Hallo BernhAAArd,

Valeriana Night ist, so wie ich das der Webseite des Herstellers entnehme,

http://www.ratiopharm.at/de/pub/praeparate/praeparat_detail.cfm?eventPraeparate=praeparate.praeparateDetail&id=625

eigentlich kein "Medikament", sondern nur als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt. Hierfür gelten weit weniger strenge Wirksamkeitsnachweise als bei echten Medikamenten.

Vor allem aber solltest Du Dir klarmachen, dass der Hersteller nicht einmal selbst schreibt, dass dieses Produkt den Melatoninspiegeln dauerhaft anheben würde. Vielmehr empfiehlt er das Mittel

  • Zur Verkürzung der Einschlafzeit
  • Für einen ruhigen, gesunden und entspannten Schlaf

Du erwartest da also etwas von dem Präparat, für das es nicht mal vom Hersteller vorgesehen ist. Es ist eigentlich auch nicht einzusehen, wie ein einmalig oder über kurze Zeiträume eingenommenes Melatonin den Spiegel dauerhaft heben sollte.

Die anderen Inhaltsstoffe (Baldrian, Hopfen und vor allem L-Tryptophan) dienen eher der Entspannung. L-Tryptophan hat etwas mit der Seratoninproduktion im Körper zu tun und gilt deswegen als sanftes Mittel bei depressiven Verstimmungen.

Alles in allem würde ich aufgrund dieser Tatsachen keinen Grund sehen, davon auszugehen, dass das Mittel den Melatoninspiegel dauerhaft heben würde. Ich würde Dir, falls der bei Dir wirklich erniedrigt sein sollte, eine Ursachenabklärung beim Arzt empfehlen. Auch Nahrungergänzungsmittel sollte man nicht einfach aus Spaß an der Freud einnehmen. Besonders dann übrigens, wenn Du irgendeine Medikation dauerhaft einnimmst... auch da kann es Wechselwirkungen geben.

Das Mittel hat übrigens mit dem von Dir getaggten Thema "Homöopathie" gar nichts zu tun. (Homöopathie ist es nur, wenn ein Mittel aufgrund des von Hahnemann erfundenen (widerlegten) Ähnlichkeitsprinzips angewendet wird... und meist wenn die Mittel so stark verdünnt sind, dass Du keinerlei Wirkstoff mehr zu Dir nimmst.) Vielleicht hast Du wegen des nicht so passenden Themas etwas länger auf Antwort warten müssen? Ich hab' jetzt mal ein paar passendere Themen getaggt; vielleicht bekommst Du so noch eine Antwort vom Fachmann/frau..

Grüße

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Hallo TimoPlayz,

schau Dir doch einmal das Kräfteparallelogramm hier an:

https://www.leifiphysik.de/mechanik/kraefteaddition-und-zerlegung/versuche/schiefe-ebene

(Du musst mit der Maus auf das bIld gehen, dann werden die Kraftvektoren eingeblendet)

Dann siehst Du, wie die Schwerkraft auf den Körper (F_G) zerlegt wird in eine Komponente parallel zum Hang (= Hangabtriebskraft F_H) und eine senkrecht dazu (Normalkraft F_N).

Die 3 Vektoren bilden ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem Du Dir zuerst überlegen musst, wo darin der Winkel alpha auftaucht.

Wenn Du Dir das überlegst, solltest Du auf den Zusammenhang

sin (alpha) = F_H / F_G

kommen. Schau mal, ob Du es so weit nachvollziehen kannst.

Außerdem ist die Schwerkraft ja so was wie F_G = m * g

F_H ist so was wie m * a mit s = 1/2 a t² oder a = 2s/t²

Und damit

sin (alpha) = 2s/( t² * g )

und umgeformt kommst Du dann auf den von Dir hingeschriebenen Zusammenhang für g.

Alles klar?

Grüße

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Hallo balelilokoto,

ein normales stellares Schwarzes Loch hat mit Dunkler Materie gar nichts zu tun.

Du darfst hier keine physikalischen Zusammenhänge vermuten, nur weil das eine "schwarz" heißt, das andere "Dunkel". Die Bezeichung "Dunkle Materie" ist eh denkbar schlecht gewählt; "durchsichtige Materie" wäre eine wesentlich bessere Bezeichnung, weil damit eine bislang nicht nachgewiesene Art Elementarteilchen gemeint ist, die nicht der elektromagnetischen Wechselwirkung unterliegen und die deshalb mit Licht nicht wechselwirken. (Außer gravitativ, Gravitationslinseneffekte und dergleichen)

Stellare Schwarze Löcher entstehen einfach aus dem kollabierenden Restkern eines sehr massereichen Sterns, wenn dieser nach der Supernova-Explosion immer noch zu viel Masse besitzt, um zum Neutronenstern werden zu können. (https://de.wikipedia.org/wiki/Tolman-Oppenheimer-Volkoff-Grenze)

Ein bissi anders sieht es bei den supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien aus. Da ist schlicht noch nicht verstanden, wie die genau entstehen... ob da erst Materie kollabiert und sich die Galaxie letztlich um diese zentralen Objekte als "Keimzellen" gebildet haben... oder umgekehrt sich die zentralen supermassereichen Schwarzen Löchern über die Materieansammlung im Zentrum der Galaxien bilden. Hier könnte die Dunkle Materie durchaus eine Rolle gespielt haben. Einige kosmologische Modelle sehen die DM durchaus bei der Galaxienbildung im jungen Universum als notwendig an. (https://arxiv.org/pdf/1709.09863.pdf) Das aber wie gesagt rein hypothetisch und unter sehr viel Vorbehalt.

Bei den supermassereichen Schwarzen Löchern ist Deine Frage also eigentlich nicht beantwortbar... bei den stellaren Schwarzen Löchern ist es sicher nicht so.

Grüße

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Hallo hugendubel66,

da doch nach der Urknall-Theorie alle Objekte voneinander wegstreben

Klitzekleine Korrektur vorab, die ich mir nicht verkneifen kann: Dass sich der Raum ausdehnt, ist eine Beobachtung. Wir messen die die Rotverschiebungen weit entfernter Galaxien. Dass sich alle diese Objekte von uns entfernen folgt also nicht aus der Urknall-Theorie: Andersrum wird ein Schuh draus: Theorien stellen Beobachtungen in einen logischen Kontext, machen verständlich, warum wir etwas beobachten. Der Urknall wurde deshalb erstmalig als Hypothese formuliert, nachdem man das Auseinanderstreben des Raumes entdeckt hatte.

Das zu verstehen, ist nämlich schon wichtig für die Beantwortung Deiner Frage:

Ausdehnung des Raumes und lokale Eigenbewegungen der Objekte aufgrund lokaler Schwerkraftanziehung sind zwei Gegenspieler - wer von den beiden gewinnt, das hängt davon ab, wie weit 2 Objekte voneinander entfernt sind.

Der Raum im Universum dehnt sich aus, wie ein aufgehender Hefeteig. Er trägt die darin lokal eingebetteten Galaxien mit sich. Die Ausdehnung des Raumes passiert deswegen nicht mit einer bestimmten Geschwindigkeit, sondern mit einer bestimmten Rate: Diese Rate ist der Hubbleparameter, der etwa 70 Kilometer pro Sekunde und Megaparsec beträgt.

Ein Megaparsec ist eine Entfernung von etwa mehr als 3,2 Millionen Lichtjahren. Ist ein Objekt 3,2 Millionen Lichtjahre entfernt, ist es also wegen der Ausdehnung des Raumes eine Sekunde später 70 Kilometer weiter weg. Wäre es 3,2 Milliarden Lichtjahre weit weg, wäre das Objekt 1 Sekunde später schon 70 000 Kilometer weit weg... weil in jedem einzelnen der 1000 Megaparsec in dieser Sekunde 70 Kilometer dazugekommen sind.

Je weiter die Objekte von uns weg sind, desto schneller trägt sie also der Raum mit sich davon.

Und jetzt schauen wir die Schwerkraft an: In einem bestimmten Abstand voneinander üben zwei Massen eine Anziehungskarft aufeinander aus, die proportional ist zur Masse der Objekte und umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung. Aus dieser Kraft ergibt sich nach dem guten alten Newton eine Beschleunigung aufeinander zu.

Praktisch alle Objekte im Universum haben Eigengeschwindigkeiten drauf, die aus der Summe aller möglichen Schwerkrafteinflüsse resultieren. Wir bewegen uns um die Sonne, die Sonne um das Zentrum der Milchstraße, die Milchstraße auf den Virgo-Superhaufen zu, das Ganze auf den Shapley-Superhaufen... oder einen noch größeren Attraktor dahinter.

Diese Eigenbewegungen sind der Raumausdehnung überlagert.

Die Andromeda ist "nur" 2,5 Millionen Lichtjahre von uns weg, also nicht einmal ein Megaparsec. Es entstehen also weniger als 70 Kilometer pro Sekunde neuer Raum zwischen uns und dort. Wenn jetzt die Bewegung der beiden Galaxien aufeinander zu wegen der Schwerkraft höher ist als 70 km/s... dann entsteht auch netto (!) eine Bewegung aufeinander zu.

Die Andromeda bewegt sich also netto langsamer auf uns zu, als wenn sich der Raum nicht ausdehnen würde, aber die beiden Galaxien sind sich so nahe, dass die Bewegung aufeinander zu schneller ist als die Raumausdehnung auf diese Entfernung.

Wir sehen zum Beispiel unsere Bewegung in Richtung des Virgo-Superhaufens auch in den Rotverschiebungen in diese Richtung: Weil wir uns darauf zu bewegen, sind in diese Richtung die Rotverschiebungen etwas kleiner als in andere Richtungen bei gleich weit entfernten Objekten... und genau "gegenüber" etwas größer. Nur überwiegt auf diese Entfernungen dann schon wieder die Raumausdehnung, so dass sich in der Summe eben ergibt, dass die Abstände voneinander größer werden, __obwohl__ wir uns in diese Richtung bewegen.

Du kannst Dir das vielleicht an einem Ball vorstellen, der über ein Gummiband rollt. Nehmen wir an, Du hast auf dem Gummiband alle Meter einen Eichstrich gemacht, ja? Dann dehnen wir das Gummiband, indem wir an einem Ende ziehen, das andere Ende festhalten. Auch hier entfernen sich Eichstriche schneller, je weiter sie vom festgehaltenen Ende weg sind. Lässt man nun einen Ball über das Gummiband mit fester Geschwindigkeit auf das feste Ende zu rollen. dann hängt es von seiner Geschwindigkeit ab, ob er es je erreicht: Rollt der Ball langsamer als das Gummiband gedehnt wird, wird ein neben dem Band stehender Beobachter sehen, dass sich der Ball netto eben vom festen Ende weg bewegt.

Ungefähr klar?

Das ist übrigens gar kein so ungewöhnliches Ereignis, wenn die Milchstraße und die Andromeda sich treffen. Es sind einige kollidierende Galaxien am Himmel bekannt. Josef Gaßner zeigt ein paar Beispiele hier ab Minute 24:

https://www.youtube.com/watch?v=T4QojnP9Bbs&t=1574s

Grüße

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Hallo lunda420,

also erst einmal:

1) "Blutmond" ist eine von der Presse aus Lust an sensationellen Meldungen aufgebauschte esoterische Bezeichung für das, was eigentlich Mondfinsternis heißt. Jedem Astronomen zieht der ganze "Blutmond-Hype" die Schuhe aus.

2) Heute Nacht ist keine Mondfinsternis. Deswegen ist dieses Phänomen (nämlich, dass der Mond durch den Kernschatten der Erde wandert und sich deshalb verdunkelt und rötlich aussieht) auch nicht dafür verantwortlich, was Du heute beobachtet hast... Ob Du es jetzt korrekt Mondfinsternis nennen möchtest oder esoterisch Blutmond: Das war es nicht.

3) Woran liegt es dann?

Du hast die Frage kurz nach dem heutigen Monduntergang gestellt. Deswegen wette ich jetzt mal, dass Du den Mond kurz vor dem Monduntergang (um etwa halb ein Uhr nachts) beobachtet hast, als er schon recht nahe am Horizont stand.

Und in der Nähe des Horizontes sieht der Mond immer etwas rötlicher aus als wenn er hoch am Himmel steht. Dasselbe kennst Du von der Sonne: Auch die ist beim Sonnenaufgang und Sonnenuntergang schön orangerot.

Mit Lichtbrechung hat diese Verfärbung allerdings auch herzlich wenig zu tun.

Verantwortlich für schöne Sonnenuntergänge, das Blau des Taghimmels... und eben auch für die leicht rötliche Verfärbung des Mondes in der Nähe des Horizontes ist die __Streuung__... genauer gesagt die Rayleigh-Streuung des Lichtes.

Licht wird beim Durchqueren der Erdatmosphäre an den Luftmolekülen gestreut. Das ist umso effektiver, je kurzwelliger das Licht ist. Die blauen Anteile sind im sichtbaren Licht die kurzwelligsten Wellen. Und deshalb erwischt es die zuerst: Die blauen Lichtanteile werden aus der Richtung der Lichtquelle herausgestreut. Übrig bleiben die langwelligeren gelben und roten Anteile des sichtbaren Lichtes.

Und deswegen sieht der Mond umso rötlicher aus, je näher er am Horizont steht.

Hier ist es für die Sonne erklärt, aber wie gesagt: Beim Mond ist es derselbe Trick:

https://www.simplyscience.ch/teens-liesnach-archiv/articles/warum-ist-der-himmel-blau-und-die-abendsonne-rot.html

Etwas Nebel oder hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt den Effekt übrigens.

Grüße

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Hallo Batista2198,

Wie funktioniert das Universum ?

Nach den Gesetzen der Physik... ;-) Übrigens der beste Grund, Physiker zu werden...

Das Universum soll 90 Milliarden Lichtjahre im Durchmesser haben, wie funktioniert das bei einem Universum welches erst einmal (ungefähr) 14 Milliarden Jahre alt ist ?

Das beobachtbare Universum hat einen Durchmesser von etwas über 90 Milliarden Lichtjahren. Über die unbeobachtbaren Teile können wir nichts sagen.

Heißt es, dass sich das Universum mit Überlichtgeschwindigkeit ausgebreitet hat ?

Nicht nur hat... sehr weit entfernte Galaxien entfernen sich auch heute von uns mit Zuwachsraten der Entfernung, die über der Lichtgeschwindigkeit liegen.

Und außerdem beschleunigt die Ausdehnung des Universums wohl auch noch.

Manche denken, dass sich das Universum nur unmittelbar nach dem Urknall in der (hypothetisch etwa 10^-32 Sekunden nach dem Urknall liegenden) "inflationären Phase" so schnell ausgedehnt hat. Aber tatächlich entsprechen die Rotverschiebungen, die wir von weit entfernten Galaxien messen Werten über der Lichtgeschwindigkeit.

Mein Wissensstand ist so, dass sich Nichts mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen kann. Das sind die vorgegeben Naturgesetze, die das Universum mitbringt.

Das ist eine zu sehr vereinfachte Darstellung von Einsteins Aussagen in der Speziellen Relativitätstheorie. So sehr vereinfacht, dass es nicht mehr stimmt.

Die Spezielle Relativitätstheorie sagt genauer: Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist eine obere Grenzgeschwindigkeit für die Bewegung von Massen und Informationen durch den Raum.

Bei allen Vorgängen aber, bei denen weder Massen durch den sie umgebenden Raum flitzen, noch Information übertragen wird, liegt kein Verstoß gegen dieses Naturgesetz vor. Und deshalb geht da sogar einiges:

  • Winkelgeschwindigkeiten können schneller als c werden. Hättest Du einen extrem starken Laser, dann könntest Du damit herumwedeln und in großer Entfernung von Dir ändert der Lichtpunkt mit Überlichtgeschwindigkeit seine Position. Du könntest z.B. den Laserpunkt auf dem Mond mit Überlichtgeschwindigkeit herumwandern lassen, wenn Du auf der Erde "wedelst". Zwischen den überstrichenen Punkten der Mondoberfläche wird keine Information übertragen - und deshalb ist das kein Verstoß gegen die Lichtgeschwindigkeit als Obergrenze
  • Beim quantenmechanischen Tunneleffekt können Teile von Wellenpaketen die Tunnelbarriere schneller als c überwinden. Auch kein Verstoß gegen Einsteins Regel, weil der Trick hier beim Unterschied von Gruppengeschwindigkeit und Phasengeschwindigkeit liegt und auch hier keine Informationsübertragung vorliegt.
  • Und eben auch: Weit entfernte Galaxien entfernen sich von uns mit Überlichtgeschwindigkeit. Das ist kein Verstoß gegen die Lichtgeschwindigkeitsobergrenze, weil sowohl wir als auch die entfernte Galaxie relativ zu unserer Umgebung ruhen. Die Fluchtbewegung kommt durch die Entstehung neuer Raumzeit zwischen uns und dort zustande.

Letzteres ist der Trick: Mit der Ausdehnung des Universums ist gemeint, dass zwischen uns und einer weit entfernten Galaxie etwas passiert: Mit einer bestimmten Rate - dem Hubble-Parameter - entsteht neue Raumzeit. Und zwar etwa 70 Kilometer pro Sekunde und Megaparsec. Ein Megaparsec sind etwas über 3 Millionen Lichtjahren. Ist ein Objekt von uns also 1 Megaparsec weg, dann ist es 1 Sekunde später allein wegen der Raumausdehnung 70 Kilometer weiter weg. (Eigenbewegungen vergessen wir mal). War es 2 Megaparsec weit weg, sind es 1 Sekunde später 140 Kilometer mehr... und so fort... und ab einigen tausend Megaparsec addiert sich dieser Effekt auf Werte, die über der Lichtgeschwindigkeit liegen.

Es ist also ein Additionseffekt und keine Bewegung massebehafteter Objekte durch den Raum, der da zur Überlichtgeschwindigkeit führt. Und genau deshalb ist es auch kein Verstoß gegen den guten alten Einstein und seine Spezielle Relativitätstheorie.

Ich hätte da noch 2 kurze YouTube-Videos, in denen das schön erklärt wird, vielleicht schaust Du sie Dir mal an?

https://www.youtube.com/watch?v=XBr4GkRnY04

https://www.youtube.com/watch?v=myjaVI7_6Is

Aber wie entsteht diese Raumzeit oder Materie oder überhaupt Etwas im Nichts ?

Materie entsteht heute im Universum nicht mehr neu... die Bildung von Wasserstoff und Helium als Ausgangsstoffe war wenige Minuten nach dem Urknall abgeschlossen. (Stichwort primordiale Nukleosynthese) In Sternen werden lediglich diese leichten Elemente in schwerere umgewandelt. Wie die Ausdehnung der Raumzeit genau funktioniert und was sie antreibt, ist nicht verstanden; auch nicht, was dazu führt, dass die Expansion beschleunigt. (Stichwort Dunkle Energie)

Ich verstehe den Schritt von Nichts zur Galaxy nicht.

Meinst Du damit den Urknall? Du weißt, dass es bis zur Bildung der ersten Galaxien da aber ein sehr weiter Weg von einigen hundert Millionen Jahren war?

"Nichts" bedeutet beim Urknall in der Physik vor allem, dass wir wegen der Festlegung unserer physikalischen Naturgesetze im Urknall nichts von unserer Physik darüberhinaus als sicher voraussetzen können und die Modelle spekulativen bzw. hypothetischen Charakter haben... zumal wir sie eben nicht einmal durch direkte Beobachtung testen können, sondern nur indirekt, indem wir schauen, ob sie ein Universum liefern, das zu unseren Beobachtungen passt.

Ich habe hier einmal in einer älteren Antwort etwas dazu geschrieben:

https://www.gutefrage.net/frage/gibt-es-sowas-wie-eine-aera-zwischen-vor-dem-urknall-und-waehrend-des-urknall

Dort gibt es auch einen Link zu einem Vortrag von Josef Gaßner zu einem der gängigen Modelle. Wenn Du lieber Harald Lesch zuhörst, kannst Du Dir diesen Vortrag hier anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=k7P8XYM2jd4&t=1s

Und was ist das Nichts ? Ist außerhalb des Universum wirklich Nichts ? Keine Materie, keine Raumzeit, absolut gar Nichts ?

Damit es hier nicht zu lang wird, verweise ich jetzt hier einmal an eine etwas ältere Antwort von mir.

https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-der-rand-des-universums

So in etwa ganz kurz: Das Universum ist definiert als "alles"... entsprechend macht ein "außen" in der Physik wenig Sinn. Mit der Ausdehnung des Universums ist auch nicht gemeint, dass sich das Universum gleich einer Blase "in etwas hinein" schiebt... sondern eben dass im Universum der Raum größer wird. Das Universum dehnt sich in sich selbst aus... und dazu braucht es eben gar kein "außen".

Grüße

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Hallo Whythehell333,

weil es bei den Mondlandungen im Rahmen des Apolloprogrammes vor allem um eines ging: Die Frage, ob man es schaffen kann... und zwar VOR den Russen.

Das Apolloprogramm und die Mondlandung waren Kinder des Kalten Krieges. Ohne die politische Motivation zu demonstrieren, wie leistungsfähig das eigene System ist und ohne die Angst, die Gegenseite könne eine "Vorherrschaft im Weltraum" gewinnen, wären niemals auch nur annähernd genug Gelder in dieses Projekt gesteckt worden. So aber war es erklärtes nationales Ziel.

In den 70ern hat sich die politische Situation verändert: Der Wettlauf war gewonnen, der Vietnamkrieg ein teures Desaster und das Computerzeitalter machte unbemannte Missionen attraktiv:

Das ist etwas, was man bei dieser Frage nämlich nicht vergessen sollte: Wir sind immer wieder oben auf dem Mond gewesen seit den 1970ern... Nur halt unbemannt und nicht mit Astronauten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Mondmissionen

Aus wissenschaftlicher Sicht bringt das nämlich sehr viel mehr:

Alle Nutzlast kann für Instrumente genutzt werden. Astronauten brauchen wir im Zeitalter vollautomatisierter Sonden gar nicht mehr. Unbemannte Missionen kosten nur einen Bruchteil einer bemannten Mission und liefern mindestens genauso viele Daten - wenn nicht sogar wegen der besseren Ausnutzung der Nutzlast mehr. Man spart die Versorgungssysteme und hat den Fokus wirklich auf dem Sammeln wissenschaftlicher Daten. Hat man Besatzung, ist der Hauptfokus, diese wieder heil heim zu bringen.

Mit dem Einstieg ins Computerzeitalter haben unbemannte Sonden ab den 1970ern phantastische Erfolge gefeiert. Denke an die spektakulären Pioneer, Viking und Voyager-Sonden. Und natürlich hat man das dann am Mond auch so gemacht.

Wenn wir verantwortlich mit finanziellen Resourcen umgehen wollen, dann beschränken wir uns auf unbemannte Sonden. Und genau das machen Naturwissenschaftler.

Bemannte Raumfahrt ist mehr für große Träume. Die ISS steht mehr für ein Zusammenwachsen der Menschheit... und deshalb ist es schade, wenn die demnächst zum ersten Mal leer steht wegen Versorgungsmängeln... und das Projekt vielleicht sogar daran stirbt. Aber am Mond kriegen wir Daten billiger, sicherer und genauso gut unbemannt.

Grüße

Ach ja: P.S.: Wiki führt Eugene Cernan als den letzten Mensch, der den Mond verlassen hat... betreten hat er ihn als vorletzter, also elfter von zwölf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugene_Cernan#Der_letzte_Mensch_auf_dem_Mond_%E2%80%93_Apollo_17

Es kommt also drauf an, wie Du es meinst...

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Hallo balelilokoto,

wird würden Dir ja sehr gerne helfen, aber das ist so schwierig, weil Du uns so wenig nicht gesagt hast. Und vor allem die wichtigsten Dinge nicht gesagt hast:

1) Wann beobachtest Du denn dieses Sternbild? Also Datum und Uhrzeit.

2) Von wo aus? Bist Du in Deutschland, in Hawaii oder am Südpol?

3) In welche Himmelsrichtung?

4) Steht es hoch am Himmel um diese Zeit?

5) Sind die Sterne hell?

6) Wie groß ist es in etwa im Vergleich zu einem bekannten Sternbild wie dem Großen Wagen oder dem Orion (falls Du die beiden auffinden kannst)?

Das ist ja ganz lieb gemeint von Dir mit den Punkten... aber die sagen einem halt nicht viel, nicht mal, wie groß das am Himmel ist oder wie auffällig. Das kann, wie Willy1729 schon gesagt hat, der Perseus sein... das kann aber auch nur ein Ausschnitt aus dem Orion sein: Gürtel und Schwert.

Wie heißt es so schön im Film "Der weiße Hai"? Ein Hai aus 50 Metern Entfernung sieht auf einem unscharfen Foto genauso aus wie eine Sardine aus 50 Zentimetern... Und deswegen brauchen wir da mehr Anhaltspunkte. Vor allem Beobachtungszeiten und -ort, sowie die Himmelsrichtung.

Grüße

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Hallo Garftit2,

also vermutlich weißt Du, was sich hinter dem Begriff "Special Effects" verbirgt... Nämlich dass die Dinos aus Jurassic World aus dem Computer stammen und niemand in echt gefressen wurde. Dass man für Chewbacca in Star Wars keinen Außerirdischen gecastet hat. Und in Deep Impact hat man auch keinen riesigen Kometen in die Erde krachen lassen....

... und genausio ist das in diesem YouTube-Video von "The ActionLab" auch keine echte Neutronensternmaterie.

In dem Video wird sehr schön erklärt, was ein Neutronenstern ist. Aber das Metallkügelchen im Gläschen ist natürlich kein Originalmaterial von einem Neutronenstern. Es gibt keine Maschine, keine Technik mit der man so was herstellen könnte.

Echte Neutronensternmaterie könnte man in der im Reagenzglas enthaltenen Menge auch gar nicht mehr hochheben oder tragen:

In der Tiefe schätzt man Dichten von rund 1017 kg/m³ . Nahe der Oberfläche weniger, eher Richtung 109 kg/m³.

Schätzen wir das Kügelchen im Reagenzglas auf ein Volumen von etwa 1 cm³, dann wäre da eine Masse von irgendwo 103 kg und 1011 kg in dem Glas... wenn das echte Neutronensternmaterie wäre. Von der Temperatur wollen wir mal nicht reden. Mit Dir herumtragen in der Hosentasche wirst Du das jedenfalls nicht.

Ich vermute, dass der Typ unter dem Tisch einen Magneten befestigt hat, der sein kleines Eisenkügelchen dann schön an den Tisch "schluppt". Kommt einfach besser in einem Video, wenn man was zum Zeigen hat. Einfache "Special Effects"reicht da für alles, was gezeigt wird.

Was an Physik dazu erklärt wird, das stimmt aber: Auf einem Neutronenstern herrschen tatsächlich die beschriebenen Bedingungen. Nur das "Anschauungskügelchen", das ist wohl eher eine Metallmurmel aus irgendeinem stinknormalen Kugelbahnspiel...

Grüße

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Hallo LeaDieLeax,

Bachblüten sind Placebos. Nachweislich: Sie basieren auf esoterischen Vorstellungen und zeigen in Studien vergleichbare Effekte wie andere Placebos.

Hier zum Beispiel ist eine Übersichtsarbeit zur Anwendung bei Prüfungsängsten wiedergegeben:

https://phytotherapie-seminare.ch/studie-untersucht-bachblueten-wirkung-bei-pruefungsangst-und-adhs/

Placebos kannst Du so einnehmen, wie Du magst und wie sie Dich am besten beruhigen. Wenn Du meinst, es täte Dir gut, Dir ein paar Tropfen ein paar Minuten vor dem Referat zu gönnen, dann ist das richtig. Placebos kann man nicht falsch einnehmen. Deswegen widersprechen sich derartige Anweisungen aus verschiedenen Quellen bei Placeboverfahren auch praktisch immer.

Ich persönlich hätte zu einer nachhaltigeren Lösungsstrategie geraten wie Entspannungsübungen... und Lernen ;-) Nach meiner persönlichen Erfahrung ist übrigens das beste Rezept gegen Nervosität bei Referaten... mehr Referate zu halten. Je weniger eine "Ausnahmesituation" vorliegt, desto ruhiger wirst Du dabei werden. Kann man später mal gut brauchen...

Wenigstens hätte ich aber zu einem Placebo geraten, das einen weniger esoterischen und antiwissenschaftlichen Überbau in seiner Bewerbung mit sich herumschleppt. Das kannst Du Dir ja beim nächsten Mal überlegen.

Grüße

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Hallo Ibims1horn,

unlogisch ist es deshalb, weil es nicht das ist, was die Physik mit Ausdehnung des Universums meint, was Du Dir da zusammenreimst...

Das Problem ist nämlich, dass kosmologische Modelle keineswegs von einer "Grenze" des Universums ausgehen. Oder von einem "außen". Im Gegenteil.

Wenn der Physiker davon spricht, dass sich das Universum ausdehnt, dann stellt sich der Laie nur allzu leicht eine sich irgendwie in eine Art "Nichts" hinein ausdehnende Blase vor. Doch: Das ist mit der physikalischen Aussage in keinster Weise gemeint. Das Bild ist schlicht falsch.

Mit der Aussage, dass sich das Universum ausdehnt, meint der Physiker, dass im Universum ständig neue Raumzeit entsteht. Zwischen uns und weit entfernten Galaxien entsteht also neuer Raum, wodurch die Abstände innerhalb des Universums zunehmen.

Wenn man nun ein wenig darüber nachdenkt, dann wird klar, dass die Tatsache, dass ständig neue Raumzeit im Universum entsteht über die Gesamtgröße des Universums, über seine Form oder seine Topologie schlicht GAR NICHTS aussagt. Neue Raumzeit kann in einem endlich großen oder einem unendlich großen Universum entstehen.

Das Universum dehnt sich nicht "in etwas hinein" aus... es dehnt sich in sich selbst aus.

https://www.youtube.com/watch?v=Kj0TwTonG_8

Grüße

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Hallo HoPhLovecroft,

Du liegst völlig richtig bezüglich der Homöopathika: Die Annahme, dass Stoffe in ihrer kompletten Abwesenheit gezielte (also vom Ausgangsstoff abhängige) Wirksamkeit erzielen, widerspricht umfangreich unserem seit Hahnemanns Zeiten dazugekommenen Wissen über die Welt der Atome. Dies hat sich in randomisierten, verblindeten Vergleichsstudien bestätigt.

Die EASAC - die Dachorganisation der Europäischen Wissenschaftsakademien hat eine ausführliche Stellungnahme dazu abgegeben, in der sie klar auf den Placebocharakter der Kügelchen hinweist.

Hier kannst Du diese Stellungnahme im Original einsehen:

https://easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Homepathy_statement_web_final.pdf

Viele Patienten wollen oder können das gar nicht glauben, dass ihnen über die Jahre hinweg immer wieder Placebos geholfen haben sollen. Aus dieser Verwunderung (und der durch die Homöopathen selbst intensiv betriebenen Werbung) ergibt sich die endlose Diskussion um die Homöopathie, die Du nun auch hier siehst.

Wissenschaftlich ist die Sache aber eindeutig: Es handelt sich um Placebos.

Wie passt das nun zu den Besserungen bei Babys, Kleinkindern und Tieren, die Eltern bzw. Tierhalter an ihren Lieblingen nach der Gabe von Globuli erleben?

Deine Mutter hat da recht, dass das mit Autosuggestion nichts zu tun hat. Der Trick ist aber dennoch leicht nachzuvollziehen, wenn Du ein wenig drüber nachdenkst:

Die Antwort in wenigen Zeilen:

1) Tatsächlich sind Placeboeffekte bei Babys, Kleinkindern und auch den meisten Haustierarten nachgewiesen.

2) Nicht vernachlässigt werden darf hier zusätzlich der Placebo-by-Proxy: Der Placeboeffekt bei der Bezugsperson

3) Nicht jede Besserung nach Placebogabe ist ein Placeboeffekt. Das ist der größte Irrtum in dem Argument Deiner Mutter: Auch nach der Gabe eines nutzlosen Mittels arbeitet das Immunsystem normal weiter und wird mit allen selbstlimitierenden Beschwerden von selber fertig. Dazu kommen andere, in der Medizin "vermengte Faktoren" genannte Effekte, wie die Regression zur Mitte, die Effekte von Verhaltensänderungen (Schonen, Bettruhe, Diät,...) oder gar anderer Behandlungen.

4) In Studien zur Tierhomöopathie zeigen sich keineswegs, dass die Homöopathie der Gabe von Placebos beim Tier überlegen wäre. Auch in diesen Studien zeigen aber auch die Tiere in den Placebogruppen Besserungen.... allein dieser Umstand zeigt also, dass nicht jede Genesung beim Tier den Placebocharakter des gegebenen Mittels ausschließt.

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Ganz ausführlich und mit einer Fülle von Links in die wissenschaftliche Literatur findest Du geneu Deine Frage hier erklärt:

http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Tierhomöopathie#Belegen_Besserungen_nach_Globuligabe_bei_Tieren_die_Überlegenheit_gegenüber_Placebo?

Oder etwas knapper hier

http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Oft_geh%C3%B6rte_Argumente_-_Verbreitete_Vorstellungen_%C3%BCber_den_Placebo-Effekt#Wenn_es_bei_Babys_und_Kleinkindern_wirkt.2C_kann_es_kein_Placebo_sein

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Jetzt noch ein paar Anmerkungen zu obigen Punkten von mir:

1) Placeboeffekt bei Babys und Kleinkindern:

Ja, der ist nachgewiesen. Bei Babys und Kleinkindern kann man es sich aber wirklich selber klar machen: Singen hilft, Pusten hilft, den Teddybär verbinden hilft, Schokolade auflegen hilft.... all das sind Placebobehandlungen, die alle Eltern kennen... nur halt nie so bezeichnet haben. Aus medizinischer Sicht sind das aber alles Placebos.

Wenn Du jetzt sagst: Das ist doch nur Beruhigen... ja, stimmt. Das ist Placebo aber auch. Placebo täuscht eine medizinische Handlung vor - es "inszeniert sie". Man fühlt sich behandelt. Und das löst neben den bewussten Erwartungshaltungen auch unbewusste Reaktionen aus, die man gar nicht steuern kann. Endorphinausschüttung im Gehirn z.B., die das Schmerzempfinden herabsetzt. Der Kranke wartet beruhigt und geduldig darauf, dass der Körper die Krankheit los wird sozusagen.

Es gibt zahlreiche Studien, die Placeboreaktionen bei Hunden und anderen Haustierarten nachweisen. Einige Beispiele findest Du in meinen Links oben.

Nicht zu vergessen ist aber hier auch, dass nachweislich auch menschliche Nähe und Zuwendung Tiere beruhigt. (Studien wieder in den Links) Wenn ein Tier also vom Halter versorgt wird und dabei Globuli bekommt, dann hat das mit den Zuckerl nichts zu tun, dass das Tier ruhiger wird: Es ist der nachgewiesene Effekt der menschlichen Nähe. Das gilt natürlich auch bei Baby und Mutter.

2) Placebo by proxy

An der Stelle kommt der Placeboeffekt bei der Bezugsperson zum Zug. Eine nervöse, selber ganz hippelige Mutter tut sich nämlich sehr viel schwerer, ihr Baby zu beruhigen, als eine, die auf eine erfolgte Behandlung vertraut und sich nicht allein fühlt. Die Veränderung der Erwartungshaltung und der Wahrnehmung der Beschwerden, das passiert bei der Bezugsperson. Auch nachweislich. Bei Tierhaltern kann das sogar dazu führen, dass die Beschwerden des Tiers als nicht mehr so schlimm wie vorher wahrgenommen werden, selbst wenn sich gar nichts verbessert hat.

Hier zitiere ich einmal eine Studie, weil das bestimmt ein Effekt ist, den die meisten Tierhalter eher abstreiten würden: Michael Conzemius ( http://avmajournals.avma.org/doi/abs/10.2460/javma.241.10.1314 ) untersucht in dieser Arbeit wie die Halter die Besserung des Gangbildes ihres lahmen Hundes nach einer Placebo-Behandlung subjektiv beurteilten. Parallel dazu wurde mithilfe eines Laufbandes, das den Druck beim Auftreten an allen Pfoten misst, objektiv bewertet, ob es wirklich Veränderungen beim Tier gab. Das Ergebnis war ein deutlicher Placebo-Effekt bei den Bezugspersonen: etwa 40 Prozent der Besitzer und 43 Prozent der Tierärzte meinten, das Gangbild habe sich gebessert, während bei der objektiven Methode keinerlei Besserung festzustellen war.

Mit anderen Worten: Diese Studie zeigt ganz unabhängig von der Homöopathie, dass Placebogaben dazu führen können, dass Bezugspersonen schon Besserungen "sehen", wo noch gar keine vorliegen. Das beruhigt die Bezugsperson... und diese Beruhigung kann sich sowohl auf Kind, Baby als auch einfühlsames Haustier zurückübertragen.

Und oft hilft eben das Beruhigen, wenn Beschwerden behandelt werden, die von selber besser werden. Gerade bei kleinen Kindern ist das übrigens sehr oft der Fall: Blähungen, Zahnen, Unruhe, Blähungen... all das geht vorbei, womit wir beim nächsten Punkt wären:

3) Andere Effekte, die Wirksamkeit vortäuschen können.

Das ist wirklich der zentrale Punkt. Nicht alles, was nach Placebo passiert, ist ein Placeboeffekt.

Weil das so wichtig ist, habe ich ein Video dazu für Dich. Ist etwas laienhaft gemacht, aber der Autor arbeitet u.a. für die Cochrane in Österreich, ist also kein Laie, was medizinische Evidenz angeht.

Schau es Dir mal an, das dauert nur ein paar Minuten:

https://www.youtube.com/watch?v=-n73LHjCh-A&t=1s

Vielleicht kannst Du es Dir auch an einer Erkältung klar machen, die Du mit Gummibärchen behandelst. Du fühlst Dich immer schlechter und nimmst irgendwann grüne Gummibärchen. Doch nach 2 Tagen bleibt die Genesung aus... enttäuscht von den grünen Gummibärchen greifst Du jetzt zu den roten. Nach weiteren 2 Tagen bist Du auch von denen nicht überzeugt. Es wurde zwar leicht besser, doch weg ist es nicht. Du nimmst also weiße Gummibärchen... und stellst freudig fest, dass die Erkältung nach 2 weiteren Tagen weg ist. Bedeutet das jetzt, dass Du nur durch den Placeboeffekt gesund geworden bist? NEIN! Bedeutet es, dass weiße Gummibärchen gegen Erkältung helfen? NEIN!

Dieser Punkt ist der zentrale Fehler des Argumentes Deiner Mutter.

4) Zur Tierhomöopathie gibt es 2 Übersichtsarbeiten, die die Datenlage zusammenfassen. Eine davon wurde sogar von einem Homöopathen geschrieben. Doch auch er muss in den Zusammenfassungen seiner Veröffentlichungen (finden sich oben in meinen Links) schreiben:

„…the low number and quality of the trials hinders any decisive conclusion from meta-analysis.“ (...)

No significant effect was noted for individualised treatment, for non-individualised treatment, or for treatment overall ...."

Und die Carstens Stiftung, die die Homöopathie mit allen Mitteln fördert, hat zu dieser Übersichtsarbeit geschrieben:

Es gibt keine guten Hinweise, dass eine homöopathische Behandlung bei Tieren einen besseren Behandlungserfolg liefert als eine Placebobehandlung.(…) Insgesamt liefert diese nach Kriterien der evidenzbasierten Medizin durchgeführte Analyse der kontrollierten und randomisierten klinischen Studien der Veterinärhomöopathie keine schlagkräftigen Argumente zugunsten der Veterinärhomöopathie.

Vielleicht hilft Dir das in der Diskussion mit Deiner Mutter weiter... vor allem aber hoffe ich, dass es Dir hilft, Dir Deine Frage zu beantworten und zu verstehen, warum es auch bei Tieren oder Kleinkindern nach Gabe von Globuli zu Besserungen kommt.

Grüße

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Hallo lena0194x,

das ist doch eigentlich eine Frage, die Du Dir nun wirklich nur selber beantworten kannst: __Warum__hast Du es denn genommen?

Selbst wenn Du es nur genommen hast, weil es Dir vorgeschlagen wurde: Irgendwas musst Du Dir doch dabei gedacht haben, als Du Dir gesagt hast "Och, ja, warum nicht?"

Und genau, was Du Dir da gedacht hast: Das solltest Du ehrlich aufschreiben. ;-) Selbst wenn das bedeutet, dass Du aufschreibst, dass Du zu faul warst, ein anderes Thema zu suchen.

Natürlich können wir hier alles Mögliche an Gründen hinschreiben: Dass es interessant ist, sich mit so nahen Verwandten zu beschäftigen. Dass es interessant ist, im fossilen Befund nach den letzten gemeinsamen Verwandten zu suchen, den Zeitpunkt der Abspaltung zu suchen; welche Erkenntnisse es darüber gibt, wie ähnlich uns Schimpansen eigentlich sind; genetische Erkenntnisse,....

Aber wenn Du Dir all diese Gründe nicht gedacht hast, als Du Dich für das Thema entschieden hast, dann wäre es nicht ehrlich, sie als Deine Gründe auszugeben.

Deine Gründe kennst nur Du selber.

=)

Grüße

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Hallo nrobe,

das Blinkern von Sternen ist ein Effekt, der in der Atmosphäre entsteht, durch die das Licht vom Stern ja durch muss.

In der Atmosphäre liegen die verschieden warmen und dichten Luftschichten ja nicht brav still übereinander, sondern sind ständig in Bewegung. Die Dicke schwankt, die Schichten durchmischen sich - und mit den Schichten variiert auch der Brechungsindex der Luft ständig. Der hängt nämlich mit der Dichte der Luft zusammen.

Dieses ständige Schwanken des Brechungsindixes führt dann dazu, dass Sterne "funkeln". Szintillation ist der Fachausdruck dafür... und hier ist es erklärt:

https://www.welt.de/wissenschaft/article12641116/Warum-es-am-Sternenhimmel-funkelt-und-glitzert.html

Bei den scheibchenartigen Planeten ist der Effekt nichts so wichtig im Vergleich zu den punktförmigen Sternen. Deswegen erscheinen die Planeten "ruhiger" zu leuchten.

Grüße

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Hallo Manuelll3,

da kommen oft verschiedene Dinge zusammen.

1) Mangelnde Kenntnisse naturwissenschaftlicher Methodik und damit das Unverständnis, dass man naturwissenschaftliche Aussagen eben nicht einfach "glaubt". Naturwissenschaftliche Aussagen gelten dann als bestätigt oder gesichert, wenn die Datenlage dafür überzeugt. Genau das ist bei der ET der Fall.

2) Viele wissen nicht, dass der Begriff "Theorie" etwas anderes in der Naturwissenschaft bedeutet als in der Umgangssprache. So denken Viele, dass der Begriff "Evolutionstheorie" sagen würde, dass es sich um eine unbelegte Vermutung handeln würde, die man - gleich einem Dogma - eben glauben müsse. Das ist eben nicht der Fall; "Theorie" ist ein naturwissenschaftliches Erklärungsmodell, das konkrete Aussagen über die Natur macht - so konkret, dass man daran sehen könnte, ob das Modell die Natur __nicht gut__ beschreiben würde. Die ET hat dagegen aber __alle__ Beobachtungstests an der Natur bestanden. Sie ist ein hervorragend bestätigtes Modell.

3) Viele kennen den Unterschied zwischen Evolution und Evolutionstheorie nicht. Evolution ist ein in der Natur ablaufender Prozess, Evolutionstheorie ist das naturwissenschaftliche Modell, das diesen Prozess beschreibt. Die ET kann daher nicht dadurch angezweifelt werden, dass man bestimmte Schritte, den der Prozess genommen hat, noch nicht kennt. Wenn Dir zum Beispiel wirklich niemand sagen __könnte__, welches Tier der Vorfahre des Löwen war, dann liegt das nur daran, dass wir hier keine Fossilien gefunden haben. Wir würden dann einen Einzelschritt des Prozesses nicht kennen. Das sagt aber nichts über die ET aus, deren Aufgabe ja nur ist, zu beschreiben, welche Mechanismen den Prozess steuern.

4) Die langen Zeiträume, die große Veränderungen in der Evolution benötigen, machen wirklich große Veränderungen der direkten Beobachtung unzugänglich. Darüberhinaus haben Menschen ein sehr schlechtes Gefühl dafür, sich derart große Zeiträume und die Möglichkeiten, die sie eröffnen, vorzustellen.

5) Wegen der oben genannten Wissenslücken, die leider auch zum Teil durch schlechte naturwissenschaftliche Ausbildung an den Schulen kommen, sind Viele anfällig für Propagandaschriften fundamentalistisch religiöser Gruppierungen, die die ET aus ideologischen Gründen ablehnen. Diese Schriften stellen die biologischen Sachverhalte konsequent falsch dar, wirken auf den Laien aber hinreichend wissenschaftlich, so dass es diesen Schriften leider oft gelingt, es so aussehen zu lassen, als gäbe es wissenschaftliche Einwände gegen die Evolution. (Ein Beispiel hierfür wäre das Missing-Link-Thema oder die in der Biologie gar nicht existierende Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroevolution). Kurz: Der Laie hat hier oft nicht genug HIntergrundwissen, um diese Punkte als die unhaltbaren Scheinargumente zu erkennen, die sie sind.

6) Das Bibel- bzw. Koranbild fundamentalistischer Kreise: Hier wird die Schrifthoheit gefordert. Als von Gott diktierte Texte haben diese wortwörtlich wahr zu sein. Hier steht letztlich die Autoritätsfrage im Raum: Werden die naturkundlichen Teile der Genesistexte als nicht haltbar erkannt, so stürzt die absolute wortwörtliche Autorität der Texte zusammen. Prediger können dann auch nicht mehr mit in den Schriften angedrohten Strafen drohen. Es ist eine Machtfrage, dass diese Drohungen in fundamentalistischen Kreisen bestehen bleiben sollen. Aufgeklärte gläubige Menschen sehen die überlieferten Texte als das, was sie sind: Glaubenszeugnisse aus einer Kultur, die die naturhistorischen Vorgänge noch nicht verstanden hat. Es lässt sich deshalb kein Argument gegen den Glauben an sich aus dem Nichtzutreffen der Naturbeschreibungen ziehen.

7) Man darf hier auch nicht den sozialen Druck fundamentalistischer Glaubensgruppen außer acht lassen: Nicht nur, dass Kinder aus diesen Gruppen systematisch antievolutionär indoktriniert werden, sondern auch die drakonischen Strafen bis hin zum völligen Ausschluss aus der Gruppe, wenn die naturwissenschaftliche Erkenntnis angenommen wird. Die sozialen Konsequenzen für den, der einräumt, dass ihn die Daten eben doch überzeugen, wären enorm. Es ist sehr schwer, aus sektenartigen Strukturen auszubrechen.

8) Die psychologische Kränkung an den Menschen, dass er weder von vorneherein geplant ist, noch dass er die Krone der Schöpfung ist, noch dass er überhaupt irgendeine Sonderstellung innerhalb der Spezies beanspruchen kann.

9) Die Evolution bedeutet auch unsere eigene Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit als Spezies in einer sich weiter verändernden Umgebung zu akzeptieren.

10) Antiwissenschaftliches Gedankengut schelchthin: Wir leben in einer Zeit, die den Menschen zur Selbstverwirklichung auffordert und ihn davon träumen lässt, seine Grenzen zu sprengen. Querdenken ist "in". Dass es in naturwissenschaftlich bestens bestätigten Sachverhalten allerdings einfach oft sinnfrei ist, gesicherte Sachverhalte nicht wahr haben zu wollen, wollen unter diesem Rahmen nicht alle akzeptieren. Das Schlucken naturwissenschaftlicher Grenzen wird deshalb von Manchen auch als mangelnde Fähigkeit zum Weiterdenken dargestellt. Das Basteln unhaltbarer eigener Wahrheiten wird auf diese Weise mit Kreativität verwechselt.

Zum Teil hast Du also Recht: Viele verstehen die Theorie einfach nicht. Viele wollen sie aber auch nicht verstehen, weil sie sich in ihrer selbstgewählten ideologischen Unmündigkeit wohler fühlen. Statistiken zeigen übrigens, dass die Akzeptanz der Evolution mit den Biologiekenntnissen steigt.

Grüße

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Hallo Nan12,

erst einmal die zweite Frage:

woher weiß man, dass unser Universum 93 Lichtjahre Durchmesser hat?

Sehr vereinfacht gesagt: Aus der Rotverschiebung der kosmischen Hintergrundstrahlung.

Die Hintergrundstrahlung ist das Licht aus der größten Entfernung, das uns erreicht. Es stammt aus der Zeit um 380 000 Jahre nach dem Urknall. Vorher war das Universum zu dicht und zu heiß, als dass sich Licht hätte ungehindert ausbreiten können.

Wegen der Ausdehnung des Universums ist Licht vo weiter entfernten Objekten "rotverschoben": Die Wellenlängen im Spektrum sind zu größeren Wellenlämgen verschoben... und zwar umso mehr, je weiter ein Objekt weg ist. Deswegen ist das ein Maß für die Entfernung dieser Objekte.

Zusammenhang zwischen Universum und der Quantenphysik?

Und damit zur Hauptfrage.

Erst einmal: Was ist NICHT der Zusammenhang zwischen Universum und Quantenphysik? Das, was in wirklich vielen, unsäglich schlechten Büchern am Markt behauptet ist. Wo immer Sprüche verbreitet werden wie "wegen der Quantenphysik ist alles mit allem verbunden", wenn da ein kosmisches Energiefeld oder gar Bewusstsein, Informationsfelder oder Schlimmeres behauptet wird: Leg das Buch weg. Es hat mit Physik nichts zu tun. Nein, auch nicht mit Quantenphysik.

Was ist wirklich der Zusammenhang zwischen Universum und Quantenphysik?

Quantenphysik ist die Physik des Allerkleinsten, der Elementarteilchen. Sie wird aber auch über all dort wichtig, wo die Dichten der Teilchen extrem hoch werden. Wenn Du jetzt ein bissi nachdenkst, fallen Dir da im Bereich der Astrophysik vielleicht folgende Gebiete ein, die man unbedingt quantenmechanisch durchrechnen muss, damit kein Unsinn rauskommt:

  • Kernfusion - alles, was im Innern der Sterne da an Energieproduktion passiert, kann man nur exakt rechnen, wenn man die nötigen Reaktionswahrscheinlichkeiten sauber über die Atom- und Kernphysik ausrechnet: Das geht nicht ohne Quanteneffekte.
  • Neutrinophysik und Betazerfall... alles Quantenphysik
  • Supernova-Explosionen
  • Neutronensterne
  • Schwarze Löcher
  • Urknall

Das ist jetzt nur eine Auswahl. Man merkt aber schon, dass man die Physik des Allerkleinsten verstehen muss, um die Vorgänge an vielen Stellen im Universum zu verstehen.

Grüße

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Hallo seifreundlich2,

also allgemein kann man natürlich nicht einfach sagen, Endlichkeit sei grenzenlos... aber Du konkretisierst Deine Frage dann ja auf das Universum.

Und da kann man das schon physikalisch erklären. Und da ist - anders als hier mehrfach geschrieben - die Frage auch sinnvoll.

Zunächst einmal:

Angenommen, das Universum sei nicht unendlich

Genau. Das wissen wir nämlich nicht.

Unser beobachtbarer Teil des Universums ist endlich groß.... aber ob das Universum als Ganzes, also einschließlich der unbeobachtbaren Teile unendlich groß ist, das wissen wir nicht. Bei Astrophysikern kannst Du das hier nachlesen:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/07/21/ist-das-universum-unendlich-gross/?all=1

https://phys.org/news/2015-03-universe-finite-infinite.html

und der Raum sei die dreidimensionale Oberfläche dieses vierdimensionalen Universums,

Nicht ganz.... und ich denke, hier liegt das Verständnisproblem.

Die Raumzeit selbst und alles darin __ist__ unser Universum.

Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie erlaubt aber Beschreibungen "gekrümmter" Raumzeiten, bzw. öffnet die Möglichkeiten aller möglichen Topologien.

Ein "gekrümmter Raum" (oder genauer Raumzeit) ist schwer vorstellbar. Am besten stellst Du es Dir mit einer Dimension ("Richtung") weniger vor. Stellen wir uns vor, wir wären winzigste Lebewesen, die in einer hauchdünnen Ballonhülle leben. Für uns gäbe es kein "oben" und "unten". In diese Richtung könnten wir gar nicht blicken. Wir könnten in unserem Ballonhüllenuniversum herumlaufen und kämen nie an einen Rand. Dennoch wäre es endlich groß, könnte sich sogar ausdehnen und wir könnten sogar eine Krümmung messen.

Derartige "Krümmungen" kann man zum Beispiel über geometrische Messungen nachweisen (oder eben nicht). Nur in der ebenen Fläche ist die Winkelsumme im Dreieck 180° ("euklidisch"). Auf einer nach außen gewölbten Fläche wie der Erdoberfläche ist sie größer, auf einer nach innen gewölbten ist sie kleiner.

Messungen im Uniersum ergeben mit großer Genauigkeit, dass im Universum die euklidische Geometrie herrscht. Aber Mathematiker können Dir unendlich große Räume mit "euklidischer" Geometrie nennen ... oder endlich große. Aus der Messung der Geometrie folgt also leider gar nichts für die Größe des gesamten Universums. Aber es sind eben geschlossene Topologien möglich... und damit randlose endlich große Räume.

Schau mal hier rein, vielleicht hilft Dir diese Erklärung weiter:

https://www.youtube.com/watch?v=Z0o6hQLcSRc

Grüße

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Hallo rumit34,

wenn Naturwissenschaftler ihre Modelle einer breiten Öffentlichkeit verständlich machen wollen, kann man nicht wie in der Physik halt nun einmal nötig, mit Formeln arbeiten. Man muss dann höchst komplizierte Modelle mit möglichst einfachen Worten umschreiben... und das führt eben leider auch in gewissem Umfang zu missverständlichen bis sogar leicht falschen Darstellungen.

Wenn Physiker sagen, dass der Urknall aus dem "Nichts" entstanden sei, dann ist das so eine Ungenauigkeit. Gemeint ist vielmehr, dass unsere Physik, unser Raum und unsere Zeit beim Urknall entstanden sind. Wir können daher in der Physik __nichts__, was wir aus unserem Universum kennen, als gesichert über den Urknall hinaus voraussetzen. Wir haben hier einen echten, von der Natur vorgegebenen Horizont.

Du merkst den Unterschied?

hatte es dennoch einen "Zeit-Punkt" gehabt oder nicht? Wieso geschah es vor 13,8 Mrd Jahren und nicht schon vor 17,3 Mrd Jahren? Es muss also "zuvor" "etwas" auf diesem Urknall hingearbeitet haben?

Wie lange der Urknall aus heutiger Sicht in unserem Universum her ist, das ist eine Messgröße. Eine Messgröße, die wir zunehmend genau bestimmen können.

Beim Urknall beginnt der Zeitpfeil aber. Das hat etwas damit zu tun, wie Zeit überhaupt wahrnehmbar wird: Über irreversible Prozesse - also natürliche Vorgänge, die spontan (ohne Energiezufuhr) immer nur in eine Richtung ablaufen. Dein Alterungsprozess wäre so ein irreversibler Prozess. Derartige Prozesse gibt es erst __im Universum__ - und damit erst seit dem Urknall.

Damit existiert der Zeitbegriff erst seit dem Urknall... und ohne Zeitbegriff macht der Begriff "davor" keinen Sinn mehr.

Und wenn kleinste Teilchen aus dem Nichts entstehen können, so ist doch die bereits auch schon eine "Physik" die existiert hat, bevor es zum Urknall und zur Entstehung des Universums geführt hat.

Wie gesagt: In der Kosmologie geht man keineswegs von einem "absolutem Nichts" aus. Nur ist der Urknall eben ein echter Beobachtungshorizont, so dass wir Hypothesen darüber hinaus nicht experimentell bestätigen können.

Zudem eröffnet die Quantenphysik auf sehr kleinen Maßstäben - wie sie beim Urknall relevant sind - tatsächlich das Ausheben von Kausalität. (Heisenberg!)

Ich habe einmal in einer älteren Antwort zwei gängige Modelle der Kosmologie beschrieben, die die Hypothesen, wie es zu "einem Urknall kommt", darstellen:

https://www.gutefrage.net/frage/was-hat-den-urknall-ausgeloest

Ich würde Dir raten, Dir einmal den dort verlinkten Vortrag von Josef Gaßner anzusehen. Ich denke, darin wird Deine Frage wirklich ausführlich beleuchtet.

Grüße

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Warum reagieren so viele Leute aggressiv auf Homöopathie und andere „Alternativmedizin“?

Damit meine ich nicht, warum man diese Methoden kritisiert; ich halte sie auch ganz meh­rheit­lich für Schar­la­ta­nerie; bei chi­ne­si­schen oder in­di­schen Heil­kräu­tern ist eine Wirk­sam­keit zu­min­dest nicht aus­geschlos­sen, aber Homöo­pathie, Bach­blüten und Reiki-Medi­tatio­nen sind offen­sicht­liche Pseudowissenschaft.

Andererseits verstehe ich die Emotionen nicht, die bei vielen „Skeptikern“ hoch­kochen. Es ist Kon­sens, daß jeder voll­jähri­ge Patient eine stan­dard­medi­zini­sche (und vermut­lich wirk­same) Be­hand­lung ver­wei­gern darf. Warum soll er sich nicht auch zu­sätz­lich eine wir­kungs­lose wünschen dürfen?

Nun kann man argumentieren, daß Unsinn als Geschäftsmodell nicht tragbar sei, und daß die Pa­tien­ten durch Werbe­kampa­gnen aktiv getäuscht würden. Das stimmt viel­leicht, aber in dieser Hin­sicht nimmt der Alter­nativ­medi­zini­sche Komplex keine Son­der­stel­lung ein: Jeder kann so ziem­lich alles be­wer­ben, und muß für seine Werbe­verspre­chen nicht ge­rade­stehen (das gilt auch für Phar­ma-Kon­zerne, und hat denen schon mehr als ein­mal den Hals gerettet). Um­gekehrt kann sich jeder Pa­tient im Internet über den natur­wissen­schaft­lichen Hinter­grund der Homöo­pathie in­for­mie­ren und darf sich mit Grausen ab­wenden. Oder auch nicht, nach Belieben.

Warum also die Aufregung?

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Hallo indiachinacook,

bitte entschuldige, dass ich mit 2 Tagen Verspätung noch antworte; ich würde aber gerne zumindest darlegen, warum ich persönlich jetzt seit 7 Jahren aktiv in der Homöopathiekritik engagiere und mein Wissen, das ich meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung verdanke, so einsetze.

Zunächst einmal: Ich bin ganz bei Dir, dass es sehr viel besser wäre, wenn die Kritik an der Homöopathie und der sogenannten "Alternativmedizin" immer rein sachlich erfolgen würde. Ich persönlich sogar selber in der Vergangenheit mehrfach auf Vertreter der Evidenzlage losgegangen, weil sie unter die Gürtellinie geschossen haben..... Alas: es sitzen halt auf beiden Seiten Menschen hinter dem Monitor. Und manchmal (ich werde das unten belegen) kann ich auch verstehen, wenn es eskaliert. Sollte nicht sein... aber passiert eben, wenn einem ein Thema wirklich wichtig ist.

Wo sind denn nun die neuralgischen Punkte, an denen es auch dem eigentlich rational und nüchternen Homöopathiekritiker mal hochkocht? Ich zähle in der Folge jetzt mal ein paar Punkte auf, an denen ich persönlich in der Vergangenheit wirklich Mühe hatte, sachlich zu bleiben, ok? Also ausnahmsweise mal eine sehr persönliche Meinungsantwort von mir zum Thema "Homöopathie"....

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1) Diskreditierung der Medizin

Nicht wenige Homöopathen äußern sich abfallend über die Medizin. Das beginnt beim abfälligen Schimpfbegriff "Schulmedizin", der übrigens ursprünglich tatsächlich aus einem Schriftwechsel von Hahnemann himself stammt.

Dieser Begriff allein transportiert unterschwellig verkopftes, verstaubtes Denken auf letztlich überholtem Wissensstand.

(Beleg: https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin)

Das hört aber hier nicht auf. Nicht gerade selten diskreditieren Homöopathen offen die Medizin als weniger leistungsfähig als die Homöopathie: Medizin wird als ausschließlich "symptomunterdrückend" und den Patienten sogar letztlich krankhaltend oder sogar krankmachend dargestellt.

(Beispiel: https://www.experto.de/gesundheit/homoeopathie/klassische-homoeopathie-heilung-versus-unterdrueckung-von-symptomen.html)

Also: Es finden sich Beispiele (und nicht wenige...), in denen Homöopathen Patientenängste vor medizinischen Maßnahmen erst richtig anschüren und über den Nutzen medizinischer Maßnahmen völlig falsche Aussagen verbreiten. Im Bilde der "Alternativen" ist die Medizin nicht selten ein von der "Pharmamafia" gekaufter Laden, der Menschen krank machen soll, um an ihnen zu verdienen. Das betrifft oft ganz gezielt die Unterwanderung empfohlener Impfprogramme (Beispiel: http://www.doktor-quak.de/information-patienten/impfungen.html) und im schlimmsten Falle onkologische Maßnahmen (Beispiel: https://www.mickler.de/fallbeispiele/homoeopathie-krebs-wurster.htm).

Und ja, wenn ich so was lese, während ich weiß, dass wir im Prinzip die beste medizinische Versorgung haben, die Menschen je auf diesem Planeten zur Verfügung stand, dann kocht es schon mal in mir hoch, wenn so was dann mit Verschwörungstheorien überzogen wird, nur um ein verklärtes Placeboverfahren zu bewerben. Und ja, dann habe ich auch manchmal Mühe, sachlich zu bleiben.

2) Teilweise lebensbedrohliche Ratschläge an Patienten

Die wissenschaftliche Evidenz für den Placebocharakter der Kügelchen ist überwältigend. Nun kann ich verstehen, dass Homöopathen, die davon leben, trotzdem weiter homöopath behandeln und ihren Patienten eben nicht auf die Nase binden, dass es Placebos sind. Ich kann sogar (Post-hoc-Irrtum & Co) verstehen, warum viele Homöopathen wirklich überzeugt sind, ihre Mittelchen wären mehr als Placebos.

Dennoch halte ich es für moralisch-ethisch verpflichtend für einen Therapeuten bei der naturwissenschaftlichen und medizinischen Evidenz zumindest in Erwägung zu ziehen, dass diese Evidenz richtig sein dürfte... und entsprechend zu beraten. Sprich: Homöopathen sollten Erkrankungen, bei denen ein Placebo keineswegs angebracht ist, ausklammern.

Das ist NICHT der Fall.

Beispiele:

  • Kinder, die vor lauter Husten schon blau anlaufen: Zitat: "Atemnot mit Blauverfärbung des Kindes, Husten unaufhörlich, heftig, pfeifend, spastisch, erstickend Angewendete(s) Mittel: Ipecacuanha Potenz: D12 Dosierung: 1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)" (https://www.homoeopathie-online.info/husten/) (https://www.globuli.de/wissen/kleinkind/behandlung/grippe-erkaeltung/husten/)
  • Behandlung von HIV/AIDS ausschließlich homöopathisch (https://magicpillsmovie.com/jeremy-sherr-tells-us-about-coming-to-africa-and-treating-epidemics-homeopathically/) (https://www.amazon.de/Hom%C3%B6opathischer-Ratgeber-Bd-7-AIDS-Ravi/dp/3929108070) (https://www.narayana-verlag.de/homoeopathie/pdf/Seminare-und-Vorlesungen-George-Vithoulkas.04858.pdf)
  • Behandlung von Krebs homöopathisch (https://www.amazon.de/hom%C3%B6opathische-Behandlung-Heilung-metastasierter-Karzinome/dp/3933666198) (http://www.clinica-dr-spinedi.ch/de/) (https://www.weiterbildung-homoeopathie.de/events/evid1535-krebsrevolution-kongress-mit-dr-banerji/)
  • Homöopathische Behandlung von Ebola (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/angebliche-ebola-therapie-liberia-stoppt-homoeopathen-a-1004553.html)

Mehr Beispiele? Bitte zu beachten, dass hier auch Links zu Verbänden dabei waren: Von "schwarzen Schafen" kann also keineswegs die Rede sein.

Ich möchte, um meinen Punkt zu verdeutlichen, ein paar Zeilen aus einem __Lehrseminar__ des Klinikleiters der Tessiner Homöopathiekrebsklinik wiedergeben, um zu verdeutlichen, was für eine Gefahr das für den Patienten bedeutet. Folgende Antworten von Dr. Spinedi sind in der Seminarmitschrift festgehalten: (Findet sich als Download auf dieser Webseite: http://www.homeopathy.at/)

Q: Brusttumore lassen sie stehen? Oder raten sie OP/Chemo?
A: was ist die richtige Antwort: die Meinung des Patienten. Erst wenn der Patient fragt: was ist ihre Meinung? Dann sage ich, lassen sie es stehen

Q: auch bei LK-Metas ?
A: dann erst recht, denn dann ist die OP ja noch schlimmer.

Q: was ist mit Frühstadium, die schulmedizinisch kurativ operiert werden können?
A: die können auch kurativ homöopathisch behandelt werden

Q: beim Melanom?

A: nie operieren – nur Homöopathisch

Und ja: Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn sich mir bei solchen Aussagen fast schon der Magen umdreht, dann reagiere ich auch mal weniger sachlich, als ich es sollte in einer Diskussion.

3) Missbrauch meines Fachgebietes, der Physik, um Patienten wissenschaftlich unhaltbare Verfahren anzudrehen

Das war für mich damals übrigens der Auslöser, mich als Physiker in die Homöopathiedebatte einzuklinken. Ich habe hinter mir einen Ordner, in dem Homöopathen wissenschaftliche Laien mit pseudowissenschaftlichen Behauptungen einreden, dass die Physik auf die eine oder andere Weise die Homöopathie erklären würde. Der Patient darf sich dann aussuchen, ob er die Behauptung schlucken möchte, es wären Nanopartikel (https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0686-3629), ein Wassergedächtnis (https://www.klassische-homoeopathin.de/klassische-homoeopathie/das-gedaechtnis-des-wassers/), die Quantenphysik (https://www.sueddeutsche.de/wissen/umstrittenes-heilverfahren-homoeopathie-missbrauchte-studien-1.1267699), oder auch Gravitonen (https://www.amazon.de/dp/B01HRQU3OC/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1)

Das Problem, wenn wir zulassen, dass seriöse Wissenschaften wie die Physik dazu missbraucht werden, unhaltbare medizinische Verfahren an den Patienten zu bringen, ist, dass damit auch das Ansehen dieser Naturwissenschaften sinkt, wenn sich eben nicht die gewünschten Therapieeffekte einstellen.

Und ja, es wurmt mich auch persönlich, wenn mein Fachgebiet, das eigentlich klipp und klar widerlegt, dass Stoffe in Abwesenheit wirken, dazu missbraucht wird, Patienten über den Tisch zu ziehen.

4) Die Homöopathen greifen nach akademischen Titeln, die das Verfahren bicht verdient

Mein akademischer Grad ist der MSc, der Master of Science. Für den habe ich 6 Jahre - 12 Semester - wirklich hart geschuftet und mich durch ein schweres naturwissenschaftliches Studium gebissen.

Es kocht mir die Galle hoch, wenn Homöopathen denselben Titel für ihr Verfahren vergeben wollen, das von der russischen Akademie der Wissenschaften ganz offiziell als Pseudowissenschaft eingestuft wurde. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72916/Russland-lehnt-Homoeopathie-als-Pseudowissenschaft-ab) Genau diesen Titel wollten Homöopathen aber mehrfach in der Vergangenheit (und Gegenwart) ebenfalls haben. (https://www.sueddeutsche.de/bayern/bachelor-fuer-homoeopathen-aerger-um-die-kuegelchen-akademie-1.1922649) (https://www.homoeopathiehilft.at/show_content2.php?s2id=258) (https://elpais.com/elpais/2016/03/01/ciencia/1456856774_534268.html?rel=mas)

Abgesehen davon, dass es gesellschaftlich höchst schwerwiegende Folgen hat, wenn wir die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft verwischen, empfinde ich es persönlich hier als Schlag ins Gesicht für alle Naturwissenschaftler, wenn der MSc derart abgewertet wird. Einer der Punkte, der mich wirklich persönlich betrifft...

5) Persönliche Beleidigungen komplett unter der Gürtellinie

Nachdem in den letzten 5 Jahren gleich mehrere internationale wissenschaftliche Institutionen offizielle wissenschaftliche Stellungnahmen zum Placebocharakter der Kügelchen veröffentlicht haben (NHMRC, FDA, NHS, EASAC,...), ist die Reaktion der Homöopathen in nicht gerade wenig Fällen komplett unter die Gürtellinie abgerutscht.

Es werden sowohl wissenschaftliche Institutionen wie NHMRC oder EASAC im besten Falle der Schlamperei, im schlimmsten Falle der Lüge und des Betrugs bezichtigt (https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/the-australian-report-on-homeopathy/) (https://www.dzvhae.de/easac-arbeitsgruppe-kritisiert-homoeopathie-mit-einseitiger-studienauswahl/). Noch schlimmer wird mit Einzelpersonen - Ärzten und Wissenschaftlern - umgegangen, die sich im Verbraucherschutz engagieren. (https://www.amazon.de/dp/B06XXM3BBB/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1) (https://homoeopathiewatchblog.de/)

Ein Wissenschaftler sollte sich in einem freien Land nicht dafür beleidigen lassen müssen, nur weil er ein wissenschaftliches Ergebnis öffentlich kommuniziert. Vergleiche mit der Hexenjagd sind da noch harmlos, zuletzt kam da eher die Nazi-Keule oder noch Schlimmeres.

Und wo so mit sachlicher Kritik umgegangen wird wie auf meinen Links... da darf man sich eben auch nicht wundern, wenn auch auf der anderen Seite mal jemand nicht ganz korrekt reagiert. Auch wir sind nur Menschen.

Grüße

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Hallo Kirisheya,

solche Dinge wie das, was Carl Sagan gesagt hat:

National boundaries are not evident when we view the Earth from space. Fanatical ethnic or religious or national chauvinisms are a little difficult to maintain when we see our planet as a fragile blue crescent fading to become an inconspicuous point of light against the bastion and citadel of the stars. Travel is broadening.

(Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator: Nationale Grenzen sind nicht sichtbar, wenn wir die Erde aus dem All betrachten. Fanatische ethnische oder religiöse oder nationale Chauvinismen sind ein wenig schwierig aufrecht zu erhalten, wenn wir unseren Planeten als einen zerbrechlichen blauen Halbmond betrachten, der zu einem unauffälligen Lichtpunkt gegen die Bastion und Zitadelle der Sterne wird. Reisen erweitert den Horizont...)

Oder:

We are the local embodiment of a Cosmos grown to selfawareness. We have begun to contemplate our origins: starstuff pondering the stars; organized assemblages of ten billion billion billion atoms considering the evolution of atoms; tracing the long journey by which, here at least, consciousness arose. Our loyalties are to the species and the planet. We speak for Earth. Our obligation to survive is owed not just to ourselves but also to that Cosmos, ancient and vast, from which we spring.

(Wir sind die lokale Verkörperung eines Kosmos, der zum Selbstbewusstsein gewachsen ist. Wir haben begonnen, unsere Ursprünge zu betrachten: Sternenstaub, der über die Sterne nachdenkt; organisierte Zusammenstellungen von zehn Milliarden Milliarden Milliarden Atomen, die die Evolution der Atome betrachten; die lange Reise verfolgen, auf der zumindest hier das Bewusstsein entstanden ist. Unsere Loyalität gilt den Arten und dem Planeten. Wir sprechen für die Erde. Unsere Verpflichtung zum Überleben ist nicht nur uns selbst, sondern auch dem alten und weiten Kosmos geschuldet, aus dem wir kommen.)

Grüße

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