Wann ist für EUCH jemand integriert?

19 Antworten

Ein Mensch ist in eine Gesellschaft unter folgenden Bedingungen "integriert":

wenn er

  • die Sprache dieser Gesellschaft spricht;
  • um berufliche Qualifizierung bemüht ist;
  • die Gesetze der Gesellschaft anerkennt und befolgt;
  • mit Menschen dieser Gesellschaft Kontakte pflegt, nicht nur mit Menschen der eigenen Herkunftsgruppe;
  • für gewisse Traditionen dieser Gesellschaft Toleranz aufbringt.

Das ist das Wesentliche, das jeder Migrant aus eigener Kraft bzw. mit der entsprechenden notwendigen Hilfestellung der Gesellschaft (Sprachkursangebote, berufliche Qualifizierungsangebote) leisten kann und müsste.

Die Erarbeitung des Lebensunterhalts wäre gewiss wünschenswert. Allerdings kann ein Arbeitgeber nicht gezwungen werden, einen Bewerber einzustellen. Insofern kann es einem Migranten nicht negativ angerechnet werden, wenn er trotz beruflicher Qualifizierungsanstrengungen auf dem Arbeitsmarkt keine Chance erhält. Entsprechend ist die Politik gefragt, für alle schwierig zu vermittelnde Menschen hinreichend entlohnte Arbeitsgelegenheiten zu schaffen.

MfG

Arnold


Das Letzte zuerst: "Reicharbeitsdienst" ? Dann noch etwas zu den 5 Punkten am Anfang: "Integration" ist hier eine politische Keule. Nicht viel mehr, und nicht viel weniger. Darum gehört das Thema bei mir privat in den Bereich "Humor". Merkwürdigerweise kann jemand, der sich nicht zu "integrieren" gedenkt, dennoch alle hier genannten 5 Punkte erfüllen. 

Aber mal im Ernst. Zitat: "ein Mensch ist in eine Gesellschaft ....... 'integriert' ". Ja, eben in eine, in die Deutsche, von heute. In anderen Teilen Europas gibt es Minderheiten, die sind "befriedet", mehr oder weniger. Das sieht dann so ähnlich aus. An anderen Orten, weltweit, gibt es große Unterschiede, zu denen das Schema dieser Expertenantwort kaum passen wird. 

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... wenn eine Kubanerin ihren eigenen Landsleuten nicht mehr über den Weg traut und lieber mit Deutschen zusammen ist...

... Wenn eine Russin im regulären Deutschunterricht immer mit einer 1 nach Hause geht ...

... Wenn ein Iraner lieber hier in Deutschland eine Immobilie kauft, als in seinem Ursprungsland ...

... Wenn ein Lybier mit meiner Frau einen Smalltalk hält ...

... wenn mich ein Türke daran erinnert, dass das Grillen auf dem Balkon verboten ist ...

Sprache ist sicherlich sehr wichtig. Aber ob jemand einen Job hat oder nicht ist aus meiner Sicht eine persönliche Lebensentscheidung. Manche Deutsche scheren sich auch nicht um Arbeit. Warum sollte das ein Kriterum sein? Außerdem ist das volkswirtschaftlich völlig egal. Zudem geht darum, miteinander zu leben. Dann ist jemand integriert und sollte auch in DE bleiben dürfen.

Hallo!

Integriert ist für mich - ich stamme aus 'ner jugoslawischen Familie die ich als "integriert" bezeichnen würde - jemand, der sich um Integration bemüht, bereit ist was dafür zu tun, die Sprache des Landes ohne großen Akzent spricht und sich schriftlich in dieser Sprache gut ausdrücken kann, die Kultur zumindest akzeptiert, sich ihr bzw. den nationalen Gepflogenheiten anpasst und nicht nur zu Landsleuten engere Kontakte/Freundschaften pflegt.

Wer hingegen in einer Art Parallelgesellschaft lebt und noch nicht mal versucht, sich in Deutsch zu artikulieren um vllt. sein Leben lang hier Sozialfall zu werden, bei dem lief mMn i.wann mal was schief :/ Leider ist das im deutschen Sozialsystem auch möglich, wobei solche Fälle dann letztlich doch seltener sind als man es vllt. denkt.

Es gibt auch Menschen die gut integriert sind lange in Deutschland leben und trotzdem einen Akzent besitzen da sie spät angefangen haben deutsch zu lernen.. sind die dann nicht integriert?

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@numchucko

Wage ich nicht zu bezweifeln bzw. ich weiß, dass es die gibt!

Aber da merkt man es an der gesamten Art, dass sie aufgeschlossen sind und wirklich dazugehören möchten bzw. nicht nur unter Landsleuten ihre eigene Kultur weiterpflegen. 

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