Warum hat Gott das Böse überhaupt zugelassen oder erschaffen?

18 Antworten

Gott hat das Böse nicht erschaffen. Das Böse entsteht immer durch bewusste Verneinung des geschaffenen Guten. Die Menschen sind daher die Schöpfer des Bösen, nicht Gott. Gott lässt dies zu, weil er den menschlichen freien Willen absolut respektiert. Menschen können sich also für das Böse entscheiden, Gott lässt es zu, sie müssen aber die Konsequenzen tragen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Praktizierender Katholik. Lese viel zu Glaubensfragen.

Nobodyrotz  04.07.2025, 22:02

Gott ist der Verursacher von allem Bösen und Unerträglichen. Christen verdrehen das Offensichtliche. Vorausgesetzt, die Bibel wäre wahr. Ansonsten gelten andere Beurteilungskriterien.

Rudolf0007  16.06.2025, 11:13

Und Gott ist eine Literarische Erfindung von Männern aus einer total patriachalischen Zeit 👌 Lustig

Hallo JesusLiebtDich2,

viele halten die Frage, warum Gott Leid und Böses zulässt, mehr oder weniger für unlösbar. Sie können sich einfach nicht vorstellen, warum ein liebevoller Gott all die schrecklichen Dinge hier auf der Erde zulässt und beginnen an seiner Existenz zu zweifeln.

Wir können Gott zwar nicht direkt befragen, doch liefert sein geschriebenes Wort, die Bibel, zufriedenstellende Antworten. Bevor ich zum eigentlichen Kern Deiner Frage komme, möchte ich erst einmal einige grundsätzliche Überlegungen anstellen. Hat Gott nicht mehr als deutlich sein Interesse an unserem Wohl bewiesen?

Denke nur einmal darüber nach, wie wir gemacht sind. Wir sind mit einer Vielzahl von Sinnen ausgestattet, die sehr zu unserer Freude beitragen. Als Beispiel möchte ich das farbliche Sehen erwähnen.

Es ist nicht notwendig, um überleben zu können, doch ermöglicht es uns, z. B. das ganze Farbspektrum eines Sonnenuntergangs oder die bunten Farben eines schönen Blumenstraußes wahrzunehmen. Oder man denke an unsere Sinneszellen, durch die wir alle die vielen köstlichen Speisen riechen und schmecken können. Dass unser Schöpfer dies so eingerichtet hat, zeugt davon, wie viel ihm an unserem Glück liegt.

Außerdem hat Gott die Erde so ausgestattet, dass sie uns alles bietet, was nötig ist, um ein angenehmes Leben zu führen. Dass es heute zig Millionen hungernde Menschen gibt ist daher nicht seine Schuld.

Auch würde das meiste Leid vermieden, wenn sich die Menschen an Gottes Gesetze hielten, die nur zu unserem Besten sind. Unter Menschen, die Gott wirklich gehorchen, gibt es nämlich weder Kriege, Kriminalität, Gewalttat oder Ungerechtigkeit. Das meiste Leid ist demnach auf das selbstsüchtige Handeln des Menschen zurückzuführen.

Auch in der Bibel ist an vielen Stellen zu lesen, dass Gott Interesse an uns Menschen hat, insbesondere jedoch an Benachteiligten und Niedergedrückten. So heißt es in Psalm 22:4, 5:

"Auf dich vertrauten unsere Väter; sie vertrauten, und du sorgtest ständig für ihr Entrinnen. Zu dir schrien sie, und sie kamen sicher davon; auf dich vertrauten sie, und sie sind nicht zuschanden geworden."

Dennoch bleibt die Frage offen, warum Gott seine Macht nicht dazu einsetzt, dem schlechten Treiben der Menschen Einhalt zu gebieten? Muss er nicht aufgrund des zuvor Gesagten gute Gründe dafür haben, dass er bisher noch nicht eingegriffen hat? Und welche Gründe könnten so schwer wiegen, dass er sich so lange Zurückhaltung auferlegt hat? Es ist nicht nötig, sich über diese Fragen in Spekulationen zu ergehen. Durch die Bibel lässt uns Gott wissen, warum er das Böse bis heute zugelassen hat.

Zunächst wäre es wichtig, in die Zeit zurückzugehen, in der das Böse seinen Anfang genommen hat. Im ersten Buch der Bibel, im Bericht der Genesis, wird genau der Moment beschrieben, in dem die Grundlage für alle weiteren schlechten Entwicklungen gelegt wurde.

Es handelt sich um die Begebenheit, bei der ein böses Geistwesen, Satan der Teufel, die beiden ersten Menschen dazu brachte, sich gegen Gott aufzulehnen. Die Auflehnung bestand darin, sich gegen ein einfach einzuhaltendes Gebot Gottes zu stellen. Es ging nur darum, von einem bestimmten Baum im Garten Eden nicht zu essen. Satan brachte durch diese List Eva dazu, dennoch von der verbotenen Frucht zu essen. Später gab sie auch ihrem Mann davon, der sie ebenfalls aß.

Hierbei ging es jedoch nicht lediglich um menschliche Neugier. Vielmehr stellte Satan die Angelegenheit so dar, dass der Mensch durch das Essen der Frucht im Bestimmen von Gut und Böse, oder Recht und Unrecht, Gott gleich sein würde.

So bestand der eigentliche Reiz für die beiden ersten Menschen darin, ein Leben der Unabhängigkeit von Gott zu führen. Satan machte die Menschen also glauben, sie wären ohne Gott besser dran.Gott ließ die Menschen gewähren, kündigte ihnen jedoch an, dass ihr unabhängiges Handeln auch Folgen mit sich bringen würde: Sie büßten zunächst ihre Vollkommenheit ein und infolge dessen sollten sie schließlich sterben.

Was hat aber dieses lange zurückliegende Ereignis mit uns heute zu tun? Nun, wir haben als Nachkommen des ersten Menschenpaares die Unvollkommenheit geerbt und mit der Unvollkommenheit auch Sünde, Krankheit und den Tod. Deswegen heißt es in der Bibel:

"Darum, so wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten " (Römer 5:12).

Die Frage, die an dieser Stelle entsteht, ist die, warum nicht Gott schon längst eingegriffen hat, um dieser leidvollen Entwicklung ein Ende zu machen? Durch die Zulassung all des Bösen während der vielen Jahrhunderte hindurch ist inzwischen deutlich geworden, wohin von Gott unabhängiges Handeln letztendlich führt. Auch ist die bereits im Garten Eden aufgeworfene Frage, ob der Mensch besser ohne Gott dran wäre, heute viel leichter zu beantworten.

Dadurch, dass Gott nicht in das Weltgeschehen eingegriffen hat, trat eine wichtige Tatsache zutage. Die Bibel beschriebt diese Tatsache so:

"Herr, ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken." (Jeremia 10:23, Hoffnung für alle).

Gemäß diesen Worten ist der Mensch also nicht dazu in der Lage, seine eigenen Geschicke und noch viel weniger die ganzer Völker zu lenken! Dies erkennen jedoch die meisten Menschen bis heute nicht an. Wenn es um tägliche Entscheidungen geht, fragen sie nicht nach Gott. Auch in moralischer Hinsicht fühlen sich viele nicht mehr an göttliche Gesetze gebunden.

Dennoch wird dadurch, dass Gott den Menschen freien Lauf ließ, ein Präzedenzfall geschaffen, durch den inzwischen eines deutlich geworden ist: Menschliches Handeln, unabhängig von Gott und unter dem unsichtbaren Einfluss des Gegners Gottes, Satans des Teufels, bringt nur Chaos und Leid mit sich.

Die Bibel lässt erkennen, dass Gott in naher Zukunft diesen Präzedenzfall für beendet erklären wird. Dann wird er korrigierend in die Geschicke der Menschen eingreifen. Er wird dafür sorgen, dass es niemanden mehr geben wird, der einen üblen Einfluss auf andere ausübt. Die Bibel sagt:

"Wer Böses tut, den wird Gott ausrotten. Wer jedoch dem Herrn vertraut, der wird das Land besitzen. Es dauert nicht mehr lange, dann ist es mit den Bösen aus und vorbei! Wo sind sie geblieben? Nicht die Spur wirst du noch von ihnen finden! (Psalm 37:9,10, Hoffnung für alle).

Durch die vorübergehende Zulassung des Bösen wird also letztendlich viel Gutes bewirkt worden sein: Die Streitfrage zwischen Gott und den Menschen wird ein für allemal geklärt sein und es wird somit nie wieder nötig sein, dass Gott Böses, wenn auch nur für kurze Zeit, duldet. Leid und Schmerz werden für immer aufhören und es geht eine der schönsten Prophezeiungen der Bibel in Erfüllung, die da lautet:

"Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4).

Sind das nicht wirklich wundervolle Aussichten?

LG Philipp

Gott wurde von Menschen erschaffen. Und die sind sowohl böse, als auch gut. Die Trennlinie ist oft verwischt. Niemand ist frei von Schuld.


Rudolf0007  16.06.2025, 11:16

Genau 👍👌👍 Wieder ein Cleverer mehr unter den Glaubensfanatikern 😉

Das Unheil kommt ja von den Frevlern, die falsch handeln und sich nicht an die Regeln Gottes halten.

Sure 14 Vers 42:

Denke nicht, dass Allah dessen unachtsam ist, was die Ungerechten tun. Er gewährt ihnen lediglich Aufschub bis zu dem Tag, an dem ihre Blicke erstarren werden.
Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Bin Muslim

Ich stelle es mir wie ein Sieb vor: Gott hat allen Menschen Leben gegeben - und er siebt die aus für sich, die ihn suchen und lieben. Und den anderen gibt er auch die Chance, ihn zu suchen und zu finden, aber sie wollen nicht, dass ein Allmächtiger über sie herrscht.

„Seine Bürger aber hassten ihn und schickten ihm eine Gesandtschaft nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!“

‭‭Lukas‬ ‭19‬:‭14‬ ‭SCH2000‬‬ https://bible.com/bible/157/luk.19.14.SCH2000

Gott hat das Böse nicht erschaffen, aber die Möglichkeit zum Ungehorsam und zur Sünde zugelassen.

Bestimmt hatte Gott Freude an seiner Schöpfung und wollte, dass sich andere mit Ihm über das freuen und staunen können, was Er erschaffen hat. Neben den Engeln hat Er noch uns Menschen als Wesen erschaffen, die einen freien Willen haben und sich deshalb aufgrund einer freien Wahl für oder gegen Ihn entscheiden können.

Auf dieser Grundlage kann echte und wahre Liebe und Beziehung von Gott zu seinen Geschöpfen entstehen. Ansonsten hätte Gott auch Roboter erschaffen können, die Ihn aufgrund ihrer Programmierung lieben müssen. Aber das hätte dann mit wirklicher Liebe nichts zu tun.

Die Bibel beschreibt im 1. Buch Mose, dass die ersten Menschen am Anfang im Garten Eden in quasi paradiesischen Zuständen gelebt haben. Sie hatten aber schon die Freiheit, die wir heute auch haben: Mit oder ohne Gott leben zu wollen. Irgendwann haben sie sich dazu entschieden, ihr eigenes Ding zu machen und ohne Gott leben zu wollen (bzw. sie wollten sein wie Gott). Auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist und durchaus viele Fragen bleiben, aber alles Negative und Böse wie Tod, Krankheit, Schmerz, Leid usw. war das Ergebnis dieser Entscheidung und gewollten Trennung von Gott.

Trotzdem hat Gott die Menschen nicht verlassen, obwohl das vielleicht verdient gewesen wäre. Er hat einen Rettungsanker ausgeworfen, dass sie Menschen, die an ihn glauben, wieder zu ihm finden können. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben, dass die, die an ihn glauben und um Vergebung ihrer Sünden bitten, erlöst werden und das ewige Leben geschenkt bekommen. Wenn man überlegt, dass das Leben nach dem Tod ewig und für immer dauert, sind vielleicht die negativen Dinge, die wir hier erleben, nicht mehr ganz so schlimm (wenn natürlich noch schlimm genug). Aber auch hier zwingt Gott wieder niemanden: Jeder kann entscheiden, ob er nach dem Tod bei Gott sein möchte oder nicht...

Zur Frage, warum Gott Leid zulässt, finde ich auch die Argumentation des folgenden Artikels sehr interessant: Die Warum-Frage - Gott und das Leiden auf der Welt

Er (Jes.45,22)

hat Sünde (1.Mose 3,1-4) zugelassen,

weil Er nur Kinder (Joh.1,12)

mit positivem Willen brauchen kann (1.Mose 3,4-7; 2,16-17).

Nur Er bietet ewiges Leben (Offb.21,4).

Woher ich das weiß:Recherche

Damit er jene davon befreien kann die an ihn durch Jesus Christus glauben, denn er hat auch das Gute zugelassen. Eben Gottes Art sein Spiel zu spielen.🤔

Willst du ihn dafür tadeln ?

LG

Gott hat seine Welt perfekt geschaffen. Der Mensch mit seinem eigenen freien Willen folgte der Verlockung des Teufels im Paradies und sündigte.

Gegenfrage: gibt es die Finsternis? Klar, sagen die meisten, kann man ja sehen. Aber physikalisch betrachtet: man kann Finsternis nicht einmal messen, man würde nur das Restlicht aufzeichnen können. So wie Finsternis nur ein Abwesenheit von Licht ist - so ist das Böse (Sünde) auch die Abwesenheit von Gottes Licht.

Woher ich das weiß:Hobby – Nachfolger Jesu seit Jahrzehnten, bibeltreu

Nobodyrotz  04.07.2025, 22:04

Gott hat die Erde und die Lebewesen darauf als absolute Folterhölle erschaffen. Vorausgesetzt, die Bibelberichte wären wahr.

SCHARMA  05.07.2025, 13:57
@Nobodyrotz

Im Gegenteil, es war alles "sehr gut" von Gott geschaffen.

Ganz einfach: Weil er die Ursache von allem Bösen ist. Es ist eine extrem dreiste Täter-Opfer-Umkehr, wenn behauptet wird, das Böse Gottes sei "Liebe".

Hat Gott das Böse überhaupt erschaffen? Mal überlegen: gäbe es keine Menschen, dann gäbe es doch auch kein Böses. Bedeutet für mich: der Mensch verursacht Böses und möchte es gerne auf Gott abschieben, um nicht selbst schuld zu sein. Ist irgendwie ncht der richtige Ansatz.


Nobodyrotz  04.07.2025, 23:06

Gott, vorausgesetzt, es gibt ihn, hat alles Leid erschaffen. Er nennt seine Opfer böse und bezeichnet seine Gewalt als lieb.

Warum hat Gott das Böse überhaupt zugelassen oder erschaffen?

Wegen des freien Willen. Punkt.


Nobodyrotz  04.07.2025, 23:06

Das ergibt keinen Sinn.

Das zeigt seine Allmacht.

Ich bin nicht christlich.

Um deine Frage zu beantworten: Als Gegenwert zum Guten. Alles braucht einen Gegenwert. Der Euro ist nur deswegen etwas wert, weil es den Cent gibt. Gold ist nur so wertvoll, weil es Eisen gibt. Und unser Leben ist nur so wertvoll, weil es den Tod gibt. Deswegen kann Gott den Teufel nicht einfach auslöschen. Selbst Gott braucht einen Gegenwert auf dieser Welt.


JesusLiebtDich2 
Beitragsersteller
 16.06.2025, 09:13

Schränkt das nicht Gottes Allmacht ein?

Weil Gott ein schwaches dümmliches Nichts ist! Wenn er so stark wäre hätte er das gar nicht zugelassen! Aber im Christentum wurde ja Satan abgeschafft! Finde ich irgendwie schade, war doch ein cooler Typ der vollkommen falsch eingeschätzt wurde!

Ausserdem warum sollte Satan, Herr der Hölle, Menschen verbrennen, die dem gleichen schwachen Gott ungehorsam war, dem er (Lucifer = Satan) selbst ungehorsam war?

Ach ja, wenn man so eine Frage stellt, dann schäumen die liberalen Gläubigen, da sie wert darauf legen, dass der Teufel (Satan) keine Menschen im "ewigen Feuer" der Hölle brennen lässt. Im liberalen Protestantismus und Katholizismus ist die Hölle nämlich inzwischen abgeschafft worden, bzw. im Katholizismus vertritt man die Ansicht, dass die Hölle leer sei.

Nur im Fundamentalismus (und im Islam) wird noch das Höllenfeuer gepredigt, so wie übrigens zeitlich bei weitem überwiegend in der Geschichte der beiden Monotheismen. Früher hat man den Menschen im übertragenen Sinne "die Hölle heiß gemacht". Heute will man nichts mehr davon wissen.

Warum? Weil es sich herausgestellt hat, dass die "schwarze Pädagogik", die mit Strafe und Drohungen arbeitet, nicht so wirklich effizient ist. Deswegen verprügelt man heute keine Kinder mehr, deswegen gibt es keine "brennende Hölle" mehr. Das alles hat man über exegetische Kunststücke herausgefunden und damit anderthalb Jahrtausende der Textinterpretation (Rezeptionsgeschichte) beiseite gewischt.

Motto:

Alle vorhergehenden Generationen von Theologen haben sich geirrt — darüber gibt es absolute Einigkeit unter allen Theologen aller Generationen, zu jedem beliebigen Zeitpunkt haben sich alle vorher geirrt.

Aber heute weiß man es endlich wirklich besser als vorher — und auch darin sind sich alle Generationen aller Theologen einig. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt galt und gilt, dass man sich ab jetzt nicht mehr irrt.

Man weiß also, dass sich alle Theologen vorher geirrt haben, jetzt hat man seine Meinung geändert. Was sich nicht geändert hat ist der Anspruch, dass man sich nicht irren kann. Man bezeichnet das übrigens als "pessimistische Induktion".

Man wirft ja gerne von Theologenseite der Wissenschaft vor, dass sie ihre Meinung ändert. Theologen machen das auch, aber gleichzeitig lügen sie allen vor, dass sie das niemals gemacht haben. Jede Änderung einer Lehre "galt immer schon". Also: Theologen ändern ihre Meinungen auch, sie geben es nur nicht zu.

Also: Neuerdings verbrennt der Satan keine Leute mehr. Was ist dann seine Funktion? Seit wann ist er arbeitslos der bekommt er Rente vom deutschen Staat?

Ich meine, Sinn hat das noch nie ergeben. Wenn Satan die Bösen bestraft, gehört er zu den Guten, und wenn er böse wäre, würde er gerade die Bösen nicht bestrafen.

Das Böse kommt nicht von allein, vielmehr ist es die Wirkung von Ursachen. Was sind die Ursachen? Diese müssen beseitigt werden, soll das Böse verschwinden.

Wer oder was verursacht das Böse? Und wen oder was muss Gott beseitigen, will er — was die Fragesteller offenbar wünschen — das Böse nicht mehr länger dulden?

Es gilt, sich mit Fragen auseinanderzusetzen: Gott läßt das Böse zwar zu, aber wer verübt das Böse? Gott könnte ihm ein Ende machen, aber was wäre, wenn er es täte? 

MISSBRAUCH DES FREIEN WILLENS

Gott lässt das Böse zu, aber nicht in dem Sinne, dass er die Erlaubnis dafür gibt, es zu praktizieren; er läßt nur zu, dass der Mensch seine Willensfreiheit missbraucht, was Böses zur Folge hat. Interessanterweise wird in Prediger 7:29 gesagt „Gott [hat] den Menschen rechtschaffen gemacht ..., sie selbst aber haben viele Pläne ausgesucht.“

Möchten die Menschen, die Gott kritisieren, weil er das Böse zulässt, wirklich, dass er eingreift? Möchten sie, dass er dem Bösen, das sie verüben, Einhalt gebietet oder nur dem, das andere verüben? Was wäre, wenn Gott den Lungenkrebs ausmerzen würde, indem er ihnen die Zigarette aus der Hand nähme, oder die Leberzirrhose, indem er ihren Schnaps in den Ausguß schüttete, oder die Geschlechtskrankheiten, indem er unsittlich Handelnde voneinander trennte? Wären sie damit einverstanden, oder würden sie energisch protestieren und diesen Eingriff als eine Beeinträchtigung ihrer Willensfreiheit verstehen?

Würden sie sich freuen, wenn Gott die Fabriken schließen würde, die die Umwelt verschmutzen und Krankheit und Tod verursachen, wenn sich auch die Fabrik darunter befände, in der sie ihr Geld verdienen? Und was würden sie davon halten, wenn Gott ihre Lebensmittelvorräte zwischen ihnen und den Hungernden teilte und ihren Reichtum zwischen ihnen und den Armen?

Wieviel von dem Bösen soll Gott nach ihrer Meinung beseitigen? Vielleicht möchten sie das Böse gar nicht beseitigt sehen, sondern nur seine Folgen, zum Beispiel, dass man trotz vielen Trinkens keinen Leberschaden bekommt und trotz vielen Rauchens keinen Lungenkrebs.

Möchten sie, dass sie die Konsequenzen des Bösen, das sie säen, nicht ernten müssen? Doch das ist so unmöglich, wie von Unkraut Äpfel oder von Dornen Trauben pflücken zu können.

Heute müssen viele Unschuldige leiden. Darüber ist manch einer beunruhigt. Wir lernen jedoch daraus, daß durch korrupte Systeme Millionen leiden müssen. 

Wichtig ist, dass wir uns die Lektion, die uns das Böse lehrt, solange es besteht, zu Herzen nehmen: Wenn wir Böses säen, werden wir auch Böses ernten. Geschieht das auf nationaler Ebene, dann müssen Millionen leiden. In den vergangenen 6 000 Jahren hat es der Mensch mit vielen verschiedenen Regierungsformen versucht. Keine hat ihm Frieden und Glück gebracht. Immer und immer wieder hat es sich gezeigt, wie wahr die Worte sind: „Es steht nicht bei dem Manne, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jer. 10,23). Politiker, Militärs, Geldleute und Geistliche — alle haben die Menschheit enttäuscht. Lehren uns nicht die Jahrtausende, in denen wir nur Böses geerntet haben, dass wir etwas anderes säen müssen und dass mehr als menschliche Bemühungen erforderlich sind? Wir müssen offen werden für das Königreich Gottes. Nur mit einem neuen System kann das Böse dauerhaft ausgemerzt werden.

weder das Leiden noch das Böse sind Gott gewollt. Jedoch beides dient dem Reifungsprozess des Menschen.

Das böse war vor langer Zeit sehr hilfreich und ist heute noch drin - bei denen die nicht nachdenken...