Kann die AfD ihre Potsdam-Konferenz überleben?

6 Antworten

Wir wissen ja noch gar nicht was bei der Konferenz beschlossen wurde. Bekannt wurde ja nur das Thema. War ja auch nichts offizielles und wird auch keinen Einfluss aufs Programm haben. Wird aber alles von der politischen Konkurenz aufgebauscht.

Aber andere Parteien haben schon viel Schlimmeres überlebt.

So schlug eine Linke mal bei einem Parteitag vor das reichste 1% der Bevölkerung zu erschießen, und der Parteivorsitzende hat im Gegenzug dazu gesagt dass er die lieber einer "nützlichen Verwendung zuführen" will. Was die Bedeutung hat sie ins Arbeitslager zu stecken.
Die Grünen haben auch immer noch ihren Daniel C-B der schon berichtet, und auch ein Buch darüber geschrieben hat, wie er sexuelle Handlungen mit Kleinkindern begangen hat.
Und dass eine grüne Landessprecherin vor ein paar Tagen einen 80jährigen Mann mit anderer Meinung die Treppe hinunter gestoßen hat wird da wohl auch nicht schaden.

Ich glaube tatsächlich, dass der mediale und öffentliche Umgang mit diesem Thema die AFD stärkt.

  1. unterstellt man ihr Vorhaben schon allein deshalb nicht haben kann, weil sie von vielen Menschen mit Migrationshintergrund gewählt wird. Die AFD kann sich also beruhigt zurücklehnen und sagen: „Ihr seht doch, dass nur Lügen über uns verbreitet werden“. (Das Schlimme ist, dass damit auch alle Warnungen vor den wirklichen Gefahren, die von dieser Partei ausgehen, relativiert werden).
  2. Die Demonstrationen halte ich für absolut kontraproduktiv, und habe versucht, alle Menschen, die ich kenne, davon abzuhalten. Sie verstärken nämlich das Gefühl der AFD-Mitglieder, die Opfer einer Kampagne zu sein. Sie werden normalen Argumenten immer weniger zugänglich.

Leider gibt mir die Entwicklung der Mitgliederzahlen der AFD recht. In den letzten Wochen hat es über 1000 neue Mitgliedsanträge erhalten.

Wer die AFD ernsthaft „bekämpfen“ will , der sollte sich diese Reportage von der ARD anschauen:

https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/wir-waren-in-der-afd-aussteiger-berichten/das-erste/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MTA2MC8yMDI0MDExODIyNTAvcmVwb3J0YWdlLWRva3UtaW0tZXJzdGVuLTM1Ng

Ohne Verbot wird das nichts mit dem "Bekämpfen". Inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass Reden und Protest noch was bringen. Wenn schon Politik-Experten diese Demos schlecht finden, dann gute Nacht, Demokratie.

Es ist schon zu spät. Nur noch ein Verbot könnte vielleicht noch helfen.

Die USA sind schon einen Schritt vor der Diktatur (mit Ankündigung), aber sie trauen sich nicht, Trump von den Wahlen auszuschließen. Das kann nicht gut ausgehen, noch einmal werde ich Trump nicht unterschätzen.

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@OlliBjoern

Verbote bringen garnichts! Selbst wenn das durchgeht, sammeln sich die gleichen Leute unter anderem Namen.

Schau Dir mal die Doku an. Dort zeigen die ex-AfDler Möglichkeiten auf, Wähler zurückzubringen.

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@OlliBjoern

USA und Diktatur mit Trump? Ich weis nicht wer so etwas verbreitet. Was den Europäern insbesondere unseren Politikern stört sind die Migrationsfragen.

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AFD ihre Potsdamkonferenz? Das war keine AFD Konferenz. 2 AFD Leute und welche von der CDU waren da mit Rechtsradikalen zusammengekommen.

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Von Experte OlliBjoern bestätigt

Das zu beurteilen, dazu ist es zu früh.

In den ersten Umfragen hat die AfD 2% bis 2,5% verloren. Sie ist teilweise auf 19% zurückgefallen. Das ist bemerkenswert, aber zu wenig um von einem Einbruch zu sprechen.

Die AfD war mehrere Wochen in einer Art Schockzustand und entsprechend wirr ging es zu. Einige dementierten, einige bestätigten die Pläne. Gerade dass die Pläne bestätigt wurden, bedeutet, dass es sie gibt.

Höcke und einige weitere versteifen sich darauf, die Demonstranten zu delegitimieren. Höcke bezeichnet das alles als Nazi-Aufmärsche.

Die Effekte, die sie damit erzielen, sind aber völlig anders. Sie stacheln die Demonstranten an, durchzuhalten und immer weiter auf Demos zu gehen. Sie stacheln bisherige schweigende Menschen an, sich zu beteiligen und sie machen sich teils selbst lächerlich (Absurde Verständnisprobleme zu Perspektiven usw.).

Die Frage ist entscheidend in der Richtung, inwieweit man diejenigen, die bisher mit "Das sind keine Nazis" ihr Gewissen beruhigten, erreicht. Wenn die Wählergunst weiter wegbricht, befindet sich die AfD erstmals richtig auf einem Abflug. Beim letzten Mal (nach 2017 von 18% auf 10% geschrumpft) gab es eine Art Burgfrieden. Auch weil Höcke mit seinem Flügel noch nicht die Macht innerhalb der AfD gefestigt hatte.

Inzwischen ist da aber kein Gemäßigter mehr übrig. Die AfD besteht aus "rechtsnationalen" (also Neonazis usw.) und reinen Machtpolitikern. Sie alle eint der Wille, die Macht zu ergreifen. Je mehr dieser Wille zur Utopie wird, desto größer könnten die Gräben innerhalb der AfD werden, da sie viele extremistische Richtungen vereinen will, die sich normalerweise spinnefeind wären. Mäßigung nimmt ihr niemand ab und das werden die Kräfte um Höcke auch nicht zulassen.

Ob es so kommt, werden wir sehen. Interessanterweise könnte BSW davon massiv profitieren, da sie Protestler abgreifen kann, aber nicht zeitgleich ihr Potsdam erlebt hat.

In einem Monat wissen wir mehr.

Davon gehe ich aus. Für nicht wenige Wähler der AfD sind die dort diskutierten Verfassungsbrüche ein fester Bestandteil ihrer politischen Zukunftshoffnungen.

Es wird ihr aber ein noch schlechteres Ansehen einbringen. Alle Hoffnungen auf einen Zusammenbruch der "Brandmauer" sind m.E. hinfällig. Die AfD wird sich noch mehr zu einer Partei der Außenseiter entwickeln.

Ja natürlich. Das stärkt ihre Opferrolle. Die arme AFD muß beschützt werden, sonst geht nämlich die Welt unter. Außerdem war kaum einer von der AFD dort dabei. Das scheint nur so. Hast du noch nie etwas von der Lügenpresse gehört?

Würde lieber mit nein antworten, das ist jedoch Wunschdenken.

Ein Fünkchen scheint mir neu entfacht. Jetzt wird langsam auch die Wirtschaft munter. Wer will dort arbeiten, wo die Rechten das Sagen haben? Wo man auf bunte Arbeitskräfte angewiesen ist? Wo man weltweit vernetzt ist und fleißig exportiert? Ich hoffe, daß die Sorge um den Arbeitskräftemangel noch größer wird und die Rufe der Wirtschaft lauter werden.