Warum ist es so umstritten, was sich hinter einem schwarzem Loch befindet?

14 Antworten

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Man weiß eigentlich so gut wie gar nichts über Schwarze Löcher, außer dass sie eine ungeheur große Gravitation haben und dass sie beim Verschlucken von Materie Strahlung abgeben.

Alles andere ist reine Spekulation ohne jeglichen Beleg durch Beobachtung oder Messung und eher im Bereich der Metaphysik als der Physik anzusiedeln.

Noch nicht einmal die Existenz eines Ereignishorizonts ist gesichert. Der ergibt sich lediglich aus der Mathematik, sofern man eine ganze Menge verschiedener Annahmen trifft, deren Richtigkeit aber ebenfalls nicht belegt ist. Selbst Stephen Hawking hat gegen Ende seines Lebens alle früheren Hypothesen wieder über den Haufen geworfen:
https://www.spektrum.de/news/stephen-hawking-es-gibt-keine-schwarzen-loecher/1222059

Eine Singularität ist nichts anderes, als ein mathematischer Begriff, der aussagt, dass die Formeln, mit denen man rechnet, nicht dazu taugen, das betreffende Problem zu betrachten, weil sie in sich zusammenbrechen, indem sie gegen unendlich gehen oder irgendwo durch Null geteilt werden muss. Singularität ist so gesehen nichts anderes als ein schöner Begriff, um damit zu verschleiern, dass man überhaupt keine Ahnung hat, was da wirklich passiert.

Die Hypothesen über Schwarze Löcher, Stringtheorie und vieles andere sind nichts anderes als Symptome einer schweren Krise bzw. Sackgasse, in der sich die theoretische Physik seit einigen Jahrzehnten befindet. Es wird nur noch mathematisch rumspekuliert, aber echte Erkenntnisse werden fast keine mehr hewonnen. Damit hat sich die Physik in vielen Gebieten von einer Wissenschaft, die Wissen schafft, zu einer Philosophie entwickelt, die nur rumspekuliert. Dies wird auch mehr und mehr Physikern selber klar.

http://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-mehr/krise-in-naturwissenschaft-verfuehrte-physiker-15667988.html

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Man sollte nicht pauschal"die Physik" in eine Krise diskutieren. Wenn überhaupt, dann trifft die Aussage lediglich auf die Kosmologie zu.

Alle anderen Teilgebiete der Physik zeigen in ihren technischen Anwendungen große Erfolge.

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@weckmannu

Da hast du recht. Ich hätte präziser überall von der theoretischen Physik sprechen sollen. Allerdings trifft es innerhalb der theoretischen Physik nicht nur auf die Kosmologie sondern insbesondere auch auf die Teilchenphysik zu.

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@Hamburger02

Ob dunkle Materie etwas mit Teilchenphysik zu tun hat, weiß man nicht, solange die Natur der dunklen Materie nicht geklärt ist Dito für dunkle Energie.

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Hallo DegenMann008,

Aber man weiß doch, dass im innersten eines schwarzen Loches alles auf eine Singularität mit unendlich hoher Dichte gepresst wird.

Nope, das weiß man nicht.

Was wir wissen ist, dass sich ein Schwarzes Loch bildet, weil das Objekt zu viel Masse hat, als dass die Kräfte, die bei einen Neutronenstern noch genug Gegendruck gegen den Kollaps erzeugen können, dem Gravitationsdruck noch standhalten können.

Die quantenmechanischen Modelle unserer Materie kennen dann keinen weiteren stabilen Zustand mehr, der den Kollaps noch irgendwo aufhalten könnte.

So. Aber natürlich haben wir unter derartigen Bedingungen auch keine experimentelle Bestätigung dieser Modelle. Wir sind in einem extrapolierten Bereich.

Zudem beim Zusammenfall auf eine Singularität die Dimensionen verschiedener Größen eben so extrem werden, dass quantenmechanische Betrachtungen auch der Gravitation selbst nötig werden. Eine Quantentheorie der Gravitation haben wir aber nicht.

Kurz: Hinter dem Ereignishorizont liegen Bedingungen vor, die wahrscheinlich zur Folge haben, dass der Kollaps nicht unserer experimentell bestätigten und dadurch bekannten Physik gehorcht.

Es ist alles andere als sicher, dass sich hinter dem Ereignishorizont eine "Singularität" verbirgt... und im Übrigen nicht einmal die einzige heute existierende Modellvorstellung: Von außen nicht zu unterscheiden ist der sogenannte Gravastern: https://de.wikipedia.org/wiki/Gravastern

Warum das so wichtig ist?

Naja... nicht wegen des Inneren der Schwarzen Löcher, sondern wegen der Quantentheorie der Gravitation. Das ist etwas, um das sich Theoretische Physiker schon sehr lange bemühen. In einer neuen Physik verbergen sich neben einem auch bei vielen anderen offenen Fragestellungen aus der Physik (hier etwa zum Urknall) auch immer neue technische Anwendungsmöglichkeiten.

Mitte des 19. Jahrhundert hat Maxwell Formeln gefunden, um die elektromagnetische Wechselwirkung in Form sich ausbreitender Felder zu beschreiben. Auf einem Bankett soll ihn ein Parlamentarier gefragt haben, was nun der Nutzen dieser Formeln sei. Maxwell hat geantwortet: "Ich weiß es nicht, aber ich bin sicher, dass Sie darauf Steuern erheben werden."

Maxwells Formeln sind bis heute Grundlage von Radio- und Fernsehübertragungen und sehr vieler anderer technischer Anwendungen.

Als Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie entwickelt hat, dachte niemand an technische Anwendungen wie Satelliten oder Navis. Aber diese Dinge würden ohne diese Physik nicht existieren.

Und deswegen suchen Physiker nach einer Nachfolgetheorie, die die Allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantenphysik "verheiratet". Weil wir sie in der Physik an vielen offenen Fragen brauchen und weil uns eine neue Physik immer auch technisch Tore geöffnet hat. Das Innere Schwarzer Löcher ist da nur ein Punkt von vielen.

Grüße

Weil wir es schlicht nicht wissen können?! Keine Information erreicht uns von dort - alles jenseits des Ereignishorizonts ist rein theoretisch. Bis vor "relativ Kurzem" waren ja gar Schwarze Löcher an sich rein theoretische mathematische Gebilde.

Zudem dürfte so ein Schwarzes Loch unglaublich schnell rotieren - und rein diese Fliehkräfte dürften ein Zusammenfall zu einer "echten" Singularität verhindern - unglaublich klein, aber eben nicht unendlich klein.

Ebenfalls gibts die These von "Weissen Löchern" - also sozusagen das "andere Ende" oder das "Innere" eines Schwarzen Lochs welches das Ganze Zeug wieder ausspuckt. Bzw. Eine "Singularität" aus der Raum und Materie "entsteht" - klingt irgendwie nach Urknall oder? ;)

kann man ein schwarzes loch verlassen?

hi, ich habe mir folgende arbeit von Herrn Peter Eppich durchgelesen: http://www.eppich.de/sl.pdf in dieser kam er zu dem schluss das man den ereignishorizont eines schwarzen loches verlassen kann, nicht jedoch das graviationsfeld eines schwarzen loches welches aber eh wie bei jedem körper unendlich groß ist wodurch man da ja die erde von einem belibigen schwarzen loch nicht unendlich weit entfernt ist wieder zur erde zurückkehren könnte. Ich muss mich für eine facharbeit ein bisschen über schwarze löcher informieren und hab eig. in allen gelesenen artikeln immer gesagt bekommen das man den ereignishorizont von schwarzen löchern NICHT verlassen kann, den ereignishorizont hat man dann immer mithilfe der fluchtgeschwindigkeit von Photonen modeliert was ich aber eh schon als "komisch" empfand da ja die fluchtgeschwindigkeit darüber definiert ist um einen körper ins unendliche zu bringen aber wie gesagt brauch ich ja dies nicht zu tuen wen ich nur zur erde zurück will. So nun zu meiner eig. Frage: da bisher sich immer "alle einig" waren das man den ereignishorizont von schwarzen löchern nicht verlassen kann, wie wurde dann die "theorie" welche Peter Eppich erläutert als falsche theorie aufgezeigt weil Eppichs theorie ist für mich logisch nachvollziehbar die anderen wiederum nicht (vorallem da sie nie nachvollziehbar ausgeführt wurden, einfach kinetische energie mit gravitationspotenzial ohne gedankengänge gleichsetzen und dann zu behaupten das wäre der unüberwindbare schwarzlochradius kann ja jeder. Mir ist schon bewusst das der eigentliche ereignishorizont von schwarzen löchern auf die raum-zeit krümmung zurückzuführen ist jedoch wäre es ja dann zufall das der ansatz ekin=epot das "richtige" ergebnis ausspuckt.)

ps. viel spaß beim lesen, rechtschreibfehler könnt ihr behalten...

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