Wieso feiern manche Leute Abtreibungsverbote wie in den USA?

19 Antworten

Bei manchen ist es nicht das Verbot an sich, sondern, dass man einen Erfolg feiert.

Ich denke, dass man hier keine pauschale Antwort treffen kann. Nach meinem Empfinden handelt es sich oftmals um recht konservative Personen.

Bei einigen Diskussionen werden oftmals Punkte angeführt, wie "es gibt immer einen Weg" oder "man soll nicht über fremdes Leben entscheiden". Im Rahmen einer religiösen Überzeugung habe ich auch Argumente gehört, wie "es ist Gottes Plan und in den darf man nicht eingreifen" oder "eine Abtreibung ist eine Sünde".

Im Rahmen einer solchen Diskussion spielt die eigene Überzeugung, der Blick auf das Leben, der Glauben eine Rolle für die Meinung zum Thema "Abtreibungen".

Ich persönlich halte es auch für falsch, Frauen die Abtreibung zu verwehren. Gerade wenn es sich um eine medizinische Notwendigkeit handelt oder die Schwangerschaft aufgrund einer Vergewaltigung o.Ä. entstanden ist, muss jeder das Recht haben, diese Entscheidung zu treffen. Auch eine ungewollte Schwangerschaft, die nicht in die persönliche Lebenssituation (geringe finanzielle Möglichkeiten, Ausbildung, Studium oder was auch immer) passt, soll abgebrochen werden dürfen.

Ebenso sollte es im Allgemeinen möglich sein, dass man unabhängig von einem Rechtfertigungsgrund eine Abtreibung bis zur 14 SSW durchführen darf (wie es in Deutschland der Fall ist). Ob man hierzu noch eine Beratung aufsuchen muss oder nicht, darüber kann man sich streiten. Ich persönlich finde es richtig.

Jeder muss hier seine persönliche Entscheidung treffen, man wird ja nicht zur Abtreibung gezwungen sondern es besteht lediglich das Angebot hierfür.

Wie gesagt, über das für und wieder eines Schwangerschaftsabbruches kann man lange Diskussionen führen, bei der sowohl die Seite der Befürworter, als auch die Seite der Gegner gute Argumente anführen kann.

Entscheidend ist immer: Ab wann gilt ein Leben als schützenswert? Ab wann ist ein Mensch ein Mensch?

Ab der Zeugung bestehen die ersten Zellen, die dabei sind, sich zu einem Menschen zu entwickeln. Ab ca der 6. SSW fängt der Herzmuskel an zu schlagen. Nach dem 4. Schwangerschaftsmonat sind alle lebenswichtigen Organe ausgebildet. Im 6. Monat läuft die Hirnentwicklung auf Hochtouren und die ersten Kindsbewegungen sind für die Mutter spürbar.

Ab ca. der 24. Lebenswoche kämpfen Ärzte bei Frühgeborenen um das Leben des Kindes. Mit jedem Tag, die das Kind im Mutterleib länger bleibt, steigen die Überlebenschancen. Ein Säugling, der beispielsweise in der 30. SSW zur Welt kommt, hat bei unserem medizinischen Standard gute Überlebenschancen.

Viele Abtreibungsgegner sind der Überzeugung, dass das menschliche Leben ab der Zeugung (= Verschmelzung von Ei- und Samenzelle) beginnt.

Gute Frage, ich finde diese "Leben um jeden Preis, scheiß auf die Frau" Einstellung auch widerlich.

Ich vermute, die meisten fühlen sich selbst als "bessere Menschen" wenn sie "verhindern das unschuldige Babys ermordet werden"

Von Fakten halten die meisten leider auch nur wenig.

Was ich bei der Sache aber nicht verstehe ist, laut Medienberichten sind die Frauen, die Abtreiben, zu einem Großteil Schwarze und Latinas, weil da eben das soziale Umfeld und die finanzielle Lage oft nicht passend ist für ein Kind.

Wenn man nun diese Frauen zwingt, die Kinder auszutragen, dann bedeutet das noch mehr Schwarze und Latinos, die in schwierigen Umständen aufwachsen.

Das ist doch eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was die Trump-Wähler und Konservativen in den USA wollen, oder?

Die feiern es ja sogar, wenn wieder ein Schwarzer von der Polizei abgeknallt wird? Warum also setzen sie sich dafür ein, dass schwarze Frauen noch mehr Kinder bekommen müssen?

Ich verstehe die Logik nicht, selbst wenn ich mit dem "Hirn eines Rechten" versuche an die Sache ran zu gehen.

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@frostfeuer85

Du setzt damit jetzt allerdings voraus das diese Leute nicht nur in der Lage wären logisch zu denken sondern außerdem ein paar Jahr im Voraus denken können.

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@frostfeuer85

Da steckt auch keine richtige Logik hinter, weswegen das für Human denkende Menschen nur schwer zu begreifen ist.

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Ich vermute, die meisten fühlen sich selbst als "bessere Menschen" wenn sie "verhindern das unschuldige Babys ermordet werden"

Interessanter Weise sind es dann oft die gleichen Menschen, die ihre Kinder verstoßen, sobald sie das Verbrechen begehen schwul zu sein, oder ähnliches...

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@guitschee

auch wenn sie sowas machen, fühlen sie sich als bessere Menschen, weil sie das "Schwarze Schaaf" verstoßen, nach dem Motto "Wenn dein Auge dich zur Sünde verführt, reiß es aus und wirf es fort"

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Das verstehen sie unter "christlicher Nächstenliebe". Egal in welchem Land.

Ja, nur ich frage mich halt welchen Vorteil sie davon haben, wenn Abtreibungen verboten sind? Weil normalerweise ist die Religion ja nur ein Vorwand für andere Beweggründe.

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@frostfeuer85

Stellt euch vor, es geht nicht immer nur um persönliche Vorteile. Es gibt da tatsächlich etwas wie Moral, die besagt, dass man sich freuen kann, wenn viele ungeborene Kinder nun ein Recht auf Leben haben. Man kann durchaus auch Freude haben, wenn man selbst nicht profitiert.

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@Joggeli59

Was ist das denn für eine "Moral", die Frauen zu Gebärmaschinen degradiert?

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@ErsterSchnee

Die Moral, die ich geschrieben habe, jene, die ungeborenen Kindern nicht aus Egoismus das Lebensrecht nimmt, obwohl es definitiv nicht nötig wäre.

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@Joggeli59

Wenn das deine Moral ist, kannst du doch bestimmt darüber berichten, wie es ungewollten Kindern von alleinerziehenden Müttern geht. Du wirst diese ja bestimmt tatkräftig unterstützen - oder reicht deine Moral dann doch nicht so weit?

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@ErsterSchnee

Wo ich kann, ja. Natürlich bin ich kein Superheld oder Mutter Theresia, und Milliarden habe ich auch nicht, aber das braucht es auch nicht. Ausserdem ist es schon ein gewisser Unterschied zwischen "durchs ganze Leben helfen" und "Tötung verhindern". Nur weil man jemanden vor dem Tod bewahrt, ist man nicht automatisch für sein ganzes Leben verantwortlich. Jeder sollte tun was möglich ist, aber manchmal geht nicht alles. Jedoch würde ich nur schon das Recht auf Leben als eine sehr grosse Hilfe bezeichnen.

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@Joggeli59

Von "Recht auf Leben" wird man aber nicht satt. Das deckt einen nicht zu, tröstet einen nicht, freut sich nicht mit einem, ist nicht beim ersten Liebeskummer da - und auch nicht, wenn das geliebte Haustier stirbt. Es zahlt keine Klassenfahrten, keine Vergnügungsparks, keine Urlaube, keine Schulhefte und keine Fahrstunden.

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