Sind pflanzliche Lebensmittel überhaupt noch sicher?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Pflanzliche Lebensmittel haben tatsächlich die höchste gemessene Anzahl an Rückständen aus Pestiziden und Spritzmitteln.

Die Liste ist schier unendlich (bitte weit nach unten scrollen)

https://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=3149&Pdf=No&lang=DE

https://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=3144&Pdf=No&lang=DE

Ein großes Problem sind insbesondere die sog. "Mehrfachrückstände".

Auch wenn viele Proben unter den Grenzwerten (individuelle Festlegung) bleiben, ist die Anzahl der Giftstoffe doch mehr als erschreckend.

Man kann in diesem Zusammenhang nicht mehr von einer gesunden, rein pflanzlichen Ernährung sprechen.

Menschen, die das wissen, versuchen, davon gezielt abzulenken und zu täuschen, indem sie andere Lebensmittel schlecht machen.

Wäre ja mehr als peinlich, wenn man einerseits eine gesunde Ernährung propagiert und andererseits giftbelastete Nahrung zu sich nimmt, die außerdem noch aus jeder erdenklichen Ecke unserer Welt herangeflogen wird, nur weil man gerade einer klimaschädlichen Laune folgt ;-)

"Menschen, die das wissen, versuchen, davon gezielt abzulenken und zu täuschen, indem sie andere Lebensmittel schlecht machen." - danke für deine offenheit, mit der du hier deine motive offenbarst. aber ich finde deine einstellung dennoch verwerflich.

4

"Man kann in diesem Zusammenhang nicht mehr von einer gesunden, rein pflanzlichen Ernährung sprechen."

Wie bitte? Biologisch angebaut, regional, saisonal oder gar aus dem eigenen Garten. Darin sind oder "sollten" (so gut wie) gar keine Rückstände von Behandlungen zu finden sein.

4
@MetalMonkey

so ist es richtig :-)

Bio bzw. Ökologischer Anbau wird hier aber von den meisten "Veganern" abgelehnt und geleugnet. Und das passt leider nicht zusammen.

Diese hohe Rate von Kontaminationen bezieht sich ja auf rein konventionelle Produkte (siehe mein Link)

Für mich gibt es nur einen Weg: Ökologisch (= hohes Verbands-Niveau, also Demeter, Bioland, Naturland, Biokreis...), regional, saisonal und fair. Nur dann wird ein "Schuh" draus.

1
@juergenkrosta

Ich stimme dir bei allem zu, nur nicht darin, dass das von Veganern bzw. sogar den meisten abgelehnt werde würde. Meines Eindrucks nach ist es sogar eher gegenteilig: Veganer bemühen sich durchschnittlich mehr um Produkte, die genannte Kriterien (Produktionsweisen) erfüllen, denn ihre Lebensweise zielt ja häufig darauf ab, neben dem, Tierleid möglichst zu vermeiden, auch möglichst klima- und umweltverträglich zu konsumieren. Nicht, dass das als Person die sich nicht als Veganer*in bezeichnet Köder "vegan" lebt) nicht auch ginge, aber durchschnittlich achten Veganer*innen meines Erachtens nach häufiger darauf oder machen sich zumindest mehr Gedanken darüber. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck; aber wer weiß, ich kenne nicht so extrem viele Veganer, sondern nur einige, die jedoch überwiegend sehr umweltbewusst gesinnt sind.

3
@MetalMonkey

*Nicht, dass das als Person die sich nicht als Veganer*in bezeichnet (oder "vegan" lebt) nicht auch ginge, ...

- war die Autokorrektur

1
@MetalMonkey

ist seltsamerweise auch nur hier so. Im realen täglichen Leben kenne ich es genau anders herum. Da sind Veganer - und ich kenne beruflich bedingt sehr viele - eigentlich stets auf möglichst gesunde und ökologisch erzeugte Lebensmittel aus.

1
@juergenkrosta

Ja, das glaube ich dir. Und ich finde auch auf dieser Plattform sollten wir alle zumindest versuchen mit mehr Verständnis dem jeweils anderen gegenüber zu treten.. ich weiß, das ist manchmal schwer, aber wenn sich viele bemühten, würde diese angespannte Atmosphäre und diese Segregation zum Thema Veganismus vielleicht verfliegen oder zurückgehen. Dann wäre argumentativer Austausch auch deutlich konstruktiver.

2

Danke für deine gute Antwort. Die letzte Grafik in meinem Link in der Frage zeigt ja auch, dass Deutschland an der Spitze steht mit Rückrufaktionen. Nur Regional kaufen ist also auch keine Lösung und die "Ausländer" sind schuld stimmt auch nicht.

https://www.bvl.bund.de/DE/Home/Header-Inhalte/RASFF-2019.html

zudem wurde bis (glaube) 2016 keine Statistik über das Ausbringen von Pestiziden geführt. Wurde "vergessen" und

Anfragen an die Bundesregierung zeigen: In Deutschland gibt es keine offizielle Statistik zur Einfuhr von Pflanzenschutzmitteln.

https://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/agrarpolitik/psm-importe-lueckenhafte-statistik-12121299.html

Die Pflanzenproduktion ist ein Flickenteppich....

1
@wickedsick05

Selbstverständlich ist regional kaufen eine sehr gute Lösung. Gepaart mit saisonal bringt es viele Vorteile. Einfach nur das zu behaupten ist keine Lösung. Hier nochmal zur Verdeutlichung:

Der Einkauf von saisonalen und regionalen Produkten bedeutet, bei frischem Obst und Gemüse solche Arten auszuwählen, die in unserer Klimazone während der aktuellen Saison ausreifen können.
1. Saisonal-regional ist gesundheitsförderlich
Treibhausgemüse hat einen höheren Nitratgehalt als Gemüse, das saisongerecht im Freiland geerntet wird. Die Pflanzen benötigen den Stickstoff des Nitrats (z. B. aus Düngemitteln), um daraus Eiweiß aufzubauen. Bei Lichtmangel, wie im zeitigen Frühjahr, im Herbst und im Treibhaus, kommt die Eiweißsynthese der Pflanzen ins Stocken. Deswegen enthält Winter- und Treibhausgemüse mehr Nitrat als Freiland- und Sommerware.
Bei Untersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln stellte sich heraus, dass die am meisten und mehrfach belasteten Waren aus dem Ausland stammen. Besonders hoch belastet waren italienische Erdbeeren, Weintrauben und Tomaten. Türkische und spanische Paprika wiesen bei fast 60 Prozent der Proben Höchstmengenüberschreitungen sowie eine hohe Anzahl an Mehrfachrückständen von bis zu drei verschiedenen Insektiziden auf.
2. Saisonal-regional ist wirtschaftlich
3. Saisonal-regional ist umweltverträglich
4. Saisonal-regional ist sozialverträglich

https://www.dlr.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/D58A32E6A3826437C1257727004728C8?OpenDocument

Und das zählt natürlich auch für Lebensmittel, die in Deutschland produziert werden, aber immernoch nicht als regional zählen.

3
@Danless

Er hat es dir doch bereits erklärt

Regional macht nur Sinn, wenn es aus ökologischem Anbau kommt.

Was verstehst du denn daran nicht?

1
@wickedsick05

Ja und inwiefern widerspricht das meinem Text? Auch das habe ich euch beidem erklärt und/oder es ist ersichtlich in meinem Text.

2

Blausäure in Aprikosenkerne - hört sich echt gefährlich an, dabei gehört das sog. Amygladin dort hinein. Das ist das, was die bitteren Mandeln (die Kerne der Aprikose) nun mal bitter machen.

Rotschimmelreis wird extra mit Monascus-Schimmelpilzen geimpft, die Stoffwechselprodukte dieses Schimmelpilzes gelten als Cholesterinsenker.

Viel bedenklicher halte ich es, dass Obst und Gemüse teilweise bis zu 80% der gesunden Inhaltsstoffe verloren haben. Das, was man heutzutage als Obst und Gemüse zu kaufen bekommt, ist oft von unterirdischer Qualität, sieht nur noch gut aus, ist nicht ordentlich ausgereift und zur Not schon wochenlang auf dem Wege zum Verbraucher.

Woher ich das weiß:Hobby – Heilpflanzen

"Blausäure in Aprikosenkernen" - finde ich jetzt nicht so schlimm, da aprikosenkerne und auch andere kerne wie mandeln natürlicherweise einen gewissen %-satz blausäure enthalten. die sind also nicht irgendwie vergiftet worden, sondern der natürliche anteil war aus irgendeinem grund höher als unbedenklich wäre. dass so etwas erkannt wird, zeigt doch nur, dass lebensmittel sicher sind, weil sie eben gut kontrolliert werden.

"Rotschimmelreis" - kannte ich bisher nicht, hab ich mal recherchiert: hat nichts mit verderbnis zu tun, sondern ist ein reis, der absichtlich mit schimmel (pilz) beimpft wird - so wie man das mit käse, wein, bier und brot auch macht. wird zur senkung vom cholesterin empfohlen. da er aber nebenwirkungen - wie jeder andere wirkstoff - hat, darf auch nicht zu viel davon drin sein. und unsere kontrollen finden überdosierungen, das ist gut und somit die lebensmittel sicher.

Ja, pflanzliche Lebensmittel sind sicher.

Der Artikel handelt hauptsächlich von Nahrungsergänzungsmitteln mit Amygdalin (als Mittel für insbesondere Betrug bei der Krebsbehandlung, ganz widerlich) und Rotschimmel.

Ansonsten ist die Lebensmittelsicherheit bei Fleisch, Milchprodukten und Fisch und Eiern in Deutschland sehr hoch. Nur weil die so hoch ist fällt das Gemüse im Frühwarnsystem ein wenig häufiger auf.

Insgesamt ist das alles nur wegen der sehr hohen Standards überhaupt ein Ding.

xxxxxxxxxxxxxx

Rückstände, "Spritzmittel", Pestizide usw. halte ich für völlig irrelevant da bedenkliche Dosen fast nie vorkommen.

Also Blausäure in Aprikosenkernen ist ja nix Neues, die war schon immer da.

Passend zum Kontext, die Natur beginnt sich auch ohne Zutun des Menschen zu wehren. Pyrrolizidinalkaloide hatten wir ja schon im Oregano, diesen Herbst wird der Kreuzkümmel wegen dem gleichen Thema durch die Presse gehen.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 30 Jahren in der Lebensmittelbranche unterwegs ...

Oregano enthält keine Pyrrolizidinalkaloide, dies weist jedoch auf eine unsaubere Ernte hin, ist nun mal so, wenn man mit der Mähmaschine drüber fährt, dass alles dann im ,,Oregano" drin ist, was dort wächst.

0
@odine

Deswegen wurden übrigens in Baden Württemberg 71% aller gezogenen Proben diesbezüglich beanstandet.

Macht Dein Einwand jetzt einen Unterschied für den Verbraucher ? Und ja, ich weiß was ich geschrieben habe.

0

Was möchtest Du wissen?