Muss man sich wirklich bei Konfessionswechsel neu taufen lassen?

27 Antworten

Neue christliche Religionsgemeinschaft verlangt eine erneute Taufe in ihre Gemeinschaft, obwohl interessiertes potenzielles Neumitglied bereits in anderer Kirche auf gleicher Art getauft wurde.

Ist mir etwas schwammig. Grundsätzluich werden Taufen untereinander anerkannt. aber ...

  • Es gibt Kirchen, die taufen Säuglinge, andere taufen nur Menschen, die das auch wollen,. also bewusst eine Entscheidung für den Glauben getroffen haben. Viele Kirchen der zweiten Gruppe erkennen eine Säuglingstaufe nicht an, verlangen also bei einem Eintritt eine Glaubenstaufe (bzw. den Nachweis, dass das neue Mitglied eine Glaubenstaufe empfangen hat).
  • Kirchen, die nach Mt 28,18-20 auf den Namen des Vaters, des Sohns und des heiligen Geistes taufen, erkennen keine Taufe an, die nicht in diesem Namen gespendet wurde, d.h. eine Taufe von Leuten, die das ablehnen (z.B. ZJ) oder die zwar an Vater, Sohn und Geist glauben, aber nicht unbedingt die trinitarische Formel sprechen, werden als nicht gültig betrachtet.
  • Taufen von Gruppen, die so weit sich vom christlichen Konsens entfernt haben, dass sie nicht mehr als Christen anzusehen sind (z.B. Mormonen) werden nicht als christliche taufe anerkannt.
  • Es gibt Sekten, die wirklich von jedem aus einer andern Konfession eine Taufe fordern.

  • Es gibt doch nur eine Taufe wie Paulus es schreibt.

Nur eine christliche Taufe. In Hbr 6,2 wird die Lehre von den Taufen (so wörtlich im Griechischen) erwähnt, da ist an den Unterschied zwischen der christlichen Taufe und anderen "Taufen" (bzw. Waschungen, "taufen" bedeutete ursprünglich einfach "jmd. untertauchen") gedacht.

Warum diese Exklusivität?

Das musst du schon die Leute fragen, die das in dem Fall, an den du denkst, entschieden haben.

Das musst du schon die Gruppe fragen der du dich anschließen willst. Denn die machen ihre regeln ja selbst.

Paulus hat damit jedenfalls nichts zu tun, weil der ja nicht Mitglied einer Kirche war sondern nur zu den Vorreitern der Christenheit gehörte.

Wenn man Christ ist, dann ist man Katholisch getauft. Wenn man einer anderen Gruppe beitritt, z.b. den Protestanten, dann könnten sie eine weitere Taufe verlangen, weil man sich ja einer anderen Religion angeschlossen hat. Viele denken zwar das Christ=Christ ist, aber das ist nicht so. Alle die nicht zur katholischen Kirche gehören sind auch keine Christen, sondern eher Second-Hand-Christen :D, weil sie einer Gruppe angehören, die sich von der Urkirche abgespalten haben.

Wenn du einer Religion beitreten willst und die wollen das du dich nach ihren Aufnahmeritualen richtest, dann musst du das tun oder kannst nicht beitreten. Wo liegt da also das Problem?

Es gibt Gruppen, wie die Zeugen Jehovas, die eine Erwachsenentaufe nach biblischem Vorbild fordern. Eigentlich nicht verkehrt, weil es meiner Meinung nach falsch ist, ein Kind religiös zu erziehen und ihm die Glaubensrichtung vorherzubestimmen, statt es selbst entscheiden zu lassen. Zeugen Jehovas werben damit, dass dies bei ihnen nicht so ist. Aber bei ihnen findet die gleiche - oder besser gesagt intensivere - Indoktrinierung von Kindern statt. Sie "entscheiden" sich dann selbst für die Taufe, aber auch nur, weil sie das nicht anders kennen und man sie dahin führt. Es ist also kein Unterschied!

Übertritt in die katholische Kirche

Der Übertritt in die katholische Kirche (Konversion) ist eine bewusste Entscheidung dafür, als katholischer Christ den Glauben zu leben und zu feiern. Dafür braucht es eine angemessene Vorbereitungszeit. Deren Dauer ist davon abhängig, wie vertraut der sogenannte Konvertit mit dem Glauben und Leben der katholischen Kirche ist.

Die Gründe für einen Übertritt können sehr vielfältig sein: Anlässe wie Taufen und Eheschließungen, aufkommende Fragen in konfessionsverschiedenen Ehen oder auch das Interesse an theologischen Themen, am katholischen Glauben und seinem Vollzug. Was ist zu tun?

Erste Ansprechpartner sind die katholischen Seelsorger vor Ort. Es liegt nahe, die Priester oder pastoralen Mitarbeiter derjenigen Seelsorgeeinheit aufzusuchen, der man später angehören möchte. Sie begleiten die weiteren Schritte in die katholische Kirche hinein; einschließlich der Formalitäten.

Zu diesen Schritten in die katholische Kirche hinein gehört - individuell abgestimmt - die Teilnahme an einem Glaubenskurs oder der Besuch entsprechender Veranstaltungen über die Gemeinde und Seelsorgeeinheit hinaus. Bei diesen Veranstaltungen und in den Gesprächen mit dem persönlichen Ansprechpartner geht es darum, die Motive des Übertritts, Erwartungen, Ängste und Sorgen zu reflektieren. Fragen, die sich aus dem Konfessionswechsel ergeben, werden ebenso besprochen wie Inhalte des katholischen Glaubens.

Am Ende der Vorbereitung steht die Frage, welchen liturgischen Rahmen der Konfessionswechsel haben kann. Eine "Umtaufe", also eine erneute Taufe bereits Getaufter ist nicht nötig, da es nur ein Sakrament der Taufe gibt. Dieses wird von den christlichen Kirchen gegenseitig anerkannt.

http://kath-muehlhausen.de/html/uebertritt_in_die_kath_kirche820.html?t=

Wenn jemand erkannt hat, was Taufe eigentlich bedeutet, dann wird er wissen, wie er sich verhalten muß. Gottes Wort kennt keinen Konfessionswechsel. Die Spaltungen haben Menschen verursacht...Es heißt Epheser 4 5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,...

Hier, wer sich gerne näher infomieren möchte http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=981

Ich habe mich damals, nach meiner Bekehrung, taufen lassen, obwohl ich durch meine Eltern als Säugling evangelisch getauft wurde...Für mich selber bedeutet es kein Problem, wenn das jemand anders sieht. Die Taufe war und ist für mich ein ganz persönliches Bekenntnis zu meinem Erlöser. Dies wurde mir vorenthalten, durch eine Säuglingstaufe. Auch wollte ich mich nicht mit Unerlösten, aber dennoch getauften Mitläufern, eingereiht wissen.

Aus derselben Einstellung heraus habe auch ich mich als Erwachsener nach meiner Bekehrung taufen lassen. - Die einstige Kindertaufe erfolgte nicht in meinem Namen, ja sogar gegen meine Einstellung beim Heranwachsen. Darum war es nur recht und billig, mich als bekehrter und "wiedergeborener" Christ nach meinem Verständnis der Heiligen Schrift taufen zu lassen. Wenn es falsch war möge mir der Herr verzeihen. - Auf die Regeln der Kirche dazu, was zulässig ist, "pfeife" ich im Zweifelsfall.

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Im Glaubensbekenntnis heißt es: "Wir bekennen die eine Taufe" - eigentlich ist es schon seit dem 4. Jahrhundert klar, dass man nur einmal getauft werden muss. Aber manchen Gruppierungen fällt ständig was Neues ein.

Um es klar zu sagen: Wer eine zweite Taufe verlangt, steht außerhalb des christlichen Glaubensbekenntnisses.

Wer eine zweite Taufe verlangt, steht außerhalb des christlichen Glaubensbekenntnisses.

Tut mir leid, dass ich dir in diesem Punkte teilweise widersprechen muss. Richtig ist aus meiner Sicht deine Argumentation nur für eine "verlangte zweite Taufe". Ansonsten verhält es sich eher umgekehrt. Wer eine "Kindertaufe" praktiziert verhält sich unchristlich, weil auch unbiblisch.

Ich weiß, ein uraltes Streitthema. Ich will es auch nicht überbewerten, denn wichtiger als alle Tauferei ist immer der Glaube selbst. - Die Taufe ist "nur" ein Folgeschritt und Ritual, wobei wir wieder bei dem Grundsatzdisput angelangt wären, ob nun die Passivtaufe an einem unmündigen, ungläubigen Kind richtig sein kann, oder nicht.

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@homme

"Wer eine "Kindertaufe" praktiziert verhält sich unchristlich, weil auch unbiblisch."

Die Interpretation, dass eine wortwörtliche Auslegung der (nachgewiesenermaßen) in unterschiedlichen historischen Kontexten von Menschen er- und zusammengestellten Schriften der "Bibel" "christlich" sei und alles andere nicht ist eine Glaubensfrage, die vor allem fundamentalistische christliche Gruppen vertreten.

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@scben

@scben

So wie du den Begriff "fundamentalistische christliche Gruppen" verwendest kann er nur negativ gemeint sein. - Würdest du dann den Begriff "antifundamentale christliche Gruppen" für die Christenheit positiv und repräsentativer besetzen? - Oder sollte man sie einfach "liberal" nennen und damit verwässert wie inzwischen unsere FDP?

Ich bleibe dabei, wer unmündige Kinder tauft, versündigt sich an ihnen, weil es bei ihnen im Erwachsenstadium vielfach zu einer falschen Glaubenserwartung und -einstellung führt.

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@homme

Das ist gelinde gesagt nur Unsinn !

Gute Nacht zusammen ..

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@homme

homme: deine Antwort finde ich sehr gut und schliesse mich hier völlig an. Kirchen als anti-fundamentalistiche Gruppen zu bezeichnen ist gut!
Hier wird ja tatsächlich letztlich oft überkritischer und gleichzeitig kraftloser Relativismus bzw. Skeptizismus gelehrt. Dies trifft vor allem auf den Protestantismus zu. Die Katholiken sind ja auch eher auf der fundamentalistischen Seite zu finden ( bei der Taufe aber natürlch nicht - Menschenfang im Babyalter ist für sie doch einfacher als Belehrung Erwachsener und dann erst Taufe ) .

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@Waldem

Kirchen als anti-fundamentalistiche Gruppen zu bezeichnen ist gut!

Das ist doch absurd. Religionen sind doch immer fundamentalistisch. Sie haben doch eine feste Lehre nach der sie sich richten und von der sie selbst dann nicht abweichen, wenn man ihnen beweisen kann, dass darin enthaltene Dinge falsch sind. Wie würdest du das nennen wenn nicht fundamentalistisch?

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@Waldem

Menschenfang im Babyalter ist für sie doch einfacher als Belehrung Erwachsener und dann erst Taufe ) .

Mal sehen was hier die schrift dazu sagt:

Matthäus - Kapitel 7 Vom Richtgeist 1 Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. (Römer 2.1) (1. Korinther 4.5) 2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. (Markus 4.24) 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

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