Was für Traditionen habt ihr zu Hause bzw in eurer Kindheit kennengelernt?

12 Antworten

Da die Frage an sich vielzu umfangreich ist um jede Kleinigkeit aufzuzählen mal nur ein paar Dinge die mir spontan einfallen die eventuell besonders sind.

Weihnachten wird bei uns nur mit der "Wahl"-Familie gefeiert, also jene Personen die man auch dabei haben möchte und einem am nächsten stehen, sofern möglich. Dazu gehört meine Mutter, Oma, Tante, Onkel und mein Partner. Die Schwester meines Partners wäre sicher auch willkommen, wohnt aber zu weit weg. Feiern heißt bei uns nicht gerade viel Deko, kein Weihnachtsbaum (schon nicht mehr seit ich klein war), sondern ein gemütliches Beisammensein, durchdachte Geschenke (wenn man sich nicht sicher ist, lieber nachfragen) und ein leckeres Essen (meistens Rouladen und dann zusätzlich was uns eben schmeckt). Ohne religiösen Schnickschnack. Geschenke werden nach dem essen ausgepackt und nacheinanander, so dass man auch etwas davon mitbekommt.

Als Kind habe ich an Silvester mit meinem Onkel immer Wünsche oder Namen auf die Raketenhölzer geschrieben bevor wir sie angezündet haben, außerdem feier ich mit ihm schon seit ich laufen kann gemeinsam Maifeuer. Manchmal sind auch andere Personen dabei, aber meist sind wir allein gewesen. Das ist schon etwas besonderes für mich.

An Geburtstagen gehen wir meistens auswärts essen, fahren ans Meer oder in ein Restaurant in der Nähe. Geschenk gibts meistens das was man sich wünscht.

Generell war meine Familie nicht religiös und deshalb gab es auch nie Kirchenbesuche. Taufe und Konfirmation war bis zu der Generation meiner Mutter noch üblich, aber ich wurde schon nicht mehr getauft.

Ich bin aus Österreich aber ich antworte trotzdem:

  1. Dezember ist der Rubbel- und Aufreißlosmonat. Ich bekomme immer zum Nikolaus, zu Weihnachten und zum Silvester Rubbel- und Brieflose geschenkt von Verwandten
  2. Zu jedem Adventsonntag werden die Lichter ausgemacht sodass man nur die Kerzen sieht und wir sitzen zusammen und essen und trinken beim Kerzenschein fast im dunkeln und hören dabei Weihnachtslieder
  3. Meine Tradition ist es zu jedem 1er und 7er Jahre einen Bildungsabschluss zu machen. War bis jetzt immer der Fall und ich will noch 2017 auch den Autoführerschein machen eben wegen dieser Tradition
  4. Söhne wurden immer besser in der Familie behandelt als Töchter. Liegt vielleicht auch daran weil ein Teil unserer Vorfahren aus Russland kamen
  5. Am Karfreitag gibt es kein Fleisch (Fisch ausgenommen)
  6. Sonntag gibt es immer ein besseres Essen obwohl jetzt das andere Essen auch nicht schlecht ist
  7. Bei großen Jackpots sprich ab einem Dreifachjackpot beim Lotto oder mindestens 50 Millionen Euro bei Euromillionen wird mehr gespielt als den Monatstipp mit 2 Tipps pro Ziehung
  8. Jedes Jahr wird wenigstens einmal im Jahr paar Tage nach Linz gefahren (meine alte Heimat und Geburtsstadt)
  9. Seit dem 28sten Lebensjahr gibt es bei jeden meiner Geburtstage einen Waffenskin mit meiner Jahreszahl drauf im Steamworkshop bei CS:GO
  10. Jedes Jahr wird in den Urlaub gefahren bzw. eher geflogen ins Ausland

Mehr fällt mir grade nicht ein

Deine Frage zu beantworten hieße eine Habilitationsschrift in europäischer Ethnologie zu verfassen.

Deswege nur ein Detail, das ich gerne allen Eltern ans Herz legen würde.

Als ich meine erste Regel hatte (ich weiß noch, dass es ein Samstag war), ist meine Ma nach der ersten "hygienischen Notfallversorgung" mit mir einkaufen gegangen. Nicht nur Hygeneartikel in der Drogerie, sondern auch ins beste Aussteuerhaus am Platze, wo ich meine ersten drei BHs bekam. Ich erinnere mich noch an die alte, total liebe Verkäuferin, die uns beraten hat. Dabei ging es eigentlich gar nicht so sehr um die BHs, sondern darum, dass die Verkäuferin mir 13jährigem Küken das Gefühl gab, dass ich nun "dazu gehöre" und eine richtige Frau bin. :-)

Meinem Dad hatten wir nichts gesagt (wieso eigentlich nicht?), aber er hat trotzdem an unserem Getue gemerkt, was los war. Also ist er auch einkaufen gegangen. Und kam dann mit einem zierlichen Silberkettchen mit einer Silberfeder an. "Als Symbol für deine Anmut, auch wenn dir nicht anmutig zu Mute ist," so irgendwas hat er dazu gesagt. Bei den Papua würden die Väter zu so einem Ereignis ein Schwein schlachten und ein Fest geben, meine er, nur sei das Schweineschlachten nicht so sein Ding. Deswegen dürfte ich mir was anderes wünschen, was wir zusammen machen. Daraus wurde dann ein Musicalbesuch.

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