.
Alles Gute gewünscht und
lieben Gruß aus Berlin
- Ob arm oder reich mit Schuld hat das erst einmal gar nichts zu tun, eher mit Schicksal.
- Egal was einem das Schicksal einem beschert, man muss, es annehmen und das beste daraus machen.
- Chronische Krankheiten sind so ein Schicksal aber kein Grund sich aufzugeben.
- Arbeiten mit chronischem Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) ist möglich, aber erfordert oft Anpassungen und eine individuelle Herangehensweise. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder der Übergang in einen Beruf mit geringer körperlicher und geistiger Belastung können helfen. Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren, um Symptome nicht zu verschlimmern.
Wenn du wirklich nicht arbeiten kannst dann versuche deinen Zustand zuerst einfach mal zu verbessern.
Sport bei Fatigue hat sich besonders bewährt. Er bessert die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität, indem er die Erschöpfungssymptome langfristig reduziert. Auch wenn es dir schwerfällt, bewege dich im Rahmen deiner Möglichkeiten. Du wirst dann wieder aktiver am Leben teilnehmen können.
Aufgeben ist keine Option !
Aufgeben ist was schlaue Menschen tun, die realisieren sie sind nicht so grossartig, nicht speziell. Es ist der Beginn der Weisheit, es sei denn du hast spezielle Fähigkeiten.
Aufgeben ist nicht das was schlaue Menschen tun, diese suchen immer eine Loesung fuer ihre Probleme, sondern das was depressive (verzweifelte) Menschen (meistens ohne sozialen Kontakte) als letzten Ausweg sehen und damit jede eigene Initiative verlieren und das Syndrom (^1) verschlechtern..
^1) Ein Syndrom ist in der Medizin und Psychologie eine Kombination verschiedener Krankheitszeichen (Symptome), die typischerweise zusammen auftreten und auf eine bestimmte Ursache oder Erkrankung hinweisen. Es ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Muster von Symptomen, das sich häufig gemeinsam bei Personen mit einer bestimmten Erkrankung oder einem bestimmten Zustand findet.
Mehr kann ich zu deinem Problem als Laie, bin kein Arzt oder Psychologe etc., leider nicht schreiben. Nur noch das. Du musst dir erst mal darueber im Klaren werden ob du dir ueberhaupt helfen lassen willst.
Sport kann bei CFS die Symptome verschlimmern. Bei Depressionen kann es die Symptome verbessern, wenn kein Mangel an irgendwas besteht, man keine Schmerzen hat, keinen Hunger oder Durst hat und man körperlich gesund ist.
Sehr verwirrend, sorry geht es nicht auch ohne ironie?