Was für Schienenstöße - Schraubverbindungen sind das?

 - (Technik, Wirtschaft, Bahn)

6 Antworten

Hallo das ist ein Lost Place Gleis. Bestenfalls in einem Abstellgleis, das selten befahren ist. In einem Betriebsgleis wäre so ein Murx nicht zulässig. Habe ich recht?

Die Laschen sind sogenannte Bruchlaschen und würden bei einem Bruch des verschweissten Schienenstosses eingesetzt. Der Buckel reicht über den Schweisswulst hinüber und mit den Zwingen muss man nicht bohren.

Hier eine Schweisstelle: https://www.flickr.com/gp/r_walther/XV9Z71 Wenn die brechen würde, käme eine solche Lasche zum Einsatz.

Bei normalen Schienenbrüchen, die auch manchmal vorkommen, wie hier in Bern:

https://www.flickr.com/gp/r_walther/GU92qN

kommen normale Laschen zum Einsatz. Bei diesem Bruch hier wurde untertags eine Lasche mit Zwingen angesetzt und nachts die Bruchstelle neu gebohrt und die Lasche fest eingesetzt. So war die Sicherheit wieder voll gewährleistet und die Langsamfahrstelle konnte aufgehoben werden. Die Auswechslung des Schienenstücks erfolgte dann rund einen Monat später.

Die Schienen werden verschweisst, weil jeder Schienenstoss einen Schlag verursacht. Sie ermüdet Schiene und Rad.

Um ein Gleis zu verschweissen müssen genaue Temperatur-und Bettungsparameter eingehalten sein. Auch lässt sich nicht jedes Gleis verschweissen.

Guggsch mal hier:

https://www.gleisbau-welt.de/lexikon/gleisbau-und-instandhaltung/maschineller-gleisbau/schweisstechnologie/neutralisation/

Die Schienen werden zwar immer noch am Schienenstoß verlascht und erst einige Zeit später verschweißt, aber ja, sie werden mittlerweile eigentlich immer verschweißt, weil es die Fahrgeräusche mindert und den Reisekomfort verbessert.
Das was du dort zeigst nennt man so wie ich das sehen kann einen schwebenden Stoß.
Man KANN das heute so gut schweißen, weil die Schienen sehr fest mit dem Gleisbett verbunden sind und die Ausdehnung der Schienen daher allein dadurch schon begrenzt wird.

Also kurz gesagt: Bessere Befestigung am Gleisbett ermöglicht problemloses Verschweißen weil die Ausdehnung der Schiene begrenzt wird.

Sehrgute Erklärung nur das mit dem später verschweißen stimmt nicht ganz. Es wird zu 98% immer vor der Freigabe verschweißt. Im Winter wird angewärmt und im Sommer nach der großen Hitze neu getrennt und verswchweißt.

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@Nitram

Klar, natürlich vor der Freigabe, das stand gar nicht zur Debatte. ;)

Ich meinte nur es macht n anderer Trupp, das passiert nicht direkt Minuten nach dem Verlegen.

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@Lemo1991

Dann sind wir auf einer Linie.

Bis du auch vom Fach?

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@Nitram

Von Flugzeugen versteh ich mehr als von Schienenfahrzeugen. ;)

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@Lemo1991

Das ist aber schon ein Unterschied obwohl wir mal einen Cheff hatten der wollte es dem Luftverkehr gleich tun. Mehdorn hat der Vogel geheißen, aber der ist auch schon lange weg.

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Hallo Middlemen

Das ist ein schwebender Stoß (die Stoßstelle liegt zwischen zwei Schwellen), auf Grund der vorhandenen Ausführung kann er nur von einer unbedeutenden Strecke stammen.

Es gibt auch noch den festen Stoß (da liegt die Stoßstelle auf einer Schwelle bzw. auf einer Doppelschwelle).

Diese Schienenstöße waren früher erforderlich um die Längenausdehnung der Schienen durch die Außentemperaturen etwas auszugleichen.

Durch diese Schienenstöße kam es auch durch das typische " tak-tak" zu Lärmbelästigungen.

Schwebende Schienenstöße werden jetzt nur mehr als Isolier-Schienenstöße ausgeführt.

Jetzt setzt sich aber immer mehr das lückenlos verschweißte Gleis durch. Durch die Anwendung der Thermit-Schweißung unter Beachtung der Vorwärmung ist eine große Sicherheit gegeben. somit fallen die typischen  Geräusche der Schienenstöße weg.

https://www.youtube.com/watch?v=lBI4XofGOPQ

https://www.youtube.com/watch?v=7MKnrhs9ock

https://www.youtube.com/watch?v=bagaIEcIrck

Gruß HobbyTfz

Woher ich das weiß:Hobby – Bin seit Jahrzenten Modellbahner mit eigener großer Anlage

Diese Schienenstöße waren früher erforderlich um die Längenausdehnung der Schienen durch die Außentemperaturen etwas auszugleichen.

Und heute stellt sich die Physik anders dar?

Fahr mal mit der Transsib - bei Novosibirsk hast du annuale Temperaturdifferenzen von 90°C.

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@Pauli010

Auf solche Temperaturen kommen wir nicht aber zwischen -20 bis + 50 Grad C kommen die Schienen der DB auch.

Warum soll sich die Physik geändert haben?

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@Pauli010

Nicht die Physik ¨hat sich geändert, sondern das Wissen, wie man sie beherrscht:

https://www.gleisbau-welt.de/lexikon/gleisbau-und-instandhaltung/maschineller-gleisbau/schweisstechnologie/neutralisation/

Die Schienen sind elastisch und die Ausdehnung wird im elastischen Bereich abgefangen, was aber einen schweren Oberbau erfordert und auch nicht überall geht.

https://www.sbb.ch/files/infrastruktur/sbb_themenlandschaft/files/DieFahrbahnkurzerklaert_de.pdf

Hier einige grundlegende Überlegungen:

https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=sbz-003:1996:114::816

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Hi,

das ist kein Normaler stoß, sondern dort wurde hinter der Schweißung das Gleis wieder aufgetrennt. Da dort ein Schweißstoß ist, passen die normalen Laschen nicht und man braucht Bauchlaschen (die Gelben mit dem "buckel"). Die art der Stöße werden heutzutage nur noch Behelfsmäßige Stöße genannt, da die Zwinge in Verbindung mit der Bauchlasche eigentlich nur als Notlösung sein soll im falle eines Schienenbruchs oder Bruch in der Schweißung.

Der Stoß daneben ist ein ganz Normaler Schienenstoß um die beiden Schienen zu Verbinden. Also nicht von Bedeutung.

Woher ich das weiß:Beruf – Gleisbauer und Weichenschlosser Vignol

eine Bogen-/ Bauchlasche ?

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@Middlemen

eine Bauchlasche ist wie der Name schon sagt eine Normale Lasche mit einer Beule ("bauch") drinnen, weil die Normale Lasche an einem Schweißstoß nicht passt. Das sieht man auf deinem Bild auch sehr gut.

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Hallo, hier wurde das Gleis nachträglich neben einem Schweißstoß wieder aufgetrennt. Wieso, kann man auf dem Bild nicht erkennen. Die Kröpfung der Lasche ist notwendig, da der alte Schweißstoß überbrückt werden musste. Die Lasche kann dort nicht am Schienensteg anliegen. So wie der Stoß verlascht ist, kann er nur vertikale Kräfte bei Zugüberfahrten aufnehmen. Horizontale Kräfte nimmt dieser Stoß nicht auf, da er nur mit eine Zwinge befestigt ist. Außerdem wurde das Gleis schon lange nicht mehr befahren. Man kann keinen Fahrspiegel auf dem Schienenkopf erkennen.

ist hinter einem Prellbock am Ende der Fahrstrecke bzw. des Bahnhaltes am Bahnhof

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