Ich hatte eine Nervenzusammenbruch- Studium abbrechen?

9 Antworten

Guten Morgen.

Erstmal: Don't worry! Bitte. Verzweiflung im ersten Semester ist nichts Ungewöhnliches, da können dir meine Kommilitonen und ich ein Lied von singen. Mittlerweile konne ich Montag ins vierte Semester und ich liebe mein Studium. Und ja, auch ich habe im ersten Semester einen Nervenzusammenbruch gehabt und darüber nachgedacht, mein Studium zu schmeißen (wobei ich natürlich wusste, dass ich das nie tun würde). Diese Gedanken sind – gerade im ersten Semester! – komplett normal :)

Die Klausuren sind schon eine komplette Überforderung und bei den Hausarbeiten sieht es meist nicht besser aus, da man sowas in der Schule noch nie gemacht hat. Man wurde zwar vom Wissen her auf die Uni vorbereitet, vom Studium her jedoch nicht. In der Uni muss man eben Zeitmanagement und das Lernen erst lernen. Das kann auch schon ein paar Semester (bei mir waren es zwei, einige Kommilitonen kriegen es immer noch nicht hin) in Anspruch nehmen. Wichtig ist, dass man sich davon nicht entmutigen lässt und sich sein Ziel klar vor Augen führt.

Während ich im ersten Semester mit dem Lernen komplett überfordert war und eher mittelmäßige Noten einstrich, kann ich mich dieses Semester über (sehr) gute Noten freuen. Ich weiß nun etwa, wie ich in meinen Fächern lernen muss und wie ich mich zu strukturieren habe, dass ich mein Pensum auch schaffe.

Ich würde an deiner Stelle das Gespräch mit den Dozenten suchen. Es klingt komisch, aber oft können die einem mehr helfen als man denkt. Sind gute Noten echt so wichtig für dein Studium? Falls nicht, fahre einen Gang zurück. Falls doch, dann gib' nicht auf. Denn meist kommen die guten Noten von allein, wenn man weiß, wie das Ganze abläuft, wie man lernen muss, wie man eine Hausarbeit schreibt und so weiter.

Also: Wenn du wirklich für dein Studium brennst und in diesem Bereich arbeiten willst, dann Zähne zusammen und durch. Geh zu deinen Dozenten, erkläre ihnen die Situation (falls es Probleme gibt) oder geh in die Studienberatung, falls auch Fernunis so etwas anbieten. Ich bin mie sicher, dass ihr eine Lösung findet.

Viel Erfolg beim weiteren Studium!

LG

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für die aufbauenden Worte. Ich glaube, dass was mich in den Wahnsinn getrieben hat ist, dass ich nun formale Fehler in der Arbeit habe nur weil mir die Zeit nicht mehr gereicht hat. Wie erwähnt habe ich mich dazu drängen lassen jemandem zu helfen und hab mir einreden lassen ich würde meine eigene Hausarbeit noch schaffen. Ein Fehler. Jetzt bin ich so dermaßen überarbeitet, dass ich keine Nerven für die zweite Hausarbeit habe. Ich hab die ganze Zeit Schwindel und ich denke das kommt vom psychischen Stress. Es ist übrigens mein Zweitstudium (master). Allerdings waren Hausarbeiten kein großes Thema beim Erststudium, weil wir oft nur Klausuren und mündliche, sowie praktische Prüfungen hatten. Damals schon hat niemand gezeigt wie man eine Hausarbeit schreibt. Ich wollte gleich zu Beginn gute Noten aber das wars wohl. Vielleicht sind gute Noten wirklich nicht so wichtig bei diesem Studiengang im Gegensatz zu bwl.

Ich versuche nun runter zu kommen und das nächste Semester alles besser zu machen. Ich hoffe auch, dass die Noten von diesem Semester nicht zu schlecht ausfallen. Wahrscheinlich muss ich mich nun auch gegen andere abgrenzen. Mich sollten nur meine eigenen Probleme interessieren.

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Es gibt bei deiner Schilderung mehrere Ansätze:

  • Ein Fernstudium verlangt eine ganze Menge Disziplin, ich gab das selbst schon hinter mir. Die Freiheit und Flexibilität, die man dadurch in der Zeiteinteilung und Auswahl der Reihenfolge hat, will klug genutzt sein. Im Endeffekt muss man diese Freiheit auch aushalten können. Mach dir einen Lernplan, bis wann welcher Inhalt zu sitzen hat.
  • Bist du für deinen Studiengang geeignet bzw. hast du daran Interesse oder machst du das nur, weil der Bereich zukunftssicher ist / einen guten Ruf hat / man im Beruf gutes Geld verdient? Der zweite Ansatz wird nicht zum Erfolg führen.
  • Klare Abgrenzung zu irgendwelchen Familienthemen. Dich sollten nur deine aktuellen Probleme beschäftigen, denn die gibt es. Um diese zu lösen, brauchst du deine Energie schon selbst.
  • Überprüfe die Erwartungen, die du an dich stellst. Wenn ich mich jedes Mal, wo ich länger als sonst für etwas gebraucht habe, selbst fertig gemacht hätte, wäre ich wohl zwischenzeitlich von der Brücke gehüpft. Wichtig ist, das Warum zu ergründen: Komplexität des Themas unterschätzt, zu viel Ablenkung, was auch immer.

Und lass dir eins gesagt sein: Auch ohne Studium findet man gute Jobs. Denn die Qualität einer Arbeitsstelle schlägt sich nicht primär im Geldbeutel nieder.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – verschiedene Weiterbildungen über Fernstudium abgeschlossen

Genau darum geht es doch aber im Studium!

Du sollst lernen dich selbstständig in komplexe Fragenstellungen einzulesen. Nichts anderes wird deine Abschlussarbeit sein! Da wird dir meist keiner den direkten Weg weisen. Und dass du ein Problem damit hast Literatur auf Englisch zu lesen soll wohl ein Witz sein? Gute Englisch-Kenntnisse setzt man einfach bei einem Studierenden voraus.

Solche Phasen in denen man nicht wirklich voran kommt sind normal. Wichtig ist dran zu bleiben. Wenn du aber wirklich nicht damit klar kommst und bereits jetzt ernsthaft gefrustet bist, solltest du überlegen ob ein Studium wirklich was für dich ist.

Die schlechte Betreuung und die fehlende Hilfe, der fehlende Austausch und die insgesamt relativ mäßigen erfolgsaussichten sind typisch für Fernstudien. Ich weiß nicht genau, was du studierst und ich weiß nicht genau wo du wohnst, aber ich kann dir immer nur zu einem Präsenzstudium raten.

Besonders kommerzielle Anbieter verkaufen in erster Linie und beraten erst in zweiter Linie.

Regelstudienzeit ist kein Gesetz, kenne viele die mit 28Jahren also sprich nach 8Jahren deutlich leichtere studiengänge abschließen, manche schaffen in der zeit auch zwei studien oder der andere wird jurist... nimm dir die zeit die du brauchst, wenn du das nicht kannst solltest du es sein lassen, schlechte noten sind denke aber nicht so schlimm, im enteffekt sitzt im bewerbungsperson immernoch eine person dir gegenüber und die gilt es zu überzeugen, somit ist dies nicht alles

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