Wieso weint ein Mensch, wenn er traurig ist?

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Warum der Mensch weint, ist noch nicht abschließend geklärt.

In Bezug auf das emotionale Weinen, also im Kontext von Schmerz, Trauer oder Lachen, halte ich derzeit folgende zwei Punkte für am überzeugendsten:

Erstens treten diese Tränen bei Emotionen auf, die mit besonders starker Mimik des Gesichts einhergehen und daher wohl die Tränendrüsen und Augenmuskulatur besonders stimulieren. In diesem Sinne sind Tränen eine Folge der starken Mimik.

Zweitens sind die Tränen dann auch zum Bestandteil ebendieser Mimik geworden. Sie sind dann also Teil des Kommunikationsinhalts dieser Mimik, also zum Beispiel können sie Altruismus, Hilfe, Zuwendung von anderen auslösen. Dies ergibt großen Sinn in Bezug auf Trauer oder Schmerz: Gut sichtbare Signale, dass Hilfe benötigt wird.

In Bezug auf reflektorisches Weinen ist die Lösung bekannt: Reinigung und Schutz des Auges. Dies tritt zum Beispiel in Situationen auf wie nach Salzwasser, nach Zwiebelgeruch und anderen tränenreizenden Stoffen. Die Zusammensetzung dieser Tränen ist auch chemisch etwas anders.

Hat das emotionale weinen irgendeinen Grund, also bringt es Evolutions technisch irgenwas das wir weinen, wenn wir emotional sind?

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@Hansikanzie

Gesichtsmimik dient der Kommunikation und die ist für uns als "Herdentier" natürlich außerordentlich wichtig.

Ich schrieb ja: Tränen können ursprünglich nur einfach die Folge von intensiver Mimik gewesen sein und zweitens können sie dann evolutiv zum informationstragenden Bestandteil geworden sein.

Es ist ja offensichtlich so, dass Tränen vor allem bei den ganz besonders starken Emotionen auftritt, von herzhaftem Lachen bis großem Schmerz. Immer werden dabei die Augen auch gekniffen und die Mimik ist sehr deutlich. Ich finde diese Erklärung befriedigend, aber bewiesen ist sie leider nicht.

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Weinen/ Tränen allgemein.... das ist das Druckventil des Körpers bei zu starker innerer Anspannung.

Wann kanns passieren das man weint?

  • wenn sich ein Schock langsam löst
  • wenn man sich übermäßig freut
  • wenn man unter enormem Druck/ Stress steht ... und dann der Körper eine kleine Ruhepause braucht von dem Druck
  • bei großen Schmerzen
  • bei einem Verlust
  • bei Trauer/ Wut
  • ...
  • Babys nutzen das Weinen auch als Kommunikationsmittel, um mitzuteilen "Hallo? Hier stimmt was nicht! Ich brauche dich JETZT, schau nach was grade bei mir nicht in Ordnung ist!"

Durch das Weinen wird der aufgestaute innere Druck etwas verringert, so das man (unter Umständen) wieder etwas zielgerichteter denken und handeln kann.

Allerdings kann man ja auch aus Freude weinen, da muss ja nicht unbedingt was abgebaut werden.

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@Hansikanzie

das war mein zweiter Punkt: wenn man sich übermäßig freut.

Beispielsweise am Tag der Hochzeit, oder wenn das eigene Baby/ Enkelkind geboren wird, wenn man einen Antrag bekommt, wenn .... naja, alles Mögliche eben.

Auch Freude löst Stress im Körper aus. Positiven Stress. Und daraus resultieren dann die Freudentränen

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Es ist immer noch nicht richtig erforscht, was genau im Körper und Gehirn vor sich geht.

In der Tränenflüssigkeit finden sich sogar beruhigende chemische Substanzen, ich denke, Opiate.

Das Weinen macht man ja normalerweise nicht mit Absicht. Das kommt einfach von alleine, wenn man traurig, unglücklich, verzweifelt ist.

Es kann aber sein, dass andere dann Mitleid mit einem bekommen und einem dann das geben, was man haben will.

Eine Kollegin hat mir mal erzählt, dass ihr Sohn mit seinen Klassenkameraden bei der Eröffnung von einem Einkaufszentrum war. Da gab es so ganz besondere Luftballons. Die Jungs waren 11 und wollten auch solche Luftballons haben. Da hat man ihnen dann gesagt: Die Luftballons sind nur für die kleinen Kinder, ihr seid schon zu gross dafür. Der eine Junge war ein bisschen sensibel und hat dann angefangen zu weinen. Da hat ihm dann jemand doch noch so einen Luftballon gegeben aus Mitleid.

Ich denke, weil wir soziale Wesen sind, werden starke Gefühle für andere sicht- und hörbar ausgedrückt.

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