Was wird beim Notruf gesagt?

7 Antworten

Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist das vorgehen nach der standardisierten Notrufabfrage. Dabei hat der Disponent fest vorgegebene Fragen in einer festen Reihenfolge zu stellen.

Los geht es immer mit der Frage

“Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, wo genau ist der Notfallort?“

als nächstes ist die Rückrufnummer zu erfragen

“Wie lautet ihre Rückrufnummer?“

und dann der Name

“Wie lautet ihr Name?“

dann kommt die Frage nach dem Grund des Anrufs

“Herr/Frau .... sagen sie mir genau was passiert ist!“

wenn jetzt deine Story mit dem Bewusstlosen kommt würde man noch fragen

“ist er jetzt bei bewusstsein?“

und danach

“atmet er normal?“

da die stabile Seitenlage ja schon gemacht wurde sind weitere EH Hinweise nicht nötig. Zum Anschluss kommt immer noch die Aussage, dass die Rettungskräfte alarmiert sind und wenn sich der Zustand verändert erneut die 112 gewählt werden soll, damit man helfen kann.

Das ist im wesentlichen der Ablauf. Wichtig ist, das der Disponent die ganze Zeit die Führung des Notrufs behält, damit das ganze so ablaufen kann

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Soweit richtig, bis auf die Rückrufnummer und den Namen. Die werden quasi gar nicht mehr bzw. nur selten erfragt.

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@Stossgebet

Ich weiss nicht wo du das hernimmst, aber die Rückrufnummer ist genau wie der Name eine der Fragen in der SNA. Es ist bei uns in der Leitstelle auch so, dass die Notrufe ausgewertet werden und gezielt darauf geachtet wird. Und das ist auch nicht die Besonderheit bei uns sondern ein Teil der bundesweiten Empfehlung (auch wenn es sicher nicht überall 100% umgesetzt wird)

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@NotsanSZ

Ich bin bislang bei keinem Notruf bislang nach einer Rufnummer fragt worden - die liegt ja auch bereits vor. Dafür wurde ich bei den letzten beiden Notrufen nach dem Namen des Patienten gefragt... Der Hintergrund (außer Faker ausschließen) ist mir allerdings unklar.

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Die 5W

Wo ist der Patient

Was ist passiert

Wieviele Patienten

Welche Verletzungen

Warten

Das ist mir auch klar ^^ ich brauche einen originalen Notruf. Verstehst?

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Dank der standardisierten Notrufabfrage, bei der ein festgelegtes Abfrageschema verfolgt wird, sind die 5 W obsolet. Wenn der Anrufer nicht von einem Unfall o.ä. spricht, wird die Frage nach Verletzungen nicht gestellt, weil das Abfrageschema einen anderen Weg eingeht.

Beim Stichwort "nicht ansprechbare Person" ist zum Beispiel der nächste Punkt automatisch die Frage, ob diese Person atmet. Wenn nein, geht es direkt weiter zur Telefonreanimation.

Der Ablauf wäre in etwa:

Notruf Feuerwehr & Rettungsdienst, wo ist der Notfallort?

Ähm, in Berlin auf dem Alexanderplatz vor dem Fernsehturm...

Was ist dort passiert?

Hier liegt jemand herum und ich kann ihn nicht aufwecken.

Atmet die Person? Überprüfen Sie das bitte. Legen Sie dazu den Kopf in den Nacken.

Ja, der atmet definitiv.

Das ist schonmal gut. Die Hilfe ist auch schon unterwegs. Wissen Sie, wie Sie den Menschen in die Stabile Seitenlage bringen?

Ja, das habe ich vorgestern im Erste-Hilfe-Kurs von der Waldemarie gezeigt bekommen.

Sehr gut, dann tun Sie das jetzt bitte. Können Sie mir beschreiben, ob an der Person etwas auffällig ist?

Sieht eigentlich ganz normal aus, nur arg blass.

Gut. Sagen Sie mir bei Gelegenheit bitte noch Ihren Namen?

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Ich sage in meinen Kursen immer: Überlegt euch, wo ihr eigentlich gerade seid. Ansonsten braucht ihr nicht vorher an irgendwelche Ws denken, sondern einfach nur anrufen und Fragen beantworten.

Huch, ein sehr netter Dialog XD

Danke dir!

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Ich wurde bei den letzten beiden Notrufen nach dem Namen des Patienten gefragt... Wüsste nur gerne, woher der Leistellendisponent weiß, ob man diesen kennt?

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@Answer1234567
Ich wurde bei den letzten beiden Notrufen nach dem Namen des Patienten gefragt...

Ja, diese Frage wird leider von vielen Leitstellen gestellt. Und dann gerne noch buchstabieren lassen. Und die ganze Zeit verstreicht, bevor der Rettungswagen alarmiert wird. Aber klar, kann man machen, wenn die Dauer des Telefonats nicht mit zur Hilfsfrist gerechnet wird...

Wüsste nur gerne, woher der Leistellendisponent weiß, ob man diesen kennt?

Der Disponent kann ja auch danach fragen und dann eben die Antwort bekommen, dass der Anrufer den Namen nicht kennt ;)

Rein statistisch kennen sich aber die hilfsbedürftige Person und der Anrufer in mehr als 95% der Fälle. Die Wahrscheinlichkeit einer Niete ist also recht gering.

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@RedPanther
Und dann gerne noch buchstabieren lassen.

Genau das ist das Problem: Die anrufende Person ist aufgeregt, der Namen vielleicht auch noch kompliziert... Wenn man ihn gar nicht weiß, ist das einfach. Aber wenn man sich nicht ganz sicher ist, geht da kostbare Zeit verloren.

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@RedPanther

Es sind diese Kleinigkeiten, die aus einem Gespräch von 30 Sekunden vermeidbar ein Gespräch von zwei Minuten werden lassen.

Normalerweise sollte beim Anruf über das Festnetz die Anschrift schon übermittelt werden - sie sich dann nochmal buchstabieren zu lassen, kostet eine Haufen Zeit (Kontrollabfrage würde doch reichen). Oder uralte Karten in der Leitstelle und die Frage nach Zufahrten, die es seit 10 Jahren nicht mehr gibt... Die Anfahrzeiten sind gerade außerhalb der Städte ja schon lang genug.

Wobei einem letzteres natürlich immer länger vorkommt als es tatsächlich ist. Hab gerade nochmal nachgeschaut, wir hatten vor einer Stunde einen RTW hier: 12 Minuten zwischen Unfall und Eintreffen RWT, also maximal 10 Minuten Fahrt.

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Die "W-Fragen" hat man dir ja bereits geschrieben, ein mögliches Gespräch könnte so aussehen (ich nehme dabei eine Kreisleitstelle als Beispiel):

Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, wo genau ist der Notfallort? - Ja ich bin hier beim Edeka in der Heiligenhauser Straße, da ist ein Mann zusammengeklappt. - In welcher Stadt ist das? - Ich bin in Ratingen - Atmet der Mann? - Ja. - Ok, legen Sie ihn bitte in die stabile Seitenlage. Wissen Sie, wie das geht? - Ja, er liegt schon so. - Hat er sichtbare Verletzungen? - Nein. - Alles klar, die Kollegen sind unterwegs zu Ihnen. Wenn sich die Lage irgendwie ändert, rufen Sie bitte nochmal an. - Ja alles klar.

Dankeschön

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Im Allgemeinen muss man davon auch keine Ahnung haben, da die Leistelle alles abfragt. Im Allgemeinen kommt es auf die 5-W Fragen an:

  • Wo ist das Ereignis? ...
  • Wer ruft an? ...
  • Was ist geschehen? ...
  • Wie viele Betroffene ...
  • was für verletzungen? ...
  • (Warten auf Rückfragen!)

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Ein möglicher Notruf klingt in deinem Fall z.B. so:

Leitstelle(Lst): Hallo. Feuerwehr und Rettungsdienst, Wo ist der Notfallort?

Anrufer: Hallo... Mein Name ist Nico Seifert, hier ist eine Person bewusstlos geworden.

Lst: Ja, wo genau sind sie denn?

Anrufer: Ich bin in Köln. Goethestraße, gegenüber vom Penny-Markt.

Lst: Köln, Goethestraße, gegenüber vom Penny. Okay. Hat die Person offene Wunden oder ist irgendwo eingeklemmt?

Anrufer: Ja, am Kopf ist eine Platzwunde. Eingeklemmt ist sie nicht, sie liegt auf dem Gehweg.

Lst: Legen Sie sie in die Stabile Seitenlage. Wissen sie wie das geht?

Anrufer: Ja. Habe ich schon getan.

Lst: Sehr gut. Die Rettungskräfte sind schon unterwegs zu Ihnen. Bitte bleiben sie bei der Person. Ich beende jetzt das Gespräch, sie dürfen auflegen.

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Der weicht von dem Beispiel aus dem Lehrbuch ab, ist aber in der Praxis häufig so. Deshalb ist der mit Absicht so gestaltet, da in der Praxis du kaum jemanden haben wirst, der den perfekten Notruf abgeben wird. Für die Durchschnittsperson ist das sowieso eine Ausnahmesituation, wenn da plötzlich jemand liegt.

Viel Drumherum wird da nicht geredet, nur das Nötigste, damit schnellstmöglichst das jeweilige Einsatzmittel alarmiert werden kann.

Man könnte das noch weiter ausschmücken, ob die Person etwas im Mund hat, ob die Zunge richtig liegt, die Einsatzstelle von der Straße aus einsehbar ist, enge Kleidung usw... Das ist jetzt ein grobes Muster.

Woher ich das weiß:Hobby – Cardiotraining, Feuerwehrsport/Treppenlauf unter Atemschutz

Der "wer ruft an" hat nie zu den 5 W gehört. Welche übrigens auch längst obsolet sind ;) Das 5. W war das Warten.

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