Wieso weint der Mensch bei Trauer?

8 Antworten

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Das Weinen ist ein wichtiges agressionshemmendes Signal an die Artgenossen. Außerdem kann es soziale Unterstützung auslösen. Weinen zeigt an, dass die/der Betreffende einer Situation nicht mehr gewachsen ist, dass von ihr/ihm keine Gefahr ausgeht, denn sie/er kann und will nicht kämpfen, wird also nicht angreifen. Vielmehr benötigt sie/er Anteilnahme und Trost. Weinen löst bei den Artgenossen Betroffenheit aus, so dass sie versuchen werden zu helfen.

Hunde verstehen das auch, wenn ihr Mensch weint. Sie kommen dann und lecken ihn und versuchen ihn zu trösten. Wenn wir ein Tier weinen hören und sehen, wollen wir ihm helfen. Das Weinen kann also sogar zwischen verschiedenen Spezies soziale Unterstützung auslösen. Bei Jungtieren und Kindern gibt es das Verlassenheitsweinen, mit dem sie ihre Elterntiere auf ihr Bedürfnis nach Anschluss aufmerksam machen.

Kooperation ist in der Evolution das wichtigste Erfolgsprinzip. Das Weinen ist dafür einer der auslösenden Schlüsselreize.

http://www.gutefrage.net/frage/warum-weint-man-eigentlich

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologie und Geografie studiert
weinendes Kind - (Menschen, Biologie, weinen)

Es gibt auch die einsamen Tränen, wenn man von Kummer oder Trauer überwältigt wird, die bei niemandem etwas auslösen, weil niemand sie sieht. Dabei geht es wohl darum, den erlebten Schmerz irgendwie zu verarbeiten. Diese instinktive Reaktion auf einen überwältigenden seelischen Schmerz ist nicht von der Anwesenheit eines Artgenossen abhängig.

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@evaness

Das Clownsphänomen, dass wir alle kennen.

Nach außen ein heiteres Gesicht und hinter der Maske die Tränen.

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@Immofachwirt

Mag sein das man auch für sich weint, aber die Antwort ist trotzdem absolut einleuchtend. Ich denke kaum das bei den Ursprüngen der Menschheit ein Mensch sich irgendwo versteckt und für sich alleine geweint hat, das kam dann wohl eher durch die Entwicklung des grösseren Bewusstseins des Menschen. Ansonsten denke ich ist das wirklich die beste Antwort auf meine Frage die sich super an der Frage der evolution hält =D

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Das Weinen ist ein evolutionäres Überbleibsel aus einer Zeit, als der Mensch viel Zeit im Wasser verbrachte. Man sieht dies daran, dass Elefanten in ähnlichen Situationen ebenfalls weinen wie der Mensch. Bei Elefanten gilt es aber als gesichert, dass diese über einen langen Zeitraum überwiegend im Wasser lebten. Beim Menschen ist dies zwar nicht gesichert, da er aber weinen kann, wohl anzunehmen. Andere Primaten weinen nämlich nicht. Evolutionären Vorteil hat das Weinen sicher nicht.

Ich glaube, Menschen brauchen andere Menschen. Ein Mensch allein kommt kaum voran. Dieses Verhalten ist überlebenswichtig, war es schon früher. Zusammen auf die Jagd gehen, bringt mehr Erfolg (als Beispiel). Sozialverhalten bringt also auch dem einzelnen Vorteile. Und dieses Sozialverhalten verbindet. Wenn dann plötzlich jemand "geht", ist das ein Rückschlag für die ganze Gruppe. Jeder bringt durch seine Existenz etwas in die Gesellschaft ein und prägt damit am stärksten sein direktes Umfeld. Wenn dieser Beitrag fehlt, ist das ein Verlust-für alle.

Absolut richtig, da stimme ich dir völlig zu. Aber die Frage ist ja nicht wieso man trauer empfindet (das hast du ja sehr schön evolutionär dargelegt) sondern vielmehr wieso der Körper ausgerechnet WEINT als Schmerzbewältigungsprozess^^

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@Valat1991

Da hast du natürlich Recht! Aber drückt sich Trauer nur durch Weinen aus? Ich hab da schon ganz unterschiedliche Gefühle und somit Reaktionen erlebt. Auch persönlich.

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Wieso muss man immer einen auf glücklich tun und seine Gefühle unterdrücken?

Wieso darf man, dass was man fühlt nicht immer zeigen. Ich meine beispielsweise, warum muss ich mein weinen unterdrücken obwohl ich weinen muss? Falls es doch mal passiert schäme ich mich, obwohl jeder Mensch mal weint und es ja auch befreiend wirkt. Wieso ist das so? Vorallem warum wird das peinlicher um so älter man wird? Gefühle sollten doch nicht peinlich sein.

Noch etwas:

Ich leide unter Panikattacken. Bei mir ist es so, dass ich oft Angst bekomme, aber diese Angst aushalten muss. Beispielsweise, weil ich in der Schule bin. Ich unterdrücke also meine Gefühle, die stauen sich dann an und irgendwann endet es in einer heftigen Panikattacke. Wenn das in der Schule passiert wird auch immer der Krankenwagen gerufen.

Heißt, wenn ich meine Gefühle in bestimmten Momenten zulassen könnte (also indem ich z.B 5 Minuten vor die Tür gehe), könnte ich vielleicht weniger Panikattacken haben.

Problem: ich müsste häufiger vor die Tür und würde mich schwach fühlen, weil ich das Gefühl hätte versagt zu haben, weil man ja eigentlich immer einen auf glücklich machen soll.

Heißt es bleibt so wie jetzt: Die Gefühle stauen sich an und ich kann nur hoffen, dass die Panikattacke zuhause kommt..

Ich meine klar, man kann schon seine Gefühle zeigen, aber wirklich gern wird das nicht gesehen. Vorallem wenn das häufiger passiert, aber was soll man denn tun wenn man psychisch instabil ist und noch auf einen Therapieplatz wartet? Zur Schule muss man ja trotzdem.

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