Hally seybie,

  • Eratosthenes hat die Kugelgestalt der Erde bereits um 300 v. Chr. erkannt und mittels Experiment sogar die Größenordnung des Erdumfangs korrekt abgeschätzt.
  • Auf jedem größeren See kannst Du die Erdkrümmung sehen. Mir hier in München genügt dazu der Starnberger See. Vom Nordufer in Starnberg kann man zwar den Kirchturm in Seeshaupt am Südende sehen, nicht aber die bunten Strandtücher der Badenden durekt am Ufer. Die sind wegen der Erdkrümmung noch hinter dem Horizont. Ja, auch im Fernglas. Ab der Roseninsel kann man sie dann sehen. Besonders deutlich sieht man es in Schweden an diesem seeehr bekanntem Hochhaus, dem Turning Torso in Malmö - Deine Aufgabe wäre also, da mal hinzufahren. Malmö ist ja nicht mal soooo weit weg:

https://www.youtube.com/watch?v=MoK2BKj7QYk

  • Ein anderes, sehr bekanntes Expermient, das die Kugelgestalt der Erde beweist, ist das Foucaultsche Pendel. Ein Pendel behält seine Schwingungsebene bei - die Erde dreht sich drunter durch. Es hängt dabei vom Breitengrad ab, wie weit sich die Erde innerhalb einer festen Zeit unter dem Pendel durch dreht. Das ist auf einer flachen Erdscheibe nicht erklärbar:

https://www.youtube.com/watch?v=9BrF0jFlxUI

  • Dann kommt halt noch die Physik als Argument dazu... zumindest, wenn man die nicht völlig ignorieren will. Die Kugelgestalt ist halt die Form, in die ein hinreichend massereicher fester oder flüssiger Körper unter seiner eigenen Schwerkraft gezwungen wird. Deswegen sind alle Planeten Kugeln... sehen wir ja auch bei allen anderen Planeten im Sonnensystem, von denen wir seit Jahrzehnten wunderbare Aufnahmen haben. Flacherdler postulieren also, dass die Schwerkraft für die Erde irgendwie nicht gelten soll und unser Sonnensystem sooo aussieht - und das ist halt schon ziemlich schräg:

Bild zum Beitrag

  • Übrigens hast Du nur auf einer Kugel überall in etwa denselben Ortsfaktor; nur auf der Kugel zeigt die Schwerkraft auch überall schön zum Erdmittelpunkt hin. Auf einer Scheibe wäre die Schwerkraft in Randnähe deutlich schräg. Weil wir eben nicht mehr über dem Schwerpunkt des Gebildes stünden. Reise doch einfach mal in ein paar der Länder, die Flacherdler nahe an den Rand malen - die Südspitze von Südamerika zum Beispiel - und schau, ob Dein Lot auch ordentlich schräg hängt... ich wette, dass es das nicht tut.

Grüße

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Ja, das geht

Hallo Croissaint79,

genau so ist es im Grundgesetz geregelt. Lies doch einfach mal Artikel 12a vollständig durch. Dort steht:

(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
(2) Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden. ...

Personen, die nach dem GG zum Wehrdienst verpflichtet sind, können dieser Pflicht also sehr wohl nachkommen, indem sie einen Ersatzdienst leisten.

Genau deshalb stehen ja auch GG Artikel 4 Absatz 3 und GG Artikel 12a nicht im Widerspruch zueinander.

Grüße

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Hallo Croissant79,

bitte keine Panik, informiere Dich besser erst einmal korrekt.

Klar, die Ukraine wurde angegriffen, aber Russland ist für Deutschland keine akute Bedrohung.

Aktuell nicht, aber das kann sich leider, leider sehr schnell ändern. Auch wenn das manch rechter Putinfan nicht hören will...

Putin hat durch seinen Überfall auf die Ukraine bewiesen, dass er keine Hemmungen hat, ein Land, das er Russland einverleiben will und von dem er glaubt, es sei militärisch unterlegen, entgegen allem geltenden Völkerrecht einfach anzugreifen.

Es ist nicht abzusehen, wo und ob die russische Gier nach Expansion endet. Die baltischen Staaten könnten sehr gut das nächste Ziel sein, mit dem Putin liebäugeln könnte. Anders als die Ukraine sind alle 3 baltischen Staaten seit 20 Jahren Mitglied der NATO. Das bedeudet unmittelbar, dass ein russischer Angriff auf eines dieser 3 Länder als Angriff auf die NATO zu sehen ist und damit auch für Deutschland der Verteidigungsfall eintreten würde.

Es ist daher leider sogar sehr sinnvoll, schon heute deutlich zu machen, dass man von einem solchen Fall nicht unvorbereitet überrumpelt werden würde. Fakt ist: Die Sicherheitslage in Europa ist seit dem russischen Bruch des Völkerrechts und des Überfalls auf die Ukraine nicht mehr dieselbe wie zuvor. Wir haben Krieg in Europa.

Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Niederlande – überall keine Wehrpflicht.

Tatsächlich wird aufgrund der veränderten Lage überall über die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert.
In Frankreich gibt es den "SNU" („Service National Universel“), ein einmonatiges Programm, das auch militärische Inhalte hat. Einen verpflichtenden Dienst will Macron aktuell nicht einführen, doch ist beschlossen, die stehenden Truppen zu verdoppeln.
In Italien liegt ein Gesetzesentwurf der Regierung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht vor.
In Belgien geht man sehr wahrscheinlich demnächst einen ähnlichen Weg wie in Deutschland.
In der eben verlinkten Quelle findet sich auch ein Hinweis auf die Handhabung in anderen europäischen Staaten: "In Österreich, der Schweiz, Dänemark, Norwegen, Finnland, Lettland, Litauen, Griechenland gibt es die Wehrpflicht bereits, Schweden hat sie 2017 wiedereingeführt, Kroatien hat dies ebenfalls gerade getan, Serbien wird sie bis September nächsten Jahres einführen, während unsere Nachbarn, Deutschland und die Niederlande, darüber nachdenken, ob sie die Wehrpflicht wiedereingeführen sollen."

Es stimmt also einfach nicht, dass das Vorgehen in Deutschland so anders ist als das, was seit dem russischen Überfall in anderen europäischen Ländern passiert.

wir leben eine einer Demokratie wo jeder freiwillig entscheiden kann ob er/sie ins Militär geht oder nicht,

Nicht ganz. Tatsächlich war die Wehrpflicht immer im Grundgesetz der BRD vorgesehen und geregelt - im Artikel GG 12a.

Der Paragraf war lediglich seit 2011 ausgesetzt - das heißt, er wurde aufgrund der damals friedlichen Situation in Europa und auch aus Kostengründen nicht angewendet. Das ändert aber nichts an seinem Bestehen.

Demokratie bedeutet für den Bürger keineswegs die komplette Abwesenheit von Verpflichtungen gegenüber seinem Staat. Ich weiß nicht, wie Du auf die Idee kommst, das könnte so sein. Das war nie so - weder hier noch in anderen Ländern.

Aber bevor Du jetzt auf mich losgehst.... Das Wichtigste ist: Bisher ist die WehrPFLICHT gar nicht wieder eingesetzt.

Tatsächlich sieht die nun vorgesehene Regelung sehr wohl einen Dienst auf Freiwilligenbasis vor. Das solltest Du in Deiner Wut schon bitte zur Kenntnis nehmen.

Ich zitiere einmal von der Webseite der Regierung selbst zum Neuen Wehrdienst: (Hervorhebung von mir)

Wird damit die Wehrpflicht wieder eingeführt?
Nein. Ziel des Neuen Wehrdienstes ist die Erfassung von wehrdienstfähigem Personal und es erfolgt eine Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber nach Eignung und Motivation, zunächst auf Basis der Freiwilligkeit. Die Musterung dient der Erweiterung eines Lagebildes, wer im Ernstfall zur Verfügung stehen würde. Hintergedanke ist, dass sich durch die direkte Ansprache viele junge Männer und Frauen vermutlich erstmals mit der Frage beschäftigen, warum Deutschland eine Bundeswehr hat und ob ein Wehrdienst für sie infrage kommt oder nicht. Für Interessierte wird es ein umfassendes digitales Informationsangebot geben. Durch die intensivere Befassung der jüngeren Generationen mit dem militärischen Dienst rechnet das Verteidigungsministerium mit einer deutlich höheren Anzahl freiwilliger Bewerbungen.

Verpflichtend ist im Moment also lediglich die Teilnahme an der Befragung. Geht der Entwurf durch, musst Du den Fragebogen ausfüllen, den Du irgendwann nach Deinem 18. Geburtstag kriegst. Im Moment erhofft man sich dadurch mehr/ausreichend Freiwillige zu gewinnen. Nur wenn das nicht gelingt, könnte es sein, dass man über weitere Schritte nachdenken muss. Besonders dann halt, wenn sich Putin weiterhin benimmt wie der Despot, der sich in Europa nehmen kann, was er will.

Grüße

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Hallo Yakuzi,

Nein, die Sache mit dem Raumschiff ist nicht wirklich ernst zu nehmen.

Ja, es gibt ein (bislang nur eingereichtes, nicht veröffentlichtes) Paper, das diese Möglichkeit diskutiert. Es stammt allerdings von einem Astronomen, Avi Loeb, der unter Kollegen einschlägig dafür bekannt ist, überall Raumschiffe zu sehen und alle andauernd mit solchen Thesen zu nerven. Vorsichtig formuliert.

Bislang haben sich mehrere (!) Astronomen im englischsprachigen und deutschsprachigen Raum dazu geäußert und klipp und klar gesagt, dass das absurd ist. Wieder vorsichtig und höflich formuliert. Beispiele für solche seriösen und fundierten Kritiken der Raumschiff-Behauptung findest Du hier oder hier oder hier.

Sehr ausführlich beschäftigt sich dieses Video mit Avi Loeb:

https://www.youtube.com/watch?v=4nYXIeZh_bw

Es wird herausgearbeitet, dass es Loeb einfach nur um Publicity geht, um seine Bücher besser verkaufen zu können. Er möchte Schlagzeilen haben. Nicht mehr, nicht weniger. Und er macht das mit 3i/ATLAS nun schon zum dritten Mal.

Die Wahrheit ist Loeb halt leider nicht mehr wichtig. Die ist hier sehr eindeutig: 3I/ATLAS ist ein Komet. Das zeigen mittlerweile gesammelte Daten. Man sieht zum Beispiel Wasser-Eis in der Coma von 3I/ATLAS, ganz genau so, wie es bei einem Kometen halt der Fall ist.

Und der von Dir verlinkte Artikel sagt ja genau dasselbe. Bis hin zu der von mir erwähnten Entdeckung von Staub und Gas. 😉

Grüße

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Hallo Dennis885ksk,

Nein, die Sache mit dem Raumschiff ist nicht wirklich ernst zu nehmen.

Ja, es gibt ein (bislang nur eingereichtes, nicht veröffentlichtes) Paper, das diese Möglichkeit diskutiert. Es stammt allerdings von einem Astronomen, Avi Loeb, der unter Kollegen einschlägig dafür bekannt ist, überall Raumschiffe zu sehen und alle andauernd mit solchen Thesen zu nerven. Vorsichtig formuliert.

Bislang haben sich mehrere (!) Astronomen im englischsprachigen und deutschsprachigen Raum dazu geäußert und klipp und klar gesagt, dass das absurd ist. Wieder vorsichtig und höflich formuliert. Beispiele für solche seriösen und fundierten Kritiken der Raumschiff-Behauptung findest Du hier oder hier oder hier.

Sehr ausführlich beschäftigt sich dieses Video mit Avi Loeb:

https://www.youtube.com/watch?v=4nYXIeZh_bw

Es wird herausgearbeitet, dass es Loeb einfach nur um Publicity geht, um seine Bücher besser verkaufen zu können. Er möchte Schlagzeilen haben. Nicht mehr, nicht weniger. Und er macht das mit 3i/ATLAS nun schon zum dritten Mal.

Die Wahrheit ist Loeb halt leider nicht mehr wichtig. Die ist hier sehr eindeutig: 3I/ATLAS ist ein Komet. Das zeigen mittlerweile gesammelte Daten. Man sieht zum Beispiel Wasser-Eis in der Coma von 3I/ATLAS, ganz genau so, wie es bei einem Kometen halt der Fall ist.

Grüße

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nein

Hallo SchnorrMeister,

Für mich sieht die Aufnahme so aus als wäre die in Nevada in der Wüste aufgezeichnet worden.

Da stellt sich mir natürlich die Frage, wie viel Du über Filmproduktion weißt. Und über die Geschichte der Filmtechnik?

Bist Du ein Experte - z.B. aus beruflichen Gründen - für die Technik, die Ende der 1960er bei der Produktion von Filmen zur Verfügung stand? Welche Technik zum Ausleuchten von Szenen verwendet wurde? Wie man "Special Effects" machen musste?

Denn Leute, die wirklich vom Fach sind, widersprechen den Mondlandungsleugnern gerade weil damals eben gar nicht die filmischen Möglichkeiten zur Verfügung standen, das Filmmaterial, das wir haben (ja, wir haben Filmmaterial...), zu fälschen.

Hier zum Beispiel:

https://www.youtube.com/watch?v=_loUDS4c3Cs

Oder hier, ein anderes Beispiel, wo das erklärt wird:

https://www.youtube.com/watch?v=dWBYAxhH3u4

Kurz: Nein, es sind gerade die Aufnahmen, die man mit damaliger Technik auf der Erde so nicht hingekriegt hätte. Sie sehen eben für Fachleute gar nicht aus wie man damals in Nevada hätte machen können.

Das natürlich abgesehen von all den anderen Argumenten, die dafür sprechen, dass die Amerikaner mit den Apollo-Missionen mehrmals am Mond waren. Angefangen von LIGO, bis hin zu den wissenschaftlichen Daten und dem Mondgestein und dem Mondstaub, die mitgebracht und von vielen, vielen völlig unabhängigen Wissenschaftlern weltweit untersucht wurden.

Grüße

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Hallo Alexander1610,

Also die Menschheit ist doch wirklich die Krönung "der Schöpfung",

Das ist halt genau der Spruch schlechthin, mit dem die Religion die Eitelkeit nicht weniger Menschen bebauchpinselt.

Das erste Problem damit ist schon mal, dass es unterstellt, die Evolution hätte ein bestimmtes Ziel, bzw. eine bestimmte Richtung. Hat sie nicht. Die Evolution ist ein von Zufällen bestimmter Prozess und unsere Art ist nur eine von vielen möglichen Arten. Und es ist sogar gut möglich, dass wir uns bereits in einer evolutionären Sackgasse befinden, ohne es zu wissen.

Aber beim zweiten Problem sieht man die Sache mit der totalen Selbstüberschätzung unserer Spezies sogar noch deutlicher:

Es ist auch nicht davon auszugehen, dass es solche Lebewesen wie die Menschen nochmal im Universum gibt. Also mit so einem Bewusstsein.

Wir sind eine sehr kurzzeitig existierende Trockennasenaffenart, die drauf und dran ist, sich in ihrer Selbstüberschätzung selber zu vernichten - und dabei nicht gerade wenige andere Arten auf unserem Planeten mit zu vernichten.

Unsere Erde ist ein popelig kleiner Planet, der einen absolut durchschnittlichen kleinen Stern umrundet. Dieser befindet sich in einer recht langweiligen Ecke seiner Galaxie, die aus 100 bis 200 Millionen Sterne besteht. Allein im beobachtbaren Universum gibt es über eine Billiarde Galaxien.

Ja, wir sind eine Möglichkeit des Universum, sich selbst wahrzunehmen. Die Betonung liegt auf EINE Möglichkeit. Wer sich aus Größenwahn einreden will, wir wären einzigartig oder gar unentbehrlich für das Universum, hat einfach nur nicht verstanden, wir groß das Universum ist. Es braucht uns keineswegs.

https://www.youtube.com/watch?v=wupToqz1e2g

Grüße

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Hallo MiXXXery,

ich muss Dich leider enttäuschen.

Für solche Fragen schaut man am besten auf diese Webseite:

https://solarstormwarnings.com/

Da scrollst du dann ganz nach unten und schaust, wie groß das grüne Gebiet in der Grafik mit der Karte ist. Überall wo grün ist, könnten Polarlichter auftreten.

Aktuell ist das Gebiet weit weg von Österreich. Es war also eher Wetterleuchten oder der Schein einer anderen Lichtquelle.

Grüße

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Hallo leipziger12,

Normalerweise sehe ich den Mond um diese Uhrzeit direkt aus meinem Schlafzimmerfenster.

Definiere "normalerweise"? Denn "immer" oder "jede Nacht" kann ja offensichtlich nicht gemeint sein.

Der Mond umrundet bekanntlich auf seiner Umlaufbahn rund einmal im Monat die Erde. Deswegen steht er jeden Tag ein gutes Stück weiter östlich am Himmel und geht jeden Tag deutlich später auf.

Entsprechend sieht man den Mond bei einigen Mondphasen mehr tagsüber am Himmel stehen, bei einigen mehr nachts.

Muss ja so sein: Bei Vollmond steht er ja der Sonne gegenüber und geht abends auf und morgens unter. Bei Neumond steht er dagegen in etwa in Richtung der Sonne und geht entsprechend morgens auf und abends unter. In 3 Tagen haben wir abnehmenden Halbmond, da geht der Mond mitten in der Nacht auf und um Mittag wieder unter.

Zusätzlich zu dieser täglich beobachtbaren Veränderung der Mondposition zu einer bestimmten Zeit, verändert sich auch die Höhe des Vollmondes über dem Horizont übers Jahr. Im Moment, im Sommer, steht der Vollmond recht tief am Himmel, während der Vollmond im Winter seine größten Abstände vom Horizont hat. Das ist genau umgekehrt zur Sonne, die jetzt im Sommer hoch am Himmel steht.

Von daher hast Du bisher wohl einfach nicht ausreichend darauf geachtet, wie sich die Position des Mondes am Himmel verändert.

Grüße

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Hallo VampirDragon,

ich weiß nicht, wo Du all das her hast ... aber Deine Quelle hat hier einiges fürchterlich durcheinander gebracht, das Meiste ist hoffnungslos übertrieben ... und nicht gerade wenig ist auch einfach falsch.

Richtig ist es so:

Am 1. Juli 2025 haben Astronomen am ATLAS Teleskop einen Kometen entdeckt, der sehr wahrscheinlich von außerhalb unseres Sonnensystems kommt und halt einmal bei uns durchfliegt. Weil er am ATLAS-Teleskop entdeckt wurde, hat er entsprechend den Namen dieses Teleskops plus eine "Seriennummer" als Name bekommen: 3I/ATLAS. Nach der Beschreibung hat man dann auch schnell festgestellt, dass auch am Mount Palomar schon Aufnahmen des Objekts gemacht worden waren, was eine schnelle Bahnbestimmung ermöglichte.

Es ist also schon mal falsch, dass das Teil von einem Amateur entdeckt wurde. Kometen werden zwar tatsächlich oft von Amateuren entdeckt, aber nicht dieser und nicht so weit im äußeren Sonnensystem. Da braucht man einfach sehr große Geräte dafür, die Amateure nicht haben. Das ATLAS Teleskop ist dagegen für das Aufspüren extrasolarer Objekte ausgelegt... Da die NASA am Bau und den laufenden Kosten beteiligt ist (zusammen mit beispielsweise der Universität in Hawaii), ist sie entsprechend von Anfang an eingebunden. Falsch ist also auch die Aussage, ESA und NASA hätten sich im Nachhinein "eingeschaltet".

Falsch ist auch die Größenangabe von 20 km. Messungen legen eher Werte von etwas über 5 km nahe, möglich ist aber auch noch etwas weniger.

3I/ATLAS ist das dritte interstellare Objekt, das bei uns durchfliegt. Auch wenn 3I/ATLAS mit etwas über 200 000 km/h sehr schnell ist, ist ein solcher Wert für ein interstellares Objekt nicht ungewöhnlich.

Besonders wichtig:

Nein, die Sache mit dem Raumschiff ist nicht wirklich ernst zu nehmen.

Ja, es gibt ein (bislang nur eingereichtes, nicht veröffentlichtes) Paper, das diese Möglichkeit diskutiert. Es stammt allerdings von einem Astronomen, Avi Loeb, der unter Kollegen einschlägig dafür bekannt ist, überall Raumschiffe zu sehen und alle andauernd mit solchen Thesen zu nerven. Vorsichtig formuliert.

Bislang haben sich mehrere (!) Astronomen im englischsprachigen und deutschsprachigen Raum dazu geäußert und klip und klar gesagt, dass das absurd ist. Wieder vorsichtig und höflich formuliert. Beispiele für solche seriösen und fundierten Kritiken der Raumschiff-Behauptung findest Du hier oder hier oder hier. Vor allem zeigen mittlerweile gesammelte Daten halt sehr Kometen-typisches, zum Beispiel Wasser-Eis in der Coma von 3I/ATLAS.

Es gibt halt Sci-Fi-Fans, die gerne bei jedem Stein behaupten wollen, sie hätten ein Raumschiff gesehen. Deswegen muss man solche Behauptungen ja nicht ernst nehmen. 3I/ATLAS ist ein sehr interessantes Objekt. Aber sicher kein Raumschiff.

Grüße

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Urknall

Hallo Lucian1312,

Obacht! In Deiner Frage vermischst Du 2 völlig verschiedene Sachen.

Das Universum hat sich in rund 14 Milliarden Jahren aus einem dichten und heißen Anfangszustand heraus entwickelt. Beim Urknall beginnt der Raum sich auszudehnen - und das führt zur Entwicklung des Universums aus diesem heißen Anfangszustand heraus bis zu dem, was wir heute im Universum sehen.

Wir haben sehr, sehr viele Beobachtungsbelege hierfür, die insgesamt bis ins nur Sekunden alte Universum zurückreichen.

Die Erde wiederum ist vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren zusammen mit der Sonne und den anderen Planeten beim Kollaps einer interstellaren Gaswolke entstanden. Wir können heute mit modernen Radioteleskopen anderen solchen Sonnensystemen live bei der Entstehung zuschauen. So schaut das zum Beispiel aus:

Bild zum Beitrag

Das ist eine sogenannte "protoplanetare Scheibe", die hier um einen sehr, sehr jungen Stern im Sternbild Stier liegt. Die dunklen "Rillen" werden von sich bildenden Planeten - sogenannten Protoplaneten - erzeugt, die fleißig den Staub und das Gas auf ihrer Umlaufbahn gravitativ einsammeln.

Unsere Erde ist also knapp 10 Millarden Jahre nach dem Universum entstanden - und eben nicht in der heißen Phase des Urknalls.

Ergänzen möchte ich, dass das keine Meinungsfrage ist. Auch wenn hier Deine Abstimmung etwas völlig anderes ergibt... das ist das, was uns die besten Daten sagen. Und zwar schon ziemlich lange.

Grüße

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Hallo Lucian1312,

die Physik sagt gar nicht, dass das Universum beim Urknall aus "dem Nichts" entstanden ist. Das ist leider ein sehr verbreitetes Missverständnis.

Die Physik beschreibt den Urknall als einen Phasenübergang, der außerdem für uns ein unüberwindbarer Beobachtungshorizont ist. Die physikalischen Gesetze, die im Universum gelten, entstehen beim Urknall. Deshalb kann "nichts" über den Urknall hinaus sicher als gegeben vorausgesetzt werden. Das ist aber halt etwas völlig anderes als eine Entstehung "aus dem Nichts".

Die Materie entsteht übrigens erst nach dem Urknall im Universum.

Grüße

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Andere Antwort...

Hallo Reinkarnation,

Obacht, man muss da ein bissi aufpassen, wovon man spricht.

Nibiru - vor der Degradierung von Pluto gerne als Planet X bezeichnet - gibt es ganz sicher nicht.

Der war auch nie eine von Astronomen ernsthaft vertretene These, sondern gehörte eigentlich immer in die Schwurbelecke.

Nibiru ist ein angeblich existierender Planet, der die Sonne auf einer sehr exzentrischen Bahn umrunden soll. Er käme - so die Fans dieser These - nur in extrem großen zeitlichen Abständen ins innere Sonnensystem und wäre dann jedesmal für alle möglichen Katastrophen in der Erdgeschichte verantwortlich.

Und nein, das passt alles nicht zusammen - auch wenn so manche sensationslüsterne Weltuntergangsmeldung regelmäßig etwas anderes behauptet.

Was dagegen ernsthaft von Astronomen diskutiert wird, ist die Frage, ob im Kuipergürtel ein bislang unentdeckter größerer Planet noch unentdeckt ist. Dieser würde - falls er denn existiert - aber anders als der böse, böse Nibiru/Planet X nie im inneren Sonnensystem vorbeischauen. Der möglicherweise unentdeckte Planet 9 wäre einfach ein sehr großes Objekt, dessen Bahn überall weit jenseits der Plutobahn läge.

Die Suche nach diesem hypothetischen neunten Planeten hat in den letzten Jahren etwas Fahrt aufgenommen, weil wir erstmals gute Bewegungsdaten für viele Objekte im Kuipergürtel haben. In diesen Daten glaubten einige Astronomen Abweichungen von den berechneten Bahnen gesehen zu haben - was dann eben für einen weiteren großen Planeten da draußen spräche. Eine interessante Veröffentlichung zum Thema findest Du zum Beispiel hier, einen Artikel des Astronomen Florian Freistätter dazu hier.

Von Anfang an gab es aber auch berechtigte Zweifel, weil nicht alle Daten des Surveys für die Existenz eines neunten Planeten im Kuiper Gürtel sprachen. Und auch weil an den aufgrund der Bahndaten berechneten Orten einfach kein Planet 9 war.

Jüngst wurde die Existenz von Planet 9 wieder einmal etwas unwahrscheinlicher (wenn auch noch nicht wirklich widerlegt), weil man die diskutierten Bahnabweichungen nun mit einem neu entdeckten Zwergplanet im Kuipergürtel wohl auch ganz gut erklärt bekommt. Die Daten sind noch nicht durch den Peer-Review, können aber bereits hier eingesehen werden. Und hier findest Du das neue Paper diskutiert.

Wenn ich wetten sollte, würde ich im Moment mein Geld also eher darauf setzen, dass es Planet 9 auch nicht gibt.

Aber wichtig ist, dass während Planet 9 eine ernsthaft diskutierte und untersuchenswerte Hypothese ist, an Nibiru und seinen regelmäßigen Besuchen des inneren Sonnensystems wirklich nichts dran ist... und das wissen wir schon sehr, sehr lange.

Grüße

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Hallo User820200,

um möglichst übersichtlich Überblick im Begriffedschungel zu verbreiten:

Meteoroid: __Kleiner__, fester Brocken aus Gestein oder Metall, der im All rumfliegt. Die Größe reicht vom Staubteilchen bis zum metergroßen Brocken.

Asteroid: __Großer__, fester Brocken aus Gestein oder Metall, der im All rumfliegt. Die Größe reicht von (ein paar) Dutzend Metern bis zum etliche Kilometer großen Brocken. Der Unterschied zum Meteoroiden ist wirklich nur die Größe, nicht die Zusammensetzung oder sonst was.

Meteor: Leuchterscheinung, wenn ein Meteoroid in der Erdatmosphäre verglüht. Der Volksmund nennt es Sternschnuppe. Wenn das Teil besonders hell ist, spricht man auch vom "Boliden". Ein ganz besonders kleiner und langsamer Meteoroid kann übrigens auch ohne Leuchterscheinung und Verglühen auf dem Erdboden ankommen.

Meteorit: Überbleibsel des Brockens, das auf der Erde rumliegt, wenn der Brocken eben nicht vollständig verglüht ist in der Atmosphäre.

https://www.dpg-physik.de/aktivitaeten-und-programme/archiv/175-jahre-dpg/impulse/175-impulse/126

Davon unterscheiden sich dann noch mal die Kometen. Diese mehr oder weniger großen Brocken bestehen aus Eis mit Staubeinschlüssen.

Grüße

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Hallo JanHatEineFr227,

Wie beurteilt ihr die Wirksamkeit von Homöopathie?

Das ist doch eigentlich völlig unerheblich. So in etwa als ob Du fragen würdest, wie ich die Form der Erde beurteile. Die wird schließlich auch nicht zur Scheibe, wenn ich nur fest dieser Meinung bin.

Solche Fragen sind einfach keine Meinungsfragen, auch wenn sie von den Anbietern solcher Scheinmedikamente gerne als solche verkauft werden.

Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Medikamenten - und solche behaupten Globuli ja zu sein - ergibt sich allein aus den wissenschaftlich erhobenen Daten.

Und nein, dazu gehören ausdrücklich nicht solche Werbewebseiten, wie die Webseite in Deiner Fragestellung. Die wird von einem homöopathischen Arzt betrieben, ist also eine Lobbywebseite.

Zur Beurteilung musst Du wirklich auf wissenschaftliche Artikel gucken.

Hier wären ein paar Beispiele:

Erklärung der EASAC (Dachorganisation Europäischer Wissenschaftsakademien, Übersetzung von mir):

"Klinische Wirksamkeit – wir erkennen an, dass bei einzelnen Patienten ein Placebo-Effekt auftreten kann, aber wir stimmen mit früheren umfangreichen Bewertungen überein, die zu dem Schluss kommen, dass es keine bekannten Krankheiten gibt, für die es robuste, reproduzierbare Beweise dafür gibt, dass Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirksam ist."

Antonelli M, Donelli D: „Reinterpreting homeopathy in the light of placebo-effects to manage patients who seek homeopathic care: A systematic Review“, Health Soc Care Community (2018):

Wenn die Wirksamkeit der Homöopathie mit einem Placebo vergleichbar ist und eine Behandlung mit Placebo bei manchen Beschwerden wirksam sein kann, dann kann man die Homöopathie insgesamt als Placebotherapie ansehen. Die Interpretation der Homöopathie als Placebotherapie definiert Grenzen und Möglichkeiten dieser Lehre.

Es gibt keine innerwissenschaftliche Debatte über die Homöopathie. Die Säulen des Verfahrens sind in den letzten 200 Jahren in Widerspruch zu bestens gesicherten Erkenntnissen der Medizin und Naturwissenschaften gelaufen. In über 200 klinischen Studien konnten im Einklang damit keine robust signifikanten Effekte über Placebo nachgewiesen werden.

Homöopathika sind Placebos.

Anders lautende Einschätzungen findest Du nur bei Anwendern, die Besserungen nach der Einnahme dieser Placebos fälschlich als Wirksamkeit deuten (der sogenannte Post hoc Irrtum)... und natürlich bei Anbietern und Vertretern der Homöopathie, die an ihr gut verdienen.

Und genau deshalb beurteile ich die Homöopathie auch genau so: Als Verfahren, das mit Placebos arbeitet, dessen Vertreter dem Patienten gegenüber aber permanent anderes behaupten - und dies nicht selten unter Diskreditierung echter wissenschaftlicher Ergebnisse oder unter dem Aufstellen scheinwissenschaftlicher Behauptungen.

als auch erklären, wie denn die Larven des Grasfrosches an ein Placebo glauben sollen

Aber gerne doch. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Lobbyisten der Homöopathie gezielt Falschinformation verbreiten, um den Anschein zu erwecken, es gäbe wissenschaftliche Ergebnisse, die eindeutig für eine Wirksamkeit über Placebo hinaus sprächen.

Deine Webseite schreibt genau:

Als robustes und effektives Forschungsmodell hat sich der Effekt von (hoch) potenziertem Thyroxin auf die Entwicklungsgeschwindigkeit der Larven von Rana temporaria (Grasfrosch) erwiesen.

Vielleicht fällt Dir selbst auf, dass der Artikel keine Originalarbeiten dazu angibt.

Der Witz ist nämlich: Die Behauptung ist uralt und längst widerlegt. WEDER trat tatsächlich eine Beschleunigung auf, NOCH waren die Ergebnisse robust reproduzierbar.

Du kannst das hier und hier im Detail nachlesen. Die entscheidende Grafik kopiere ich einmal hier ein:

Bild zum Beitrag

Homöopathen behaupten einen Unterschied in der Entwicklungsgeschwindigkeit der Kaulquappen zwischen homöopathischen Thyroxin und Wasser gesehen zu haben. Ein solcher Unterschied würde sich darin zeigen, dass mit fortschreitender Zeit die beiden Kurven auseinander gehen. Sie würden sich öffnen, wie eine Schere. Was die Daten tatsächlich zeigen, ist nichts dergleichen... oder siehst Du hier große Unterschiede in der Steigung der Kurven der Vergleichsgruppen.

Nichtsdestoweniger wird dem Patienten gegenüber immer wieder (seit nunmehr fast 15 Jahren) diese offensichtlich falsche Behauptung durch Homöopathen immer wieder wiederholt. Und das funktioniert halt bei allen Patienten, die sich nicht die Mühe machen, die uralten Daten rauszukramen...

Solche Desinformation ist nicht harmlos. Patienten sollten die Möglichkeit haben, ein Verfahren auf Basis korrekter Information zu beurteilen. Nicht auf Basis zweifelhaft erhobener Daten oder schlicht übertriebener Behauptungen. Leider ist genau das die gängige Werbepraxis der Branche.

Eine gute Stellungnahme über alle möglichen solchen Falschbehauptungen findest Du in diesem peer-reviewt erschienenen Artikel:

Handl, S., Parsch, U., Meeuw, A., Wagels, R., & Aust, N. (2024). Betrachtungen zur Evidenz in der Veterinärhomöopathie. Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, 137, 1-11.

Viel Spaß beim Lesen!

Grüße

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Gut

Hallo Jusjus2003,

meiner persönlichen Meinung nach überschätzen all diejenigen, die hier "schlecht" ankreuzen, die Möglichkeiten, die uns zur Erforschung des Weltalls zur Verfügung standen und stehen doch sehr. Ich denke, man muss die Frage, wie gut unser Wissen über das Universum ist, in Relation dazu setzen.

Wir sind eine unbedeutende und nur sehr temporär existierende Spezies, die auf einem winzigen Planeten einen absolut durchschnittlichen kleinen Stern umrundet. Wir leben in einer sehr ruhigen Ecke einer Galaxie mit weit über 100 Milliarden Sternen. Und allein im beobachtbaren Universum gibt es rund eine Billion anderer Galaxien.

Dass wir allein das, was ich gerade geschrieben habe, herausgefunden habe, hebt unser Wissen über das Universum weit über "schlecht" hinaus. Zumal man bedenken muss, dass wir vor rund 200 Jahren nichts davon wussten. Die Sache mit dem Urknall ist eine Erkenntnis der letzten 100 Jahre, die Hintergrundstrahlung wurde erst in den 1960ern entdeckt. Die ersten Exoplaneten in den 1990ern. Gute Bilder von den äußeren Planeten unseres Sonnensystems besitzen wir erst seit den Voyager Sonden. Heute können wir erstmals das Universum auch über Gravitationswellen untersuchen.

Nein, wir wissen nicht alles. Wissenslücken und Erkenntnishorizonte sind aber etwas, mit dem man rechnen muss, wenn wir unsere Ausgangslage bedenken. Das wertet aber den enormen Zuwachs an fundiertem Wissen über das Universum nicht ab. Unser Wissen ist alles andere als "schlecht", nur weil wir noch immer viel zu lernen haben. Schlecht ist lediglich das permanente Schlechtreden unseres Wissens und naturwissenschaftlichen Arbeitens.

Grüße

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Hallo Rukaruko,

immer wenn man den Eindruck hat, dass ein seit nunmehr fast 100 Jahren bestehendes naturwissenschaftliches Modell doch eigentlich "offensichtlich" falsch sein MUSS.... dann liegt der Fehler bei einem selber und man hat einfach ein paar wesentliche Dinge nicht richtig verstanden.

Sorry, wenn ich das so deutlich sage. Aber sooooo dämlich sind alle Physiker der gesamten Welt der gesamten letzten 100 Jahre halt auch nicht, dass ihnen allen in all dieser Zeit ein offensichtliches Problem mit ihren Modellen nicht selber aufgefallen wäre.

Gehen wir die Punkte also mal der Reihe nach durch.

Wie kann es dann sein, dass die meisten Galaxien vor 14 Milliarden Jahren bereits voll ausgereift und entwickelt waren genau wie sie es heute sind?

Das behauptet niemand. Ganz im Gegenteil erwarten wir in den uralten Galaxien andere Eigenschaften als bei Galaxien, die wir näher bei uns beobachten.

Und finden auch in Beobachtungen genau das, was erwartet wurde. So sehen wir beispielsweise in diesen uralten Galaxien Sterne mit anderer chemischer Zusammensetzung und deshalb einer anderen Lichtkurve als heutige Galaxien sie haben. Wir haben einen anderen Anteil besonders großer Sterne in diesen Galaxien - und auch das ist im Modell so erwartet.

Ich weiß nicht, wo Du diese Vorstellung her hast, dass man 14 Millionen alte "voll ausgereifte und entwickelte" Galaxien beobachtet hätte... aber eine wissenschaftliche Quelle war das eher nicht.

Es kann ja nicht einfach durch eine gigantische Expansion heraus von der ersten Sekunde an schon alles da gewesen sein?

Behauptet - und beobachtet - ja auch niemand.

Die weitest entfernten Galaxien, die das JWST beobachtet, sehen wir in einem Zustand von einigen hundert Millionen Jahren nach dem Urknall.

Das älteste Licht, das sich im Universum ausbreiten konnte, ist die kosmische Hintergrundstrahlung. Sie stammt aus einer Zeit von rund 380 000 Jahren nach dem Urknall - und da gab es offensichtlich noch keine Galaxien.

LEIDER liest man im Web viel Müll zu diesem Thema. Immer wieder - auch hier in einigen Antworten - wurde behauptet, die Entdeckung alter Galaxien durch das JWST habe Zweifel am Urknall geschürt. Das war von Anfang an eine sensationsgierige Falschmeldung. Das JWST tut genau, was es soll: Es liefert Daten aus einer Zeit im Universum, die wir besser zu verstehen hoffen.

Grüße

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Hallo kaempferdersonne,

das ist leider ein Paradebeispiel für einen logischen Trugschluss; einen, dem man häufig in kreationistischen Kreisen begegnet. Der Trugschluss besteht im Versuch, zwei Dinge gleichzusetzen, die nicht gleich sind.

Auf der einen Seite haben wir die philosophische Erkenntnis, dass Dinge, die über unsere eigene Existenz hinausgehen, nicht letztbeweisbar sind. Das ist das berühmte "Ich denke, also bin ich." von Descartes. Da jedwede Wahrnehmung der Welt über unsere Sinne Täuschungen unterliegen __könnte__, ist für jeden einzelnen von uns nichts über die eigene Existenz hinaus im philosophischen Sinne letztbeweisbar.

Auf der anderen Seite haben wir religöse Aussagen über transzendente Entitäten. Also puren Glauben.

Der Fehler besteht im Versuch der Gleichsetzung der beiden Seiten: Da Alltägliches nicht letztbeweisbar ist, seien jedwede Aussagen über die Welt genauso als purer Glauben anzusehen, wie die persönliche religiöse Überzeugung.

Das ist natürlich falsch - ein ganz erhebliches Verschieben des Torpfostens, was wir im Alltag als handfesten Beleg für etwas akzeptieren.

Ich wette, wenn Du auf der Straße stehst und ein LKW kommt auf Dich zu, dann kommst Du keineswegs auf die Idee, das von Dir hier Behauptete auszuprobieren - ob es WIRKLICH nur reinster, unbelegbarer Glauben ist, dass der LKW da auf Dich zukommt. Ich denke, Du würdest die Straße zügig verlassen. Ohne solche Versuche. Und das ist gut so.

Nein. Nicht alles, was wir wissen, ist "nur ein Glauben". Wir haben konkrete Kriterien, die Zuverlässigkeit von Aussagen zu unterscheiden. Wir können nach Belegen für Behauptungen fragen. Nach harten, reproduzierbaren Daten.

Und genau deshalb ist die Unmöglichkeit der Letztbeweisbarkeit - also die Unmöglichkeit, in einem Meer von harten Daten die allerletzte Chance eines Irrtums auszuräumen - etwas völlig anderes als eine Aussage, die allein und ausschließlich auf subjektivem Glauben beruht.

Grüße

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