Warum zerbrechen Online-Bekanntschaften heute so schnell?
Hallo zusammen,
In letzter Zeit frage ich mich oft, warum viele Online-Kontakte so schnell wieder abbrechen. Man lernt neue Leute kennen, versteht sich richtig gut, tauscht sich aus – und plötzlich ist der Kontakt weg. Ohne Streit, ohne Erklärung. Manchmal wird man sogar blockiert, ohne zu wissen, warum.
Früher war das anders. Ich erinnere mich daran, wie ich vor ein paar Jahren meinen besten Freund online kennengelernt habe. Aus einem lockeren Gespräch ist eine echte Freundschaft entstanden, die bis heute hält.
Warum scheint so etwas heute kaum noch möglich zu sein? Sind die Menschen ungeduldiger geworden, oder fehlt einfach die Bereitschaft, sich wirklich auf andere einzulassen?
Mich würde interessieren, wie ihr das erlebt.
6 Antworten
Ich glaube alles ist ein bisschen schnelllebiger geworden.
Ich weiß nur es ist seltener, dass man mal wirklich ins Gespräch kommt aber die Leute online scheinen auch alle nicht mehr wirklich Zeit zu haben fürs "einfach nur" quatschen ohne irgendeine Art von "tun" um sich herum. Es ist als würde man zu Leuten sprechen die sich zur selben Zeit online mit 4 Leuten unterhalten, auf Whatsapp hängen, TikToks gucken und ne Serie schaun. Die Meisten die man heute kennenlernt scheinen nicht mehr wirklich "im Gespräch" zu bleiben und so kann man halt auch keinen wirklich kennenlernen.
Man sucht sowas wie die Nadel im Heuhaufen wenn man ein gutes Gespräch will. Und früher wo es nicht NUR um Erfolg und "machen" ging waren die Leute irgendwie wesentlich chilliger. Und das ganze seh ich auch im echten Leben. Leute die behaupten ihnen wäre dauernd langweilig haben keine Zeit weil sie sich ständig was zu tun suchen.
Ich weiß auch nicht was du unter "online" siehst aber ich verbringe wenn ich online bin meine Zeit eher in Games und da ist das noch potentiert. Es geht nur mehr um Erfolg und nur mehr darum was der andere denkt was man für einen tun kann. Ist da nichts was den Anderen weiterbringt, dann ist man schnell vergessen. Ein Gespräch über Gott und die Welt wird als sinnlos gesehen und so weiter. Der "Mensch" an sich hat an Wichtigkeit verloren was halt ein 1:1 Indikator dafür ist, dass der Mensch sich selbst auch weniger Wichtig nimmt sondern sich nur mehr darüber definiert, was er leisten kann.
Und was noch oben drauf kommt ist das Misstrauen. Seit einigen Jahren konzentrieren sich viele nicht mehr auf Gemeinsamkeiten, sondern suchen mutmaßlich nur noch red flags oder Fehler beim Anderen. Wohin soll das logischerweise führen. Nirgendwohin. Jeder hat Angst zu viel von sich preiszugeben weil der Andere könnte ihn beurteilen oder schlecht über ihn denken oder Fehler finden. Und jeder sucht selbst nichts Anderes. Man entwickelt Angst das Falsche zu sagen, zu viel zu sagen und gleichzeitig sucht man das Falsche im Anderen - die - ganze - Zeit. So lernt man halt Menschen nicht kennen. Es ist unauthentisch und das was nötig ist um irgendeine Art von Nähe zu entwickeln ist schlichtweg nicht da. Verletzlichkeit. Weil jeder Angst hat "falsch" zu sein.
Ich denke da kommen viele Dinge zusammen die sich im Zusammenleben dann einfach nur potentieren.
Ja, das sehe ich auch so. Man sollte sich halt auf Freunde im echten Leben konzentrieren. Es ist oft so unnötig gewesen, jemanden aus dem Internet zu mögen und so viel Zeit zu investieren und am Ende kommt sowas dabei raus. Wahrscheinlich mochten die einen sowieso nie. Im Internet kann man leicht verschwinden und ghosten, ohne es erklären zu müssen, sogar Jahre später.
Online-Bekanntschaften können auch ein Risiko sein. Ein Grund dazu, warum sie heute schnell zerbrechen.
Menschen sind ungeduldiger geworden. Ihr Fokus liegt auf Social Media und viele haben leider nicht mehr die angenehme ruhige Haltung.
Es kommt daher , das jeder nur an dich selbst denkt. Wenn der eine nicht mehr passt, dann weg damit,ohne zu wissen was es mit dem anderen macht. Diese Zeit ist schnell lebigund alles geht schneller, er nicht so ist passt nicht mehr und wird auch als Freund nicht gebraucht.