Warum hat die adventisten Freikirche so ein Problem mit Reformation? Ist denn zu evangelisch?

3 Antworten

Die Adventgemeinde hat überhaupt kein Problem damit. Die Grundlagen Sola Gratia (Allein aus Gnade), Sola Fide (Allein aus Glauben), Sola Scriptura (Nur die Schrift) und Solus Christus (Nur Jesus Christus), treffen voll den Glaubenskern. Dementsprechend wurden auch öffentliche Vorträge gehalten. Flächendeckend im deutschsprachigen Raum vor allen in Baden-Württemberg und Österreich.

Die Frage ist von welcher Seite man es betrachtet.

STA berufen sich auf die Reformation und beanspruchen aber gleichzeitig für sich, dass diese erst durch sie zu ihrem Ziel gelangt wäre. Denn sie würden die wahre Reformationsgemeinde der Endzeit sein, weil sie die volle Gültigkeit der 10 Gebote wieder auf den Leuchter gehoben hätten. Damit wäre das 4. Gebot, Sabbat, gemeint, der sowohl von Katholiken, Protestanten und von fast allen christlichen Kirchen nicht beachtet würde.

Dazu kommen dann noch die alttestamentlichen Speisegebote und der Zehnte, die von den meisten reformatorischen Kirchen nicht beachtet werden.

Zu diesen kommt dann noch die Heiligtumslehre, die ein wichtiges Kirchenfundament darstellt, und sie von allen anderen Kirchen unterscheiden würde. Es reicht hier der Platz nichts aus, um auf alle diesen Punkte einzugehen, inwiefern diese tatsächlichen dem neutetsmantlichen Verständnis entsprechen, so wie das von den  STA behauptet, bzw. erklärt wird.

So besteht tatsächlich ein Problem zw. Protestanten/reformierten Kirchen und den STA.

Zu weiteren Erklärungen bin ich gerne bereit!

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@Christian3684

Also wenn man orthodoxe Juden fragt, ob die Adventisten die alttestamentlichen Speisegebote einhalten kommt ein klares NEIN..

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Das Problem bei den Adventisten ist, dass es bei ihnen auch eine Reformationsbewegung gibt, die vieles innerhalb der Gemeinschaft in Frage stellt,

Und diese gibt es, weil es unterschiedliche Vorstellungen gibt.

So gibt es jene, die den Alkohol, den  Fleischgenuss und das Tragen von Schmuck strikt ablehnen. Oder was die Ordination von Frauen anbelangt. Diese fühlen sich als die Rechtgläubigen gegenüber jenen, die eine solche Haltung nicht einnehmen.

Das betrifft auch in besonderer Weise die Haltung gegenüber E.White und die Heiligtumslehre.

Für die Einen ist sie die letzte Erklärungsinstanz und für die Anderen nicht.

Dasselbe betrifft die Erklärungen über 1844, die von Edson und von E.White nach der großen Enttäuschung gegeben worden sind und letztlich zur Entstehung der STA geführt hat.

Dazu kam später noch der Sabbat und der Vegetarismus und spezifische prophetische Erlärungen. Und auch die Überzeugung, dass die Erde nicht älter als ca. 6000 Jahre wäre. Was in jüngster zeit auf ca. 10.000 Jahre erhöht wurde.

So gibt es allgemein zwei Lager, wo bei sich die einen streng an die kirchlichen Erklärungen und Vorschriften halten, und die anderen nicht.

Wobei man bemüht ist jene wieder zurück zu bringen, die in ihrebn Augen abgewichen sind.

Allgemein geht diese Bemühen von Reformation und Erweckung durch die adventistische Kirchengeschichte, weil es eben die Diskrepanz gibt, die zwischen den kirchlichen Anspruch, den Forderungen und der Realität gibt.

Denn man glaubt, dass die STA bis zum Ende hin(Wiederkunft Christi) die absolute Vollkommenheit erreicht haben müssen, sonst würden sie in das Reich Gottes nicht aufgenommen werden.

Deshalb gibt es immer wieder Gruppierungen innerhalb der STA, die glauben, dass sie diesem Ziel weitaus näher gekommen sind, weil sie sich streng an die kirchl. Vorgaben halten, als die anderen.

So würde heute schon eine Trennung/Sichtung innerhalb der Gläubigen stattfinden.

Weil das ewige Leben davon abhängt ist eine ständige Reformation und Erweckung notwendig, wenn man am Ende nicht verloren gehen möchte.


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@josef050153

Das ist richtig, dass es Leute gegeben hat und gibt, die sich von der bestehende Gemeinschaft der STA abgespaltet haben.

Aber es gibt vor allem viele Menschen, die aus den verschiedensten Gründe die Kirche wieder  verlassen haben. Denn das Kommen und Gehen ist sehr groß.

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Die Reformation ist eben nichts, worauf man stolz sein kann.

Aber auch nur, weil es kein eigener Verdienst ist. Froh darüber kann man aber durchaus sein, denn ohne die Reformation gäbe es keine Glaubensfreiheit und damit auch keine Freikirchen, sondern nur die römisch-katholische Kirche.

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@JTKirk2000

"ohne die Reformation gäbe es keine Glaubensfreiheit "

1. Glaubensfreiheit gibt es von Anfang an (Christus und Paulus sprechen schon davon)

2. die Missstände von 1517 wurden ja nicht nur in der neu gegründeten protestantischen Kirche gebessert, sondern bei den Katholiken ebenso ("katholische Erneuerung")

3. Freikirchen haben mit der Reformation überhaupt nichts zu tun, sie sind erst viel später danach entstanden, und entstehen immer noch

4. die Reformation hat gleichzeitig viel Schaden angerichtet: Martin Luther wollte all das, wie es letztlich geworden ist, gar nicht so (wie alle revolutionären Bewegungen hat sich das ziemlich schnell verselbständigt, und das Kind wurde mit dem Bade ausgeschüttet)

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@JTKirk2000

Hat  die Reformation tatsächlich die Glaubensfreiheit gebracht?

Tatsache ist vielmehr, dass es trotz der Reformation keine Glaubensfreiheit nach unserem heutigen Verständnis gegeben hat. Je nach Landesfürst musste man entweder Katholik oder Protesdant sein.

So weit war man also damals noch nicht, dass es eine Trennung zwischen Staat und Kirche/Religion gegeben hätte, so wie das heute der Fall ist.

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Freikirchen haben mit der Reformation in sofern zu tun, dass die reformierten Kirchen (ja es gibt Mehrere) alle Getauften dazu einlädt die Schrift zu lesen und auszulegen. Im Zuge dessen kam es zu unterschiedlichem Verständnis der Schrift und verschiedene Kirchen bildeten sich. Die großen Abspaltungen von den bereits vorhandenen Kirchen begannen aber erst im 19. Jahrhundert und dauern bis heute an.

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