Was habt ihr gegen das Gendern?

Das Ergebnis basiert auf 137 Abstimmungen

Sehe ich kritisch 82%
Gendern hilft uns als Gesellschaft ungemein 18%

58 Antworten

Sehe ich kritisch

Ich hoffe, dass deine Frage kein Witz ist. Gendern verändert die Sprache in das Negative.

Gäst*innen, Ärzt*innen, Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Vorständinnen oder auch Bürger*innenmeister*in*kanditat*innen...

In formalen Texten ist es als Begrüßung normal und verständlich zu gendern. Niedergeschrieben jedoch, stört es den Lesefluss enorm. Eine Anmerkung, dass in diesem Text Männer und Frauen angesprochen werden, ist eine bessere Alternative. Denn anders als behauptet wird, geht es nie darum, Frauen unterzuordnen. In angewandter und gesprochener Sprache sind solche Wörter absolut unmöglich zu verwenden. Sie zerstören die Flüssigkeit der Sprache. Ich würde mich bei einem Wort wie „BürgerInnenmeisterInkanditatInnen“ kaum angesprochen fühlen. (bewusst auf andere Art gegendert, damit man den Schwachsinn in diesem Wort erkennt.

Doch sie schließen alle Menschen mit ein, was sie umso erstrebenswerter macht...

Nein. Wenn das Wort „Bürger“ im generischen Maskulinum verwendet wird, dann sind damit ALLE Bürger gemeint. Es tut mir höchst Leid, wenn Menschen sich damit nicht angesprochen fühlen, aber das ist nicht mein Problem. Paradox ist, wieso wieder einmal alles auf das Geschlecht reduziert wird. Nur weil ein Wort nicht weiblich ist, fühlen sich alle Frauen nicht angesprochen? Sprache ist ein wunderbares Mittel zur Kommunikation und dieses wird nur wegen dem Geschlecht eines Wortes verändert?

Dieses ewig gestrige dagegen sein finde ich intolerant, ja fast schon sexistisch/rassistisch. Den moderner bunter Fortschritt lässt sich eben nicht verhindern.

Zu diesem Absatz hat @Winterlimonade schon gut erläutert, wieso so viele Menschen das Gendern ablehnen. Es wird von Toleranz und Inklusion geredet, aber jeder, der nicht der selben Meinung ist, wird nicht toleriert und inkludiert sondern ausgeschlossen und als homophob und sexistisch abgestempelt. Wie ein Wort, dass nicht männlich und weiblich zu gleich ist, rassistisch sein kann, ist mir auch unerklärlich und paradox.

Toleranz gerne - aber nicht auf Kosten der Sprache, die bereits tolerant ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Sehe ich kritisch

Ich bin nicht grundsätzlich dagegen. Gegen die Beidnennung und die Verwendung neutraler Formulierungen habe ich nichts. Solange es mit Sinn und Verstand verwendet wird.

Ich lehne allerdings Gendern mit Sonder- und Satzzeichen ab. Diese Formen sind größtenteils nicht barrierefrei und erschweren das Lesen und das Verstehen von Texten.

Ich selber habe dadurch auch große Probleme beim Erfassen von Texten, da ich auf feste Strukturen beim Lesen angewiesen bin. Jede Veränderung bringt mich aus dem Lesefluss. An gegenderten Wörtern bleibe ich regelrecht hängen, stolpere jedes Mal darüber und muss ständig überlegen, wer der nun gerade gemeint sein soll.

Dass zum Beispiel Stern und Doppelpunkt auch andere Funktionen haben können, irritiert mich noch zusätzlich. Der Doppelpunkt steht ja für nachfolgenden Inhalt, der da nicht vorhanden ist. Der Stern verweist auf eine Fußnote, die da ebenso nicht existiert.

Ich versuche derartige Texte inzwischen zu meiden, da es für mich einfach zu anstrengend ist, das zu lesen. Online kann ich zum Glück ein Plugin nutzen, das gibt mir wieder etwas Normalität zurück. Im Alltag ist es dann leider nicht ganz so einfach. Hier empfinde ich das zum Teil schon als Rücksichtslosigkeit.

Sicher, man möchte alle einschließen und gleich ansprechen. Man vergisst dabei aber einfach diejenigen, die Probleme mit dieser Schreibweise haben können. Das man, wenn man dieses Problem anspricht und dem Gendern ablehnend gegenüber steht, noch als Ewiggestriger, als Boomer, als alter weißer Mann, als rassistisch, sexistisch und intolerant betitelt wird, ist bezeichnend. Wundert mich aber irgendwie in dieser Gesellschaft auch nicht mehr.

Der Doppelpunkt würde gewählt da er besonders barrierefrei ist. Screen-Reader verarbeiten diesen in der Regel als pause bei sprechen (während /, * oder _ alle ausgesprochen werden)

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Sehe ich kritisch

Man versucht mit dem Gendern in erster Linie die Mehrzahl und das generische Maskulinum zu verändern, was völlig unnötig ist, da beide bereits geschlechtsneutral sind und alle umfassen/meinen. Ausserdem will man/erwartet man, dass sich die Sprache von heute auf morgen verändert. Die Genderaktivisten oder auch Befürworter verstehen nicht, dass man Veränderungen nicht erzwingen kann und gerade Veränderungen der Sprache Zeit brauchen. Zudem ist dieses Zwanghafte und überall Gendern ein verhunzen der deutschen Sprache. Und nicht nur das, es liest sich unglaublich mühselig und auch die Ausprache ist ziemlich umständlich.

Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich nur hoffen kann, dass dieses gegendere bald ein Ende hat.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Bin selbst Trans und bi und beschäftige mich damit.
Sehe ich kritisch
Gäst*innen, Ärzt*innen, Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Vorständinnen oder auch Bürger*innenmeister*in*kanditat*innen...

Das kann jeder halten, wie er das für richtig hält - aber bitte dann auch konsequenterweise verwenden:

Terrorist*innen, Vergewaltiger*innen, Möder*innen, Populist*innen, Staatsfeind*innen, Verbrecher*innen, Kinderschänder*innen, Rassist*innen, Betrüger*innen etc.

oder welche Schreibweisen von unzähligen Gender-Varianten man sonst bevorzugt

Sehr beliebt sind auch die Nationalsozialist*innen 😂

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Sehe ich kritisch

Es ist unnötig und verkompliziert nur die Sprache, weshalb es schlecht ist. Die Mehrheit der Bürger lehnt es auch ab, womit klar sein sollte, dass es nicht eingeführt wird. Ich persönlich finde es furchtbar zu lesen oder zu sprechen und habe mir auch angewöhnt, wenn ich hier eine Antwort lese, in der dieser Sprachmissbrauch vorkommt, sie zu überspringen. Natürlich gibts dafür auch niemals ein Danke oder hilfreich von mir.