Was tun gegen Geltungssucht, Eitelkeit und Überlegenheitsdrang?

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26 Antworten

Hast du vor deiner "Weiterbildungsphase" Aufmerksamkeit bekommen?

Es klingt fast ein wenig, als hättest du das Gefühl, nur dann Aufmerksamkeit, Bestätigung, Wertschätzung zu bekommen, wenn du etwas leistest, vollbringst, besser bis als andere.

Von diesem inneren Zwang kommt man nur sehr schwer los. Es hilft allerdings, wenn du dir Beschäftungen suchst, bei denen du dich nicht dauernd mit anderen vergleichst. Das ist heutzuage natürlich nicht mehr so leicht, gerade weil man im Interne über jedes Hobby, jede Beschäftigung Unmengen an Informationen findet - meist von Leuten, die das seit Ewigkeiten tun und richtig gut sind.

Lern, dich vor allem selbst zu bewerten, statt dich dauernd mit anderen zu vergleichen. Klar, so lange du zur Schule gehst, studierst etc. wirst du immer auch Feedback für deine Leistungen bekommen, da ist es aber auch wichtig, damit du keine Fehler machst. Lerne, die Bereiche, in denen du Vollgas geben musst von denen zu unterscheiden, bei denen das Ergebnis egal ist, so lange es dir gefällt.

Wenn dir dann auch noch dein eigener Perfekionismus im Weg steht, gib dir neue Aufgaben. Der Perfektionist verzettelt sich gerne, suhlt sich in Selbstkasteiung, wenn etwas nicht funktioniert. Gib dir neben einer Aufgabe ein Zeitlimit, in dem etwas geschafft sein muss und lerne dann, mit den kleinen Unzulänglichkeiten zu leben. Nicht weil du es nicht besser könntest, sondern weil eben im Rahmen der Möglichkeiten nicht mehr drin ist. Stell dir auch die Frage: "Merkt das außer mir noch jemand?"

Lerne, deine eigene Leistung zu schätzen, ohne sie mit der anderer zu vergleichen.

Ich würde mir die Frage stellen "warum bin ich so extrem abhängig vom Lob anderer?".

Meistens sitzt die Antwort ganz tief drinne - sozusagen beim "inneren Kind".

Ich selbst bin ja absolut kein Freund des Lobens. Es ist in meinen Augen hierarchisch sowie (subtil) manipulierend. Freude darüber zeigen, was dem anderen (eventuell unter großer Mühe) gelungen ist, ist mehr mein Ding.

Dein Beitrag hat für mich etwas von "ich bin nur etwas wert, wenn ich 150 % perfekt bin".

Da gegen ankämpfen dürfte schwierig werden, ich würde eher versuchen mit (professioneller) Hilfe einen Weg zu finden, wie ich mich (und mein inneres Kind) auch ohne Höchstleistungen akzeptieren kann.

Das Problem ist, dass du das Feedback, dass du bekommen möchtest, auch bekommst. Du hast es also geschafft, auf elegantem Weg (wahrscheinlich inzwischen unterbewusst) dir von anderen Menschen Lobe einzuheimsen.

Ich möchte dir den Dienst erweisen und dich einmal kritisieren, denn Kritik ist im Grunde das, wonach du wirklich schreist: du reduzierst dich einfach auf deine Intelligenz und das, weil dein Umfeld dich auf deine Intelligenz reduziert und das, weil du darauf reduziert werden willst,...

Ich bewundere auch teilweise Menschen, die intelligent sind, aber zum Beispiel unterhalte ich mich lieber mit Menschen, die viel erlebt haben. Das wiederum kann auch jemand völlig Dummes sein, einfach beispielsweise jemand, der viel durchgemacht hat. Mich interessiert dann, warum der Mensch ist wie er ist und was ihn bewegt.

Kluge Köpfe braucht das Land, aber ein kluger Kopf braucht nicht zwingend einen klugen Kopf.

Mein Ratschlag: Entdecke die Welt. Besonders empfehle ich dir den Weg in die Natur für eine gewisse Zeit, damit du mal ein bisschen dem Konkurrenzdenken und dem Kampf um Anerkennung entkommen kannst.

Überlege dir, was wichtig ist, um glücklich zu werden. Klar kann man intelligent glücklich werden, aber ist Intelligenz zwingend notwendig?

KittyCat2909 29.04.2014, 20:58

Super geschrieben!

Und

ein kluger Kopf braucht nicht zwingend einen klugen Kopf.

ist nicht nur ein guter Satz- sondern hier vor allem treffend.

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Kristall08 29.04.2014, 22:56
@KittyCat2909
Klar kann man intelligent glücklich werden, aber ist Intelligenz zwingend notwendig?

Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass Intelligenz dem Glück oft sogar abträglich ist. ;-)

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Margita1881 30.04.2014, 17:57

Besser geht es nicht etwas nachzudenken!!!:-)

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Bleihorn 30.04.2014, 23:56
Ich bewundere auch teilweise Menschen, die intelligent sind, aber zum Beispiel unterhalte ich mich lieber mit Menschen, die viel erlebt haben. Das wiederum kann auch jemand völlig Dummes sein, einfach beispielsweise jemand, der viel durchgemacht hat. Mich interessiert dann, warum der Mensch ist wie er ist und was ihn bewegt.

Bestes Beispiel für eine (fiktive Figur) ist Forrest Gump. Der ist dumm, hat aber sehr viel erlebt.

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Hallo,

ehrlich gesagt bin ich von so einer tollen Frage und den intelligenten Antworten echt beeindruckt. Irgendwann würde ich auf die Frage auch gerne ausführlich eingehen. 

Vorläufig möchte ich mal Watzlawick aus "Anleitung zum Unglücklichsein" so halb zitieren. Ein Weg ins Unglück ist es, mehr vom Gleichen zu nehmen, um ein Problem zu bekämpfen.

 Wenn es z.B. nicht glücklich gemacht hat, 10 Kg abzunehmen, dann versucht derjenige nochmal 15 und ist unglücklicher, weil magersüchtig. Hat es nicht geholfen, den Partner anzuschreien, probiert man es lauter, mit weniger Erfolg und so weiter. 

An deiner Stelle würde ich bewusst etwas anders machen. Irgendwo kannst du bestimmt einmal bewusst etwas nicht perfekt machen. Nicht dort, wo es wirklich wichtig ist, sondern bei einer Kleinigkeit. Vielleicht tut dir eine Reaktion darauf gut, oder die Tatsache, dass es niemandem auffällt. 

Allerdings, wenn du in der Schule nicht 100 Prozent gegeben hast, dann kannst du doch auch unperfekt sein...

Das Wesen der Dinge erkennen lernen.

Ich finde zunächst mal deine Selbstanalyse faszinierend ehrlich. Hut ab! Leider hilft dir das bei deinem Weg, welchen du gehen willst, zunächst nicht viel weiter. Denn du bist noch viel zu sehr mit Oberflächlichkeiten und Belanglosigkeiten beschäftigt, um den Kern entdecken zu können.

Dein Geltungsbedürfnis lenkt dich von demjenigen ab, um den es hier geht; nämlich von dir. Und warum? Weil du vermutest, dass du tief drinnen nichts wert sein könntest. Darum traust du dich nicht, dich selbst näher zu erforschen, sondern bleibst an der harmlosen Oberfläche. Statt dessen beschäftigst du dich viel lieber mit deiner Außenwirkung. Weil du das aber weißt und zu intelligent bist, um dir auf Dauer selbst etwas vor zu machen, versuchst du jetzt den Schein noch länger zu wahren und dir durch die GF-Gemeinde deine Geltungssucht zu befriedigen. So nach dem Motto: Gebt mir Mut, feuert mich an, damit ich den Mut aufbringe mich mir selbst zu nähern.

Darum kürze ich das Ganze jetzt mal ab und komme selbst zum Kern: Versuche deine Gefühle zu ergründen und frag dich nach dem "Warum". Zu Allgemein? Ein paar Fragenketten (als Beispiele):

Was empfindest du, wenn du einen auf "Besserwisser" machst? Und warum ist es wichtiger für dich, dass andere dich Bestätigen, die dich doch gar nicht so gut kennen, wie du dich selbst? Warum ist dir deine stille Selbstbestätigung nichts wert? Kann es sein, dass du in Wirklichkeit Selbstzweifel an deinem Bild hast? Dass, du ggf. sogar Angst davor hast, dass andere dich wirklich erkennen könnten und du dir deshalb immer wieder so oberflächliche Bestätigungen holst?...usw.

Du hast recht, es ist ein langer Weg. Aber glaube mir, er lohnt sich. Ich wünsche Dir viel Erfolg und Ausdauer.

Hallo transhumanist,

ehrliche, selbstkritische Menschen sind mir meistens sympathisch. Bei dir weiss ich allerdings nicht so genau, ob deine ehrliche Selbstkritik Teil deines Systems ist und ausschließlich deiner Intention, positive Aufmerksamkeit zu erheischen, zugrunde liegt, indem du beispielsweise ein Lob für diese Ehrlichkeit zu erhalten erhoffst (oder erwartest).

Was deine Kritikfähigkeit von außen anbelangt, reduziert sich diese drastisch - selbst dann, wenn sie ausschließlich deine von dir selbst benannten Kritikpunkte ins Spiel bringt. Du verstehst also meine Skepsis, was deine diesbezügliche Aufrichtigkeit anbelangt?

Ich habe bei dir eher den Eindruck, dass du durch die Förderung deines Wissens (nicht zu verwechseln mit Intelligenz!), ein Ventil geschaffen hast, mit dessen Hilfe du deine Selbstwertdefizite ziemlich gut kompensieren kannst. Offensichtlich bist du dir selbst ziemlich wenig wert, dass du dich auf deine Klugheit reduzierst.

Das scheinst du mittlerweile auch irgendwie festzustellen oder zu erahnen. Wenn die intellektuelle Auseinandersetzung mit deiner Umwelt primär der Festigung deines egozentrischen Weltbildes dient, welche Arroganz und übertriebenes Geltungsbedürfnis als Resultat deines Verhaltens hervorbringt, dann ist das herzlich wenig!

Vielleicht macht es Sinn, über die Ursachen deiner Geltungssucht nachzudenken. Welchen Mangel versuchst du mit der Anhäufung von Wissen zu kompensieren?

Wenn du wirklich Medizin studieren möchtest, ist dir eine Neujustierung deiner Selbst dringenst anzuraten. Insbesonders solltest du dir darüber Gedanken machen, welche Motivation deiner Berufswahl zugrunde liegt! Ist es Prestige oder tatsächlich das dringende Gefühl, Menschen helfen zu wollen. Mit deiner momentanen Haltung befürchte ich jedoch, dass du ein lausiger Arzt/Ärztin werden wirst. Denn auch, wenn du viel weißt, liegt die Essenz dieses Berufes auf einer ganz anderen Ebene!

Also "Cool-Downer" kann ich dir folgende Lektüre ans Herz legen: "Die Lehren des Don Juan - ein Yaqui-Weg des Wissens" von Carlos Castaneda. Das Buch wird dich sowohl intellektuell als auch auf menschlicher Ebene ansprechen. Kann dir aber auch nur dann was nützen, wenn du an dir arbeitest. Lange und intensiv!

Alles Gute!

NN

Kannst Du nur denken und eingebildet sein oder kannst Du auch "überleben"?

Damit meine ich kochen, putzen, den Kühlschrank gefüllt halten, ein Freund sein, jemandem was Gutes tun - einfach nur leben......

Wenn Du bei diesen lebendigen Dingen deutliche Defizite feststellst, dann kannst Du eigentlich derzeit noch gar nix und bildest Dir Dein "Wissen" bisher nur ein!

Bei "Abischnitt" fehlt übrigens ein "t" !

Nun komm mal einfach wieder auf die Erde! Auch wenn jemand eine Menge zu wissen meint, kocht er seinen Kaffee auch nur mit Wasser und das sogar ein ganzes Leben lang ;-)

Wenn ich Menschen treffe, bei denen ich denke sie könnten intelligenter und toller sein als ich, werde ich wütend und führe in meinem Kopf Dialoge mit selbigen um von ihm selbst zumindest als ebenbürtig akzeptiert zu werden.

Wow, dir ist aber schon klar, dass du im Vergleich zu einer Putzkraft wohl ziemlich ungebildet bist, was das Thema Putzen betrifft? Und das du auch keineswegs toller bist als eine Putzkraft, ich oder sonstwer?

Nyurae 26.05.2014, 23:59

sie hat aber auch diese frage nur gestellt, weil es sie selbst stört und sie hilfreiche antworten haben wollte....sie weiß sicher, dass sie nicht "mehr wert" ist als irgendjemand, das problem ist das gefühlsmäßige, das unbewusste, und der drang irgendwie gut in allem zu sein.

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du musst schauen, dass du nicht immer gleich so wütend wirst, vielleicht kann dir dabei ja auch ein freund oder eine freundin helfen, die dich dann beruhigt

fang irgendetwas an, worin du wahrscheinlich nicht gut bist. was das sein koennte, weisst du besser als ich, aber spontan koennte ich mir sowas wie tanzen vorstellen (nicht zwingend gesellschaftstanz, aber vielleicht hiphop/streetdance oder sowas) oder lern kampfsport oder fechten oder irgendwas, das eigentlich nicht deinen faehigkeiten entspricht. das kann eine erfahrung sein, die dich bescheidener macht, dir darueber hinaus begegnungen mit menschen aus allen gesellschaftsschichten bescheren kann und dir sowohl ausgleich als auch selbsterkenntnis gibt.

Jerne79 29.04.2014, 17:08

Da kann der Schuß aber arg nach hinten losgehen, wenn der Perfektionismus einsetzt und man mit den eigenen Unzulänglichkeien nicht klarkommt, vor allem bei Tätigkeien, bei denen ein dauernder Vergleich mit anderen möglich ist.

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howelljenkins 29.04.2014, 17:09
@Jerne79

genau das waere in diesem fall die "therapie". es geht ja darum, vom "hohen ross" runterzukommen und das passiert vor allem dann, wenn man nicht mehr die oberhand hat.

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Jerne79 29.04.2014, 17:19
@howelljenkins

Da wäre es aber einfacher, statt der Hardcore-Konfrontationstherapie erstmal zu lernen, für sich allein mit der eigenen Leistung zufrieden zu sein, gerade wenn man sich am eigenen Schopf aus dem Mist ziehen will.

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KittyCat2909 29.04.2014, 21:10
@Jerne79
erstmal zu lernen, für sich allein mit der eigenen Leistung zufrieden zu sein

kann dieser Aussagen nicht zustimmen. Im Gegenteil scheint der Fragesteller sehr selbstverliebt und wie @howelljenkins treffend meint auf einem hohen Ross zu sein, von dem er erst einmal heruntergeholt werden sollte.

Das erreicht man am betsen, wenn es andere gibt, die eben besser in etwas sind oder einem die eignen Defizite damit verdeutlicht.

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Jerne79 30.04.2014, 02:25
@KittyCat2909

Das kann funktionieren, kann aber auch der Startschuss zu einem neuen Übertrumpfungswettbewerb werden.

Vielleicht ist das Problem, das wir die Ursache seines Problems in unterschiedlichen Dingen vermuten.

Ich gehe davon aus, daß er nach Aufmerksamkeit sucht und diese nur durch das bisherige Verhalten zu bekommen meint, während ihr davon ausgeht, daß er ein überzogenes Ego hat. In der Folge meine ich, daß er lernen muss, mit sich selbst klarzukommen, statt sich an anderen zu messen, während ihr davon ausgeht, daß er einen Dämpfer braucht, um einen Realitätsabgleich bzgl. seines Könnens herstellen zu können.

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Ich habe den Eindruck, dass du die Bestätigung deiner Umgebung für dein Selbstwertgefühl brauchst! Deshalb fürchte ich, dein Problem liegt viel tiefer, als dass du es selbst lösen könntest! Wie sah es denn in deiner Kindheit aus? Bist du von deinen Eltern viel gelobt worden oder musstest du um die Anerkennung "betteln"? Ich würde dir zu einer Therapie raten, damit du unabhängig von der Beurteilung Anderer wirst und auch eigene Unzulänglichkeiten akzeptieren kannst. Du musst nicht perfekt sein - perfekt ist langweilig!

Ich würde dir raten mal auf Schusters Rappen durch die Lande zu reisen und dich von dem zu ernähren was du mit Deiner Hände Arbeit verdienst. Dann wirst Du schätzen lernen was Leben ist und was wirklich zählt. Schlepp mal Apfelsinenkisten und stelle fest wie viele wertvolle Menschen es gibt ganz ohne Schulabschluss.

Hochmut kommt immer vor dem Fall! Leute wie Du haben nie echte Freunde sondern nur Neider. Ein trauriges Leben kann man nicht mit zig Titeln schöner machen.

Hallo, ich möchte dir wärmstens die sog. Bachblütenessenzen empfehlen, das sind Auszüge aus wildwachsenden Pflanzen und Bäumen... Kannst googeln, es gibt auch sehr gute Bücher darüber, z. B. von Mechthild Scheffer, auch mit Selbsttests. Gegen die Eifersucht, die Wut und Neid hilft die Essenz "Holly", die Überheblichkeit und das Überlegenheitsgefühl andern gegenüber kann man mit "Water Violet" angehen. Gegen das Gedankenkarussell hilft "White Chestnut" und "Vine" oder "Vervain" helfen, übertriebenen Perfektionismus in den Griff zu kriegen. Du könntest dir eine/n gute/n Heilpraktiker/in suchen, die oder der viel mit Bachblüten arbeitet. Die verschiedenen Essenzen helfen, die negativen Seelenzustände wieder ins richtige Gleichgewicht zu bringen. Ich wünsch dir alles Gute, du schaffst das ! :) LG, Sigi

Das Problem hat ja angefangen indem du dich über andere gestellt hast, möglicherweise musst du dich jetzt unter sie stellen.

Konzentrier dich nur darauf anderen zu helfen. Vielleicht hilfts dir und nicht nur dir ;) LG Yannik

tinafritz1992 30.04.2014, 09:36

Sehr interessanter Ansatz!

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Hallo,

vielleicht gibt es einige Bücher, die dir dabei helfen können. Ganz besonders will ich dir dazu den Tao Te King von Lao Tse ans Herz legen. Ich habe tatsächlich festgestellt, dass mir das Lesen davon und die Besinnung darauf hilft, in meinen Urteilen weniger anmaßend zu sein und generell bescheidener und gelassener zu sein. Hier ist ein E-Book mit einer der zahlreichen Übersetzungen. Aber wenn du es ernsthaft lesen willst, nimm eine gedruckte Ausgabe, denn Ablenkung ist dabei gar nicht zu gebrauchen. Das Vorwort des Übersetzers ist wichtig. http://gutenberg.spiegel.de/buch/1326/1

Ein Auszug: Also auch der Berufene: / Er umfaßt das Eine / und ist der Welt Vorbild. / Er will nicht selber scheinen, / darum wird er erleuchtet. / Er will nichts selber sein, / darum wird er herrlich. / Er rühmt sich selber nicht, / darum vollbringt er Werke. / Er tut sich nicht selber hervor, / darum wird er erhoben. / Denn wer nicht streitet, / mit dem kann niemand auf der Welt streiten. / Was die Alten gesagt: "Was halb ist, soll voll werden", / ist fürwahr kein leeres Wort. / Alle wahre Vollkommenheit ist darunter befaßt.

Weiterhin könnten dir bei deinem Ziel hilfreich sein Haben oder Sein von Erich Fromm und die Aphorismen zur Lebensweisheit von Arthur Schopenhauer. Beides sind großartige Werke. Leih sie dir mal aus.

Und sonst, ein Ansatz für die Praxis: Mach Dinge, die dich an deine intellektuellen Grenzen treiben. Du musst das zu deinem Zweck gar nicht mal auf Dauer, sondern nur eine Weile lang machen. (Auch wenn ich nicht sehe, was dagegen spräche: gibt es denn eigentlich Wertvolleres?) Aber wenn du deine Grenzen einmal so gut ausgekundschaftet hast, dass du sie vor dir selbst nicht mehr wegdiskutieren kannst, fällt es dir vielleicht leichter, es wohlwollend anzuerkennen, wenn jemand andres auf manchen Gebieten fähiger ist als du.

Ich hoffe, dass du erfolgreich bist.

Moucky 30.04.2014, 14:29

Schöne Antwort ! :)

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das leben wird es dir erleichtern, das abzulegen. hör ihm zu ...

bisher hast du alles so gemacht, wie du es wolltest und du hast die folgen dieses handelns zu tragen. passen dir die folgen nicht, wirst du es schon abändern, es muss nur genug negativen drucks für dich persönlich bedeuten. denk vorher drüber nach, was hinterher bei raus kommen könnte.

warum möchtest du das ändern?

nun sind die hier ja alle auf den Leim gegangen, weil sie so fleißig geantwortet haben. Wenn einer sich wichtig macht, dreht man sich um und geht weg und schon ist er unwichtig.

Ich bin 25 Jahre älter als Du, und aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass wir alle nicht besser oder schlechter sind als andere - jeder hat seine Macken und Vorzüge. Man sollte sich nicht mies fühlen, aber auch nicht in den Himmel heben. Wir sind Rädchen im Kreislauf des Lebens ! Schreib es Dir hinter die Löffel.

Wie kann ich gegen dieses übertriebenene Geltungsbefürfnis ankämpfen?

Um dies wirklich tief zu verstehen, ist es notwendig, sehr tief in die Mechanismen unserer Psyche zu schauen, um dem auf die Schliche zu kommen was da abläuft. Aber es ist mir unmöglich dabei nur bei dem zu bleiben, was man mit physischen Augen sieht, denn wir sind ein komplexen Wesen.

Ich beschreibe hier einen der am schwersten zu durchschauenden Irrtümer, welchem man als Mensch im Erdenleben begegnen kann. Da ich mich in meinem Leben auch mit östlicher Meditation befasste, wird dies hier auch mit ausgeführt, wie dessen Wirkung auf die Psyche ist und welche Gefahren es dabei geben kann (etwas länger: 4 Textblöcke hier, aber dennoch so kurz wie möglich dargestellt, um den Punkt, um den es geht auch deutlich gemacht zu bekommen):

Auch wenn manches jetzt nicht direkt auf Deine Erfahrens- und Lebenssituation zutrifft, so wirst Du sehen, dass es dennoch den Punkt trifft. Ich nehme an, dass Du Dich nicht mit Meditation beschäftigt hast, was aber nichts zur Sache tut, da es hier um die Wirkmechanismen in uns geht, die hier in uns ablaufen, die wiederum Deine Fragestellung betreffen. Hier nun in einer philosophischen Sprache ausgedrückt, womit Du Dich ja bereits auskennst:

Viele Menschen befinden sich auf dem geistigen Pfad mit dem Wunsch zur Selbstverwirklichung oder Erleuchtung. Oft werden hierzu auch verschiedenste Meditationstechniken praktiziert. Was passiert nun im Bewusstsein eines Menschen, der solche Meditationsübungen durchführt? In welche Bewusstseinsebenen gelangt er? Meditation kann als Hinwendung zu einem höheren Prinzip, um mit geistigen Kräften in Kontakt zu kommen, verstanden werden. Dies läuft hauptsächlich auf seelischer Ebene ab, denn die Seele steht zwischen dem Geist und dem Körper des Mikrokosmos Mensch. Nun wirken im Menschen aber „zwei“ Seelen:

Die eine möchte ich hier jetzt Seelenhülle bezeichnen und die andere als eine latente göttliche Seele, welche im göttlichen Geistfunken im Herzen verborgen liegt. Je nach dem, auf welche Seele man seine Ausrichtung legt, gelangt man zu völlig unterschiedlichen Resultaten, denn diese „zwei“ Seelen gehören zwei vollkommen verschiedenen Bereichen an. Die Seelenhülle entstand aus der vergänglichen Welt und enthält die karmischen Belastungen, während die göttliche Seele aus unserer ursprünglichen göttlichen Lichtnatur stammt.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie durch eine Seelenhülle beherrscht werden, während die göttliche Seele zunächst noch eingekapselt im göttlichen Geistfunken im Herzen des Mikrokosmos Mensch erst noch erweckt werden muss. Geschieht dies, ist die geistige Wiedergeburt eingeleitet und der Mensch bewegt sich wieder in Richtung seiner ursprünglichen Bestimmung im Leben seiner göttlichen Lichtseele.

Aus der ursprünglichen Ordnung aus Gottes Geist, ursprünglicher Seele und göttlicher Offenbarungsform wurde in der Abtrennung von Gott die Dreiheit aus Höherem Selbst(!), Seelenhülle und der entsprechend sich aus den Inspirationen durch das Höhere Selbst sich entwickelnden Persönlichkeit. Dieses Höhere Selbst stellt also beim agieren über die Seelenhülle den „Geist“ des von Gott abgetrennten Menschen dar. Somit wird klar, dass über das Höhere Selbst niemals eine Verbindung mit dem Geist Gottes hergestellt werden kann.

Weil die Menschen diese Zusammenhänge nicht kennen, halten sie die Seelenhülle für den Vermittler zu Gottes Geist und glauben mit Ihm Kontakt aufnehmen zu können durch deren bewusste Aktivierung. Und so kommt es zu einem weiteren folgenschweren Fehlschluss, wenn angenommen wird, dass die geistigen Kräfte irgendwo im Unterbewusstsein zu finden sein müssen. Über das Unterbewusstsein erhält der Mensch Zugang zu allen Lebenserfahrungen der Menschheit. Man ist über das Unterbewusstsein sowohl mit den individuellen als auch mit den Erfahrungen aller Menschen verbunden. In ihm sind z.B. karmische Bindungen, verdrängte Probleme, Überlebensstrategien und angesammelte Begabungen enthalten. Die karmischen Bindungen formen das Schicksal des Menschen (Karma (Sanskrit) bedeutet Handlung, bezeichnet hier das Gesetzt von „Was du säst wirst du ernten“). Da das Unterbewusstsein auch mit dem Erfahrungsschatz der gesamten Menschheit verbunden ist, formten die Psychologen hier den Begriff „kollektives Unterbewusstsein“. Dieses Unterbewusstsein stellt den wesentlichen Teil der feinstofflichen Sphäre der Seelenhülle dar.

Durch diesen enormen Erfahrungsschatz ist das Unterbewusstsein viel intelligenter als das normale Wachbewusstsein und wird deshalb in der Esoterikszene sehr oft mit Höherem Selbst bezeichnet, während der Mensch im normalen Wachbewusstsein im „niederen Selbst ist. Die Vermittlung der Seelenhülle findet also zwischen diesen beiden Bewusstseinsebenen statt.

Michael017 29.04.2014, 18:29

Viele Meditationsübungen führen zu einer Verbindung mit dem höheren Selbst, gefördert durch den eigenen Wunsch nach Selbstverwirklichung und Erleuchtung. Das ganze System des Menschen wird dadurch empfindlich für das „Channeling“ der Seelenhülle, so dass der Mensch auch allen Einflüssen des individuellen und kollektiven Unbewussten ausgesetzt ist. Die Aktivierung der göttlichen Geistseele geschieht durch eine konkrete Lebensumkehr, wodurch das Körpersystem des Menschen Stück für Stück vor den Einflüssen gegenüber der Seelenhülle verschlossen wird.

Da jedoch sein Geistfunken im Herzen noch nicht erwacht ist, kann er die Quellen, aus denen er schöpft noch nicht unterscheiden. Da er bei einer Öffnung zum Unterbewusstsein durch den dann stattfindenden Zufluss noch unbekannter Kräfte einen Lustgewinn und gesteigerte Lebensfreude erlebt, möchte er oft auch gar nicht so genau diese Quellen unterscheiden lernen. Das Höhere Selbst kann sehr geschickt das Ich des Menschen dazu verführen das Warum solcher Erfahrungen nicht kritisch zu hinterfragen. Das Ich wird immer mehr darauf programmiert, Spannungen und Frustrationen zu vermeiden, um das Leben ungestört genießen zu können.

Da der Mensch in einer Welt der Gegensätze lebt, die er in seinem von Gott abgetrennten Bewusstsein nicht zu vereinen vermag, ist er ständig widersprüchlichen Einflüssen ausgesetzt, die er als Spannung und Stress empfindet. Auch wird er in dieser Welt ständig aufgefordert eine Wahl zu treffen. Vom Höheren Selbst fließen hierzu Verhaltensstrategien zur Selbstbehauptung und Charakterbildung wie auch religiöse und moralische Normen ein. Aber immer wieder spricht durch diese so vom höheren Selbst geführte Persönlichkeit die Stimme des Gewissens und fordert den Menschen auf, endlich aufzuwachen und die Anbindungen an das Höhere Selbst zu durchtrennen: „Kehre um in deinem Leben, höhere auf meine Stimme!“

Dadurch, dass diese Stimme immer wieder erklingt und der Mensch auch durch leidvolle Erfahrungen geht, wird verhindert, dass er sich vollends an die Materie verliert. Krankheit, Leid und Tod stellen notwendige Heilmittel göttlicher Gnade dar, um den Mensch aus festgefahrenen Verhaltensweisen befreien zu können. Durch diese notwendige Leiderfahrung und den Ermahnungen aus dem Geistfunken wird dem Menschen mitgeteilt, dass die Welt der Vergänglichkeit nicht sein eigentliches Zuhause ist.

All diese Erfahrungen sind natürlich für die Persönlichkeit sehr unbequem und möchten vermieden werden. Das gleiche Bestreben hat auch die egozentrische Kraft des höheren Selbst. Dieser Kraft entzieht der Mensch den Nährboden, wenn er den Erlösungsweg geht. Um den Menschen davon möglichst lange abzuhalten suggeriert das höhere Selbst der Persönlichkeit, das es das wahre Licht sei und der Stress und alle Probleme ein Ende haben, wenn man sich ganz in ihm verliert „Komm in meine Arme, hier findest du Frieden, Macht und ewiges Leben“ verspricht es fortdauernd der Persönlichkeit.

In vielen Mythen und Legenden werden diese Verlockungen aus dem Unterbewusstsein beschrieben. Dort ist das Wasser oder Meer Symbol für das Unterbewusstsein. In vielen Meerfahrt-Mythen wird die sinnbildliche Überwindung und Beherrschung des Unterbewusstseins (Meer) durch das Wachbewusstsein (den Helden) dargestellt. So wird Odysseus zum Helden, indem er dem Gesang der Sirenen widersteht, welche ihn in die Tiefe locken wollen.

Auch bei Jesus kennen wir die Szene, wo er über das Wasser ging. Er zeigt, dass er das Element Wasser vollkommen beherrscht, indem er nicht nur über das Wasser geht, sondern auch den Sturm zum erliegen bringt. Das gelingt ihm nur, weil er völlig im Einklang mit dem Willen Gottes ist.

Der Mensch, der sich durch die „Sirenentöne“ aus dem Unterbewusstsein verführen lässt, wird zum Opfer seiner falsch verstandenen Ich-Versenkung, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Menschen wirkt das Wachbewusstsein als schützende Schwelle zum Unterbewusst-sein. Diese Schwelle wird durch Meditationstechniken (auch z.B. Drogen haben diese Wirkung) Stück für Stück herabgesenkt und in den fortgeschrittenen Stadien sogar zerstört. Auf diese Weise fährt man dann wie in einem Fahrstuhl durch die feinstofflichen Stockwerke durch die individuellen und kollektiven Ebenen des Unterbewusstseins.

Die in der Meditation verwendeten Mantren und Formeln dienen dabei als Schlüssel zum „Öffnen der Türen“. Wie ich selbst erlebte, verankern sich diese Mantren regelrecht in der Aura des Menschen, so dass die Sphäre des höheren Selbst einen ständigen Kanal zum Menschen aufbauen kann. Dadurch wird der Mensch zunächst tröpfchenweise, später aber sintflutartig mit noch unbekannten Kräften überschwemmt. Als Wirkung hierauf kann er dann z. B. Stimulierung von Sexualität und schöpferischer Aktivität, Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit erleben.

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Michael017 29.04.2014, 18:29
@Michael017

Die Erlebnisse können außerordentlich schön und erhaben und lichtvoll sein. Mit dem Meditationsfahrstuhl kann man sich unter Umständen in phantastische Höhen, in strahlende Räume mit nie zuvor geschauten überirdisch anmutenden Farben und Tönen befördern lassen. Man kann sogar engelgleiche, liebeausstrahlende Wesen wahrnehmen. Diese Sphären werden als der Himmel dieser Welt bezeichnet und der Ausdruck Spiegelsphäre für diese Ebene wird nun verständlich, da sie dem Menschen den reinen göttlichen Himmel vorspiegeln sollen, um ihn massiv zu täuschen. Man kann dort unaussprechliches Glück erleben und in tiefer Zufriedenheit von seiner Reise zurückkehren.

Der Schlüssel zur Entfaltung der göttlichen Geistseele, der Wiedergeburt im Geiste, liegt in Christi Worten: Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn wir die Dialektik (These, Antithese, Synthese) auf die Liebe zu Gott anwenden wird es klarer: Die erste Stufe, die wir im lebendigen Vorgang der Liebe erleben ist diejenige, dass zunächst ein Liebender da sein muss, der zu der Wahrnehmung seiner selbst kommt und sich wahrnimmt, wie er jetzt ist. Diese Wahrnehmung seiner Selbst ist also die Bewusstwerdung seiner zunächst aktiven Persönlichkeit, also seiner Seelenhülle. Dies wäre die Thesis im Gesamtgeschehen der Liebe.

Im zweiten Schritt geht der Liebende dann aus sich heraus, indem er sich dem Geliebten hingibt, er entfremdet sich seiner selbst. Damit beginnt er die erste Wahrnehmung seiner selbst zu negieren. Dies wäre die Antithese. In der Liebe zu Gott geben wir uns Ihm ganz hin um in diesem vollständigen hingeben sich erst selbst wieder zu haben und zu besitzen. So wird die Negation in der Antithese wieder aufgehoben und es kommt zur Synthesis, in der sich der Liebende gerade dadurch, dass er sich ganz auf Gott einlässt und sich in ihm ganz verliert, gerade dadurch sich eigentlich selbst wiederfindet. Wir erleben dann, dass Gott uns nicht entgegengesetzt und eins mit unserem Wesen ist: wir sehen uns in Ihm – und dann ist Er doch wieder nicht wir – ein Verstehen, welches uns als seine Geschöpfe eines von Ewigkeiten her vollkommenen Gottes begreift, der uns nach Seinem Bilde schuf.
Ein Mensch, der die wundervollen Erfahrungen, die das höhere Selbst ihm zu bieten hat, erlebt hat, wird sich nicht so leicht davon lösen wollen. Warum sollte er diese Erlebnisse auch für etwas schlechtes halten? Warum sollte er nicht immer wieder diese Sphären aufsuchen, um dort Regeneration zu erhalten oder sogar Zwiesprache mit seinem „Meister“ anderen Adepten, „Christus“ oder sogar „Gott“ zu halten? Warum sollte er diese Meditationstechniken nicht immer wieder anwenden, wenn er sich danach doch viel ausgeglichener und liebevoller fühlt?

Der Mensch sollte dies deshalb nicht tun, weil er dadurch nur um eine zeitliche Illusion reicher wird, die aber auf Kosten seiner unsterblichen Geistseele geht. Durch das Annähern von höherem und niederen Selbst kann man den Eindruck haben, verdrängte Probleme aufzuarbeiten mit dem Gefühl von Entspannung und Zufriedenheit. Die alten Probleme kehren aber früher oder später zurück, da das Karma, welches den Menschen unerbittlich vorwärtstreibt so natürlich nicht erlöst werden kann. Im Gegenteil, durch die massive Täuschung die der Mensch erlebt, verbunden mit den schönen Gefühlen, entfernt er sich immer mehr von seinem Erlösungsweg. Die alten Probleme stellen sich letztendlich in oft verschärfter Form wieder ein, wodurch die Not immer größer wird. Die Persönlichkeit wird so begreifen müssen, dass alle diese Verhaltensweisen ihrer Seelenhülle ihm nicht wirklich weiterhelfen und er sich immer mehr von sich selbst entfremdet. Solang die Persönlichkeit von sich und der Richtigkeit ihres Weges überzeugt war, wurde auch die Herzensstimme kaum wahrgenommen. So kann jetzt der Mensch zur Wandlung und vollständige Hingabe an Gott bereit werden, damit der dialektische Prozess zur Entfaltung der Geistseele sich vollziehen kann.

Das höhere Selbst will sich aber nicht so schnell geschlagen geben. Man beginnt zu erkennen, dass die einmal aufgebrochenen Türen zum Unterbewusstsein nicht so ohne weiteres wieder geschlossen werden können. So erlebte ich auch bei mir, dass mir das Mantra, also der in der Meditation immer wiederholend gedachte Klanglaut, nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. So versuchte das höhere Selbst sich weiterhin mit diesem Schlüssel die „Einflusstüre“ offen zu halten. Erst als ich mich vollständig Jesus übergab und ihn um Hilfe bat, wurde es besser. Immer wenn sich mir das Mantra wieder aufdrängen wollte betete ich: „Jesus, Du bist der Schlüssel zum Leben!“ Dadurch geschah es dann wirklich, dass Er mein Leben wieder ordnete. Meine Unterscheidensfähigkeit wurde wieder erweckt.

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Michael017 29.04.2014, 18:30
@Michael017

Durch die liebevolle Hingabe an Gott kann nun der göttliche Geistfunken stärker in den Menschen ausstrahlen, wodurch auch die Unterscheidungsfähigkeit wieder geweckt wird. Es ist ein Gefühl, als wenn man beginnt sich selbst, d.h. seine Persönlichkeit, die man bisher war, aus einem Abstand heraus zu betrachten. Stück für Stück lernt man immer deutlicher zu unterscheiden, welche Impulse vom höheren Selbst und welche wirklich aus dem göttlichen Geistfunken im Herzen kommen. Man lernt die feinen aber entscheidenden Unterschiede dieser vom höheren Selbst errichteten „Scheinerleuchtungsebene“ in Bezug zur wirklichen Gottesschöpfung kennen. Auch wird der Wunsch größer wiedergutzumachen, wo man bei Mitmenschen Verletzungen bewirkt hat, ja man beginnt überhaupt diese „Scherbenhaufen“, die man die ganze Zeit säte, überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Man nimmt immer stärker wahr, wie alle Menschen miteinander in Verbindung stehen und kommt so in das wirkliche liebevolle Miteinander, was die Menschen wie ein großer Körper zusammenarbeiten lässt.

Wenn man diese Hilfe nicht erfährt, kann es wirklich heftig werden, denn durch die einmal geöffneten Türen zum Unterbewusstsein können nun auch die dunklen und abgründigen Seiten des individuellen und kollektiven Karmas auf uns hereinstürmen. Dann ist der Mensch diesen vielfältigen Einflüssen hilflos ausgeliefert. Hinzu kommt, dass die Seelenhülle auf der astralen Ebene der Spiegelsphäre oft orientierungslos ist, da sie dort nicht „ich“ und „du“, nicht „hier“ und „dort“, nicht „wahr“ und „unwahr“ unterscheiden kann. So wird der Mensch von der astralen Flut hin und her gespült, solange er nicht von seiner Geistseele geführt wird. Sri Chinmoy beschrieb diese Orientierungslosigkeit sehr deutlich, wenn er aus seinen Samadhi-Erfahrungen zurückkehrte. Ein deutliches Zeichen, dass auch er sich auf die Spiegelsphäre eingelassen hatte, wie das, wie mir jetzt immer mehr klar wird, bei den meisten östlichen Meistern der Fall ist.

Wenn man sich durch die Meditation so für die Spiegelsphäre geöffnet hat, kann der Mensch auch von Spiegelsphären-Wesenheiten so getäuscht werden, dass er den Eindruck hat mit Gott zusprechen (siehe Bücher von Neal Walsh: „Gespräche mit Gott“). Diese Wesenheiten spielen ihm dann etwas vor, um die durch Hochgefühle und Hingabe freigewordene Lebenskraft im Menschen aufzusaugen.

So wird jetzt verständlich, dass auf dem Weg der Meditationsübungen der Mensch anstelle zum Ursprung des eigenen Wesens, nur zum Ursprung des sterblichen Wesens, dem luziferischen Energiekörper des von Gott abgefallenen Geschöpfes gelangt. Der göttliche Geist wird auf diesem Wege nicht erreicht. Der Mensch verbindet sich makrokosmisch gesehen mit dem „Herrn dieser Welt“. Damit lässt man sich auf Wesenheiten ein, welche sich bewusst gegen Gott stellten, weil sie nach ihrem eigenen Gutdünken herrschen wollten. Dieser „Herr der Welt“ ist dann der „wahre Meister“ des Meditierenden. In dieser Vereinigung mit dem Herrscher dieser Welt erhält die sterbliche Seelenhülle ein pseudo-kosmisches Bewusstsein. Es ist die Hochzeit mit dem Kerkermeister der Menschheit und stellt somit ein gespenstisches Zerrbild der Wiedergeburt im Geiste, der Hochzeit, welche die göttliche Seele mit dem Geist Gottes feiert, dar.

Wer diese letzte Stufe dieses abwärts gerichteten Weges erreicht hat, wird in diesem Erdenleben kaum noch eine Möglichkeit haben, den Lebensweg zur Erweckung der göttlichen Geistseele zu finden und zu gehen. Ein solcher Mikrokosmos Mensch kann in so erheblichen Umfang geschädigt werden, dass ein neuer Schulungsweg notwendig wird.

Aber wir können sicher sein, dass Gott in seiner barmherzigen Liebe bis zum letzten alles ver-sucht, um auch solche Seelen zum Erwachen zu bringen. Oft werden im Sterbeprozess noch gewaltige Schritte vollzogen. Ich erlebe es bei meiner Arbeit im Altenheim immer wieder, wie es eigentlich die ganze Zeit darum geht, dass die gefallene Persönlichkeit eine vollständige Kapitulation auf allen Ebenen ihrer unzulänglichen Verhaltensweisen vollzieht, und sich so wie sie ist Gott hinzuhalten. Bei vielen ist dieser Punkt erst durch einen oft sehr leidvollen Prozess erreicht. Wenn an diesem Punkt sich der Mensch voll Vertrauen an Gott wendet, kann die heilende Wandlung und Erweckung seiner Geistseele vollzogen werden. So ist dieses erfahrene Leiden in Wirklichkeit unser größtes Heilmittel in Situationen, wo wir uns hoffnungslos in unser gefallenes Ich verstickt haben. Der zu vollziehende Lernschritt wäre jetzt die Überwindung der übersteigerten Ichbezogenheit, die so viele Menschen haben. Die freiwillige Übergabe dieses Ichs an Gott führt den Menschen in den Transformationsprozess, der ihn wieder ganz und heil werden lässt und über das Bewusstsein seiner Persönlichkeit erhebt.

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tinafritz1992 30.04.2014, 12:49
@ragglan

Weiß mans´s? ;-)) Die Frage ist aber auch ob transhumanist das Alles liest!

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Moucky 30.04.2014, 14:16
@Michael017

WOW, schöne und richtige Antwort - alle meine Däumchen dafür, auch für die Zeit, die du dir dafür genommen hast !:) Danke vielmals, auch wenn die Frage nicht von mir war...

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kiniro 30.04.2014, 16:57
@Michael017

Ich hätte es nicht lesen sollen:

Die freiwillige Übergabe dieses Ichs an Gott führt den Menschen in den Transformationsprozess, der ihn wieder ganz und heil werden lässt und über das Bewusstsein seiner Persönlichkeit erhebt.

meine Fußnägel wieder entkräusle

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Michael017 30.04.2014, 18:32
@kiniro

Es wäre eine große Dummheit, auf dem Standpunkt zu stehen, dass jeder Glaube seine Berechtigung hätte. Was das ergibt, sehen wir heute an dem Chaos in der Welt. Ich habe da schon die abstrusesten Ansichten gehört, wo ich dachte, abgefahrener geht es ja jetzt nicht mehr. Und dann kam einer, der es schaffte, noch eins oben drauf zu setzen. Besonders beim Beschäftigen mit der Esoterikszene kann man da so einiges erleben. Und so kann ich weiter aus dieser meiner Erkenntnis klar sagen, dass jetzt in Bezug auf Gott und Seine Wahrheit letztendlich nur der Glaube an den EINEN Gott der Liebe und Barmherzigkeit, der Glaube an Ihn als Jesus Christus und die ERLÖSUNG, die Er uns brachte, der Glaube an Sein Wort: "Ich Bin der Weg die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch Mich" der einzige Glaube ist, der eine Berechtigung hat! Und nur, wenn die Menschen dies einsehen, es einen Weg aus dem Leid, Chaos und Wahnsinn geben wird, den wir im Moment u.a. auf der Erde erleben! Da geht kein Weg daran vorbei. Absolut nichts zu machen!!!

Da werden jetzt bei diesen meinen Worten wahrscheinlich manche entrüstet aufspringen und schreien: " Wie kann er so was sagen?! So ein intoleranter Mensch!" An diejenigen sage ich: Beobachtet mal weiter und wir sprechen uns eines Tages wieder und dann will ich von euch hören, wie ihr es dann seht.

Da können die Menschen glauben was sie wollen und es evtl. vehement abstreiten. Das kümmert Gott kein bisschen. Gottes Wahrheit wird dadurch nicht weniger wahr. Soll sich Gott nach den vielen "Glauben" der Menschen richten? Das gäbe ein schönes Chaos und das haben wir ja, wie gesagt, im Moment auch.

Warum können sich solche Menschen dann auf Grundsätze der Toleranz und der Nächstenliebe berufen?

Ich toleriere, liebe und achte den Menschen! Niemals sollen Glaubensunterschiede menschlich zwischen mir und meinem Nächsten stehen.

Dann wurde hier auf GF einmal die Frage gestellt:

Kann man in der heutigen Welt noch glaubwürdig sein und gleichzeitig für den Glauben der kath. Kirche stehen?

Natürlich kann man das, in den Punkten, wo der rk Glaube mit dem, was Jesus ursprünglich lehrte, übereinstimmt. Aber wie gesagt: Der rk Glaube spiegelt wieder, wie Menschen Jesu Lehre auffassten und verstanden, wie sie Bibelstellen interpretierten und für sich begriffen. Auch wurde einiges in den rk Glauben hineingebracht, was Jesus niemals lehrte und mit keinem Wort angesprochen hat. So ist auch hier der Mensch aufgefordert, ganz wach und mit Bedacht sich in der Erkenntnis weiter zu schulen und alles zu hinterfragen, ob dies wirklich mit dem EINEN Gott der Liebe und Barmherzigkeit zu vereinen ist. Indem der Mensch auch innerhalb der rk Kirche so wirkt, hilft er mit, aus dem rk Glauben den weltlichen Unflat zu entfernen.

Allerdings ist es nicht mein Weg über irgendwelche weltlichen religiösen Kirchen oder Gemeinsschaften zu gehen.

Auf diese Weise reift der Mensch und wir bewegen uns heraus aus dem Chaos der vielen Menschenglauben in Ausrichtung auf die EINE GOTTESWAHRHEIT, die wir in eigener Erkenntnisschulung immer mehr begreifen lernen.

Da es nur EINEN Gott gibt, der als Jesus Christus auf diese Erde kam ohne Seine Macht, d.h. brachte diese nicht zur Anwendung, nur mit Seiner Liebe, mit welcher ER eine ERLÖSUNG für ausnahmslos ALLE erbrachte, steht dieser Satz von IHM und da gibt es keinen Weg darum herum:

"Ich Bin der Weg die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch Mich"

Ist da jemand anderer Meinung? Das wird aber völlig unerheblich sein. Denn Gott wird SEINE WAHRHEIT nicht nach den Vorstellungen der Menschen verbiegen.

Und was wäre es denn, wenn ER als Jesus selbst lehrt, „Vater, Dein Wille geschehe", und wir erheben uns, wie ich kürzlich wieder gelesen habe als „Offen­barungs­wort", Gott müsse unseren freien Willen respektieren. Derjenige muss einen Willen respektieren, der unter dem Betreffenden steht. Ich glaube nicht, dass wir annehmen kön­nen, dass Gott unter einem Seiner Kindgeschöpfe steht. Und so ist es nicht, und damit ist Sein freier Herrschaftswille ein souve­räner Wille, ein erster Wille, und in diesem Willensgehege, in dieser Um­randung, in dieser wunderbaren barmherzigen Führung, da drin leben wir!

Frei - innerhalb, aber nicht außerhalb!

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Ich greife mal einen Satz aus Deiner Beschreibung heraus:

Da ich damit aber nicht sofort an mein Medizinstudium kam, hatte ich Minderwertigkeitsgefühle.

Den Fokus möchte ich dabei auf den Begriff "Minderwertigkeitsgefühle" lenken.

Wer unbedingt und ohne Ausnahme fortlaufend Anerkennung von anderen Menschen erfahren will, hat tief im Innersten mangelnde Selbstachtung bzw. Minderwertigkeitskomplexe.

Das hast Du doch gar nicht nötig!

Ich finde es anerkennenswert und bewundernswert, dass Du Dich nicht nur schulisch, sondern auch autodidaktisch enorm weitergebildet hast. Aber Perfektionismus, den Du anstrebst, gibt es überhaupt nicht (jeder Mensch ist unvollkommen!).

Was Dir fehlt: Du kannst keine Niederlagen einstecken bzw. nicht verkraften, wenn etwas nicht so läuft, wie Du Dir das vorstellst (z. B. Medizinstudium).

Wer nach vorne kommen will bzw. sinnbildlich die Treppe hochsteigen will, muss damit rechnen, auch mal Rückschritte machen zu müssen, also 2 Schritte nach vorn, wieder 1 Schritt zurück oder 4 Schritte nach vorn und 2 Schritte zurück!

Du jedoch willst steil nach oben, ohne Fehlschritte zu machen. Das ist unrealistisch. Komme also auf den Boden der Tatsachen und beherzige meine Tipps. Aber Geduld und Ausdauer sind unbedingt erforderlich.

Lerne also, Dich in Geduld und Ausdauer zu üben und Rückschritte auf dem Weg nach vorn verkraften zu können!

Ich hoffe, Dir hiermit weitergeholfen zu haben und übermittle beste Wünsche für Deine Zukunft; es geht nicht nur um umfangreiches Wissen, sondern auch um soziale Kompetenz und und emotionale Intelligenz.

tinafritz1992 30.04.2014, 16:02

Sehr schöne Antwort! Aber wie lernt man das? Das ist ja sein Problem!

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PhysioFliege 30.04.2014, 17:20
@tinafritz1992

In dem man Fehltritte nicht als etwas Schlimmes sieht, sondern als Möglichkeit sich zu beweisen.

Im Sinne :"Fallen ist keine Schande, nur das Liegenbleiben"

Man kann immer irgendwo scheitern, wichtig ist nur das man versucht das Beste aus seiner Situation zu machen ;)

Jedenfalls verstehe ich die Antwort so

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katwal 30.04.2014, 17:43
@tinafritz1992

@tinafritz1992: Ja, wie lernt man das...

Es kommt auf die Gesinnung bzw. persönliche Einstellung an, dass man also das Bewusstsein haben sollte, dass auf den Weg nach oben auch einige Steine im Weg liegen können; dabei sollte man jedoch das Ziel immer im Auge behalten.

Es kommt also auf die Erkenntnis und die Einsicht an, die zur Verinnerlichung dieses Bewusstseins führen.

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