Warum ist eine Marsmission heute noch immer technisch unmöglich?

11 Antworten

Hallo Future321,

da kommen mehrere Gründe zusammen.

1) Zunächst sind da die Kosten. Eine Marsmission kostet nicht "ein wenig" mehr als eine Mondmission. Sie ist nahezu unbezahlbar. Ist so.

Das liegt an der langen Flugzeit. Statt für wenige Tage braucht man Versorgungssysteme, die die Astronauten rund 2 Jahre lang am Leben halten. Selbst die ISS kriegt in diesem Zeitraum Versorgungslieferungen. Und die ist mit Sicherheit komfortabler ausgestattet, als es eine Raumkapsel Richtung Mars sein könnte. Man braucht Nahrung, Sauerstoff, Temperaturregelung,... für 2 Jahre. Man braucht Muskeltraining und medizinische Versorgung. War bei wenigen Tagen Mondflug praktisch irrelevant. Aber was machst Du, wenn auf dem Marsflug plötzlich jemand Zahnweh kriegt...?

Allein der Treibstoff, den man braucht, stellt die Mission vor ein logistisches Problem - denn anders als bei unbemannten Sonden könnte man nicht beliebige Umwege für Spin-By Manöver in Kauf nehmen, sondern müsste einen halbwegs direkten Weg fliegen. Sonst ist man noch länger unterwegs.

2) Das zweite Problem sind fundamentale Risiken bei einem solchen Flug, die auch ein ethisches Problem darstellen. Schon angesprochen ist die medizinische Versorgung. Während es ein sogenanntes "kalkulierbares Risiko" darstellt, einen Astronaut in bester körperlicher Verfassung ein paar Tage zum Mond fliegen zu lassen, kann selbst dem Gesündesten in 2 Jahren Missionsdauer alles mögliche passieren. Blinddarm? Nierenprobleme? Auf so einer Mission kann man sterben...

Daneben aber auch:

  • Die psychische Belastung der Mannschaft ist nicht kalkulierbar. Die sitzen 2 Jahre unter größtem Stress ohne Pause auf engstem Raum aufeinander. Wer weiß, mit welchen psychischen Problemen man zu kämpfen hätte?

  • Die Folgen für den Körper durch einen so langen Aufenthalt im Weltraum sind enorm. Die fehlende Schwerkraft führt zu Muskelschwund, selbst wenn die Astronauten trainieren. Dazu kommt die höhere Strahlenbelastung. Die Auswirkungen sind schlicht unbekannt. Hat ja noch niemand gemacht.

Alle Aspekte machen die Astronauten zu Versuchskaninchen. Wie gesagt: ethisch höchst problematisch, selbst wenn sie sich freiwillig melden.

3) Und wichtigstens: Es ist komplett unnötig. Wir sind mit Curiosity oben auf dem Mars. Wir kriegen alle Messdaten, die wir brauchen. Billiger. Ethisch einwandfrei. Wir haben keinen kalten Krieg und müssen Niemandem was beweisen.

Ein bemannter Flug zum Mars kostet ohne Ende und bringt weniger, weit weniger wissenschaftlich interessante Daten als eine Sonde, die wir uns leisten können. Weil wenn wir Menschen da rauf karren, ist das Primärziel, die wieder heil runter zu bringen. Alle wissenschaftlichen Fragen sind da zweitrangig. Die "Experimente" unterwegs zwar wichtig, aber irgendwo Beiwerk. Mit Curiosity ist die Menschheit besser bedient. Und cool ist es auch so. Die Raumfahrt macht nicht Pause. Wir setzen die vorhandenen Geldmittel nur zum bestmöglichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn ein. Denke z.B. auch an Hubble, Voyager, ...

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=voYsnECLduQ

Grüße

Wow, die einzige wirklich wirklich gute Antwort! Nicht das die anderen falsch sind, aber nicht so ausführlich. Das hat ein Kompliment verdient!

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Erst mal beide DH für die tolle Antwort! Und dann von mir noch den Link zu der für mich besten deutschsprachigen Seite im Internet über den Mars, und hier gleich direkt auf die Unterseiten über Curiosity:

http://www.marspages.eu/index.php?page=116

Gruß, Martin

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Ich möchte noch hinzufügen dass die Kommunikation mit der Bodenstation auch eine wichtige Rolle spielt. Bei der Mondexpedition verging nach der Landung zwischen Frage und Antwort etwas mehr als zwei Sekunden. Bei einer Marsexpedition vergehen zwischen Frage und Antwort fünfundvierzig Minuten oder mehr (abhängig von der aktuellen Position des Mars). In Notsituationen kann die Besatzung des Raumschiffes also nicht rechtzeitig Anweisugen von der Bodenstation erhalten.

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Die Nasa wollte im Jahre 2035 eine Mars Mission starten

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Wieder einmal Klasse Ute.

Denke das ist wirklich eine Hilfreiche Antwort

Nur möchte ich noch auf einen entscheidenden aber eher linguistischen Aspekt in der Frage eingehen.

Eine Marsmission ist prinzipiell nicht unmöglich. Was immer der Fragende mit "unmöglich" dann auch meint.

Zumindest die technischen Herausforderungen sind weitestgehend gelöst, daher macht es auch zunächst einmal auch nur wenig Unterschied ob man wenige Kilo Marsrover oder einige Tonnen Mensch mit Equipment auf den Mars schickt.

Wenn da nicht die Herausforderungen wären, die Ute so detailliert beschreibt.

Um es mit einem Satz zu sagen:

Können könnten wir rein technisch gesehen schon. Es ist nur die Frage ob die Crew dann auch Heil wieder zurückkommt.

Für reine Forschungszwecke jedoch sind die von Ute beschriebenen "Robotermissionen" nicht nur billiger, sie erfüllen auch den gleichen Forschungszweck.

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Es ist bereits ein bemannter Flug zum Mars geplant. Die Freiwilligen wissen auch, dass es eine Einbahnstrasse ist und es keinen Rückflug geben wird. Trotzdem haben sich Tausende beworben, darunter auch Deutsche. Für mich ist das Irrsinn und moralisch höchst fraglich. Denn im Endeffekt werden da Menschenleben geopfert um zu beweisen, dass Menschen auf dem Mars als unabhängige Kolonie überleben können. Doch die paar Mann, die sie daraufschicken beweisen meiner Meinung nach gar nichts und neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind von solch einer Expedition bestimmt nicht zu erwarten.

Die Freiwilligen wissen auch, dass es eine Einbahnstrasse ist und es keinen Rückflug geben wird

Irgendwie bezweifle ich das!

Ich befürchte, falls diese private Mission schief geht, dann wird man ganz laut nach der Solidarität der ganzen Welt schreien, damit die dann die Rettung dieser "Möchtegernsiedler" finanziert!

Gruß

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Es liegt an der langen Flugzeit hin und wieder zurück. Da es keine künstliche Schwerkraft gibt wie in den Science-Fiction-Filmen, ist der Zustand der Schwerelosigkeit über mehrere Jahre hinweg für die Besatzung extrem schädlich ("Raumkrankheit").

Weiterhin ist das Problem der Ressourcen für diese lange Reise nicht gelöst und falls etwas schief geht ist es quasi ein Selbstmordkommando, was zudem noch Unsummen an Geldern verschlingt.

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