Wie kann Materie überhaupt unser Bewusstsein erzeugen?

49 Antworten

Gute Frage...Ich glaube nur es gibt auch eine ganze Reihe von Leuten, die deine Frage in der Tiefe nicht verstehen und aus Unwissenheit falsche Antworten geben. Ich führte (als Laie) über drei Jahre lang Diskussionen mit Fachleuten, die ich zufällig kenne - klug bin ich dennoch nicht draus geworden.

Die Thematik die du ansprichst ist seit Jahrtausenden als "Leib-Seele Problem" bekannt.

So eine Diskussion hier anzufangen ist im Grunde sinnlos, da die Wissenschafter der verschiedenen Lager auf genau ihrer Meinung beharren und unbeweglich sind. Ich habe selbst relativ viel (ernsthafte) philosophische Literatur darüber gelesen und kann dir versichern, dass das Rätsel weiterhin ungelöst ist. Leider kann auch niemand sagen, wie eine Antwort auf die Frage überhaupt beschaffen sein müsste, um das Problem ein für alle mal zu lösen.

Vereinfacht:

Auf der einen Seite stehen die Neurologen und Hirnforscher, die Phänomene des Bewusstseins nicht bloß auf Aktivierungsvorgänge im Gehirn zurückführen, sondern die Meinung vertreten, dass beide Erscheinungen sogar identisch sind.

Auf der anderen Seite gibt es wiederum nicht wenige Wissenschafter, die der festen Überzeugung sind, dass man das Thema Bewusstsein niemals erklären können wird, da der menschliche Geist dafür zu schmalspurig ist.

Texte die ich las und für Nicht-Spezialisten als gut fand waren u.A:

  • Searle, John. R. (1980) Minds, brains, and programs. Behavioral and Brain Sciences 3 (3): 417-457
  • Materialism and Qualia: The explanatory Gap (Joseph Levine)
  • THE CHARACTER OF MIND (Colin McGinn)
  • Wie kommt der Geist in die Materie (Colin McGinn)
  • Bieri, Peter: Was macht Bewußtsein zu einem Rätsel?. In W. Singer (Hrsg.) 1994: Gehirn und Bewusstsein. Heidelberg, Spektrum. S.172-180
  • Ich ist nicht Gehirn: Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert; Gabriel, Markus
  • Erwin Schrödinger: Geist und Materie
  • Wie frei sind wir?: Das Determinismus-Problem; Ted Honderich
  • Computerdenken; Roger Penrose
  • Philosophie des Geistes: Eine Einführung; Ian Ravenscroft
  • Das Leib-Seele-Problem: Eine Einführung in die Philosophie des Geistes; Ansgar Beckermann
    Die Auswahl ist Geschmackssache. Meine eigene Meinung zählt hier nichts. 
    Aber ich möchte dich dennoch warnen vor den Anhängern der Neurowissenschaften, die meinen, hier bereits alles zu wissen. Die Hirnforschung ist sicher eine faszinierende Disziplin. Ohne diese Wissenschaft nun schlecht machen zu wollen, findet man hier allerdings keine Antworten darauf, was "Bewusstsein" ist und wie es aus materiellen Phänomenen hervorgeht. Diese Leute sprechen dann vom Prinzip der "Emergenz", ohne jedoch näher definieren zu können, was damit genau gemeint sein soll. 
    Auch jemand der Bewusstsein mit einem Computerprogramm vergleicht, hat den Kern der Frage nicht verstanden: Computer haben (wahrscheinlich) kein Bewusstsein. Andererseits haben wir auch kein Kriterium, um Bewusstsein als solches einem "Wesen" überhaupt eindeutig zuschreiben zu können (Chinesisches Zimmer, siehe erstes Zitat)
    Es kann durchaus sein, dass diese Frage nie gelöst werden wird. Trotzdem ist das kein Grund, an einen Gott zu glauben...wir sind als Menschen einfach beschränkt, und können nicht alles wissen, da unser Denkapparat für das Überleben in freier Natur und das Sichern der Spezies ausgelegt ist. Wir haben noch immer das Gehirn eines Neandertalers und leben ganz gut damit - vergiss das nicht !
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Auch jemand der Bewusstsein mit einem Computerprogramm vergleicht, hat den Kern der Frage nicht verstanden

Also in meiner Ausgabe von GF steht ganz oben:

"Wie kann Materie überhaupt unser Bewusstsein erzeugen?"

Von "Leib" und "Seele" ist da nichts zu lesen.

Das Beispiel, wie (sehr viele) primitive Transistoren bereits unglaublich komplexe Strukturen und Vorgänge erzeugen können, finde ich gerade deshalb sehr anschaulich, weil dem Computer eben kein Bewusstsein zugestanden wird.

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Einige gute Ansätze von Dir, welche - ehrlicherweise - die fundamentalen Fragen weiterhin offen lassen.

Das Phänomen "Gott" ist reales, formloses (Bewusst-)SEIN. ES lässt sich wissen, ohne dabei religiös-gläubig zu sein.

Gott teilt sich mit, indem man sich "ihm" innerlich gedankenlos eröffnet. Den "Schlüssel" dafür bildet im Weltlichen die Fühlbarkeit gedankenloser Stille.

Du wirst dazu nun auch nicht viel wissender sein wie zuvor, weil Du den Weg zu Gott durch "nur" - sicher seriöses, rationales - Denken nicht finden kannst.

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@AllesLiebe12

Danke für die Antwort. Ehrlich gesagt finde ich die Frage ziemlich spannend, die Frage nach einem "Gott" aber eher müssig, da sich dieser Begriff nicht wissenschaftlich einordnen lässt und daher aus meiner Sicht nichts zur Frage beiträgt.

Egal ob Gott oder nicht Gott: Ich finde es spannend, dass es Grenz-Fragen gibt, die man wohl nie beantworten kann...

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Das Bewusstsein ist schon eine sehr hohe Stufe, über die du dir Gedanken machst. Es ist überhaupt verblüffend, dass es Lebewesen gibt. Dort könnte man auch schon fragen, ob jedes Lebewesen agiert oder nur das Resultat auf bestimmter Weise interagierender Atome ist. Am Ende unterliegt jeder Prozess, jede Veränderung in unserer Welt physikalischen Gesetzen.

Ich denke, dass du wahrscheinlich mit deiner Frage darauf hinaus willst, dass es eine spirituelle Welt geben muss. Hier reicht mir allerdings nicht die Begründung, dass sich manches nicht anders erklären lässt. Da bin ich, auch in nichttheologischen Bereichen, ein Agnostiker. Bei einem Stimmzettel würde ich jedoch "nein" ankreuzen.

Manche meinen, dass ein System (z.B. Gehirn) Bewusstsein erzeugen kann, wenn die Beziehungen seiner Teile  zueinander eine gewisse Komplexitätsgrenze überschreiten, andere trennen Soma und Bewusstsein voneinander. Genau weiß es keiner. Und bei vielen spielt auch noch eine Menge esoterischer Unsinn mit, wenn sie dieses Mysterium zu ergründen versuchen.

Ich glaube, dass Leben eine solche dynamische Kraft hat, zur Existenz zu erwachen, dass es überall dort entsteht, wo es überhaupt auch nur im Ansatz möglich ist – welcher materiellen Ressourcen es sich dabei bedient, ist zweirangig.

Natürlich ist Leben noch kein Bewusstsein, eine Amöbe hat kein Bewusstsein, obwohl sie lebt. Aber in jedem Funken Leben steckt auch die Möglichkeit zur Bewusstseinflamme emporzulodern, es muss nur jemand in die Asche blasen.

Aber wer bläst? Das ist die bisher ungelöste Frage.


Wie entstand aus unbelebter Materie lebende Wesen?

!? wie entstand den aus Materie Lebewesen die denken und fühlen können? Oder ist alles Materie dass erst durch Wechselwirkungen fühlen und denken können? Denn alles passiert ja im Gehirn. Kleine Elektrische Ströme, Hormone, dies das.

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Wenn mein Gehirn ein Bewusstsein in sich selbst schafft dann bin doch alles was existiert also bin ich Gott?

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Umfrage: Glaubt ihr persönlich daran, eine Seele zu besitzen?

Man müsste doch durch persönliches 

Erleben/Empfinden eigentlich WISSEN, dass man einen immateriellen Geist 

besitzt, eine "Bewusstseins-Einheit", die man auch als Seele 

bezeichnen könnte. 

Doch warum bestreiten das dann so viele?

Bei seelenlosen künstlichen Intelligenzen würde dieses 

Unverständnis ja noch Sinn ergeben, weil es da tatsächlich 

kein echtes Bewusstsein gibt, 

doch bei bewusst erlebenden Menschen scheint mir diese Einstellung ein Rätsel zu sein (ich wäre auch jedem der absolut so denkt, dankbar zu erklären WARUM man so denkt!) wie sollen bitte Materie und elektrische Ströme - und seien sie auch noch so komplex - bitte aus dem "Nichts" heraus ECHTES Bewusstsein erzeugen?  

Aufgrund von Ursache und Wirkung - und dem infiniten Regress 

könnte doch die Materie gar nicht der Primus sein, 

sondern der (wissenschaftlich noch nicht fassbare) Geist an sich müsste dies in welcher Form auch immer sein. 

Andersherum KANN also kein echtes Bewusstsein enstehen, 

schon gar nicht durch evolutiven Zufall - und auch 

nicht durch "Emergenz", die ja bei fast allen fehlenden 

Erklärungen als Totschlagargument herhalten muss.

Emergenz kann zwar extrem komplexe "geistlose" Phänomene erklären, doch 

bei der Entstehung auch nur eines Fünkchen echten Bewusstseins 

versagt auch diese total, denn Multiplikationen mit 0 

bleiben stets 0, das ist Fakt!

Womöglich denken jetzt einige, dass ich die Umfrage mit diesem Text beeinflusse, doch ich möchte lediglich dafür sorgen, die Abstimmung noch einmal genau zu überdenken - von ALLEN Perspektiven.

Also, wie denkt ihr darüber? Meint ihr, eine immaterielle Seele zu besitzen oder nicht?

Vielen Dank für jede Teilnahme, sehr gerne auch mit ausführlicher Erläuterung zu eurer Meinung! :-)

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Was macht uns lebendig?

Ich habe mal überlegt, was der Sinn des Lebens ist und dabei habe ich herausgefunden, dass die Gefühle das Wichtigste im Leben sind.

Die Gefühle sind das Ziel von allen Taten. Aber was sind denn die Gefühle wirklich? Ich habe mal gelesen, dass man bei einer künstlichen Intelligenz keine Gefühle einprogrammieren kann. Wenn man eine künstliche Intelligenz baut, dann sind ihre Gefühle nicht echt, sondern es sind nur Simulationen. Nur die natürliche Intelligenz kann wahre Gefühle haben. Was ist denn an der natürlichen Intelligenz so besonders, dass nur sie echte Gefühle haben kann?

In der Medizin werden Gefühle von einer bestimmten Anordnung von Neuronen erzeugt und im Computer ist es eine bestimmte Anordnung von Zahlen, aber das passt nicht zusammen. Vielleicht hat der Mensch eine Seele oder einen Thetan, der uns wirklich lebendig macht. Vielleicht werden die echten Gefühle von unserer Seele oder Thetan wahrgenommen. Materie kann kein Bewusstsein haben, vielleicht macht uns eine Seele oder ein Thetan wirklich lebendig.

Vielleicht ist das Gehirn auch nur wie ein Kreislauf aus Neuronen, dort kommen auch die Ganzen Signale von der Außenwelt herein, zB.: Schmerz oder das Sehen und das Gehirn ist so komplex, dass wir uns wirklich vorstellen, dass wir auf der Welt existieren.

Vielleicht sind wir keine Seele oder Thetan sondern nur sie Signale von unseren Neuronen, wir sind nur Elektrizität. Sind unsere Gefühle und das was uns wirklich lebendig macht, also dass wir keine Maschinen sind nur Neuronen oder gibt es eine Seele oder Thetan?

Die Antwort auf die Frage ist wirklich wichtig. Sie würde die ganze Wissenschaft verändern. Die Antwort ob man eine Seele oder ein Thetan ist oder die Neuronen, zwei ganz verschiedene. Wenn die Antwort auf die Frage falsch ist würde man wirklich etwas ganz falsches denken.

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Materie und Energie - Gibt es einen Anfang wo es kein Ende gibt?

Ich wüßte gerne eure Meinung zu einem Thema dass im Kern vermutlich so alt ist wie alle Religionen auf diesem Planeten und dass einem einige Kopfschmerzen bereiten kann: Die Frage nach dem Uhrsprung der Materie in unserem Universum...

Diese eine ungeklärte Frage ist der einzige verbleibende Grundpfeiler der Abendländischen Religionen - Ist es nicht aber so dass diese Frage sich eigentlich garnicht stellt?

Ich meine: wir können beobachten dass Materie und Energie unvergänglich sind... sie verschwinden niemals, verändern ihre Form, hören aber niemals auf zu existieren. Macht dass einen Akt der Schöpfung nicht überflüssig? Warum sollte etwaß das kein Ende hatt einen Anfang haben?

Entspringt diese Vorstellung nicht bloß unserer eigenen Sterblichkeit... wobei wir ja selbst nur eine Form sind zu der sich Materie und Energie zusammenschließen? Wir wenden also die selben Regeln für eine Form (waß an sich schon etwaß rein subjektives ist) an, wie für die Bausteine aus der sie besteht...

Mit diesem Wissen - ergibt da die Frage nach einem Uhrsprung überhaupt noch einen Sinn? Wie seht ihr dass? Wie sehen eure bisherigen Gedanken zu dieser Frage aus? =)

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Könnte es sein, dass die Seele des Menschen ein kleines Schwarzes Loch ist?

Vielleicht sitzt im Gehirn des Menschen ein sehr kleines schwarzes Loch, das die Seele, den Geist des Menschen ausmacht, denn die Ähnlichkeiten sind doch vorhanden:

Alles fällt ins Bewusstsein des Menschen, sinkt bis ins Unbewusste, jede Erfahrung, jeder Sinneseindruck, Informationen, Materie und Licht und werden aufgesogen durch den Geist, gehen ins Innerste der Seele, wo die Zeit sozusagen stillsteht.

Versucht man den Geist des Menschen zu entdecken, zu sehen, so ist das unmöglich. Man kann nur indirekt auf ihn schließen. Das meiste verschwindet dort für immer, kann nicht reproduziert werden. Nach außen dringt nur unwesentliches Zeug.

Oder man lernt etwas und hat es bald darauf für immer vergessen. Man hat einen Gedanken, ein Gefühl, will es ausdrücken und kann es nicht, es kommt oft nur Blödsinn hervor wie bei einem Schwarzen Loch, das noch an den Rändern die Materie ein letztes Mal aufleuchten lässt, bevor es sie verschlingt.

Hat man etwas Wirkliches erkannt, so kann man es nicht sagen, nicht ausdrücken, das Gesagte bleibt immer weit hinter dem Gedachten und Gefühlten zurück. Man meint, die Menschen könnten eigentlich in der Regel intelligenter reden, doch es kommt nur Quatsch aus ihrem Mund.

Das Ego des Menschen verhält sich auch nach außen wie ein Schwarzes Loch, es will immer nur haben und nichts geben. Es will fressen, alles verschlingen, wachsen, mächtiger werden ohne Rücksicht.

Das Schwarze Loch verändert, krümmt die Struktur der Raumzeit, und auch das Ich biegt sich die Wirklichkeit nach seinen Maßen zurecht, macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt.

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