Welche uns vielleicht unbekannten Begriffe aus eurem Dialekt könnt ihr uns vorstellen?

86 Antworten

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wunderschönen guten morgen lieber udo und liebe andere gugumo antworter(innen).

das heute ist mal wieder eine frage die mir voll taugt.

also ich beginne mit wienerisch: hier braucht man nur ein wort: oida!

https://www.youtube.com/watch?v=iuXR53ex4iI

mein heimatdialekt, das kärntnerische ist schon etwas schwieriger. das wichtigste wort im kärnterisch ist das "lei". lei würde man wortwörtlich mit leicht übersetzen, aber im kärnterischen wird es wesentlich vielseitiger eingesetzt. "mogst no lei kommen heit obnd?" (= magst du vielleicht heute abend noch kommen?) oder "dos kunnt lei sich nigs meah ausgem" (= das wird wahrscheinlich nicht genügen/ nicht ausreichen). es gäbe noch hunderte weitere awendungsmöglichkeiten für das "lei". merke: wenn ein angeblicher kärntner innerhalb von 3 sätzen nicht ein einziges mal "lei" gesagt hat, kann es kein kärntner sein!

und jetzt ein crashkurs im kärnternisch:

wos sagt a keantna wenn a sih nid sicha is, ob a e a mit gmaant is?: "a, e, i, a?"! (was sagt ein kärnter, wenn er sich nicht sicher ist, ob er mit angesprochen wurde? "ach, eh ich auch?)

wichtig fiar uns keantna is e a doss ma's kamod ham (wichtig für uns kärntner ist auch, dass wir es gemütlich haben) unn mir homs a gearn mit kamode leid (und wir umgeben uns auch gern mit umgänglichen leuten.

oba iah werds jo lei wol nid maanan dos dos ollas woar, oda? (aber ihr werdet ja vermutlich nicht meinen, dass das alles war, oder?)

oba fia heid soll gnuah saan. (aber für heute soll es genug sein). hoit! aans no. (halt! eines noch). im keantnerischn demma ollas gern vaniedlichn. (im krärntnerischen verniedlichern wir gern alles). so trongan mia keantna diandalan gean ohrringalan, hoarspangalan un moschalan. (daher tragen wir kärntner mädchen gern ohrringelchen, haarspängelchen und schleifchen).

so, un jetzan winsch i eich olla an wundascheen doog. kummts amol vurbei in keantn un probierts amol an reindling oda wenigsns kaasnudln un hupfts eina in unsa scheene lockn! (das müsst ihr selber herausfinden, was dieser satz bedeutet, aber das sollte eigentlich schon eine lösbare aufgabe sein)

 - (deutsch, Sprache, Dialekt)  - (deutsch, Sprache, Dialekt)  - (deutsch, Sprache, Dialekt)
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Wow, weiß nicht wo ich mit dem Kosten anfangen soll, sieht alles ja sooo lecker aus. Liebe Grüße

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Liebe Lilli, alleine für diese Antwort hat sich meine heutige Frage gelohnt - phantastisch! Da mir die 10 Gesamtpunkte zu wenig sind, bekommst du von mir für diese Antwort ein offizielles Kompliment. Liebe Grüße aus Dresden. Udo

Dir stelle ich aber auch eine mundartliche Aussage vor, die du zu übersetzen versuchen kannst : Ich lebte gut 2 Goar in Zwicke, wo de Has'n Hos'n un de Hos'n Hus'n haß'n.

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@Arnstaedter

supa oida!

also ich versuchs: ich lebte gute 2 jahre in zwickau wo die hasen hosen und die hosen "hus'n" (???) heißen.

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@WildLissi96

Mein Kompliment: Der Hase ist der Hose, die Hose ist die Huse und haß'n bedeutet heißen

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@WildLissi96

Und jetzt wünsch ich euch allen einen wunderschönen Tag, kommt einmal in Kärnten vorbei und probiert den Rührkuchen oder wenigstens die Käsenudeln - aber in was für schöne ich springen soll, ist mir unklar oida! :-)

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@Arnstaedter

sehr gut. dos basst ja schon amol. die "lockn" (wörtlich lacke) ist der see. und schöne seen zum einihupfn haben wir hier jede menge...

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@WildLissi96

Auf die Locke (Lacke als See) wäre ich nie gekommen, hatte eher eine Verbindung zu Locken, Haaren - aber auf den Friseur springen erschien mir auch keine Lösung :-)

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Huhu Lissi,ich habe sehr oft mit meinen Eltern in Kärnten den Sommer - Urlaub verbracht,in der Nähe von Hermagor. :)

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@knofinchen

ha, da waren wir am letzten we auf einen ausflug am dreiländereck. woar voi kamod...

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Ah - mein Freund lebte bis vor 4 Jahren für 7 Jahre mit Hauptwohnsitz in Kärnten. Kaum betreten wir österreichischen Boden, verfällt er unwillkürlich ins Kärntnerische (sagt man das so?) - und wird dann prompt immer gefragt, aus welcher Ecke in Kärnten er konkret kommt.

Ich hör's gerne ☺.

Viele liebe Grüße an Dich 😚

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@EyeQatcher

und aus welcher ecke in kärnten kommt er? i bin a villacherin bin inzwischen aber eher am wörtherseenordufer heimisch...

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@WildLissi96

Nein - das ist verrückt.

Er hat all die Jahre in Villach gelebt, hat für eine Villacher Firma nur jahrelang immer wieder in Nordafrika und Nahost gearbeitet. Sein Sohn lebt und studiert noch bei einer ansässigen Firma vor Ort als Werksstudent Informatik.

Die Welt ist wirklich ein Dorf 😁.

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Fred schickt dir herzliche Grüße und wünshct dir einen sehr, sehr schönen Donnerstag.

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Servas liabs Dirndl,

oiso waunnst scho so deppat frogn tuast, des mitn Hefn, geht jo kan wos au, oba is jo a wurscht, mei Gott jeda mocht amoi Fölla.

Mei des woa a Gaude, den an hob i ane auf de Goschn ghaut, den aundan hob i an Tritt in Oarsch gebn und daunn hob i mi ogseud.

De hom mi oba daun do daklatscht und min Greanan Heinri zum hochn Rot brocht.

So jetzt waßt das.

I griaß di gaunz liab und i hoff du liaßt de Teun vom Hefnbruda aus da Weanastodt,

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@Fredlowsky

oba waunst de ogseud host, föit des ned oarg? do wernd de pflaunzn bein hochn rot schee deppat ogschaugt hom, ha? oba fix! bist du deppat oida!

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@WildLissi96

Sixt so spüt des Lebn, i kaunn da nur sogn, waunnst a a moi so a Gschicht host, daunn, is jo eh jetzt vull in, dua de glei daschlogn, daun host net so an Dreck, vastehst mi.

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@Fredlowsky

siha versteh i di. host eh a recht. i maan olawei, do kenntat jo a jeda koffa doherkemman un sih an kibara schimpfn und vasuahan di zum vahoftn. des wüüst jo ned. oiso rear ned, sunst wogst ka kuguruz mea. (meine fresse, das ist ja echt anstrengend so zu schreiben. aber es ist wie eine geheimsprache, denn ich wette, dass das keiner unserer lieben deutschen mitleser hier decodieren kann...)

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Dazu fällt mir ein:

fragt ein Tourist einen Tiroler: "Guter Mann, wie heisst denn der Berg da drüben?"
der Tiroler: "Wöchana?"
der Tourist: "Ahja, Danke"

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Liebe Lissi,

da ich mit dem "kärtnerischen Dialekt" doch arge Schwierigkeiten habe, da halte ich es lieber mit dem Backen, das ist für mich der leichtere und angenehmere Part.

Zumindest werde ich jetzt so auf die Schnelle , mit den Begriffen nicht mithalten können, daher ist für mich das Backen wesentlich sympatischer.

https://www.ichkoche.at/oesterreichische-kueche-kaerntner-kueche/

Noch einen schönen Abend, wünscht Dir das Plawöpfchen

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@iQPlawopf

na dann viel spaß beim reindling backen (wobei ja meine persönliche meinung ist, dass ein reindling auch nur in kärnten so richtig schmeckt. also selbst wenn ich hier in wien einen absolut perfekt gebackenen reindling finden würde, wäre es trotzdem nicht das gleiche wie daheim, verstehst du?)

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@WildLissi96

Ja, liebe Lissi, das verstehe ich sehr gut.

Denn als ich zum Beispiel mal in Thüringen Klösse gegessen habe, und nachgefragt habe, warum mir diese Klösse so wesentlich besser schmecken würden als wenn ich sie mir in Berlin selber fabriziere, und nach dem Rezept fragte, wie denn die Thüringer ihre Klösse machen würden, da bekam ich zur Antwort :

> Gib Dir keine Mühe, die Klösse werden Dir zu Haus nie so gut schmecken, denn sie schmecken nur hier in Thüringen, denn zum "gut schmecken benötigst Du auch noch die Thüringer Luft" die Du in Berlin nicht hast. <

Obwohl man darüber eigentlich schmunzeln kann, aber etwas WAHRES wird schon an der ganzen Sache dran sein, so glaube ich.

Noch viele liebe Grüße an Dich vom Plawöpfchen

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Oida wird massiv von der heutigen Jugend verwendet:-)

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Hallo!

Aus dem Südhessischen/Frankfurterischen fällt mir "Labbeduddel" ein, was so viel wie "Depp" oder "Trottel" bedeutet oder im Sinne "ei, des is en Labbeduddel" eine Person bezeichnet, die irgendwie nervig, unangenehm oder langsam/schwer von Begriff ist ----> gern auch alles zusammen.

Geht wohl auf eine Bezeichnung für einen improvisierten Schnuller aus Tuchgewebe zurück^^

Ein ähnliches Wort ist "Dilldapp", wobei es da keine klar definierte Schreibweise gibt. Der Dilldapp ist irgendein Fantasie-/Fabeltier, das Wort entspricht zu einem Menschen gesagt in etwa das, was auch "Labbeduddel" bedeutet.

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"Duddel" klingt schon leicht vertroddelt. Vielen Dank fürs Mitmachen.

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@Arnstaedter

In Österreich gibt es doch auch depperter Dödel! :-)

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Der Dilldapp, auch Dilldopp oder Dilldöppsche, ist im Rheinischen ein unruhiges, zappelndes Kind, oder auch ein Kreisel.

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Fred schickt dir herzliche Grüße und wünscht dir einen sehr, sehr schönen Donnerstag

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Dazu fällt mir nur " Hahnebambl " ein

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@ rotesand,

Ich war mal neugierig und hab gegoogelt, anschließend verstand ich gar nichts mehr.

Eingegeben habe ich nur das Wort "Labbeduddel" und ich muss sagen - ich bin ergriffen, wenn ich mir vorstelle, was Du so alles verstehst - verstehen musst.*grins*

https://www.youtube.com/watch?v=t78FS1F4LRs

Noch viele Grüße an Dich, von Plawopf

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Vielen Dank für die wunderbare Frage! Leider bin ich jetzt zu spät dran,aber

mein Geburtsland Hessen wurde ja in vielen Facetten gezeigt. Ich hatte

viel Spaß mit den zahlreichen Antworten!

LG Burgmaid

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hallo zusammen,

nu wirds schwierig. meine muttersprache ist hochdeutsch. was sich vom allgemeinen schriftdeutsch dahingehend unterscheidet, dass zwar alles lesbar ist, dass aber die meisten anderen, gesprochenes hochdeutsch nicht verstehen. da ich sehr weit weg von dort wohne, wo ich aufgewachsen bin, bediene ich mich im alltag tatsächlich des schriftdeutschen.

allerdings soll ich in meinen ersten lebensjahren erstens erst sehr spät überhaupt und dann ausschliesslich ostpreussisch gesprochen haben, was daran lag, dass die urgrossmutter meist auf mich aufgepasst hat. und die sprach halt kein hochdeutsch.

daher werde ich ein paar mehr wörter aus unterschidelichen dialekten zum besten geben. ich liebe sprache und ich liebe wortspiele. daher schnappe ich ziemlich schnell alles mögliche auf. man lernt natürlich später nicht mehr wirklich das sprechen anderer dialekte, aber ich brauche meist nur wenige stunden, um mich auch in einem unbekannten deutschsprachigen dialekt zu akklimatisieren.

schweizerdeutsch und österreichisches deutsch sind übrigens eigene sprachen, die auch ihre eigenen mundarten haben. das schweizerdeutsche hat im grossen und ganzen sogar eine eigene grammatik. die grammatikstruktur ist keltisch und entspricht eher der englischen als der deutschen grammatik

so - nun gibts ein paar lieblingswörter:

marjellche - kleines mädchen, ahni - urgrossmutter (ostpreussisch)

pielepoggen - kaulquappen,  gedöns - (dummes) zeug -  (emsländer und oldenburger platt)

dümpeln - dahintreiben (schiff), ohne dabei voranzukommen (hochdeutsch)

watt bisse? - ich bin die kinder int bett an machen / was machst du? - ich bringe die kinder ins bett (gelsenkirchen süd/essen nord)

botsch - junge / embrie und embrüf - unten und oben (wobei embrüf auch "auf dem kopf" oder bei einem gebäude oberstock, oder spöttisch auch "sie nicht alle beisammen haben" (nit embrüf) heissen kann (wallis, schweiz)

luege und lose - sehen und hören / gellet si - eine unübersetzbare verstärkung, die manchmal mit "nicht wahr" übersetzt werden kann, aber etwa 20 verschiedene bedeutungen hat (schweiz, raum zürich)

eine scherzhafte bezeichnung für jemanden, der ständig alles überprüfen muss ist "gango" - abgeleitet von "gang go luege" (nachschauen gehen) - benutzung regional sehr begrenzt, nordschweiz bis raum zürich

das soll mal reichenˆˆ

schöns tägle noch,

hufi

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Fred schickt dir herzliche Grüße und wünscht dir einen sehr, sehr schönen Donnerstag

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Da ich auch Sprache liebe, hatte ich mich zu dieser Frage entschlossen, und es hat sich gelohnt - auch Dank deines Beitrages, herzliche Grüße kommen aus Dresden.

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Hallo und guten Abend, wattn? Auch von Gelsenkirchen wech kommend? Welch internationale Sprachfamilie - ist ja herrlich zu lesen.

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Ja, die Wörter "luege" und "lose" sind interessant. Auch im Nordsaarland sagen wir "luu moo" = schau mal. Kölsch "luurens" = schau mal. (Moselfränkisch bzw. Rheinfränkisch)

Englisch "to look" passt dazu.

"lose" und Englisch "listen", auch Schwedisch "lyssna" passt dazu.

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